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	<title>Phil-Life.net &#187; bukidnon</title>
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		<title>Letzte Begegnung mit Otto</title>
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		<pubDate>Fri, 29 Oct 2010 07:19:13 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Etwa drei Monate nachdem Otto aus Cagayan verschwunden war, besuchte mich Tobias, ein Oesterreicher, der in Bukidnon eine Farm hatte und haenderingend nach einem Expat suchte, der die Aufsicht uebernehmen koennte. Und er fragte nach Otto, da der ja Erfahrung im Gemueseanbau hatte.  Ich erzaehlte ihm meine Erlebnisse mit ihm, aber er meinte, man koenne [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Etwa drei Monate nachdem Otto aus Cagayan verschwunden war, besuchte mich Tobias, ein Oesterreicher, der in Bukidnon eine Farm hatte und haenderingend nach einem Expat suchte, der die Aufsicht uebernehmen koennte. Und er fragte nach Otto, da der ja Erfahrung im Gemueseanbau hatte.  Ich erzaehlte ihm meine Erlebnisse mit ihm, aber er meinte, man koenne es ja mal versuchen mit ihm, da er am Boden ist und wahrscheinlich dankbar ist, wenn ihm jemand aufhilft. Ich gab ihm also Ottos letzte Handynummer und hoerte dann spaeter, dass Otto in der Tat dort arbeiten wuerde  und ausser seiner Sauferei (seine Leber muss ja schon zischen) sich eigentlich positiv entwickeln wuerde. Ich hoerte dann spaeter vom Tobias, dass der Otto sich nach neun Monaten verabschiedet hatte, da seine Sozialhilfe genehmigt worden war, er sich aber nicht zu beklagen habe ueber die geleistete Arbeit. <span id="more-2401"></span></p>
<p>Trotz der Streitereien und Probleme, die Otto spaeter mit Arno hatte, hatte ich ihn in dieser Zeit nicht gesehen. Meine letzte Begegnung ging ja auf die Zeit zurueck, als Otto in Cagayan war und July plante, seine Tochter zu adoptieren. (kann man <a href="http://www.phil-life.net/2010/10/19/otto-in-cagayan-1-teil/" target="_self">hier</a> nachlesen) Ich wusste nur vom Juergen, dass Otto nun in Maramag lebte und ihn gelegentlich in Don Carlos besucht hatte, bis zu dem Zeitpunkt, als er den Otto hinauswarf. Auch da soll angeblich die Kruecke vom Otto zum Einsatz gekommen sein und auf Juergens Ruecken getanzt haben. So zumindest hatte es mir der Juergen erzaehlt.</p>
<p>Ich plante eine Fahrt mit dem Auto von Gensan nach Cagayan und der Weg fuehrte durch Maramag. Wir mochten Maramag alleine schon wegen des Stausees und dachten daran dort zu uebernachten. Immer wenn wir unterwegs waren, versuchten wir ein neues Stueck des Landes kennen zu lernen oder Bekanntes, aber beliebtes, wieder zu sehen. Bei der Gelegenheit dachte ich auch an einen Besuch beim Otto, denn obwohl mir nichts an ihm lag, so war ich doch neugierig. (Schlimmer wie die Maedels sind wir Maenner manchmal, nur geben wir es meist nicht zu.) Ich rief also den Juergen an, der zu der Zeit bereits mit ihm verkracht war, und der gab mir die Adresse nur unter der Bedingung, dass ich ihm bei naechster Gelegenheit alles haarklein erzaehlen wuerde. Das versprach ich und mit Ottos Adresse &#8220;bewaffnet&#8221; brachen wir auf. Es war frueher Nachmittag als wir in Maramag ankamen und wir checkten in der einzigen Pension ein, die der Ort zu bieten hatte. Den Namen habe ich vergessen, aber die Unterkuenfte waren im einheimischen Stil gehalten und sehr preiswert.</p>
<p>Nach einer kurzen Erfrischung im Bad, machten wir uns dann auf die Suche und nach einigem herum fragen fanden wir dann auch Ottos Haus. Der war natuerlich sehr ueberrascht, aber im Gegensatz zu frueheren Begegnungen recht freundlich, was ich nicht erwartet hatte. Seine Frau war auch da und das gemeinsame Kind, das sie mittlerweile zusammen hatten. Ich schrieb &#8220;seine Frau&#8221; und das war sie gemaess der Aussagen der beiden, denn sie hatten geheiratet. Nun mit einer nicht aufgeloesten Ehe in Surigao del Sur wuerde das Otto wirklich zum Bigamisten machen. Zaehlt man die &#8220;Stammesehe&#8221; mit Elda dazu, dann waere er wohl zumindest moralisch ein &#8220;Trigamist&#8221;.  (gibt es das ueberhaupt?)</p>
<p>Otto lebte &#8211; man staune &#8211; in einem eigenen Haus und er erzaehlte auch bereitwillig, wie er an das Geld gekommen war. Otto war ja notorisch pleite und bekam 2002 zum erstenmal Sozialhilfe fuer im Ausland lebende Deutsche. Das waren etwas mehr als 9000 Pesos im Monat und da er eh ein alter Schnorrer war, der sich beim Juergen oder sonstwo durchfrass und soff, konnte er einiges auf die Seite legen und das Haus, das nicht einmal schlecht wer, erbauen. Allerdings wurde Ende 2004 die Sozialhilfe gestrichen und das Haus war eben nur fast fertig, denn danach hatte er keine Kohle mehr, um weiter zu bauen. So fehlte die Decke, das Haus war nicht verputzt &#8211; sieht man sowieso oft hier &#8211; und auch ansonsten fehlte es an allen Ecken und Enden an diesem oder jenen. Aber zumindest hatte er ein solides Dach ueber dem Kopf. Seine Frau half gelegentlich in einem grossen Haushalt als Waescherin aus und verdiente ein paar Pesos, ein bisserl was bekamen sie von der Schwiegermutter und ansonsten ging der Otto nachts los um von den Feldern essbares zu klauen. Reis, Mais und  Gemuese; nichts war da sicher vor ihm. So erzaehlte er es zumindest.</p>
<p>Wir ratschten fuer eine Weile und noch vor dem Einbruch der Dunkelheit brachen wir wieder auf. Ich steckte ihm 100 Pesos zu, nicht weil er mir leid tat, sondern ich sah das als &#8220;Bezahlung&#8221; fuer die Informationen an. Wir fuhren zurueck in die Pension und gegen sieben machten wir uns auf, ein Restaurant oder sowas zu suchen. Es wurde sowas und wir landeten in einer Huehnerbraterei, die es ja mittlerweile massenweise im Land gibt. Dort trafen wir einen anderen Deutschen, der auch in Maramag lebte und den Otto gut kannte. Der hatte natuerlich auch einiges zu erzaehlen, da der Otto in den Anfangszeiten immer bei ihm zu Gast war und sich eben durch frass und durch soff. Aber schon nach zwei Monaten schmiss Werner &#8211; so hiess der Expat &#8211; ihn &#8216;raus.</p>
<p>Maramag ist tiefste Provinz, und wenn man dort lebt, dann erfaehrt man auch alles, was dort so ablaeuft. Und so erzaehlte uns der Werner eben, vieles, was wir schon wussten und einiges, das wir nicht wussten. So soll der Otto, wenn er besoffen ist, regelmaessig seine Frau verpruegeln und auch vor seiner 3 jaehrigen Tochter nicht halt machen. Sogar die Schwiegermutter soll schon etwas abbekommen haben. Dass er Frau und Kind verpruegelt war ja nichts neues, neu war nur, dass ihn die Frau nicht raus warf, denn normalerweise lassen sich philippinische Frauen eigentlich recht viel gefallen einschliesslich einer Geliebten des Mannes &#8211; mit entsprechendem Drama natuerlich &#8211; aber bei koerperlicher Zuechtigung spielen sie fuer gewoehnlich nicht sehr lange mit. Neu war auch, dass er vor der Schwiegermutter nicht halt machte.</p>
<p>Auf der Heimfahrt von Cagayan schauten wir dann kurz beim Juergen in Don Carlos vorbei und erzaehlten ihm, was wir erfahren hatten. Es war ja eh nicht viel, und das meiste war dem Juergen bekannt.</p>
<p>Etwa drei Monate spaeter bekam ich eine SMS vom Otto, in der er mir vorwarf mit Juergen Kontakt zu haben und da dieser sein Feind sei, sei ich nun auch sein Feind, denn die Freunde seiner Feinde seien auch seine Feinde. Seitdem habe ich nie mehr etwas von ihm selbst gehoert. Ueber dritte troepfelt aber gelegentlich diese oder jene Information herein.</p>
<p>Das war es wohl mit Otto und wenn sich in den naechsten Jahren etwas tun sollte, dann werde ich sicher davon erzaehlen.</p>

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		<title>Otto in Cagayan 2. Teil</title>
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		<pubDate>Thu, 21 Oct 2010 07:39:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Hinter unserem Haus lag ja ein anderes Haus, dessen Eingang in der Paralellstrasse lag. Man konnte sich zwar ueber den Gartenzaun hinweg unterhalten, aber es gab keine direkte Verbindung zum durch gehen. Dazu musste man schon aussen herum laufen, aber das waren auch nur drei Minuten. In diesem Haus lebte damals der Juergen. Den hatte ich ja mal kurz erwaehnt, da ich bei ihm im Haus den Arno kennen lernte.</p>
