Mount Pinatubo – eine unvollstaendige “Besteigung” 2. Teil

Schliesslich erreichten wir den Parkplatz auf zirka halber Hoehe auf dem Weg zum Kratersee. Von dort sollten wir ca 3-4 Kilometer laufen um den See zu erreichen. Meine Frau wollte nicht mitgehen da es sowieso jeden Moment regnen wuerde und es sah echt nicht gut aus. Ich lief dann alleine mit unserem Fuehrer los und wir stiegen zuerst in ein Flusstal ab. Der Weg war steinig und etwas beschwerlich. Noch hielt sich der Regen zurueck. Wir wanderten dann im Flusstal ueber Stock und Stein bis wir an einer Schlucht ankamen, in der wir hochlaufen sollten. Es floss aber sehr viel Wasser wie in einem reissendem Strom in der Mitte nach unten und ueber all broeckelten die Ufer dieses Baches ab und fielen ins Wasser, wo sie sofort weg gespuelt wurden. Der Regen war nun weniger als einen Kilometer weg und der Guide entschied sich zum umkehren. Er meinte, wenn der Regen schlimm wuerde, kaemen wir nicht mehr raus aus dem Gelaende. Er wollte am Parkplatz abwarten wie gravierend es werden wuerde. Also liefen wir zurueck und als die ersten Tropfen fielen, rannten wir und das war ein echter Schlauch, denn nun mussten wir vom Flusstal nach oben und als wir im Waiting Shed ankamen regnete es in Stroemen. Wir hatten es gerade noch geschafft. Es blitzte und donnerte und wir setzten uns ins Auto. Man kannte keine 10 Meter mehr sehen; so dicht war der Regen und die Donnerschlaege des Tropengewitters echoten durch die Schluchten, so dass man meinte der Donner wuerde nie enden. Es war auf eine andere Art aber schaurig schoen.

Als die Auffahrt zum Fluss geworden war entschied der Guide wir muessten raus. Also fuhren wir los und schon nach ca einem halben Kilometer kamen wir an die erste schwierige Stelle; der Weg war zirka 400 meter abwaerts zum reissenden Fluss geworden und ueberall broeckelte das Erdreich weg und Steine rollten den Weg hinunter. Die Kraft des Wassers, das bis zu 40 Zentimeter tief war, war unvollstellbar und uns ging der „Arsch auf Grundeis“. Langsam bahnten wir uns den Weg durch das Wasser bis wir an eine Kurve kamen, wo der Weg buchstaeblich nur noch ein Riesenloch war. Der Guide lief kurz vorraus und zeigte uns den Weg zum fahren. Wir krochen langsam im Gelaendegang durch das Loch und wiederholt „klopften“ rollende Steine am Unterboden an. Dieses Spiel wiederholte sich noch einige male und einmal standen wir fast quer wegen einer tiefen ausgewaschenen Querrinnein in der das Wasser wie bei einem Wildbach toste. Ich brachte das Auto gerade noch herum, so dass die Stroemung uns in die richtige Richtung schob.

Nach etwa 1 1/2 Stunden erreichten wir die Flussebene und waren froh, dass wir es geschafft hatten. Der Guide meinte die anderen Fahrer, die das jeden Tag machten, seien schon bei viel weniger Regen nicht mehr ‚raus gekommen und er habe nicht geglaubt, dass wir es schaffen. Er meinte, ich koennte bei ihrer Association als Fahrer arbeiten und wir lachten alle.

Aber es war noch nicht vorbei. Als wir an die breiteste und tiefste Stelle des Hauptflusses kamen, der beim hoch fahren noch ein zwar breites, aber harmloses Fluesschen gewesen war, waelzte sich nun ein gut 200 Meter breiter Strom mit graubraunen Wassermassen sehr schnell Richtung Tal. Wir rollten im Gelaendegang mit eingestellter Differntialsperre los und als wir an die tieferen Stellen kamen, war das wasser ca 60 cm tief, der Auspuff bereits unter Wasser und an den Tueren troepfelte es herein. Zweimal wurde das Auto von der Stroemung erfasst und ca 5-6 m Meter versetzt, bevor die Raeder wieder Grund hatten und fassten. Endlich rollten wir auf der anderen Seite wieder in angenehmere Gefilde und hatten es also geschafft durch das Tal zurueck zu fahren. Als wir uns bei der Parkverwaltung zurueck meldeten, sagte man uns, dass andere Fahrer schon gemeldet hatten (zwei von ihnen), sie wuerden abwarten bis der Regen vorbei ist und das Wasser faellt. Und mit uns hatten sie auch nicht mehr vor heute abend gerechnet.

Eine solche Pinatubo Rundfahrt sind etwa 60 Kilometer auf Laharstrassen im Park (hin und zurueck) und man muss ca 1 bis 1 1/2 Stunden fuer die einfache Strecke rechnen.

Wir hatten auf grund des Wetters zwar den Kratersee nicht sehen koennen, aber die Fahrt war trotzdem ein wunderschoenes Abenteuer und hat sehr viel Spass gemacht – echter off road Spass vom allerfeinsten – besser kann man es nicht bekommen.

Eine solche Pinatubo Tour im eigenen Allradgefaehrt kann man nur empfehlen, auch ohne Regen macht es Spass und zumindest kommt man dann zum Kratersee. Dies war sicherlich nicht mein letzter Besuch.

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