Ocean Adventure

Auf halber Strecke von Zambales nach Manila, wo wir Freunde besuchten, liegt die Subic Bay. Dort wollten wir uns auf der Rückfahrt das „Ocean Adventure“ mal genauer anschauen. Dies war uns bekannt als Delphinshow, hat aber viel mehr zu bieten. Wir waren früh morgens bereits vor Ort, der Parkplatz war noch leer.

So versuchten wir uns zunächst zu orientieren, wo welche Attraktionen auf uns warten. Wir erfuhren, dass es zwei zeitlich fixierte Shows gab: die Wal- und Delphinshow sowie die Seelöwen-Vorführung. Alles weitere konnten wir frei nach Belieben planen.

Wir starteten einen Rundgang durch das „Ocean Discovery Aquarium“. Wer beispielsweise in Deutschland schon einmal in einem „Sealife“ war, wird hier gewisse Ähnlichkeiten entdecken. Da gibt es ebenso ein großes Aquarium für kleine Haie, aber auch kleinere Becken für viele andere Fische und „Seekreaturen“. In manche Aquarien schaut man rein, konzentriert sich eine Weile, denkt das ist leer – bis man dann doch die Tarnung erkennt. Viele Arten der „South China Sea“ kann man hier entdecken. Sehr spannend empfanden wir die Rochen, die sich vor unseren Augen in den Sand eingruben. Lediglich die Augen waren noch zu erkennen, aber auch nur, da wir sie beim „Abtauchen“ beobachteten. Andere Besucher, die später dazukamen, sahen an der Stelle leider nichts.

So kann man nicht nur die Tarnung der Rochen sehen, auch andere teilweise gefährliche Fische konnte man sehen, wie sie durch ihre Auffälligkeit warnten oder sich ganz unauffällig tarnten. Für die Kinder ist das sehr interessant, da sie hier natürlich auch lernen, das Meer mit etwas Vorsicht zu sehen und dabei bemerken, dass es auch schöne und bunte Fische gibt, denen man aber besser aus dem Weg geht.

Obwohl wir in Subic das schönste Wetter hatten, war der Besuch noch immer dürftig. So gingen wir zur Seelöwen-Vorführung, die um 11 Uhr begann. Hier trafen wir dann schon auf etwas mehr Publikum, da ganze Schulklassen darunter waren. 2 Tiertrainer machten verschiedene Vorführungen, der Eindruck einer Zirkusvorführung war nicht ganz von der Hand zu weisen. Trotzdem hatten wir hier den Eindruck, dass sich die Tiere wohlfühlten und gut mit ihnen umgegangen wird.

Die Vorführung war zwar von den Tricks und Kunststücken der Seelöwen mehr auf Kinder abgestimmt, trotzdem hat man einen Teil der Show dazu genutzt, das Bewusstsein der Besucher auf die Naturerhaltung zu lenken. So gab es in einem Teil das Thema „Mülltrennung und Recycling“. Also lies man z.B. die Seelöwen den Plastikmüll in einen separaten Behälter sortieren und Naturstoffe wiederum in einen anderen. Fanden alle ganz toll, wie die Tiere sowas „eigenständig“ hinbekommen und applaudierten kräftig.

Vor der Show haben Angestellte Eis und Getränke verkauft, die nun leer waren. Die leeren Flachen und Becher wollte man nicht die ganze Zeit in den Händen halten, ausserdem braucht man die ja für den „Müllsortier-Applaus“ und legte die deshalb verständlich, übergangsweise auf den Boden. An der Stelle hatte ich noch die Überlegung, „mal gespannt ob die so schnell das kapieren“! Nun, seien wir nicht unfair innerhalb von 2 Minuten kann selbst das gesündestet Gehirn etwas vergessen. Wir warteten bis alle raus gegangen waren: es sah aus wie nach einem Bombenangriff. Überall lagen leere Flaschen und Eisbecher rum. Oh weia – alles für die Katz! Oder haben die das etwa gar nicht so verstanden und der Müll hätte auch aus Gold, Silber oder irgendwelchen Backsteinen bestehen können? Aber vielleicht habe ich ja irgend etwas nicht so ganz kapiert …

Nach dem Frust erst mal raus und Mittagessen. Denn danach kommt ja DIE Attraktion überhaupt! Während der ganzen Zeit im Restaurant, nur ein Thema: Delphine! Kinder mögen Delphine, weil die immer nett aussehen, so intelligent seien und so „kuschelig“!
Ich fragte: „Wie jetzt – kuschelig? Das ist ein Fisch! Du meinst das Kuscheltier.“
Kinder reden manchmal aus anderen Welten: „Ja. – Nein! Die kann man auch streicheln!“
„Klar kann man das! Den Mond und die Sonne aber auch … !“
Die Antwort „Blödmann“ unterdrückten sie.
„Aber auf dem Bild am Eingang konnte man das sehen …“ meinte unser Jüngster, dem wohl nichts entgeht!
„Dann wird es wohl so sein …“ räumte ich ein.

