26.März.2011

Erwin


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Erwin war der einzige auf ganz Dinagat, der ein Boot hatte ohne Ausleger. Auch nach zwei Jahren wurde er noch oft gefragt, warum das Boot ohne Ausleger denn nicht kentern wuerde. Das Boot war etwa zehn Meter lang und drei Meter breit und er befoerderte ueberwiegend Fracht zwischen den Doerfern am Meer, fuhr aber auch auch gelegentlich nach Surigao City. Passagiere bekam er weniger, da die meisten Menschen dort dem Boot nicht vertrauten.

Nachdem wir unseren Stockyard in Wilson gebaut hatten  (siehe hier sind aber fuenf Teile) lieferte Erwin manchmal Chromerz von anderen Eigentuemern an, begann aber dann auch selbst Erz zu kaufen und zu liefern. Mindestens zweimal die Woche kam er und brachte jedes mal so 3-4 Tonnen Erz von zumeist sehr guter Qualitaet. (weiterlesen…)

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26.November.2010

Unser Stock Yard in Wilson und Ben 5. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Und dann kamen sie! Und alle wollten Geld! Zuerst kam der Buergermeister von Dona Helene wieder angetanzt, dem wir die gleichen Argumente an den Kopf warfen wie beim erstenmal. Aber dieses Mal hatte er drei Polizisten dabei, die sollten den LCT bewachen und verhindern, dass er abfuhr. Eine richterliche Anordnung hatte er nicht. Danach kam der Barangay Captain von San Jose und der brachte gleich acht Polizisten mit, die bis auf die Zaehne bewaffnet waren. Die sollten uns wohl einschuechtern. Die Argumente waren die gleichen, aber dieses Mal wollte er gleich zwei Anteile haben. Einen fuer sich selbst und einen fuer die Gemeinde. Wir waren nicht gewillt zu zahlen und daher blockierten “seine Polizisten” unsere Ladeaktion. Tio war in heftige Diskussionen verstrickt mit den verschiedenen Leuten, aber ohne jedes greifbare Resultat, denn man gab sich stur.

Die Buergermeister verzogen sich wieder, aber ihre Polizisten blieben da. (weiterlesen…)

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21.November.2010

Unser Stock Yard in Wilson und Ben 4. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Ben arbeitete sehr gewissenhaft und ich war angenehm ueberrascht. Die ersten Lieferungen wurden nun auch direkt von Produzenten nach Wilson gebracht, da wir dort einen hoeheren Preis bezahlten als an den Produktionsstaetten. Erwin kam fast taeglich mit seinem Boot um Erz zu bringen, wobei erwaehnenwert waere, dass das Boot von Erwin das einzige motorisierte Boot ohne Ausleger war. Heute sieht man ein paar mehr, aber sie sind nach wie vor die Ausnahme.

Innerhalb von 10 Tagen hatten wir genug Erz um einen zweiten LCT laden zu koennen und ich rief von Surigao City aus bei Horizon in Cagayan an um die Verladung zu organisieren. Am gleichen Tag machten wir auch die Papiere fertig und hier erlebten wir unsere erste “Ueberraschung”. Der Chef vom BIR wollte uns auf einmal die “Tax Clearance” nicht mehr geben ohne zusaetzlich an ihn einen “Obulus” zu zahlen, wobei er 20k verlangte, was fuer einen Obulus viel zu viel war, da wir ja den richtigen Steuerbetrag abloehnten. (weiterlesen…)

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15.November.2010

Unser Stock Yard in Wilson und Ben 3. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Wir ueberlegten was zu tun war, da der alte Mann hartnaeckig schweigte und selbst als der Barangay Captain versuchte hin zu gehen, legte er mit der Flinte an, was den Captain ganz schnell zu einem Rueckzug bewog.

Ich schlug vor nichts zu tun. Bei schoenem Wetter brannte ihm die Sonne aufs “Hirn” und wenn es regnete, wurde er pitschnass. Das war nur eine Frage der Geduld, bevor er aufgab. Also taten wir erst einmal gar nichts. Wir sassen im Schatten unter einem grossen alten Baum neben dem Hof, tranken Bier oder Softdrinks und liessen die Eiswuerfel provokativ “klimpern”. Der Alte schaute oefter zu uns rueber, aber er sagte und machte nichts. So verging der erste Tag.

Abends ging der Alte nach Hause nur um am naechsten Morgen noch vor Sonnenaufgang wieder mitten auf dem Platz zu sitzen. Der Himmel war wolkenlos und wir waren gespannt, wie lange er da sitzen wuerde. (weiterlesen…)

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11.November.2010

Unser Stock Yard in Wilson und Ben 2. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Es ging los! In den naechsten Tagen bestellten wir Holz um die Oberbeplankung des Anlegesteges in Wilson zu verstaerken. Wir stellten auch breite Keile her, die vor den Abschlussbalken des Piers gelegt eine Art Rampe bilden sollten. Zudem begannen wir den Stock Yard zu betonieren und kauften Zement und die Leute vom Dorf organisierten Sand und Kies und hatten damit eine Verdienstmoeglichkeit, was natuerlich alle erfreute.