<p>Juergen war ein fruehzeitig pensionierter Beamter, der seit den fruehen neunziger Jahren auf den Philippinen lebte. Seine Geschichte werde ich hier auch einmal erzaehlen. Aber etwas ist schon wichtig genug um es jetzt zu erwaehnen; Juergen soff! Und wie er soff. Bereits zum Fruehstueck gab es Bier und gegen acht Uhr am Abend war er fuer gewoehnlich blau und hatte die noetige &#8220;Bettschwere&#8221;. Ausserdem litt er an Gicht und hatte auch sonst so ziemlich alles an Alterskrankheiten, was man sich so vorstellen kann, obwohl er erst 60 geworden war. Und Juergen war ein Nazi und Judenhasser der allerersten &#8220;Guete&#8221;. Ich hatte damals kein grosses Interesse an dem Mann, da mich seine Einstellung abstiess. <span id="more-2377"></span>Aber ich war freundlich, alleine schon deshalb, weil er Kunde im Laden meiner Frau war.</p>
<p>Der Juergen war wohl ziemlich einsam und so lud er den Otto regelmaessig jeden Tag zum Essen ein. Dazu bekam der Otto das Bier, denn von mir gab es nichts zum saufen fuer ihn. Und so hockte der Otto taeglich von mittags bis zum abend beim Juergen um ihm zu helfen die 50 Kisten Bier, die Asia Brewery jeden Monat direkt bei ihm anfuhr zu vernichten. Eine Kiste soff der Juergen locker jeden Tag alleine  weg.</p>
<p>Mir war es natuerlich nur sehr recht, wenn der Otto sich dort drueben aufhielt. Ich hatte weder die Zeit noch die Lust mich jeden Tag laenger mit ihm abzugeben.</p>
<p>Juergen war ein schwieriger Mensch mit dem man nur auskommen konnte, wenn man zu seinen &#8220;bizarren Ansichten&#8221; ja und amen sagte und das schien der Otto sehr gut zu koennen.</p>
<p>Gelegentlich gingen die beiden auch zusammen in die Stadt und meist sprang dann ein neues T-Shirt oder eine Hose fuer ihn heraus. Er schmarotzte sich also lustig und munter durch. Aber am Abend laesterte er oft ueber den Juergen ab. Da moechte ich gar nicht wissen, wie er sich ueber mich ausgelassen hat damals. Spaeter hat mir der Juergen da einiges erzaehlt.</p>
<p>Zwei oder dreimal die Woche ging Otto abends aus, da ihm der Juergen gelegentlich Geld zusteckte. Dabei ging es natuerlich um Maedels und ich musste ihn nach der Rueckkehr immer bremsen, da er ungeniert von seinen amoroesen Abenteuern erzaehlte auch in Gegenwart der Kinder. Dass er sich damals kein AIDS oder sonstige Krankheiten holte wundert mich heute noch.</p>
<p>Otto intrigierte. Er sprach mit Nachbarn und versuchte die gegen uns aufzubringen. Er versuchte unsere Kinder gegen uns zu verhetzen und uns gegen die Kinder, indem er immer irgendwelche Luegen erzaehlte und die betroffene Person dabei schlecht machte. Ich bekam einen ordentliche Streit mit ihm deswegen und sagte ihm klipp und klar, dass er fliegt, wenn er nicht die Schnauze haelt. Er konnte die Schnauze natuerlich nur ein paar Tage halten und als es mir zuviel wurde, setzte ich ihn auf die Strasse. Der machte vielleicht ein Geschrei als ich ihn verabschiedete. Nach den Schimpfwoertern, die er gebrauchte, muesste ich im Internet suchen, da ich sie zum Teil gar nicht kannte.</p>
<p>Otto war weg und wir hatten wieder unsere Ruhe. Juergen war sauer, da er seinen Gespraechspartner verloren hatte und bestand darauf, dass ich wenigstens zweimal die Woche kommen sollte, damit er nicht ganz so alleine war. OK, das machte ich dann auch, blieb aber nie laenger als zwei Stunden, da mir das Gelabere auf den Geist ging. Ich hatte ihm aber von Anfang an klar gemacht, dass ich im Falle von faschisischen Hetzreden sofort weg waere und Juergen hielt sich &#8220;vornehm&#8221; zurueck.</p>
<p>In der Nachbarschaft hatte ein Deutscher ein Haus, der aber nur fuer etwa 3 Monate im Jahr kam und als der Geburtstag hatte, lud er Juergen und mich ein. Also gingen wir zwei Tage spaeter auf diese Geburtstagsfeier &#8211; meine Frau war auch dabei &#8211; und als wir das Haus betraten, traf mich fast der Schlag. Otto war dort und bei der naechstbesten Gelegenheit, fragte ich Michael, den &#8220;Teilzeitexpat&#8221; wo er den denn aufgegabelt haette. Michael erzaehlte, dass er ihn vor einigen Tagen mit seiner Freundin in der Limketkai Mall getroffen habe und nun wohnen die -  er und die Freundin &#8211; in dem kleinen Haus,  das er letztes Jahr gekauft hatte und in dem normalerweise sein Caretaker lebte, wenn er in Deutschland war. Ich warnte Michael, aber er meinte nur, dass der Otto doch sehr nett sei. &#8220;Naja jedem das seine,&#8221; dachte ich nur. Er wuerde halt seine Erfahrungen  selbst machen muessen.</p>
<p>Die Feier verlief angenehm und Otto hielt sich fern von uns. Bei der Gelegenheit lernte ich Albert kennen, von dem spaeter auch mal zu erzaehlen sein wird. Albert filmte Festlichkeiten auf Video und verdiente sich so seinen Lebensunterhalt und Albert hatte 5 Kinder. Von Juergens Erzaehlungen hatte ich ja von Albert gehoert, getroffen hatte ich ihn bis zu jenem Geburtstag noch nie.</p>
<p>Zwei Wochen spaeter kam Michael aufgeregt zu uns ins Haus. &#8220;Das muesst ihr sehen,&#8221; schrie er aufgeregt und brachte uns zu dem kleinen Haus, in dem Otto samt Freundin lebte. Und wir sahen!!!</p>
<p>So eine Schweinerei hatte ich in meinem ganzen Leben noch nicht erlebt. Das Haus war ein einziger Saustall, in der Kueche tuermte sich das Geschirr und schimmelte vor sich hin. Die Toilette war verstopft und die Scheisse schwamm im Bad auf dem Boden. Die Waende waren verschmiert und die Bettwaesche vollkommen verdreckt. Und es stank!</p>
<p>Michael erzaehlte: &#8220;Heute Morgen sei ein Nachbar zu ihm gekommen und beschwerte sich, dass es fuerchterlich stank und so checkte Michael das kleine Haus aus und fand die &#8220;Bescherung&#8221;.  Otto hatte sich ohne etwas zu sagen mitsamt Freundin &#8220;verkruemelt&#8221; und die Sauerei zurueck gelassen. Der Putzfrau musste Michael einen Sondertarif zum Saubermachen bezahlen und hinterher gab er gute 10.000 Pesos aus um neu zu streichen und zu reparieren, was kaputt war.</p>
<p>Von Otto hoerte ich dann einige Jahre nichts mehr.</p>
<p>The End</p>

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		<title>Otto in Cagayan 1. Teil</title>
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		<pubDate>Tue, 19 Oct 2010 08:44:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Etwa neun Monate nach Ottos Schlaganfall eroeffnete ihm seine Frau, dass sie sich von ihm trennen werde, da er weder seinen Lebenswandel noch seine Sauferei geaendert habe. Zudem meinte sie, dass er als &#8220;Krueppel&#8221; nach wie vor den Maedels nachsteige, aber ansonsten nichts zum Lebensunterhalt beitragen wuerde. Am Ende meinte sie noch, dass ein Mann [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Etwa neun Monate nach Ottos Schlaganfall eroeffnete ihm seine Frau, dass sie sich von ihm trennen werde, da er weder seinen Lebenswandel noch seine Sauferei geaendert habe. Zudem meinte sie, dass er als &#8220;Krueppel&#8221; nach wie vor den Maedels nachsteige, aber ansonsten nichts zum Lebensunterhalt beitragen wuerde. Am Ende meinte sie noch, dass ein Mann der nicht zu krank zum voegeln sei, sicherlich auch nicht zu krank sei um leichte Arbeiten zu verrichten. Natuerlich gab es schon einen anderen Mann im Hintergrund.</p>
<p>Otto zog aus und lebte fuer einige Wochen wieder hinten im Tal. Essen bettelte er sich zusammen und ansonsten sammelte er halt an Gemuese, was da so wuchs und von den Farmern bekam er auch genug &#8220;Rejects&#8221;. Allerdings war er sehr unzufrieden bezueglich seiner kleinen Tochter, denn seit Elda mit einem anderen Mann zusammen lebte, kuemmerte sie sich immer weniger um das Maedel. Nun ja was passierte; er kam zu mir und &#8220;weinte&#8221; sich aus. <span id="more-2372"></span>Ich Idiot hoerte natuerlich zu und nachdem ich mit meiner Frau gesprochen hatte, beschlossen wir wenigsten eine Zeit lang fuer das Maedel zu sorgen, die ja kaum aus dem Saeuglingsalter draussen war. Da ich in Cagayan war, teilte meine Frau das dem Otto mit und es dauerte auch nur einige Tage und er kam mit dem Maedel bei uns in Carmen angewalzt. Wir waren wenige Tage vor dem Umzug nach Bulua und hatten in dem kleinen Appartment ueberhaupt keinen Platz. July die Nachbarin war erst einige Wochen von ihrem Arbeitsplatz in Hongkong heim gekehrt und so kuemmerte sie sich um die Kleine.</p>
<p>Wir zogen um und im neuen Haus, das zwar nicht gross war, hatten wir doch bedeutend mehr Platz. Hinter  der Rueckseite des Hause lebte ein anderer Deutscher Expat, der Juergen, der spaetrr nach Don Carlos umgezogen war und bei dem ich das zweifelhafte Vergnuegen hatte, den Arnold kennen zu lernen.</p>
