29.Oktober.2010

Letzte Begegnung mit Otto


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Etwa drei Monate nachdem Otto aus Cagayan verschwunden war, besuchte mich Tobias, ein Oesterreicher, der in Bukidnon eine Farm hatte und haenderingend nach einem Expat suchte, der die Aufsicht uebernehmen koennte. Und er fragte nach Otto, da der ja Erfahrung im Gemueseanbau hatte.  Ich erzaehlte ihm meine Erlebnisse mit ihm, aber er meinte, man koenne es ja mal versuchen mit ihm, da er am Boden ist und wahrscheinlich dankbar ist, wenn ihm jemand aufhilft. Ich gab ihm also Ottos letzte Handynummer und hoerte dann spaeter, dass Otto in der Tat dort arbeiten wuerde  und ausser seiner Sauferei (seine Leber muss ja schon zischen) sich eigentlich positiv entwickeln wuerde. Ich hoerte dann spaeter vom Tobias, dass der Otto sich nach neun Monaten verabschiedet hatte, da seine Sozialhilfe genehmigt worden war, er sich aber nicht zu beklagen habe ueber die geleistete Arbeit. (weiterlesen…)

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21.Oktober.2010

Otto in Cagayan 2. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Hinter unserem Haus lag ja ein anderes Haus, dessen Eingang in der Paralellstrasse lag. Man konnte sich zwar ueber den Gartenzaun hinweg unterhalten, aber es gab keine direkte Verbindung zum durch gehen. Dazu musste man schon aussen herum laufen, aber das waren auch nur drei Minuten. In diesem Haus lebte damals der Juergen. Den hatte ich ja mal kurz erwaehnt, da ich bei ihm im Haus den Arno kennen lernte.

Juergen war ein fruehzeitig pensionierter Beamter, der seit den fruehen neunziger Jahren auf den Philippinen lebte. Seine Geschichte werde ich hier auch einmal erzaehlen. Aber etwas ist schon wichtig genug um es jetzt zu erwaehnen; Juergen soff! Und wie er soff. Bereits zum Fruehstueck gab es Bier und gegen acht Uhr am Abend war er fuer gewoehnlich blau und hatte die noetige “Bettschwere”. Ausserdem litt er an Gicht und hatte auch sonst so ziemlich alles an Alterskrankheiten, was man sich so vorstellen kann, obwohl er erst 60 geworden war. Und Juergen war ein Nazi und Judenhasser der allerersten “Guete”. Ich hatte damals kein grosses Interesse an dem Mann, da mich seine Einstellung abstiess. (weiterlesen…)

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19.Oktober.2010

Otto in Cagayan 1. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Etwa neun Monate nach Ottos Schlaganfall eroeffnete ihm seine Frau, dass sie sich von ihm trennen werde, da er weder seinen Lebenswandel noch seine Sauferei geaendert habe. Zudem meinte sie, dass er als “Krueppel” nach wie vor den Maedels nachsteige, aber ansonsten nichts zum Lebensunterhalt beitragen wuerde. Am Ende meinte sie noch, dass ein Mann der nicht zu krank zum voegeln sei, sicherlich auch nicht zu krank sei um leichte Arbeiten zu verrichten. Natuerlich gab es schon einen anderen Mann im Hintergrund.

Otto zog aus und lebte fuer einige Wochen wieder hinten im Tal. Essen bettelte er sich zusammen und ansonsten sammelte er halt an Gemuese, was da so wuchs und von den Farmern bekam er auch genug “Rejects”. Allerdings war er sehr unzufrieden bezueglich seiner kleinen Tochter, denn seit Elda mit einem anderen Mann zusammen lebte, kuemmerte sie sich immer weniger um das Maedel. Nun ja was passierte; er kam zu mir und “weinte” sich aus. (weiterlesen…)

