Mount Pinatubo – eine unvollstaendige „Besteigung“ 1. Teil

Auf unserer Rundreise 2008 planten wir auch  von Angeles City aus eine Fahrt ins Pinatubo Gebiet samt „Besteigung“ dieses Vulkans zu machen. Der Pinatubo war am 15. Juni 1991 mit einer massiven Explosion  ausgebrochen.  Seit 611 Jahren hatte der Vulkan geruht und er galt eigentlich als erloschen. Der Ausbruch kostete 875 Menschen das Leben. Das umgebende Land wurde durch pyroklastische Stroeme, Aschefall und Lahare verwuestet, die noch jahrelang nach dem Ausbruch zu massiven Umweltschaeden fuehrten und die Wirtschaft des Landes belasteten.

Waehrend der Eroberung der Philippinen durch die Spanier diente der Berg als Versteck fuer die Aetas, die auch zur Zeit des Ausbruchs in der Gegend lebten.

Diesen Berg wollten wir also heute „besteigen“. Wir fuhren also direkt ueber Capas und Santa Juliana zum Pinatubo Eco Tourism Park. Der Verkehr war extrem dicht gewesen und wir brauchten fuer ein Teilstueck von neun Kilometern 40 Minuten.

Im Parkbuero fragten wir nach den Permits und einem Guide. Dabei stellte sich folgendes heraus: Als Auslaender bin ich in der Pflicht entweder eines der dortigen Autos mit Fahrer zu mieten oder wenn ich mit dem eigenen Wagen fahre den Mietpreis trotzdem zu bezahlen, das heisst wir sollten 3700 Pesos abdruecken. (Hier werden Touristen mal echt wieder abgezockt nach Strich und Faden) Ich erklaerte dann, dass ich seit 21 Jahren auf den Philippinen lebe und wie ein Einheimischer in einem solchen Fall behandelt werden sollte, da ich doch ein lokaler Tourist sei. Als Beweis legte ich der Dame im Buero mein ACR vor. Die Dame unterhielt sich dann mit ihrem Boss und der kam dann nach vorne und stellte einige Fragen wie die Staatsangehoerigkeit meiner Frau usw. Dann holte er sein Regelbuch heraus und nach einigem nachlesen kam er zu dem Entschluss dass ich kein auslaendischer Tourist sei und als lokaler Tourist eingestuft wuerde. Damit musste ich nun folgende Gebuehren bezahlen:

  • guide 500
  • auto 350
  • 2 permits 100

Wir bezahlten und bekamen unseren Guide, einen einheimischen Aeta und fuhren dann auch gleich los. Kurz nach dem Parkgebaeuden beginnt auch schon die hellgraue Sandstrasse, die aus Lahar Ueberresten besteht. Die Strasse war  mit pulverfeinem Lahar bedeckt und auch nicht schwer zu befahren, bis wir in das riesenbreite Flusstal einbogen, das damals waehrend des Laharflusses entstanden war. Hier mussten wir immer wieder mal durch den im Moment kleinen Fluss und dessen Nebenarme fahren, was aber keinerlei Problem war, da die hoechstens 8-10 Meter breit waren und nicht ueber 15cm tief. Allerdings war die Gesamtbreite mehr als 200 Meter mit trockenen Stellen zwischendurch (siehe Foto). So ging es dahin fuer etwa 10 Kilometer mit immer wieder wechselnden Aussichten.

Ich hatte frueher Bilder von dieser Gegend gesehen und es war klar, dass sich einiges geaendert hatte. War es nach dem Ausbruch eine Mondlandschaft gewesen, so hatte sich bis heute einiges getan und die Natur war dabei die ganzen kahlen Stellen zurueck zu erobern. Ueberall gruente es und Buesche wuchsen zusammen mit allen moeglichen Graesern und Pflanzen auf den z. T. viele Meter hohen Lahar Ablagerungen.

Je naeher wir an die Bergkette des Pinatubos herankamen um so phantastischer wurde die Landschaft mit Nebenfluessen die aus Laharschluchten herauskamen und sicherlich auch so manche Wanderung wert waeren. Die Besteigung ist nicht das einzige, das man hier machen kann. Aber noch wird in dieser Beziehung nichts angeboten. Zumindest war es im Mai 2008 noch so gewesen.

Wir verliessen nun das Flusstal und die Strasse fuehrte an einem Berghang entlang nach oben, was auch bedeutete sie wurde um einiges schlechter und wir mussten auf permantem Allrad umschalten, den wir in der Ebene nur selten benoetigten. Diese Strasse wurde Skyway genannt. Durch steile Kurven und ueber ebenso steile Anstiege, die zum Teil tiefe Furchen aufwiesen, arbeiteten wir uns in die Hoehe. Stellenweise waren wir auf den Gelaendegang und die  Differentialsperre angewiesen. In der Zwischenzeit kamen grosse, dicke, graue Wolken auf und wir fuerchteten schon unser Ausflug wuerde ins Wasser fallen.

Fortsetzung folgt

Fotos werden im 2. Teil beigefuegt.

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