<p>Es dauerte gerade mal eine Woche, da tanzte der Otto an, dem seine Frau wegen &#8220;Kindesentfuehrung&#8221; die allergroessten Schwierigkeiten bereitete. Naja und so zog der Otto eben vorruebergehend bei uns ein, was natuerlich ein riesengrosser Fehler war.</p>
<p>Da er ja illegal im Lande war und ich diesbezueglich mit &#8220;Action&#8221; von Elda rechnete, schlug ich ihm vor, doch bei der Immigration vorzusprechen und zu versuchen wenigstens seinen Aufenthalt zu legalisieren. So waere zumindest der illegale Aufenthalt kein Problem geworden. Wir gingen also zusammen in Cagayan auf die Immigration und ihr koennt euch nicht vorstellen, wie schockiert die Beamten waren, als sie hoerten, dass Otto seit ueber sieben Jahren illegal im Land lebte. Sie schauten in seinen Pass, der noch dazu ueberall herum gereicht wuerde und schuettelten zweifelnd den Kopf. Am Ende meinten sie dann, sie wuerden das alles mit Manila besprechen und auf uns zu kommen. Meine Adresse und meine Nummer hatten sie und so blieb Otto nichts anderes uebrig, als auf die Dinge zu warten, die da kommen sollten.</p>
<p>Als nachstes sprachen wir mit der deutschen Botschaft, da Otto ja auch einen neuen Pass brauchte, da sein alter schon seit 1997 abgelaufen war. Die bestand natuerlich auf dem persoenlichen Erscheinen von Otto und als ich ihnen die Behinderung und seine finanzielle Situation schilderte, meinte der Herr M. wir wuerden von ihnen hoeren, ob da was auch ohne persoenliches Kommen gemacht werden kann. Wir sollten aber auf jeden Fall schon mal Antrag und Fotos an sie schicken, den Antrag wuerden sie sofort an meine Adresse senden, und der kam auch einige Tage spaeter an und wurde sofort ausgefuellt mit Papieren und Fotos zurueck geschickt.</p>
<p>Langer Rede kurzer Sinn, wir haben nie mehr von der Immigration gehoert und obwohl auf Grund etlicher Beschwerden von anderen Ottos Aufenthaltsort bei ihnen immer bekannt war, wurde nie darauf reagiert. Auch hatte Otto nie den Zustaendigkeitsbereich der Immigration verlassen und so ist sein Aufenthalt heute &#8211; zehn Jahre spaeter &#8211; nach wie vor illegal. Die Botschaft meldete sich acht Monate spaeter und wollten Ottos Adresse haben, aber die wusste ich nicht, obwohl ich das Haus kannte, in dem er lebte. Also schickten sie den Pass an mich und meine Frau lieferte ihn bei der naechsten Fahrt nach Bukidnon bei Otto ab. Wir bestaetigten dann bei Herrn M. dass wir den Pass uebergeben hatten und schickten das unterschriebene Empfangsformular an die Botschaft zurueck. Mit dem Passantrag hatte Otto auch Sozialhilfe fuer im Ausland lebende Deutsche beantragt und die auch genehmigt bekommen und so lebte er auf Kosten des Staates fuer etwa vier Jahre. Dann wurden alle Sozialhilfen fuer Deutsche im Ausland gestrichen.</p>
<p>Ottos Tochter war ja bei July gut aufgehoben und eines Tages kam July mit der Kleinen und fragte Otto, ob er einer Adoption zustimmen wuerde. Eldas Beschwerden waren bis dahin im Sand verlaufen, halt wie so vieles, wenn nicht die noetige &#8220;Kohle&#8221; dabei &#8220;fliesst&#8221;.  Nach laengeren Verhandlungen stimmte Otto einer Adoption zu, aber die Huerde Elda war  noch nicht genommen worden. Und so fuhr July ohne die Kleine nach Bukidnon um mit Elda zu sprechen, die natuerlich ihre Zustimmung verweigerte. Zudem waren dadurch schlafende Hunde geweckt worden, denn nun kam Elda nach Cagayan und schaltete das hiessige Sozialamt ein. Die kamen dann auch einige Tage spaeter zu July&#8217;s Haus und holten die Kleine ab. Etwa eine Woche spaeter wurde das Maedel an Elda zurueck gegeben. Als ich sie das letzte mal vor etwa einem Jahr gesehen hatte, wurde mir fast schlecht. Die numehr Zehnjaehrige sah krank und schmutzig aus und sie war immer hungrig. Die Adoption waere da sicher die bessere Loesung gewesen. Elda hatte den nun mehr dritten Lebenspartner seit Otto und vier andere Kinder &#8220;kraehten&#8221; im Haus herum. Da blieb nichts mehr fuer die &#8220;Bastarde&#8221; aus der ersten Beziehung. Wenn Tom sich nicht so ruehrend um die Kleine gekuemmert haette, waere die moeglicherweise noch verhungert. Aber Tom war eben ein echter Filipino geworden und wusste was er seiner kleinen Schwester &#8220;schuldete&#8221;.</p>
<p>Im naechsten Teil werde ich noch etwas mehr ueber Otto erzaehlen und was sonst so in den drei Monaten, die er bei uns in Bulua verbrachte, geschehen war.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Nasuli</title>
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		<pubDate>Fri, 03 Sep 2010 06:47:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nicht viele haben von Nasuli in Bukidnon gehoert und eigentlich gibt es auch keinen Grund dieses kleine Sitio &#8211; ein Ortsteil von Bancud &#8211; zu kennen. Aber trotzdem hat Nasuli einen Bekanntheitsgrad erreicht, der sich dann im Internet schon niederschlaegt, auch wenn nicht alle Ergebnisse mit dem Summer Institute of Linguistics (SIL) in Verbindung gebracht [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nicht viele haben von Nasuli in Bukidnon gehoert und eigentlich gibt es auch keinen Grund dieses kleine Sitio &#8211; ein Ortsteil von Bancud &#8211; zu kennen. Aber trotzdem hat Nasuli einen Bekanntheitsgrad erreicht, der sich dann im Internet schon niederschlaegt, auch wenn nicht alle Ergebnisse mit dem Summer Institute of Linguistics (SIL) in Verbindung gebracht werden. Etliche Hits fuehren zu persoenlichen Webseiten oder Fotos von Menschen, die in diesem Institut arbeiten. Denn SIL Philippines hat seinen Sitz an diesem Ort. Und hier wurde die Bibel und andere christliche  Schriften in die verschiedenen philippinischen Sprachen uebersetzt, was aber die wenigstens Pinoys wissen, auch wenn sie die Bibel in ihrer eigenen Sprache lesen. Dazu kommt, dass zahlreiche linguistische und antropologische Buecher von den Mitarbeitern der SIL geschrieben wurden. Insgesamt wurden mehr als 3500 Buecher publiziert. Alles in allem  zaehlte das SIL 162 verschiedene philippinische Sprachen.<span id="more-2251"></span></p>
<p>Diese Uebersetzungen werden von Freiwilligen aus aller Welt gemacht, die sich dann fuer viele Jahre in Nasuli niederlassen und eng mit den Menschen zusammen arbeiten muessen, in deren Sprache die Bibel uebersetzt werden soll. Denn bevor es eine Uebersetzung geben kann, muss erst einmal ein Woerterbuch dieser Sprache geschaffen werden, was etwa 10-15 Jahre dauert und ein Zusammenleben des Linguisten mit den Menschen, deren Sprache studiert und niedergeschrieben wird, erfordert. Erst danach erfolgt die eigentliche Uebersetzung der Bibel. Zwischendurch werden natuerlich auch das Woerterbuch sowie antropologische Buecher ueber diese Menschen und Staemme geschrieben.</p>
<p>Das Summer Institute of Linguistics kam in den fruehen 50er jahren auf Einladung des damaligen Praesidenten Ramon Magsaysay auf die Philippinen. Die fruehen  &#8220;Ankoemmlinge&#8221; waren Dr. Richard S. Pittman, Howard McKaughan and Vivian Forsberg, wobei wir letztere sehr gut kennen, denn sie war auch in den 90er Jahren noch dabei und ist trotz ihres hohen Alters immer noch aktiv. Mrs. Forsberg hat Buecher ueber die Manobos geschrieben und ihre Werke ueber die T&#8217;boli haben ihr unter Fachleuten einen sehr guten Ruf verschafft, wobei hier aber noch eine nette Anekdote zu erwaehnen ist: Sie war eine sehr ehrgeizige Frau und sie blieb all die Jahre unverheiratet, da sie ganz in ihrer Arbeit aufging und ihre gesamte Zeit den Menschen widmete, deren Sprache sie studierte. Aber trotzdem kam die Liebe noch zu ihr, denn im stolzen Alter voon 75 Jahren verliebte sie sich und heiratete.</p>
<p>Das SIL Philippines hat auch einige Auszeichnungen bekommen unter anderem den Ramon Magsaysay Award im Jahre 1973. 2003  gab die philippinische Post eine Briefmarkenserie heraus, die der Arbeit der Freiwilligen gewidmet war. Im Jahr 2004 kam der PAARL  Award dazu.</p>