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03.September.2010

Nasuli


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Nicht viele haben von Nasuli in Bukidnon gehoert und eigentlich gibt es auch keinen Grund dieses kleine Sitio – ein Ortsteil von Bancud – zu kennen. Aber trotzdem hat Nasuli einen Bekanntheitsgrad erreicht, der sich dann im Internet schon niederschlaegt, auch wenn nicht alle Ergebnisse mit dem Summer Institute of Linguistics (SIL) in Verbindung gebracht werden. Etliche Hits fuehren zu persoenlichen Webseiten oder Fotos von Menschen, die in diesem Institut arbeiten. Denn SIL Philippines hat seinen Sitz an diesem Ort. Und hier wurde die Bibel und andere christliche  Schriften in die verschiedenen philippinischen Sprachen uebersetzt, was aber die wenigstens Pinoys wissen, auch wenn sie die Bibel in ihrer eigenen Sprache lesen. Dazu kommt, dass zahlreiche linguistische und antropologische Buecher von den Mitarbeitern der SIL geschrieben wurden. Insgesamt wurden mehr als 3500 Buecher publiziert. Alles in allem  zaehlte das SIL 162 verschiedene philippinische Sprachen. (weiterlesen…)

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27.Juli.2010

Otto’s Adoption


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Als Otto das erstemal zurueck nach Bukidnon kam, wunderte ich mich anfaenglich ueber Eldas Bereitschaft zu ihm zurueck zu gehen, insbesondere auch wegen der Anschuldigungen, die sei gegen ihn gemacht hatte. Nun all das fand spaeter eigentlich eine einfache Erklaerung.

Natuerlich lockte Otto Elda zunaechst einmal mit der Sorge fuer den Sohn, der ja schliesslich auch seiner war. Und dann versprach er ihr auch noch die Heirat. Aber Otto hatte uns ja erzaehlt, dass er mit einer Frau aus Surigao verheiratet sei und getrennt leben wuerde. Die Loesung erschien eigentlich recht einfach; Otto wurde vom Stamm der Tala-andig adoptiert. Von wem die Idee urspruenglich stammte, weiss ich nicht, aber nachdem all die Datus (Haeuptlinge) beraten und zugestimmt hatten, wurde Otto fuer eine Adoption vorbereitet. Dazu musste er natuerlich bestimmte Prozeduren ueber sich ergehen lassen. Eine davon war eine rituelle Beschneidung, die dann auch im Rahmen einer Zermonie vom “Medizinmann” des Stammes durchgefuehrt wurde. (weiterlesen…)

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14.Juli.2010

Georg und Otto 2. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Wir warteten also geduldig, auf das was kommen sollte. Etwa fuenf Tage spaeter kam Georg aus den Waeldern zurueck, allerdings erfuhren wir das erst eine gute Woche spaeter, denn Otto tat alles um zu verhindern, dass Georg mit anderen Leuten Kontakt hielt, und verstand es geschickt ihn bei sich hinten im Tal zu halten.

Endlich kam die erloesende Nachricht per Funk, dass die Zurueckbuchung geklappt hatte und das Geld unterwegs sei auf das Konto von Georgs Mutter. Zwei Tage spaeter erzaehlte mir dann Joseph, dass Georg zurueck sei und ich wollte ihn natuerlich unheimlich gerne ueber das Vorgefallene informieren, hatte aber andererseits echt keine Lust den Otto zu treffen. Louisa informierte ihn dann und Georg kam bei uns im Haus vorbei, da Otto nach Malaybalay gefahren war. ( Warum wohl?) (weiterlesen…)

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13.Juli.2010

Georg und Otto 1. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Nachdem Otto ja nun mit seiner Pflanzerei ganz erfolgreich war – erfolgreich bedeutet hier, dass er genug fuer seinen Lebensunterhalt verdiente – verhielt er sich in den naechsten Wochen eigentlich ganz friedlich und normal. Wir waren sicher keine Freunde geworden und die Besuche beschraenkten sich in erster Linie auf das Geschaeftliche.