Nachdem das jetzt geklärt war, konnten wir endlich essen. Denn danach, waren die Kinder nicht mehr zu halten. Sie gingen schon mal vor und wir sahen die Delphine und Killerwale bereits im Becken. Aber eigentlich war das gar kein Becken, sondern eine Abtrennung eines großen Areals innerhalb des Meeres. Wir waren uns sicher, dass wenn die Tiere wollten, sie jederzeit über die Sperre ins freie Meer springen könnten und dann wegschwimmen. Aber warum sollten die sowas tun? Wie gesagt, wir hatten auch hier den Eindruck, dass die sich sehr wohl fühlen, Futter haben, bestens versorgt werden und „tolle Unterhaltung“ haben.

Wir gingen an der noch nicht gefüllten Tribüne vorbei zum Wasser runter, um die spielenden Delphine zu bewundern. Da kamen die doch glatt zu uns her geschwommen und machten ihre Mätzchen. Die Kinder waren weg vor Begeisterung. Wahnsinn, ganz unkompliziert wie Kinder ja auch, kamen die Tiere her. Plötzlich piepste ein Delphin los, keine Ahnung was der signalisieren wollte. Doch was war das? Da gibt dem doch einer Antwort und zwar ein Killerwal! Ein Schauspiel begann, zum kaputt lachen. Die beiden piepsten auf einander ein, dass man denken konnte, die disktieren ob das jetzt um 1 Uhr oder um 2 losgeht:

„Ich sag Dir doch um 1!“
„Quatsch, um 2 wie jeden Tag!“
„Und warum sind die Leute da?“
„Damit Du Dich nicht langweilst.“
… keine Ahnung was die zwei wirklich wollten, ob die sich ihre Familiengeschichte erzählten oder das ganz schlichte Tierlaute waren. Aber alleine diese Situation war den Eintritt wert.

Die Delphine hatten Junge dabei, die noch „niedlicher“ als ihre ohnehin schon „sympathischen“ Eltern waren. Dann schwammen die rüber zu einer Rampe, wo wie wir später sahen, dass die Tiere während der Show dort gefüttert werden. Die sprangen da drauf und ließen sich wie auf einer Rutschbahn ins Meer zurück rutschen. Ein Delphin sprang da drauf und rutschte auf seinem Rücken da runter. Das Jungtier probierte den selben Blödsinn nachzumachen, schaffte es aber nicht. Also kam die Mutter des Babydelphins und schob den da hoch. Wir waren begeistert von der sympathischen Art der Tiere und ich verrate kein Geheimnis: Delphine sind etwas wirklich Besonderes, wo man aber auch nicht das geringste Verständnis dafür haben kann, wenn man manchmal im Fernsehen sieht, wie barbarisch die abgeschlachtet werden.

Wir wollten zurück auf die Tribühne, was war denn das? Die ganze Bühne voll! Wo kamen die plötzlich alle her? Keine Ahnung. Wir mussten uns verteilen und warteten dann noch eine halbe Stunde bis es los ging. Hinter mir sass ein Amerikaner, dachte noch „Kenne ich den oder hab ich den schon mal gesehen?“ Vielleicht erinnert Ihr Euch noch an die Fernsehserie das „A-Team“? Das waren vier ganz unterschiedliche Charaktere, wovon einer extem mit Schmuck behangen war, sein Name weiss ich aber nicht mehr. Und dieser Herr hinter mir, mit seiner sehr rustikalen Stimme, sah genauso aus! Auffällig bis zum geht nicht mehr. Entweder war es das kitschige Original (kitschig wegen seines goldenen Modeschmucks) oder eine billige Kopie. Aber egal – deswegen kriege ich kein Kopfweh.

Die Show begann. Zunächst lies man die Delphine und Killerwale eine Art Wettschwimmen veranstalten, in allen Variationen. Die Delphine schwammen dabei sogar rückwärts, wobei lediglich die Schwanzflosse im Meer war, d.h. der Rest stand senkrecht aus dem Wasser. Die beiden Trainer gingen ins Wasser und liesen sich von den Tieren durch die Luft schleudern. Auch Luftsprünge jeglicher Art machten die Tiere. Wir hatten den Eindruck, dass nicht nur uns diese Show sehr gefallen hat, sondern den Delphinen selbst – klar, wegen den verfütterten Heringen, aber auch weil es ihnen Spaß machte.

Zum Schluß konnte man sich dann noch mit einem leibhaftigen Delphin fotografieren lassen, der aus dem Wasser herausragte und einem mit seiner Nase gegen die Hand drückt. Dabei darf man dann auch mal die Zunge des Delphins streicheln, usw. Da man nicht allzu oft dazu kommt, dachte ich das ist es als Erinnerung allemal wert und so kamen unsere Kinder auch mal in den Genuß, echte Delphine zu streicheln und sich mit ihnen fotografieren zu lassen.

Auf dem Rückweg zum Ausgang mussten wir dann logischerweise bei den Souveniren noch Halt machen. Was tut man nicht alles zum Glück seiner Kinder und dem Wohlstand der Verkäufer …

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