<p>Als die ersten Linguisten auf Mindanao ankamen, liessen sie sich in Nasuli nieder, das im zentralen Bukidnon, etwa 15 Kilometer suedlich von Malaybalay gelegen ist. Und das Gelaende, auf dem gebaut wurde liegt auch landschaftlich sehr schoen. Auf dem Grundstueck  ist eine grosse Karstquelle, die einen kleinen See bildet und sehr tief ist. Das Wasser ist kuehl und laedt zu einem erfrischenden Bad ein. Diese Quelle ist von uralten Baumbestaenden umgeben und <a href="http://www.phil-life.net/galerie/?album=2&amp;gallery=30" target="_self">hier</a> koennt hier Fotos dieser Karstquelle sehen. Die drei Fotos nach dem Swimming Pool sind von dieser Quelle. Ueberhaupt findet man noch viele alten Baeume auf dem Gelaende, die ansonsten von Siedlern gefaellt worden waren. Zudem hat Nasuli einen Airstrip, auf dem ich einmal sogar die Landung eines Learjets beobachten konnte. Das SIL hatte einige Flugzeuge, die ihre Mitarbeiter in die entlegensten Gebiete geflogen haben.</p>
<p>Wir selbst hoerten zum ersten Mal von Nasuli und dem SIL in den ersten Wochen unserer farming Jahre. Und ich habe natuerlich einen potentiellen Markt fuer unsere Gemuese dort gesehen. Also fuhr ich im April 1991 nach Nasuli und wir begannen ab Mai regelmaessig zu liefern, wobei die Lieferungen groesser wurden und einiges angepflanzt wurde nur fuer Nasuli wie zum Beispiel Rhabarber und Schwarzwurzeln. Man konnte dort sicher keine Reichtuemer verdienen, aber es wurde ein solides Standbein und hat uns insbesondere nach unseren ersten Fehlernten sehr geholfen.Meine erste Verhandlung mit Mr. Herschelmann, dem damaligen Administrator, verlief positiv. In der Vergangenheit hatten sie bereits philippinische Lieferanten fuer Gemuese gahabt, aber bei denen lief es immer nur fuer einige Wochen und danach hoerten sie wieder auf. Nun wir versprachen regelmaessig einmal die Woche zu kommen und unser Gemuese zu bringen.</p>
<p>Diese Lieferungen habe ich immer selbst gemacht mit einigen wenigen Ausnahmen und lernte damals viele Mitarbeiter des SIL kennen und schaetzen. Unter ihnen war auch Frau Behrens, eine Deutsche. Mit Sarah Paquette verband uns eine recht gute Freundschaft.</p>
<p>Bei unserer ersten Lieferung kamen zwar recht viele Kunden, aber es blieb am Ende doch eine Menge uebrig. Also habe ich ein Bestellsystem eingefuehrt und alles wurde in der Farm vorgepackt und dann packte ich 2-5 Kilo einer jeden Gemuesesorte dazu, und so waren wir immer so gut wie ausverkauft, wenn es wieder nach Hause ging.</p>
<p>Wir lieferten also regelmaessig nach Nasuli, oefters begleiteten mich in spaeteren Jahren meine Kinder die liebend gerne mit den anderen Kindern dort spielten und auch regelmaessig in der Karstquelle geschwommen sind.</p>
<p>Zudem lernte ich eine Menge neues dort, so zum Beispiel, dass die Blaetter von roten Beeten sich sehr gut  fuer ein Blattgemuese eignen und ausgezeichnet schmecken.</p>
<p>Jedes Jahr fand eine Konferenz statt und dann waren alle SIL Mitlglieder anwesend, die auf den Philippinen arbeiteten und daneben auch sehr viele Gaeste, so dass unsere Verkaeufe in diesen drei Wochen wirklich in die Hoehe schnellten und wir mindestens  dreimal die Woche liefern mussten, manchmal auch oefter. Das war fuer mich sehr interessant, weil man viele neue Menschen kennen lernte, die wiederum zum Teil aus  Kulturkreisen stammten, die mir neu waren.</p>
<p>Wenn ich heute durch Bukidnon fahre, versaeume ich es selten dort vorbei zu schauen und die wenigen Menschen zu besuchen, die geblieben sind, denn die meisten Projekte sind beendet, und es halten sich nur noch die auf, deren Arbeit noch keinen Abschluss gefunden hat. Und dieses Jahr soll Nasuli endgueltig geschlossen werden. Was dann daraus wird bleibt abzuwarten.</p>
<p>Wer mehr ueber SIL wissen will, kann sich <a href="http://www.sil.org/asia/philippines/index.html" target="_self">hier</a> informieren.</p>

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		<title>Otto&#8217;s Adoption</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 08:37:48 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Otto das erstemal zurueck nach Bukidnon kam, wunderte ich mich anfaenglich ueber Eldas Bereitschaft zu ihm zurueck zu gehen, insbesondere auch wegen der Anschuldigungen, die sei gegen ihn gemacht hatte. Nun all das fand spaeter eigentlich eine einfache Erklaerung. Natuerlich lockte Otto Elda zunaechst einmal mit der Sorge fuer den Sohn, der ja schliesslich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Otto das erstemal zurueck nach Bukidnon kam, wunderte ich mich anfaenglich ueber Eldas Bereitschaft zu ihm zurueck zu gehen, insbesondere auch wegen der Anschuldigungen, die sei gegen ihn gemacht hatte. Nun all das fand spaeter eigentlich eine einfache Erklaerung.</p>
<p>Natuerlich lockte Otto Elda zunaechst einmal mit der Sorge fuer den Sohn, der ja schliesslich auch seiner war. Und dann versprach er ihr auch noch die Heirat. Aber Otto hatte uns ja erzaehlt, dass er mit einer Frau aus Surigao verheiratet sei und getrennt leben wuerde. Die Loesung erschien eigentlich recht einfach; Otto wurde vom Stamm der Tala-andig adoptiert. Von wem die Idee urspruenglich stammte, weiss ich nicht, aber nachdem all die Datus (Haeuptlinge) beraten und zugestimmt hatten, wurde Otto fuer eine Adoption vorbereitet. Dazu musste er natuerlich bestimmte Prozeduren ueber sich ergehen lassen. Eine davon war eine rituelle Beschneidung, die dann auch im Rahmen einer Zermonie vom &#8220;Medizinmann&#8221; des Stammes durchgefuehrt wurde. <span id="more-2125"></span>Ich war ja nicht dabei, aber einige unserer Landarbeiter waren als Stammesmitglieder natuerlich gegenwaertig und erzaehlten auch nach der Zeremonie wie alles abgelaufen sei. Frauen waren nicht zugelassen und Otto wurde nach allerlei Singsang und Hokus Pokus Spruechen oeffentlich vom Schamanen beschnitten. Das Ganze endete natuerlich mit einer Fress- und Saufparty wie fast alle philippinischen Feste.</p>
<p>Andere geheimnisvolle Zeremonien folgten wie zum Beispiel eine Reinigungszeremonie und eine Fruchtbarkeitszeremonie, bei der auch Elda dabei war. Die Einheimischen waren dabei immer mit ihren Stammestrachten bekleidet, die Maenner in dunkelblauen, ausgestellten Hosen mit einem breiten roten Streifen an der Seite und roten Hemden mit blauen Streifen, und die Frauen mit rot-blau gemusterten, sari-aehnlichen Gewaendern und praechtigem Kopfschmuck mit vielen Federn.</p>
<p>Am Ende all dieser Zeremonien stand dann die eigentliche Adoption. Diese fand nachts an einem riesigen Lagerfeuer statt. Vor der Adoption durfte Otto 24 Stunden nichts essen. Dann wurde auch er in die Stammestracht gekleidet und die Feier nahm ihren Lauf. Zuerst hielten all die anwesenden Datus eine Rede. Die Staemme unterscheiden sich da um nichts von den &#8220;zivilisierten Pinoys&#8221; und Reden sind nun mal ein Ausdruck der Wichtigkeit der sprechenden Person. Das dauerte bestimmt so seine zwei Stunden bis alle &#8220;Haeuptlinge&#8221; ihren Senf dazu gegeben hatten. Danach kam die eigentliche Aufnahme in den Stamm, wobei jeder Anwesende seine Zustimmung geben musste. Haette auch nur einer waehrend der Zeremonie nein gesagt, dann waere die Aufnahme nie zustande gekommen. Aber alle sagten schoen brav ja und so wurde Otto ein Mitglied der Tala-andig. Even Adolino Saway, der Datu aller Datus, der alle Staemme der Bukidnons gegenueber der Regierung repraesentierte zu dieser Zeit, war anwesend und gab seine Zustimmung. Natuerlich ahnte keiner was fuer ein faules Ei man sich da ins Nest gelegt hatten.</p>
<p>Nach der Aufnahmezeremonie wurden rituelle Taenze aufgefuehrt und anschliessend wie bei jeder Feier kraeftig gefuttert und getrunken.</p>
<p>Otto war nun offiziell ein Tala-andig geworden. Und er wollte Elda nun nach Stammesriten heiraten, wobei hier keiner nach irgendwelchen Papieren fragt. Allerdings werden Ehen erst dann von der Regierung sanktioniert, wenn sie in einer Massenzeremonie von einem Priester und einem Richter nachvollzogen werden.</p>
<p>Etwa zwei Wochen spaeter kam dann die Hochzeit, die von einem Datu sanktioniert wurde und die im grossen und ganzen aehnlich wie die anderen Zeremonien ablief. Da meine Mitarbeiter bei der Hochzeit nicht dabei waren, habe ich davon auch nur sehr wenige Informationen.</p>
<p>Legal machte das Otto zwar nicht zum Bigamisten, da die Ehe ohne weitere Schritte nicht eingetragen werden konnte, aber moralisch auf jeden Fall.</p>

