Rundreise um Cebu herum….. 1. Teil

Es war auf meiner ersten Philippinenreise gewesen, damals 1985, als Marcos noch Praesident war, es aber im „Untergrund“ schon brodelte. Hier koennt ihr ueber die Reise nachlesen, aber die Rundreisedetails gibt es nur an dieser Stelle.

Wie schon erzaehlt, hatte Dodong einen Owner Type Jeep und hatte mir ja angeboten, mit diesem Auto mich ueberall hinzufahren auf Cebu. Wir hatten eine Rundreise ausgemacht und wenige Tage nach meiner Ankunft ging es los. Da es meine erste Reise auf die Philippinen war, war das alles absolutes Neuland fuer mich. Wir fuhren also los Richtung Norden und machten unseren ersten laengeren Stop in Danao. Natuerlich hatten wir vorher hie und da schon angehalten zum fotographieren, bedauerlicherweise gibt es keine Fotos mehr von dieser Reise. Waren alles Dias gewesen, und die hatten die Ameisenangriffe auf den Philippinen nicht ueberlebt. Etliche Tausende von Dias von meinen verschiedenen Reisen sind diesen „gefraessigen Biestern“ zum Opfer gefallen.

Danao ist die „Gun Hauptstadt“ auf den Philippinen und viele Handfeuerwaffen bekannter Marken, werden hier nachgebaut und zu Spottpreisen „verhaemmert“. Dodong kannte dort einen Gun Smith und so bekam ich Gelegenheit den Leuten bei der Arbeit ein wenig zuzusehen. Fast alles wurde in Handarbeit gemacht, da wurde gefeilt und gesaegt, dass es eine wahre Freude war. Und die fertigen Waffen sahen zumindest neu den Orginalen verblueffend aehnlich und funktionierten tadellos. Das ganze wurde in etlichen Hinterhofwerkstaetten, die ueber die ganze Gemeinde verstreut waren, gemacht. Hier assen wir auch in einer Carenderia zu Mittag und ich ass zum erstenmal Sampaena und Guso. (Sampaena ist ein Gericht aus Schweineblut mit klein geschnittenen Innereien drin und Guso ist ein Salat aus „Sea Weeds“)

Es ging weiter Richtung Bogo und hinter Danao sah man auf der linken Seite sehr schoene Kalkfelsen. Nachdem wir Sogod passiert hatten, kamen wir in ebenes Land, auf dem damals sehr viel Zuckerrohr angebaut wurde. In einem Barangay kurz vor Bogo kamen wir in ein Dorf und Dodong steuerte das Haus vom Barangay Captain an. Der war nicht zu Hause sondern bei einem Hahnenkampf und so bekam ich Gelegenheit, so ein „blutiges Gemetzel“ zu sehen. Ehrlich gesagt, das ganze war nicht mein Fall, aber es ist eben eine einheimische Tradition und als Besucher sollte man es schon einmal gesehen haben. Nicht nur der Kampf als solches ist interessant, sondern das ganze drum herum gibt noch viel mehr her. Faszinierend sind die „Wettannehmer“, die man Christos nennt, denn die machen alles aus dem Gedaechtnis. Wie die sich jede einzelne Wette und die dazu gehoerige Person merken koennen, ist schon erstaunlich.

Der Hahn vom Captain hatte seinen Kampf gewonnen und neben einem kleineren Geldbetrag, ging auch der Verlierer in seinen Besitz ueber. Allerdings nur einbeinig, denn das abgeschnittene Bein bekam der „Gaffer“ (das ist der Mann, der fuer die Vorbereitung des Hahnes sorgt, die Messer anbindet und waehrend dem Kampf in der Arena ist.) Den Verlierer haben wir dann als Tinola Manok (Huehnersuppe mit Gemuese) zum Abendessen bekommen.Spaeter am Abend gab es Tuba, das ist ein Wein aus der Bluete der Koksonuss, und ehrlich gesagt, der war nicht so nach meinem Geschmack. Aber die anwesenden Pinoys haben kraeftig „gesoffen“. Uebernachtet haben wir beim Barangay Captain und ich hatte das Gefuehl, dass jemand anderes fuer mich sein Bett raeumen musste.

Am naechsten Morgen gab es ein typisch philippinisches Fruehstueck mit Reis, Spiegelei und Corned Beef und danach fuhren wir weiter nach San Remigio und von dort an der Ostkueste entlang Richtung Sueden. Ab Tuburan wurde es wieder bergig und in Balamban entschlossen wir uns zu uebernachten, da es dort eine Pension gab. Aber was fuer eine Pension. Das Badezimmer war auf dem Gang, die „Zimmer“ waren Kaninchenstaelle, gerade gross genug fuer das Bett und es gab weder Matratze noch Bettzeug sondern nur die uebliche geflochtene Schlafmatte. Zudem warnte uns der Besitzer ueber starke NPA Taetigkeiten und wir moegen uns bitte nicht wundern, sollte es nachts mal krachen. (Es hatte nicht geknallt) Da es erst nachmittags war, liefen wir ein wenig im Ort herum und wurden von einem aelteren, katholischen Priester angesprichen, der uns auch zum Abendessen in sein Haus einlud.

Am Abend kam ein juengerer Priester um uns in der „Pension“ abzuholen. Wir gingen zum Haus des Priesters, das nur ein wenig von der Kirche weg gelegen war und dort war schon alles vorbereitet mit gedecktem Tisch und sogar einer Flasche Wein. Das Essen war einfach, mit Fisch in verschiedenen Varianten, etwas Gemuese und natuerlich dem obligatorischen Reis. Nach dem Essen sprachen wir ueber alles moegliche unter anderem wurde unser „Glauben“ ausgelotet und wir diskutierten im besonderen auch ueber die NPA. Dabei stellte sich heraus, dass beide Priester zumindest NPA Sympathisanten waren, wobei ich aber auf  Grund der Argumentation den Eindruck hatte, dass der junge Priester eher ein Mitglied war, da seine Ansichten schon sehr nach hartem Kommunismus klangen. Auch die Empfaengnisverhuetung war ein Thema, wobei es mich ueberraschte, dass beide dafuer waren, solange die verwendeten Mittel keine Abtreibung herbei fuehren wuerden. Das hatte mich dann doch ueberrascht, insbesondere wenn man an den Widerstand der Kirche in den heutigen Tagen denkt. Da bekommt man das Gefuehl, dass die Kirche scheinbar „rueckwaerts“ marschiert. Aber die beiden begruendeten ihre Ablehnung der paepstlichen „Antiverhuetungsdoktrin“ sehr logisch. Nach etlichen anderen interessanten Themen bedankten wir uns bei den beiden und gingen gegen elf Uhr.  Der junge Priester begleitete uns und brachte uns  in die Pension zurueck.

Am naechsten Morgen wurden wir vom Pensionsinhaber gefragt, wie es denn war? Er meinte, dass wir Glueck haetten noch zu leben, schliesslich seien die beiden NPA. Es war also allgemein bekannt, dass die beiden Priester die NPA unterstuetzten. Aber Dodong meinte, dass das alles nicht so schlimm sei mit der NPA. Dem wollte ich zwar nicht widersprechen, aber zu dieser Zeit war die NPA noch ziemlich agressiv und in etliche Massaker von Zivilisten verwickelt gewesen. Insoweit konnte ich die „himmlische Unterstuetzung“ in Balamban nicht ganz nachvollziehen.

Fortsetzung folgt

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