Und wir stellten Ben Navas, Lorenzos Bruder und Ehemann von Indays Tante ein, das alles zu ueberwachen. Und ich muss sagen, dass Ben gleich Feuer und Flamme war, aber ich war neugierig, wie lange die Begeisterung anhalten wuerde. So maches Strohfeuer ist oft nach einigen Wochen erloschen oder brannte auf absoluter Sparflamme weiter. (weiterlesen…)

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05.November.2010

Unser Stock Yard in Wilson und Ben 1. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Unser Chromerzgeschaeft lief ja sehr gut und so entschlossen wir uns im November 1988, kurz nach dem Untergang der MB Bayreuth, in Wilson ein Lager fuer das Chromerz anzulegen.  Dafuer gab es viele Gruende, wie zum Beispiel einfachere Bewachung, weniger Verluste des sandigen Erzes  durch heftigen Regen da betoniert, Verladung mit dem Payloader, Anfahren in groesseren Mengen mit Truck, Lieferung von anderen Gegenden per Boot und eine wesentlich weniger gierige Gemeinde. Im Gegenteil, die Gemeinde war froh ueber unsere Entscheidung und wuerde nur ein fuenftel von dem verlangen, was andere Gemeinden wollten. Und so setzten wir den Plan in die Tat um.

Aber zuerst wuerden wir natuerlich die benoetigte Maschinerie kaufen muessen. Wir brauchten einen normalen Dumptruck, einen Truck mit Vierradantrieb, um in entlegene Gegenden zu kommen wie Camp Seven und einen Schaufellader. Also machten wir uns auf nach Cagayan. Lorenzo begleitete mich, da er dort lebte und sich auskannte. Und er hatte ein Motorrad, so dass wir in der Stadt ohne Probleme ueberall hin konnten. (weiterlesen…)

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11.August.2010

Ein Mitglied einer “hoch angesehenen Familie”


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Jeder kennt die  “angesehene Familie” spaetestens seit dem Maguindanao Massaker am 23.  November 2009. Dort sollen sie angeblich 57 Menschen auf grausamste Art und Weise ermordet haben, darunter auch 34 Journalisten und ansonsten andere politische Opponenten und eben auch fuenf “Passanten”, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Ich selbst hatte im September 1989 das zweifelhafte “Vergnuegen” eines ihrer Familienmitglieder kennen zu lernen.

Wie der geneigte Leser dieses Blogs mittlerweile weiss, waren wir zu der Zeit im Chormerzgeschaeft gewesen und hatten auch recht ordentlich verdient dabei. Wir haben unser Erz nicht nur mit LCTs geliefert, sondern auch mit groesseren Pumpboats, die zwischen 20 und 40 Tonnen laden konnten. Eines Tages, als wir gerade mit dem Ausladen fertig waren – der Lagerplatz der Firma Horizon war in Cugman, Cagayan de Oro – tauchten zwei Maenner in Militaeruniform auf. (weiterlesen…)

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02.August.2010

Ponyong in Bel-at 3. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Ich bekam wohl den Schreck meines Lebens als Ponyong ueber die Kante des Pfades rutschte und in die Tiefe  fiel. Sein Schrei gellt heute noch in meinen Ohren, wenn ich daran denke.

Vorsichtig liess ich mich auf die Knie nieder, und schaute hinunter in die Schlucht. Etwa zehn Meter unter mir wuchs ein knorriger kurzer etwa zwei Meter grosser Baum, der an der Spitze abgebrochen war. Die Schlaufe von Ponyongs Umhaengetasche hatte sich dort verfangen und beide Arme fest um die Tasche gepresst hing Ponyong ueber dem Abgrund. Eine falsche Bewegung konnte die Schlaufe zum abrutschen bringen.

“Bist du ok?” rief ich hinunter.

“Ja soweit schon, aber ich weiss nicht wie lange ich mich halten kann” kam es zurueck. (weiterlesen…)

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29.Juli.2010

Ponyong in Bel-at 2. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Am naechsten Morgen verabschiedete ich mich von Ponyong, der nach Bel-at zurueck gehen wuerde um dort seine Arbeit zu machen, und ich fuhr mit Ramon nach San Jose. Dort angekommen erzaehlte ich meiner Frau vom Verhalten des Buergermeisters, und sie meinte nur, dass auch er, wie alle anderen, die schlechtes im Leben machen, eines Tages bezahlen muesse.

Eine Woche spaeter fuhr ich zurueck nach Loreto und wanderte mit Ramon nach Bel-at. Ich war noch keine zehn Minuten dort, da wurde ich vom Polizeichef von Loreto in unserer Huette abgeholt. Auf meine Frage, was das solle, meinte er, dass der “Mayor” hier sei und mit mir reden wollte. Ich forderte Ponyong auf mich zu begleiten. Der schnappte sich seine M16 und wollte mitkommen, was wiederum der Polizeichef untersagen wollte. Ich meinte, dass ich nicht mitgehen wuerde ohne Ponyong und angesichts der M16 hatte der Chef wohl kaum eine Wahl. (weiterlesen…)

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28.Juli.2010

Ponyong in Bel-at 1. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Sicher erinnert ihr euch alle noch an Ponyong aus der Geschichte “Der Auftrag”. Damals war er ja sozusagen eine Art “Gegner”, der mich um die Ecke bringen sollte. Spaeter nahm er sich oft frei vom Militaer, was bei seinem Job einfach mit einer “Mission Order” abgedeckt wurde, um sich bei uns ein Zubrot zu verdienen.

Im Februar 1988 waren drei Negritos, die man in Surigao als Kongking bezeichnete,  mit Chromerzproben von Bel-at gekommen und hatten sie zum analysieren da gelassen. Als ich zwei Wochen spaeter das Ergebnis der Analyse bekam, dachte ich mich trifft der Schlag. Solches Erz sollte es eigentlich gar nicht geben. Mit 62-66% Chromgehalt, duerfte es das beste Erz der Welt sein. Wir machten also einen Trip nach Bel-at zusammen mit den Negritos um uns alles anzusehen. Das war zu dieser Jahreszeit nicht einfach, denn der Nordostmonsun blies, und es war unmoeglich mit dem Boot hinzufahren. Wir fuhren also nur bis Loreto und von dort aus war eine achtstuendige Wanderung nach Bel-at angesagt. (weiterlesen…)

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