Mambucal auf der Insel Negros

Als wir vor vier Jahren nach Mambucal wollten, standen wir am Eingang um zu hoeren, dass alles ausgebucht sei. Das fanden wir natuerlich sehr schade, aber wir sollten ja wieder kommen. Und dieses mal im Maerz 2008 war es soweit. Da wir eine Reservierung dank Klaus aus Bacolod hatten, mussten wir nicht unverrichteter Dinge wieder abfahren. Wir waren von Kanlaon aus gekommen und fuhren ueber eine unbefestigte Strasse sozusagen hinten herum nach Salvador Benedicto. Diese Strasse kann ich jedem nur empfehlen, denn es gibt sehr viel zu sehen, wovon ich aber ein andermal berichten werde.

Nachdem man in der Naehe von Salvador Benedicto auf den Highway von San Carlos nach Bacolod stoesst, geht es weiter mit den schoenen Aussichten, denn auf der rechten Seite ist ein tiefes Flusstal mit Reisterassen und Wasserfaellen. Der Talos River ist wirklich sehenswert. Auf der anderen Seite wird man vom Mount Kanlaon begleitet, der aber nur bei klarem Wetter sichtbar ist. Oftmals haengen dichte Wolken um den Gipfel des hoechsten Berges von Negros, der mit 2500 Metern sicherlich kein Zwerg ist und zu den aktiven Vulkanen im Land gehoert. Wir hatten Glueck und konnten den Berg den ganzen Tag sehen. Die Strasse ist sehr gut ausgebaut und zu befahren.

Mambucal ist ein Mountainresort, der auf einem 25 Hektar grossen Gelaende an der Westflanke des Kanlaon Vulkans angesiedelt ist. Auf diesen 25 Hektaren fndet man alles moegliche zur Freizeitgestaltung. Zum Beispiel einen Canopy Walk, Steilwand klettern, Schmetterlingsgarten, Fledermaus und Flughund Observierung, zwei Swimming Pools, einen Warmwasserpool, einige heisse Schlamm Quellen, ein kleiner See und vieles mehr. Wir haben uns heute nachmittag nur einen kleinen Teil angesehen und wir haben ja morgen und uebermorgen genug Zeit und werden auch dann viele Photos machen koennen.

Es gibt kein Restaurant in dem Sinne, sondern einen Food Court, wie in einem Kaufhaus,  wo verschiedene Eigentuemer hauptsaechlich gegrillte Leckereien anbieten. So hatten wir heute abend unter anderem auch gegrillte Jakobsmuscheln, eine auf den Philippinen nicht allzu haeufige Delikatesse. Die Preise fuer das Essen sind sehr moderat;  so zahlten wir zu zweit mit Bier,  Cola und Mangos als Dessert nur 200 Pesos.

Die Cottages im Resort sind gross und sauber mit Terasse und kosten 900 Pesos fuer das Doppelzimmer mit warmem Wasser und Klimaanlage. Der Resort gehoert dem Provincial Government von Negros Occidental und scheint fuer die Provinz sehr lohnend zu sein, denn neben den ausgebuchten Cottages waren hunderte von Menschen im Resort um zu picknicken oder die Pools zu benutzen. Zudem werden vom Resort aus noch etliche hundert Hektar verwaltet und alles steht unter strengstem Naturschutz. Dementsprechend findet man noch richtigen Regenwald mit riesigen alten Baeumen.

Und ueber allem haengt der Geruch von Schwefel und beweisst die starke vulkanische Aktivitaet der Gegend.