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		<title>Georg und Otto 2. Teil</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 15:18:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir warteten also geduldig, auf das was kommen sollte. Etwa fuenf Tage spaeter kam Georg aus den Waeldern zurueck, allerdings erfuhren wir das erst eine gute Woche spaeter, denn Otto tat alles um zu verhindern, dass Georg mit anderen Leuten Kontakt hielt, und verstand es geschickt ihn bei sich hinten im Tal zu halten. Endlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir warteten also geduldig, auf das was kommen sollte. Etwa fuenf Tage spaeter kam Georg aus den Waeldern zurueck, allerdings erfuhren wir das erst eine gute Woche spaeter, denn Otto tat alles um zu verhindern, dass Georg mit anderen Leuten Kontakt hielt, und verstand es geschickt ihn bei sich hinten im Tal zu halten.</p>
<p>Endlich kam die erloesende Nachricht per Funk, dass die Zurueckbuchung geklappt hatte und das Geld unterwegs sei auf das Konto von Georgs Mutter. Zwei Tage spaeter erzaehlte mir dann Joseph, dass Georg zurueck sei und ich wollte ihn natuerlich unheimlich gerne ueber das Vorgefallene informieren, hatte aber andererseits echt keine Lust den Otto zu treffen. Louisa informierte ihn dann und Georg kam bei uns im Haus vorbei, da Otto nach Malaybalay gefahren war. ( Warum wohl?)<span id="more-2072"></span></p>
<p>Wir erzaehlten alles dem Georg, auch das mit der Rueckbuchung und er war echt empoert. Er meinte nun verstehe er auch, dass Otto drauf bestanden hatte, dass er sich erst mal von seinen Strapazen ausruhen sollte. Georg ging sofort zurueck zu Ottos Farm um seine Sachen zu holen, denn er wollte dann gleich am naechsten Morgen nach Malaybalay fahren um seine Mutter anzurufen. Am naechsten Morgen fuhr er dann auch los.</p>
<p>Zwei Stunden spaeter kam Otto wutschnaubend zu uns und beschuldigte uns, dass wir ihm hier was in die Schuhe schieben wollten. Ich hatte zuerst keine Ahnung, woher er das wusste, erfuhr aber spaeter, dass Georg vor der Abfahrt noch mit Joseph gesprochen hatte, und schon war die Geruechtekueche heftigst am brodeln. Ich ignorierte Ottos Ausbrueche so gut ich konnte und meinte, er solle das doch dann mit dem Georg besprechen. Nach einigen Minuten des Tobens zog er dann auch wieder ab.</p>
<p>Vier Tage spaeter kam Georg zurueck nach Maagnao und erzaehlte uns, was bis dato passiert war. Es war eigentlich nicht viel, er wartete nur auf ein Fax von Deutschland mit Ottos Brief um den als Beweismittel fuer eine Anzeige gegen Otto zu haben. Wir fuhren also gemeinsam auf die Polizei in Malaybalay und die ging mit uns zuallerst auf die Bank. Dort bestaetigte der Manager, dass in der Tat 10000 Mark auf Ottos Konto eingegangen waren, die gewechselt sich in 180.000 Pesos verwandelt hatten. Das Geld war zwei Tage auf dem Konto, aber keiner hob es ab bis dann eben die Anweisung des Ruecktransfers eintraf. Beim zurueck wechseln kamen dann keine 10000 Mark mehr zusammen, da die Bank natuerlich ihren Reibach machen musste und so kamen abzueglich aller Gebuehren und Kursverluste nur 9700 Mark bei der Mutter an. Aber es ist immer noch besser 300 Mark in den Sand zu setzen, als 10.000. Der Banker wurde dann noch auf die Wache gebeten um das schriftlich zu Protokoll zu geben. Als wir dort auf der Wache waren, kam ein Staatsanwalt vorbei und liess sich die Geschichte erzaehlen. Er meinte dann, dass da die Polizei in Lantapan zustaendig sei, und dass das dortige Amtsgericht den Fall an das regionale Gericht uebertragen muesse, bevor er sich damit befassen koenne.</p>
<p>Also fuhren wir am naechsten Tag nach Lanatapan (Die eidestattliche Erklaerung des Bankers hatten wir dabei) um dort nun offiziell die Anzeige zu erstatten. Es wurde also alles aufgenommen und als wir den Brief als Beweismittel vorlegten, kam natuerlich die Tatsache zur Sprache, dass der Brief auf Deutsch geschrieben sei und uebersetzt werden muesse. Uebersetzer gab es in Bukidnon aber keinen und so muessten wir wohl nach Manila oder Cebu. Der Polizeichef kam dazu und ueberlegte eine Weile, dann ging er mit dem Brief zur Richterin des Amtsgerichtes, die mich nach einigen Minuten rufen liess und mich zu meiner Rolle in der Sache befragte. Nun meine Rolle beschraenkte sich ja auf das Telefonat mit der Mutter und nachdem das in ihren Augen ja keine prozesswichtige Aussage sei, die mich als befangen erscheinen lassen koenne, vereidigte sie mich als Uebersetzer und ich machte mich noch auf der Polizeistation an die Arbeit. Nach einer gutem Stunde stand die Uebersetzung und ich musste zurueck zur Richterin, damit die Uebersetzung auch &#8220;eingeschworen&#8221; wurde. Damit waren wir fuer heute fertig und fuhren zusammen nach Maagnao. Am naechsten Tag kehrte Georg nach Malaybalay zurueck.</p>
<p>Etwa zwei Wochen spaeter kam er am spaeten Morgen an und meinte die Richterin wolle uns beide heute sprechen. Also ging es auf nach Lantapan, und dort machte uns die Dame eine negative Eroeffnung: Trotz der Vollmacht, die von der Mutter vorlag, koennte er nicht der Klaeger sein, das koennte nur die Mutter und dazu muesste sie also persoenlich kommen. Georg meinte, dazu muesste er erst mit ihr sprechen und machte das dann auch am naechsten Tag. Zuerst sagte die Mutter zu, aber ein paar Tage spaeter aenderte sie ihre Meinung und meinte sie wuerde nicht kommen. Georg befragte nun einen Rechtsanwalt, aber der sagte ihm das gleiche wie die Richterin. Wenn die Mutter nicht persoenlich kommt, kann es auch keine Anzeige wegen versuchten Betruges geben. Damit war Otto natuerlich fein heraus, aber er wusste das ja nicht und mittlerweile hatte sich die Sache mit der Anzeige natuerlich herumgesprochen und am Tag nachdem wir mit der Richterin gesprochen hatten, seilte sich Otto ab. Er war weg, spurlos verschwunden und keiner wusste wo er hin war. Spaeter erzaehlte uns der Postmaster von Lantapan, dass ein Brief gekommen war, in dem seine Mutter Geld geschickt hatte.</p>
<p>Waere Otto in diesen zwei Tagen auf die Bank gegangen, als das Geld schon auf dem Konto war, dann waere der Betrug geglueckt, aber er war viel zu beschaeftigt zu verhindern, dass Georg etwas erfuhr und kam einige Tage zu spaet auf die Bank.</p>
<p>The End</p>

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		<title>Georg und Otto 1. Teil</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 08:36:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem Otto ja nun mit seiner Pflanzerei ganz erfolgreich war &#8211; erfolgreich bedeutet hier, dass er genug fuer seinen Lebensunterhalt verdiente &#8211; verhielt er sich in den naechsten Wochen eigentlich ganz friedlich und normal. Wir waren sicher keine Freunde geworden und die Besuche beschraenkten sich in erster Linie auf das Geschaeftliche. Eines Tages war ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem Otto ja nun mit seiner Pflanzerei ganz erfolgreich war &#8211; erfolgreich bedeutet hier, dass er genug fuer seinen Lebensunterhalt verdiente &#8211; verhielt er sich in den naechsten Wochen eigentlich ganz friedlich und normal. Wir waren sicher keine Freunde geworden und die Besuche beschraenkten sich in erster Linie auf das Geschaeftliche.</p>
<p>Eines Tages war ich wie so oft beim ausliefern in Cagayan, aber es war spaet geworden und so musste ich in Malaybalay uebernachten. Dort traf ich beim Abendessen einen jungen Deutschen namens Georg. Er war ein sehr angenehmer Mensch und es tat gut sich mit ihm zu unterhalten. Er fragte mir fast ein Loch in den Bauch und am Ende wollte er wissen, ob ich nicht jemanden kenne, der sein Cebuano weiter verfeinern koennte. Er hatte vorher auf Negros gelebt und dort Cebuano gelernt und sprach es recht fliessend, weitaus besser als ich. Nun Inday hatte dort weitlaeufige Verwandte und die Tante war eine Lehrerin auf der High School, und so schlug ich ihm vor es doch mit der Tante zu versuchen.<span id="more-2066"></span></p>
<p>Am naechsten Morgen trafen wir uns nach dem Fruehstueck und fuhren zu Indays Tante. Die war recht angetan von dem Vorschlag zudem es ja 100 Pesos pro Unterrichtsstunde zu verdienen gab und so blieb Georg gleich fuer die erste Stunde dort und ich fuhr weiter nach Maagnao, aber nicht ohne den Georg vorher noch auf einen Besuch eingeladen zu haben.</p>
<p>Etwa eine Woche spaeter kam der Georg zu uns um einige Tage zu bleiben. Er schwaermte vom guten Unterricht den er erhielt und er gewann die Herzen der Dorfbewohner im nu, nicht nur weil er eine stille sympathische Erscheinung war, sondern eben auch wegen seiner Cebuano Kenntnisse, denn Cebuano war die Ueberbrueckungssprache in dieser Ecke.</p>