Eines Tages war ich wie so oft beim ausliefern in Cagayan, aber es war spaet geworden und so musste ich in Malaybalay uebernachten. Dort traf ich beim Abendessen einen jungen Deutschen namens Georg. Er war ein sehr angenehmer Mensch und es tat gut sich mit ihm zu unterhalten. Er fragte mir fast ein Loch in den Bauch und am Ende wollte er wissen, ob ich nicht jemanden kenne, der sein Cebuano weiter verfeinern koennte. Er hatte vorher auf Negros gelebt und dort Cebuano gelernt und sprach es recht fliessend, weitaus besser als ich. Nun Inday hatte dort weitlaeufige Verwandte und die Tante war eine Lehrerin auf der High School, und so schlug ich ihm vor es doch mit der Tante zu versuchen. (weiterlesen…)

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07.Juli.2010

Ottos Rueckkehr


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Wir waren alle sehr erstaunt, als wir hoerten, dass Otto zurueck gekommen war und nun bei Elda in ihrem kleinen Haeuschen wohnte. Es ueberraschte uns nicht nur,  dass er ueberhaupt zurueck kam, sondern eben auch, dass Elda ihn aufnahm, wo sie doch geschworen hatte, den Typen nie mehr sehen zu wollen. Sie erklaerte meiner Frau spaeter, dass sie nur wegen des gemeinsamen Kindes zugestimmt hatte. Ueber zwei Jahre war Otto weg gewesen, hatte sich nie gemeldet und sie nahm ihn einfach auf. Das verstehe wer will, ich nicht.

In den ersten Wochen sahen wir nichts von ihm, aber wir hoerten von den Nachbarn, dass er wohl jeden Abend soff wie ein Loch und dabei manchmal auch herum schrie und gewalttaetig wurde. Sein Sohn Tom hatte furchtbare Angst vor ihm, und versteckte sich nicht nur einmal bei seiner Nachbarin Louisa, die ja seit Jahren fuer uns arbeitete und die beste Informationsquelle war, die man sich vorstellen konnte. Es war keine gute Entscheidung, die Elda getroffen hatte. (weiterlesen…)

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18.Mai.2010

Dolly’s “Entfuehrung” 4. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Aber alles drohen half nichts, Joseph schien dieses Mal wirklich nicht zu wissen, wo sich Dolly aufhielt. Unverrichteter Dinge mussten Ponyong und Jun wieder gehen. Im Haus unterhielten wir uns ueber die Moeglichkeiten. Ich hatte keine Idee, aber wir vermuteten, dass sie sich bei anderen Verwandten von Ramon versteckte. Ponyong meinte, er wuerde morgen nach Initao fahren und dort versuchen etwas heraus zu finden.

Am naechsten Morgen fuhr Ponyong mit Jun wieder ab, aber er warnte Josef und den Captain irgendwelche Repressalien gegen uns zu versuchen, denn sonst waere er in nullkommanix zurueck und wuerde beim naechsten Mal sicherlich die Waffe benutzen. Nach der Abreise kam der Captain vorbei und fragte ob Ponyong immer so brutal waere. Inday unterbrach uns und meinte, dass Ponyong sehr gefaehrlich sei, wenn Familienmitglieder nicht fair behandelt werden wuerden. (weiterlesen…)

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17.Mai.2010

Dolly’s “Entfuehrung” 3. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Etwa 20 Minuten spaeter kamen die beiden Polizisten zurueck und zehn Minuten spaeter kam Dolly mit Ramon. Sie schlenderten provokativ Hand in Hand zur Polizeistation. Inday stuermte sofort auf Dolly los um sie zusammenzuscheissen, aber ich hielt sie zurueck und erbat mir mit ihr sprechen zu koennen ohne jedwede Einmischung. Zoegernd stimmte Inday zu.

Die Polizisten fuehrten Dolly und mich in ein getrennntes Zimmer in dem wir alleine sprechen konnten. Zuerst war Dolly sehr schweigsam und als Alleinunterhalter fuehlte ich mich nicht wohl, aber nach einiger Zeit rueckte sie mit der Sprache heraus. Sie sei “unsterblich” verliebt und wollte diesen “Mann” unbedingt heiraten. Alle Versuche ihr das auszureden waren fruchtlos, daher versuchte ich eine andere Strategie, nachdem auch die ueblichen Erinnerungen an Utang na Loob keinen Eindruck bei ihr machten. (weiterlesen…)

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