Stromnot auf Mindanao

Nach den furchtbaren Stromausfaellen von 2010, als durch eine Duerre die Stauseen leer waren und Mindanao 12-14 Stunden taeglich ohne Strom war, haette man eigentlich erwarten sollen, dass sich die Stromversorgung bessert, da die Verantwortlichen wohl daraus gelernt haetten. Seit 2007 hatten viele Wirtschaftsfachleute davor gewarnt und seither wird auch geplant. So sollten in Sarangani und General Santos zwei Kohlekraftwerke gebaut werden. (Ich bin zwar gegen Kohle wegen der Luftverschmutzung, aber andere schnelle Alternativen gab es scheinbar nicht.)  Seitdem wird immer noch geplant, aber der erste Spatenstich laesst auf sich warten.

Die Stauseen laufen dieses Jahr ueber, es war das nasseste erste Vierteljahr eines Jahres in der Geschichte Mindanaos. Aber da der Strombedarf gestiegen ist, die Kraftwerke zum Teil ueberaltet sind und nicht mehr Vollast laufen koennen, wird schlicht und einfach zu wenig Strom produziert. Taeglich fehelen zwischen 130 und 200 Megawatt und das wird nun durch rotierende Stromausfaelle ausgeglichen. Bis zu fuenf Stunden ist der Strom in manchen Gebieten weg. Der Bedarf steigt weiter. Im Mai oeffnet die SM Mall in General Santos ihre Pforten. Taeglich werden neue Haeuser fertig und bezogen. Und die Kapazitaet wird mehr und mehr hinterher hinken.

Nun gab es eben heute in Davao ein Gipfeltreffen indem der Praesident, das Energieministerium und lokale Politker versuchten Loesungen zu finden. Vorweg: Es wurde nichts beschlossen! Der Energieminister akzeptierte das Verschulden. Es gab verschiedene Vorschalege, so zum Beispiel den Visaya Grid mit dem Mindanao Grid zu verbinden. Da koennte taeglich genug Strom rueber kommen, aber der wuerde teurer sein, als der Strom von der Wasserkraft. Die Governeure der Provinzen stimmten aus jenen Gruenden dagegen. Man opponierte auch gegen eine Privatisierung der Wasserkraftwerke, die Kapital anziehen wuerde unde die Stromkrise loesen koennte. Alles moegliche wurde bequatscht, aber man einigte sich auf nichts.

Die Leidtragenden sind weiterhin die Menschen, die auf Mindanao leben. Die geplanten Kraftwerke werden noch nicht gebaut, der Visaya Grid wird nicht durch Unterseekabel mit Mindanao verbunden und vor 2016 wird es wohl kaum weniger Stromausfaelle geben. Im Gegenteil es wird taeglich mehr und mehr rotiert werden, das Geschaeftsleben wird leiden, Preise werden steigen, da Generator Strom wesentlich mehr kostet und die Bevoelkerung leidet.

Hier muss wohl nun der Praesident einschreiten, aber bis heute hat der gute Mann nur bewiesen, dass er keine Entscheidungen treffen kann. Nur ja niemanden auf den Schlips treten, scheint seine Devise zu sein. Es ist „annoying“ oder um es mit der neuen Umschreibung auszudruecken „noynoying“.

 

 

Share This Post
Related Posts
Stevaros World: Das Buch…..
Unsere Hunde 1. Teil
Bild der Woche

Leave Your Comment

Your Name*
Your Webpage

Your Comment*

Du kannst folgende HTML-Tags benutzen: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>