<p>Georg wollte unbedingt einige Tage im Wald wandern und auch auf den Mount Kitanglad klettern und so verhandelten wir mit einigen einheimischen Tala-andig, da das ohne Fuehrer sicher nicht zu empfehlen ist. Einmal mehr erwies sich Victorino als wahre &#8220;Fundgrube&#8221; und kam nach eingen Tagen mit zwei jungen Maennern, die den Georg fuehren sollten. Aber Georg wollte noch einmal kurz nach Malaybalay um einiges zu holen vor dem Abmarsch. Und so fuhr er eben am naechten Morgen los.</p>
<p>Als Georg zurueck kam, ueberraschte er uns, denn er holte nur seine Sachen, die er da gelassen hatte und meinte, er werde zum Otto umziehen. Er hatte Otto im Jeepney getroffen und der hatte ihn vor uns gewarnt und was wir fuer boese Menschen seien. Wir haetten ihn ja angeblich bestohlen, wie ich vorher in der ersten Geschichte schon erzaehlt hatte.</p>
<p>Aber Georg schien dem Otto zu glauben und &#8220;zog um&#8221;.  Naja er wuerde mit Otto sicherlich einiges erleben. Als Victorino kam, erzaehlte ich ihm vom Georgs Umzug und er ging zum Otto, um alles fuer den Trip in die Wildniss klar zu machen.</p>
<p>Ich erfuhr dann nur noch von Joseph, dem Barangay Sekretaer, dass Georg mit drei Einheimischen in die Waelder gezogen sei. Die naechste Ueberraschung kam, als wir 10 Tage spaeter ueber Funk von Malaybalay benachrichtigt wurden, dass ich sofort zu Indays Tante kommen solle. Auf die Frage nach dem Warum, konnte mir der &#8220;Anrufer&#8221; keine Antwort geben.</p>
<p>Ich fuhr also am naechsten Morgen los und als ich dort ankam, wurde mir gesagt, dass die Mutter von Georg angerufen hatte und nach Georg fragte. Die Verwandten wussten nichts naeheres und hatten mich deshalb kommen lassen. Als die Mutter dann am spaeten Nachmittag anrief, erzaehlte sie mir folgende Geschichte: &#8220;Ich habe vor drei Tagen einen Brief bekommen, der mit DHL verschickt worden war und in dem ein gewisser Otto erzaehlte, dass mein Sohn waehrend einer Feier im Dorf in eine Schlaegerei verwickelt gewesen sein soll und nun im Krankenhaus laege. Die Operation und der Aufenthalt in der Klinik sollten 10.000 Mark kosten und eine Kontonummer war angegeben, wohin ich das Geld schicken sollte. Der Schreiber betonte auch, dass er bis jetzt alle noetigen Zahlungen vorgeschossen habe. Ich war natuerlich total in Sorge und machte umgehend eine telegraphische Anweisung. Aber gestern besuchte mich eine Bekannte mit zwei amerikanischen Freunden und als ich denen die Geschichte erzaehlte, warnten sie mich wegen moeglichen Betruges. Ich rief darauf hin die Botschaft in Manila an, und die riet mir erst mal mit dem Krankenhaus zu sprechen. Da ich aber nur die Nummer von ihren Verwandten von meinem Sohn bekommen habe, rief ich dort an und die verwiesen mich an Sie. Koennen sie die Krankenhaeuser besuchen und nachfragen?&#8221;</p>
<p>Ich antwortete: &#8220;Frau F. bitte machen sie sich keine Sorgen, ihr Sohn ist mit Einheimischen in die Waelder gezogen und sollte in vier oder fuenf Tagen wieder da sein. Es sieht so aus, als ob Otto die Gunst der Stunde nutzte, um sie zu betruegen. Haette es da eine Schlaegerei gegeben, wie Otto sagt, dann wuesste ich sicherlich davon.&#8221;</p>
<p>&#8220;Mein Gott was mache ich jetzt? Ich habe doch das Geld geschickt,&#8221; jammerte sie.</p>
<p>&#8220;Rufen sie ihre Bank an und lassen sie den Auftrag sofort zurueck buchen. Wenn sie Glueck haben, dann ist das Geld noch unterwegs oder auf der Bank. Und lassen sie es mich bitte wissen, ob das geklappt hat. Ansonsten muesste ihr Sohn hier gleich auf die Polizei, um von dem Geld zu retten, was noch zu retten ist. Ich bleibe bis morgen am fruehen nachmittag hier. Sollte es spaeter sein, koennen sie meine Vewandten informieren und die wissen, wie sie mich erreichen koennen,&#8221; erklaerte ich ihr.</p>
<p>Nach dem Gespraech wollten Indays Familienmitglieder natuerlich wissen, was passiert war und ich erzaehlte die ganze Geschichte. Sie reagierten empoert und waren ueberrascht, dass es unter den Auslaendern auch Lumpen gaebe.  Wir diskutierten noch eine Weile darueber, sprachen aber danach von anderen Dingen. Ich rief die Bank an, um sie zu informieren, aber die sagten klipp und klar, dass sie ohne Power of Attorney vom Sender eine Abhebung nicht verhindern koennen. Sie sagten mir auch nicht, ob das Geld schon da sei, beziehungsweise schon abgehoben waere.</p>
<p>Danch ging ich zurueck zur Verwandtschaft und wie so oft erlebte ich einen schoenen Abend dort und am naechsten Tag gegen ein Uhr nachmittags, rief  die Mutter von Georg an, um mich zu informieren, dass die Bank die Rueckbuchung in die Wege geleitet hatte. Allerdings wuerde es mindestens eine Woche dauern, bis sie wuessten ob es geklappt hatte oder nicht.</p>
<p>Ich fuhr danach nach Hause und dort musste ich alles noch einmal erzaehlen und auch hier wurde ueber den Otto abgelaestert, was er doch fuer ein mieser Kerl sei. Wir besprachen die Sache aber nur im engsten Familienkreis, da ich nicht wollte, dass der Otto von der Rueckbuchung erfuhr.</p>
<p>Nun blieb nur noch das Warten uebrig, wie die ganze Sache wohl ausgehen wuerde.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Ottos Rueckkehr</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 05:42:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir waren alle sehr erstaunt, als wir hoerten, dass Otto zurueck gekommen war und nun bei Elda in ihrem kleinen Haeuschen wohnte. Es ueberraschte uns nicht nur,  dass er ueberhaupt zurueck kam, sondern eben auch, dass Elda ihn aufnahm, wo sie doch geschworen hatte, den Typen nie mehr sehen zu wollen. Sie erklaerte meiner Frau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir waren alle sehr erstaunt, als wir hoerten, dass Otto zurueck gekommen war und nun bei Elda in ihrem kleinen Haeuschen wohnte. Es ueberraschte uns nicht nur,  dass er ueberhaupt zurueck kam, sondern eben auch, dass Elda ihn aufnahm, wo sie doch geschworen hatte, den Typen nie mehr sehen zu wollen. Sie erklaerte meiner Frau spaeter, dass sie nur wegen des gemeinsamen Kindes zugestimmt hatte. Ueber zwei Jahre war Otto weg gewesen, hatte sich nie gemeldet und sie nahm ihn einfach auf. Das verstehe wer will, ich nicht.</p>
<p>In den ersten Wochen sahen wir nichts von ihm, aber wir hoerten von den Nachbarn, dass er wohl jeden Abend soff wie ein Loch und dabei manchmal auch herum schrie und gewalttaetig wurde. Sein Sohn Tom hatte furchtbare Angst vor ihm, und versteckte sich nicht nur einmal bei seiner Nachbarin Louisa, die ja seit Jahren fuer uns arbeitete und die beste Informationsquelle war, die man sich vorstellen konnte. Es war keine gute Entscheidung, die Elda getroffen hatte.<span id="more-2041"></span></p>
<p>Die Wochen und Monate gingen dahin, und Otto lebte dort ohne auch nur irgendetwas zu tun. Er half Elda am Anfang nicht einmal in dem kleinen Garten, den sie hinter dem Haus hatte und wo sie Gemuese fuer den Eigenbedarf anpflanzte.</p>
<p>Eines morgens kam ich zu Joseph, unserem Barangay Sekretaer und der erzaehlte mir eine nette Geschichte, die sehr typisch scheint fuer den guten Otto. Am Vorabend hatte er scheinbar mit einigen lokalen Leuten oben in Cawayan &#8211; das ist der Name des Dorfes, denn Maagnao war nur ein Sitio &#8211; fuerchterlich gesoffen hatte und dann ueber die Filipinos her gezogen war. Das hatte seinen einheimischen Saufkumpanen ueberhaupt nicht gefallen und so fielen sie zu fuenft ueber ihn her und schlugen ihn nach allen Regeln der Kunst zusammen. Als er sich nach der Pruegelei einigermassen erholt hatte wollte er nach Hause gehen und fiel unterwegs in den wasserfuehrenden Graben am Strassenrand. Dort blieb er dann auch liegen und schlief seinen Rausch aus. Am naechsten Morgen fand ihn Doming immer noch schlafend mitten im Wasser liegen. Er weckte Otto auf und brachte ihn nach Hause. Wie Joseph noch erzaehlte, sieht er von den Pruegeln fuerchterlich aus;  beide Augen waren zugeschwollen und ueberall hatte er Verletzungen im Gesicht und am Kopf. Aber ich hatte eigentlich erwartet, dass ihm so etwas frueher oder spaeter zustossen wuerde und er konnte von Glueck sagen, dass keiner seiner Saufkumpane eine Bolo dabei hatte.</p>
<p>Drei Tage spaeter sah ich ihn am Haus vorbei laufen und er sah wirklich schlimm aus, obwohl es wohl schon etwas besser war. Seit er angekommen war, hatten wir noch keine Wort miteinander gewechselt und das sollte auch noch eine ganze Weile so bleiben.</p>