Um 9.40 am naechsten Morgen kam Klaus aus Bacolod nach Mambucal und wir machten dann einen gemeinsamen Rundgang durch die Anlage. . Ein Fluss teilt das Gelaende in zwei Teile und der muendet in einen kleinen See, auf dem man auch Boot fahren kann. Es gibt zwei grosse Pools und als Gast muss man keinen Eintritt fuer die Pools bezahlen. Dann gibt es eine heisse Quelle die ein Schwimmbecken fuellt und hier kostet es fuer alle 50 Pesos Eintritt und  das Wasser im Pool ist wirklich heiss; wesentlich waermer als Ardent Hot Springs auf Camiguin. Neben dem Warmbecken halten sich tausende von Flughunden auf. Die Flughunde gelten ja im allgemeinen als fast ausgestorben auf den Philippinen, so dass wir sehr ueberrascht waren, dort so viele vorzufinden. Sie haengen dicht gedraengt wie Trauben in den Baeumen und am Spaetnachmittag ist der Himmel dunkel wenn die alle fliegen. Es gibt drei verschiedene Arten von Flughunden in Mambucal, wobei die Groessten eine Fluegelspannweite von etwa einem Meter erreichen. Erwaehnen moechte ich noch, dass man ansonsten grosse Ansammlungen von Flughunden nur noch an zwei weiteren Orten findet: In Subic auf Luzon und bei Palompon auf Leyte.

Es gibt auch einige Blumenhaendler in Mambucal und deren Display ist sehr schoen bunt; des weiteren gibt es einige Mudsprings wo man den Schlamm kochen sieht und das spritzt, wenn die heissen Schlammblasen platzen.

Wir hatten mit Klaus und seiner Familie einen sehr netten Tag und unterhielten uns ganz ausgezeichnet.

Am naechsten Morgen erkundigten wir uns nach den Wasserfaellen.  Die werden wie in Lake Sebu Seven Falls genannt. Leider war die Haengebruecke von einem Erdrutsch zerstoert worden und noch nicht repariert, so dass man den Rundweg nicht machen konnte,  sondern nur von hinten ein Stueck hinein laufen und so Wasserfall sechs und sieben erreichen kann, wobei der sechste nicht mal das Fotographieren wert war. Wir sind dann mit dem Auto auf zum Teil schlechter Strasse (kopfgrosse Wackersteine, da faehrt sich selbst das schlechteste Kopfsteinpflaster wie eine Autobahn) nach oben gefahren und liefen die letzten zwei Kilometer zum 7. Fall. Der Wasserfall liegt sehr schoen in einem kleinen Talkessel und faellt aus ca 20 Metern Hoehe ueber Gestein und einem herunter geschwemmten Baum in einen kleinen Pool, in dem man auch schwimmen kann.

Nach dem Rueckmarsch erfrischten wir uns im Restaurant und machten uns dann daran Mambucal weiter zu erforschen. Es gibt noch einige andere kochende Schlammquellen und wir entdeckten auch eine gefasste grosse Schwefelquelle, deren Wasser in einem unnatuerlichen blau leuchtete. Interessanter war aber der Ablauf des in der Quelle kochenden Wassers,  denn hier wuchsen im immer noch heissen Bach unnatuerliche ausehende graugruene gefiederte „Wasserpflanzen“. Ob es sich dabei um Algen handelte, konnten wir nicht heraus finden.

Zwischen Felsen entdeckten wir ein Loch aus dem stinkende Schwefeldaempfe heraus kamen und unweit davon lief eine weissliche silbergraeuliche Echse mit merkwuerdigen dornenartigen Fortsaetzen an Kopf und Koerper blitzschnell den Baumstamm nach oben. Anschliessend besichtigten wir den Schmetterlingsgarten, ein durch Netze abgeschlossenes Areal, in dem sich hunderte von Schmetterlingen ueber den verschiedenen Pflanzen  tummelten. Leider waren nicht so viele Arten drin wie sonst, da der Garten etliche natuerliche Feinde bei der Renovierung rein liess und die hatten dort ziemlich aufgeraeumt , bis sie alle erwischt worden waren.

Danach nahmen wir ein ausgiebiges Bad im warmen Pool, der direkt bei der Ecke liegt, wo die Flughunde sind. Bei der Gelegenheit haben wir uns diese nochmals angesehen und waren ebenso fasziniert davon wie am Vortag.

Am Abend hatten wir ein nettes Gespraech mit einer Gruppe von Deutschen, die am Vortag angekommen waren.

Leider mussten wir am naechsten Tag wieder abreisen, aber ich werde sicherlich eines Tages wieder nach Mambucal fahren.

Zu den Fotos: Hier klicken

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