Positive Erlebnisse (Teil 1)

Hier mal ein paar positive Erlebnisse, denn die gibt es sehr wohl auch ohne rosarote Brille, nur sind die meist nicht so spektakulär!

1. Der English-Crashkurs

Nach Anmeldung unserer Kinder an der Internationalen Schule in Cebu, sollten unsere Kinder einen Englisch-Crashkurs absolvieren. Entgegen vorheriger Hoffnungen, das an der Schule tun zu können, organisierten wir eine Lehrerin auf privater Basis. Wir bekamen dann innerhalb von 2 Tagen eine Lehrerin, die gerade ihr Studium abgeschlossen hat und in der Nähe von uns wohnte. Sie kam täglich zu uns und unterrichtete die Kinder in englischer Grammatik und Conversation, 3 Stunden lang á 60 Minuten, wobei sie für 1 Stunde 150 Pesos verlangte. Später erfuhren wir, dass vergleichbare Kräfte von der Schule für 175-250 Pesos pro Stunde vermittelt werden. Da sie einen sehr guten Zugang zu den Kindern hat begleitete sie uns das ganze Schuljahr. Auch jetzt nach den Ferien kam sie wieder zurück, aber primär zur Vorbereitung unseres Pflegekindes für die Highschool, da dieser Wechsel in einem Jahr ansteht.

Im April letzen Jahres kam dann nachmittags ihre Schwester, die auch Lehrerin ist. Sie unterrichtete die Kinder in Tagalog und Science. Nach anfänglichen Bedenken unsererseits, hat sich deren Methodik inzwischen verbessert und das Ergebnis war ok. Da sie jedoch ansonsten größere Probleme in Cebu hatte (nicht mit uns, sondern mit anderen Leuten), hat sie wieder gepackt und ist zurück nach Mindanao. Als Ersatz dafür kam Michele, die uns von der Schule vermittelt wurde, unsere Kinder speziell auf die Aufnahmeprüfung für Science und Tagalog vorzubereiten. Das Ergebnis: alle Kinder nahmen die Hürde „Aufnahmeprüfung“. Für eine private Lehrerin in der Qualität und dem Preis, muss man in Deutschland sehr weit laufen und wird trotzdem niemanden finden!

Allerdings ist uns aufgefallen, dass auch im englischen Schulsystem (was hier zugrunde liegt), die Highschool trotz des 10-jährigen Schulsystems, durchaus in die Tiefe geht. Vielleicht steigen wir Deutsche endlich mal vom hohen Ross des Gymnasium-Unwesens ab. Die Pisastudie kam nicht von ungefähr…

2. Die Gesundheit

In Sachen Gesundheit, die ja der Auswanderungsgrund war, gab es inzwischen eine komplette Umstellung. Z.B. hatte ich vorher Medikamente wegen Sodbrennens nehmen müssen, die ich hier nicht mehr brauche! Auch meine Zehnägel waren über Jahre hinweg teilweise längs aufgerissen/gepaltet und an der Oberfläche sehr angegriffen. Ohne Behandlung ist mir die Tage aufgefallen, dass diese sich wieder komplett normalisiert haben. Mein Rücken stabilisiert sich zunehmend, auch dank Umstellung des Bettes. Gelenkprobleme wurden deutlich besser. OK, die Grunderkrankung bleibt, da nicht heilbar. Aber vom Befinden ist es ein Unterschied wie der Tag zur Nacht. Bestätigung dafür erhielt ich erst kürzlich, als wir Besuch hatten, die mich seit der Auswanderung nicht mehr sahen.

Die Allergie meiner Frau ist seit wir hier sind komplett weg, in Deutschland hatte sie die letzten Jahre von Januar bis Juni heftigste Reaktionen. Die war zwar von uns erhofft gewesen, da es hier weder Erlen, Birken oder Haselnuss gibt. Aber das war ja nicht nur mit Niessen begleitet, sondern die Hautausschläge an der Hand mit dutzenden Pickelchen nach Wasserkontakt, gehören ebenfalls der Vergangenheit an.

Könnte an der Stelle noch weiteres aufzählen, was im Grunde klar wird: gesundheitlich sind die Philippinen eine klare Verbesserung gegenüber Deutschland. Allerdings glaube ich, dass viele durch den Einsatz von Klimaanlagen sich gesundheitlich stark belasten. Sie setzen sich einem permanenten Wechsel aus (Temperatur und Luftfeuchtigkeit), der für die Bronchien eine starke Belastung darstellt, aber auch für das Kreislaufsystem.

Einschränkungen gibt es zwar auch, so hat der Start in die Typhoon-Saison, sowohl im letzten als auch in diesem Jahr sich mit Beschwerden gemeldet, die aber schnell wieder weg waren.

3. Unterhaltung in Cebu City

Im April letzten Jahres waren wir auf dem Toto Konzert in Cebu. Wow, das war ein richtiger Kracher. Es war sehr schön, obwohl es extrem laut war (ok, ich gebe zu: man wird älter). Deshalb habe ich mir, mit einem in 2 Teile gesplitteten Tempo in den Ohren, die „Bauchfellmassage“ ermöglicht.

Danach gab es im Waterfront Hotel, in dem das Konzert stattfand, noch einige weitere Konzerte z.B. von Duran Duran, Air Supply, Christopher Cross oder am 22. July kommen Boyz II Men. Aber nicht nur Konzerte werden angeboten, sondern z.B. auch Boxkämpfe finden hier statt. Für ein Entwicklungsland, in dem die Lebenshaltungskosten doch erheblich geringer sind als in einem Industrieland, finde ich persönlich das Angebot ok. Und zum Preis einer ICE-Fahrt kann ich auch mal schnell nach Manila fliegen, wo ich dann noch mehr geboten bekomme.

Bevor jetzt das „teuer“-Gejammere losgeht, in Deutschland kosten diese Dinge alle mehr …

(Anmerkung am Rande: Auch wenn es überheblich klingt, hätte ich mit der Bescheidenheit eines Mönches leben wollen, wäre ich nicht ausgewandert, sondern ins Kloster gegangen!
Wie soll ich meinen Kindern in ein paar Jahren erklären, warum sie plötzlich seit der Auswanderung auf jeden Komfort verzichten sollten?)

(Fortsetzung folgt)

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