<p>Einige Wochen spaeter hoerte ich dann, dass Otto vor haette, eine Gemuesefarm zu beginnen, denn Elda hatte ihn vor die Alternative gestellt, entweder etwas zu tun oder zu gehen. Sie besass etwa einen Kilometer hinter Maagnao im Flusstal zwei Hektar Land, die sie geerbt hatte und die sollten gepflanzt werden. Das Tal war dort oben etwa 300 Meter breit und von sehr steilen Haengen begrenzt. Dort war es nur von neun Uhr morgens bis vier Uhr nachmittags sonnig, ansonsten lag das Tal im Schatten. Das hatten den Nachteil, dass es manchmal fast schon zu kuehl fuer ein tropisches Land war, aber fuer den Anbau von Gemuese war es geradezu ideal. Aber das Tal hatte einen sehr schlechten Ruf, da dort in der Vergangenheit schon drei Menschen, die sich dort nieder gelassen hatten, ermordet worden waren. Die Einheimischen hielten das Tal fuer verhext, aber Otto juckte das nicht. Als Deutscher konnte er ueber den Aberglauben der Filipinos nur laecheln.</p>
<p>In den naechsten Wochen baute Otto dort hinten eine Huette mit der Hilfe des Vaters von Elda. Da kein Geld vorhanden war, wurde auch nur mit natuerlichem lokalem Material gebaut, das da oben damals noch in Unmengen wuchs. Baeume wurden gefaellt fuer die Eckpfosten und das benoetigte Holz,  die Waende wurden aus Bambus gebaut und das Dach mit Cogon gedeckt. Joseph erzaehlte mir die Updates, da er zwei Kilometer weiter oben ein Feld hatte, und der Zugang dorthin fuehrte durch das bewusste Tal.</p>
<p>Danach begann Otto die Felder zu kultivieren und wie ich von den Leuten hoerte, war er sehr fleissig, etwas das man ihm gar nicht zugetraut haette. Er machte Baggings fuer Saemlinge, rodete und jaetete was das Zeug hielt und etwa drei Wochen spaeter begann er die Saemlinge zu verpflanzen. Wegen des Schattens im Tal musste er die Jungpflanzen auch nicht abdecken und alles schien gut zu wachsen.</p>
<p>Zwei Monate spaeter am Samstag morgen bekamen wir einen ueberraschenden Besuch. Ihr koennt es sicher eraten! Otto kam um mir Petersilie zu verkaufen. Er entschuldigte sich zuerst und dann bot er mir fuenf Kilo Petersilie an. Da wir selbst nicht genug fuer die Bestellungen hatten, kaufte ich ihm seine Petersilie ab. Wir tranken eine Tasse Kaffe zusammen in unserer Gartenlaube &#8211; im Haus wollte ich ihn nicht haben &#8211; und unterhielten uns ueber belangloses. Sein frueheres Verhalten gegenueber Elda sprach ich nicht an, und er schien nicht zu wissen, dass sie uns alles erzaehlt hatte.</p>
<p>Und so tanzte der Otto jede Woche zweimal an, um sein Gemuese zu verkaufen. Nur wenn er groessere Ernten hatte fuhr er nach Cagayan de Oro um den Grosshandel in Agora zu beliefern.</p>
<p>Einmal besuchte ich ihn auch in seiner Huette und stellte fest dass es am spaeten Nachmittag schon saukalt in seinem Tal war. Seine Huette war nicht sehr gross und dort hatte ich ein besonderes Erlebnis, das ich aber ein anderes Mal erzaehlen werde, da es eine Geschichte fuer sich ist.</p>
<p>Es schien so, als ob Otto die Kurve bekommen haette, doch wie so oft truegte der Schein, aber das ist eine andere Geschichte, die ein anderes Mal erzaehlt werden soll.</p>

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		<title>Dolly’s “Entfuehrung” 4. Teil</title>
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		<pubDate>Tue, 18 May 2010 08:44:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Aber alles drohen half nichts, Joseph schien dieses Mal wirklich nicht zu wissen, wo sich Dolly aufhielt. Unverrichteter Dinge mussten Ponyong und Jun wieder gehen. Im Haus unterhielten wir uns ueber die Moeglichkeiten. Ich hatte keine Idee, aber wir vermuteten, dass sie sich bei anderen Verwandten von Ramon versteckte. Ponyong meinte, er wuerde morgen nach [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Aber alles drohen half nichts, Joseph schien dieses Mal wirklich nicht zu wissen, wo sich Dolly aufhielt. Unverrichteter Dinge mussten Ponyong und Jun wieder gehen. Im Haus unterhielten wir uns ueber die Moeglichkeiten. Ich hatte keine Idee, aber wir vermuteten, dass sie sich bei anderen Verwandten von Ramon versteckte. Ponyong meinte, er wuerde morgen nach Initao fahren und dort versuchen etwas heraus zu finden.</p>
<p>Am naechsten Morgen fuhr Ponyong mit Jun wieder ab, aber er warnte Josef und den Captain irgendwelche Repressalien gegen uns zu versuchen, denn sonst waere er in nullkommanix zurueck und wuerde beim naechsten Mal sicherlich die Waffe benutzen. Nach der Abreise kam der Captain vorbei und fragte ob Ponyong immer so brutal waere. Inday unterbrach uns und meinte, dass Ponyong sehr gefaehrlich sei, wenn Familienmitglieder nicht fair behandelt werden wuerden. <span id="more-1834"></span>Auf jeden Fall zeigte der Captain Verstaendnis fuer die Handlungsweise, aber ich als Auslaender hatte dafuer eigentlich keines, sagte aber auch nichts weiter dazu ausser zu meiner Frau, wenn niemand dabei war. Hindern konnte ich sie sowieso nicht daran, sich von ihrem Cousin helfen zu lassen.</p>
<p>Der Captain bot uns an nochmal mit Josef zu reden. Wir stimmten zu, aber ehrlich gesagt, erwarteten wir nichts. Etwa zwei Stunden spaeter kam er wieder, hatte aber nichts erreicht, da Josef dieses Mal wohl wirklich nichts wusste.</p>
<p>Drei Tage spaeter kam Donkoy ins Haus und bot an, Dolly zurueck zu bringen, wenn die gesamte Familie der Heirat zustimmen wuerde. Inday jagte ihn mit einem &#8220;4 by 2&#8243; vom Hof.</p>
<p>Die Tage und Wochen vergingen und wir hatten nichts neues gehoert, ausser einer gelegentlichen Nachricht von Ponyong, die immer von Jeepneyfahrern gebracht wurden, und diese waren auch nicht erfreulich. So vergingen fast drei Monate und es geschah nichts.</p>
<p>Dann knatterte eines Morgens ein Motorrad auf den Hof mit Ponyong und Jun. Zwischen den beiden sass eine total verschuechterte Dolly. Rico und Inday brachten Dolly sofort nach oben und schlossen sie im Zimmer ein. Und nun kamen natuerlich unsere Fragen.</p>
<p>&#8220;Wo habt ihr sie gefunden? Wie habt ihr sie entdeckt?&#8221; und so weiter.</p>
<p>Ponyong begann zu erzaehlen: &#8220;Als wir nach Initao kamen, mieteten wir ein kleines Zimmer am Markt und begannen mit den Menschen dort ein gutes Verhaeltnis herzustellen, denn wir wollten ja mehr ueber die Verwandtschaft von Ramon wissen. Gleichzeitig beobachteten wir das Haus der Cupats, aber Ramon verliess den Ort nicht. Dolly hatten wir nie gesehen, sie war wirklich nicht dort und wohl woanders untergebracht. Nach einigen Wochen erfuhren wir von Verwandten der Cupats in Kauswagan bei Iligan. Jun fuhr also nach dort und ich blieb in Initao, um weiter auf Ramon aufzupassen. Aber leider konnte Jun bei seinem ersten Besuch in Kauswagen nichts heraus finden. Die Cupats wussten natuerlich, dass sie beobachtet wurden und manchmal machten wir uns einen Spass und fuhren in Uniform und voll bewaffnet an deren Haus vorbei. Damit erreichten wir, dass Ramon sich nicht fort traute und wir dachten frueher oder spaeter wuerde Dolly auftauchen. Zwischendurch fuhr ich kurz nach Ozamis um mir fuer Jun und mich eine Missionorder zu besorgen, da wir sonst als AWOL gefuehrt worden waeren. Vor zwei Wochen bekamen wir dann eine Nachricht aus Kauswagan von einem Nachbar der Verwandten der Cupats. Jun hatte natuerlich einige Leute dort auf die Verwandten angespitzt und von der &#8220;Entfuehrung&#8221; des Maedels erzaehlt. Und einer der Nachbarn konnte waehrend einer Sauferei den Aufenthaltsort von Dolly in Erfahrung bringen. Dolly war in Marawi City und arbeitete als Helferin bei einer Moslem Familie. Sie waere nach Initao zurueck gegangen wenn die Nachricht kaeme, dass die Luft rein ist und wir aufgegeben haetten. Leider hatten wir keine Adresse aber Marawi ist ja nun nicht so gross und als Helferin wuerde sie sicher auch einmal auf den Markt gehen zum Einkaufen. Ich verliess Initao und fuhr nach Marawi. Wir hatten viele Kumpels dort vom Militaer und da wuerde ich sicher Hilfe bekommen. Jun blieb um die Cupats weiter zu beobachten. In Marawi beobachtete ich taeglich den Markt zusammen mit zwei Freunden vom Militaer. Es dauerte auch keine Woche, da sahen wir Dolly zum ersten mal und ich beobachtete ihren Rueckweg, da ich wissen wollte wo sie sich aufhielt. Es war ein grosses Haus etwa einen Kilometer vom Markt entfernt. Wir postierten uns zwischen Markt und dem Haus, aber so, dass wir beobachten konnten, ob jemand das Haus verlaesst. Zwei Tage spaeter kam Dolly aus dem Haus und bestieg ein Tricycle. Als das Tricycle bei uns vorbei fuhr, stoppte ich es und zog Dolly raus, setzte sie auf das Motorrad und wir brausten los. Als ich in Initao ankam, holte ich Jun ab, machte kurz eine Vorbeifahrt bei den Cupats und winkte. Die waren sehr erstaunt, als sie Dolly bei uns sahen. Dann  fuhren wir bis Malaybalay durch. Dort uebernachteten wir in der Kanlord Pension und legten Dolly sicherheitshalber ueber Nacht Handschellen an. Und nun sind wir hier.&#8221;</p>
<p>Ponyong legte uns noch eine Abrechnung vor, aber er verlangte nicht viel. Wir mussten nur die Miete fuer das Zimmer und das Motorrad bezahlen und 600 Pesos fuer Sprit.</p>
<p>Am naechsten Morgen fuhren alle ausser mir und den Arbeitern nach Cagayan de Oro. Ponyong und Jun machten sich auf den Weg zurueck nach Ozamis und Inday brachte zusammen mit Rico Dolly nach Dinagat. Dort musste sie nun bei ihren Eltern leben und die Dorfschule besuchen. Von der Insel kam sie nicht runter, da sie die Passagierboote (es gab nur zwei) nicht mitnehmen wuerden. Die waren dementsprechend unterrichtet worden.</p>
<p>Zwischen Dolly und Ramon gab es keinen Kontakt mehr. Briefe von Ramon gingen ungeoeffnet an den Absender zurueck. Nach drei Versuchen hoerte das auch auf. Bei der naechsten Fiesta hatte Dolly ihre &#8220;unsterbliche Liebe&#8221; zu Ramon schon vergessen.</p>
<p>Zwei Jahre spaeter wurde Ramon bei der Town Fiesta von Initao erstochen. Der Taeter wurde nie gefasst.</p>

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		<title>Dolly’s “Entfuehrung” 3. Teil</title>
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		<pubDate>Mon, 17 May 2010 05:35:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Etwa 20 Minuten spaeter kamen die beiden Polizisten zurueck und zehn Minuten spaeter kam Dolly mit Ramon. Sie schlenderten provokativ Hand in Hand zur Polizeistation. Inday stuermte sofort auf Dolly los um sie zusammenzuscheissen, aber ich hielt sie zurueck und erbat mir mit ihr sprechen zu koennen ohne jedwede Einmischung. Zoegernd stimmte Inday zu. Die [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Etwa 20 Minuten spaeter kamen die beiden Polizisten zurueck und zehn Minuten spaeter kam Dolly mit Ramon. Sie schlenderten provokativ Hand in Hand zur Polizeistation. Inday stuermte sofort auf Dolly los um sie zusammenzuscheissen, aber ich hielt sie zurueck und erbat mir mit ihr sprechen zu koennen ohne jedwede Einmischung. Zoegernd stimmte Inday zu.</p>
<p>Die Polizisten fuehrten Dolly und mich in ein getrennntes Zimmer in dem wir alleine sprechen konnten. Zuerst war Dolly sehr schweigsam und als Alleinunterhalter fuehlte ich mich nicht wohl, aber nach einiger Zeit rueckte sie mit der Sprache heraus. Sie sei &#8220;unsterblich&#8221; verliebt und wollte diesen &#8220;Mann&#8221; unbedingt heiraten. Alle Versuche ihr das auszureden waren fruchtlos, daher versuchte ich eine andere Strategie, nachdem auch die ueblichen Erinnerungen an Utang na Loob keinen Eindruck bei ihr machten. <span id="more-1826"></span>Ihr seht, ich versuchte jeden Trick im deutsch &#8211; philippinischen Buch und mein letzter Versuch sollte nun folgen:</p>
<p>&#8220;Ok, wie ich sehe ist es hoffnungslos mit dir darueber zu reden, da du ja nur auf deiner Meinung beharrst und anderes nicht gelten laesst. Wie stellst du dir das denn vor? Ich meine es ist ja schoen zu lieben, aber davon wird man halt nicht satt. Wie soll das denn bei euch gehen? Du hast dir doch sicher deine Gedanken darueber gemacht?&#8221; fragte ich sie.</p>
<p>&#8220;Naja, er arbeitet ja und davon kann er mich schon ernaehren. Ich kann ja auch arbeiten,&#8221; meinte sie.</p>
<p>&#8220;Du bist 13 Jahre und darfst nicht arbeiten. Wenn dich jemand anstellen wuerde, koennte er boese bestraft werden wegen Kinderarbeit,&#8221; entgegnete ich. &#8220;Das ist alles nicht so einfach. Ausserdem wird Ramon als Landarbeiter nie genug verdienen. Ich mache dir daher folgenden Vorschlag: Ich schicke Ramon auf die High School und anschliessend lassen wir ihn studieren. Damit haette er dann wenigstens ein solides Fundament fuer eure Zukunft. Du machst auch deine High School fertig und am Wochenende koennt ihr euch sehen. Wenn ihr dann fertig seid mit der Schule und euch immer noch so liebt, dann macht was ihr wollt. Aber so lernt ihr euch besser kennen und schafft eine vernuenftige Basis fuer euch.&#8221;</p>
<p>Entruestet fuhr Dolly mich an: &#8220;Spinnst du Onkel, das dauert ja noch acht Jahre, das machen wir nie und nimmer mit. Wir wollen jetzt heiraten. Basta!&#8221;</p>
<p>&#8220;Besprich es doch erst mal mit Ramon, und entscheidet dann in aller Ruhe. So eilig wird es mit dem Heiraten ja nicht sein.&#8221;</p>
<p>&#8220;Das brauch ich nicht mit ihm zu besprechen, denn das dauert viel zu lange und ist unannehmbar fuer uns, sagte sie dann mit einer Endgueltigkeit in ihrer Stimme, dass ich nur noch mit den Schultern zuckte. Damit war mein Versuch also auch gescheitert.</p>
<p>Wir gingen zurueck zu den anderen und ich liess das Familiendrama seinen Lauf nehmen. Nachdem alle Papiere von der Polizei ausgefuellt waren, fuhren wir zurueck nach Cagayan de Oro, Ramon blieb in Initao.</p>
<p>In Cagayan wollten wir bei unseren Bekannten uebernachten und trafen dort Boy und Remy, Dolly&#8217;s Eltern. Die waren gerade einige Stunden vor uns angekommen und Dolly bekam erst mal so richtig &#8220;Saures&#8221; von den Eltern, denn die waren wirklich erbost.</p>
<p>Am naechsten Morgen fuhren dann Inday, Rico und ich nach Bukidnon und Dolly sollte mit ihren Eltern nach Dinagat zurueck kehren und dort in Melgar auf die Dorfschule gehen. Bei unserem Abschied war Dolly nicht anwesend und ich war ganz froh sie nicht mehr zu sehen.</p>
<p>Am naechsten Morgen kamen Remy und Boy ueberraschend in Maagnao an. Dolly war drei Stunden nach unserer Abreise abgehaut und nicht zurueck gekommen. Irgendwie hatte ich das erwartet, hielt mich aber mit Kommentaren zurueck. Wir fuhren dann gemeinsam nach Lantapan um dort mit der Richterin zu sprechen. Die Richterin erklaerte sich bereit mit der Staatsanwaltschaft zu reden um den Haftbefehl gegen Ramon zu beschleunigen. Danach fuhren Boy, Remy und ich zurueck auf die Farm und Inday ging mit ihrem Bruder auf die Suche nach Dolly.</p>
<p>Zwei Tage spaeter kamen sie wieder nach Maaganao. Dolly hatten sie nicht gefunden. Sie war weder in Catanico noch in Initao. Ramon war in Initao. Wir hatten keine Ahnung wo die Familie Cupat das Maedel versteckt hatten. Wir diskutierten lange und entschlossen am Ende Ponyong einzuschalten. Der war ja bei einem militaerischen Geheimdienst und hatte sicherlich ganz andere Moeglichkeiten zu ermitteln.</p>
<p>Inday fuhr also nach Ozamis, denn da war er zuletzt gewesen. Eine Woche spaeter kam sie wieder und erzaehlte, dass sie Ponyong gefunden habe und er kaeme in zwei bis drei Tagen nach Maagnao.</p>
<p>Drei Tage spaeter kam er in Begleitung eines jungen Soldaten namens Jun. Die beiden trugen Tarnuniform und waren bis an die Zaehne bewaffnet. Pistole, Schnellfeuergewehr und Handgranaten hatten sie dabei. Sogar einige Gewehr Granaten baumelten an ihrem Guertel. Es sah wirklich zum fuerchten aus. Wir gingen zum Barangay Captain, denn Ponyong wollte ihn dabei haben, wenn wir Josef besuchten. Wir waren ueberzeugt, dass er den Aufenthaltsort von Dolly kannte. Der Captain wollte nicht mit kommen, aber Ponyong ueberzeugte ihn mit Hilfe seiner Pistole. Ich fuehlte mich aeusserst unwohl, schliesslich war ich an diese &#8220;philippische Art und Weise&#8221; der Problemloesung nicht gewoehnt.</p>
<p>Gemeinsam besuchten wir dann Josef, der ganz erstaunt schaute aber noch gute Miene zum boesen Spiel machte. Auch den beiden gegenueber beharrte er auf seinem Standpunkt nichts zu wissen, aber immerhin gab er zu von der ersten und zweiten &#8220;Entfuehrung&#8221; gewusst zu haben, etwas das er ja vorher verneinte.</p>
<p>&#8220;Du weisst wo sie ist,&#8221; schrie Ponyong, &#8220;spuck es aus oder ich knall dich ab wie einen tollwuetigen Hund!&#8221;</p>
<p>Er hielt seine Pistole direkt an die Schlaefe von Josef. Josef zitterte und begann zu weinen. Jun spielte mit einer Handgranate. Wiederholt zog er den Sicherungsstift heraus und steckte ihn wieder zurueck. Josefs Familienmitglieder weinten und jammerten.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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