26.März.2011
Erwin
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Erwin war der einzige auf ganz Dinagat, der ein Boot hatte ohne Ausleger. Auch nach zwei Jahren wurde er noch oft gefragt, warum das Boot ohne Ausleger denn nicht kentern wuerde. Das Boot war etwa zehn Meter lang und drei Meter breit und er befoerderte ueberwiegend Fracht zwischen den Doerfern am Meer, fuhr aber auch auch gelegentlich nach Surigao City. Passagiere bekam er weniger, da die meisten Menschen dort dem Boot nicht vertrauten.
Nachdem wir unseren Stockyard in Wilson gebaut hatten (siehe hier sind aber fuenf Teile) lieferte Erwin manchmal Chromerz von anderen Eigentuemern an, begann aber dann auch selbst Erz zu kaufen und zu liefern. Mindestens zweimal die Woche kam er und brachte jedes mal so 3-4 Tonnen Erz von zumeist sehr guter Qualitaet. (weiterlesen…)
Tags: betrug, chromerz, dinagat, Mindanao16.März.2011
Der Hollaender
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Irgendwann im Sommer 1989 erzaehlte mir jemand, dass sich auf einer kleinen Insel in der Melgar Bay vor Nazareth ein Hollaender niedergelassen haette und jetzt auf eben dieser Insel ein Haus bauen wuerde. Man erzaehlte mir auch, dass es kein Wasser auf der Insel geben wuerde und dass der Hollaender mit Bohrtrupps angerueckt sei.
Ich wunderte mich ein wenig, denn auf einer kleinen Insel ohne Wasser zu leben stellte ich mir nicht so lustig vor. Die Insel hatte die Form eines in der Rundung angespitzten Hufeisen und war etwa 5 Kilometer lang und zwischen einem halben und einem Kilometer breit. Ueber die Insel zog sich im Zentrum eine kleine Huegelkette und auf dieser Huegelkette baute der Hollaender und hatte dabei den Standort des Hauses so gewaehlt, dass man sowohl auf die halb offene Lagune schauen konnte, sowie auf die Melgarbay in Richtung Westen. Sollten allerdings Taifune kommen, dann waere das Haus auf dem Huegel wohl voll im Wind. Ob er von den Handwerkern oder der Gemeinde gewarnt worden war, wusste ich damals aber noch nicht. (weiterlesen…)
Tags: dinagat, insel, Mindanao, wasser26.November.2010
Unser Stock Yard in Wilson und Ben 5. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Und dann kamen sie! Und alle wollten Geld! Zuerst kam der Buergermeister von Dona Helene wieder angetanzt, dem wir die gleichen Argumente an den Kopf warfen wie beim erstenmal. Aber dieses Mal hatte er drei Polizisten dabei, die sollten den LCT bewachen und verhindern, dass er abfuhr. Eine richterliche Anordnung hatte er nicht. Danach kam der Barangay Captain von San Jose und der brachte gleich acht Polizisten mit, die bis auf die Zaehne bewaffnet waren. Die sollten uns wohl einschuechtern. Die Argumente waren die gleichen, aber dieses Mal wollte er gleich zwei Anteile haben. Einen fuer sich selbst und einen fuer die Gemeinde. Wir waren nicht gewillt zu zahlen und daher blockierten “seine Polizisten” unsere Ladeaktion. Tio war in heftige Diskussionen verstrickt mit den verschiedenen Leuten, aber ohne jedes greifbare Resultat, denn man gab sich stur.
Die Buergermeister verzogen sich wieder, aber ihre Polizisten blieben da. (weiterlesen…)
Tags: auto, chromerz, dinagat, philippinen21.November.2010
Unser Stock Yard in Wilson und Ben 4. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Ben arbeitete sehr gewissenhaft und ich war angenehm ueberrascht. Die ersten Lieferungen wurden nun auch direkt von Produzenten nach Wilson gebracht, da wir dort einen hoeheren Preis bezahlten als an den Produktionsstaetten. Erwin kam fast taeglich mit seinem Boot um Erz zu bringen, wobei erwaehnenwert waere, dass das Boot von Erwin das einzige motorisierte Boot ohne Ausleger war. Heute sieht man ein paar mehr, aber sie sind nach wie vor die Ausnahme.
Innerhalb von 10 Tagen hatten wir genug Erz um einen zweiten LCT laden zu koennen und ich rief von Surigao City aus bei Horizon in Cagayan an um die Verladung zu organisieren. Am gleichen Tag machten wir auch die Papiere fertig und hier erlebten wir unsere erste “Ueberraschung”. Der Chef vom BIR wollte uns auf einmal die “Tax Clearance” nicht mehr geben ohne zusaetzlich an ihn einen “Obulus” zu zahlen, wobei er 20k verlangte, was fuer einen Obulus viel zu viel war, da wir ja den richtigen Steuerbetrag abloehnten. (weiterlesen…)
Tags: auto, chromerz, dinagat, philippinen15.November.2010
Unser Stock Yard in Wilson und Ben 3. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Wir ueberlegten was zu tun war, da der alte Mann hartnaeckig schweigte und selbst als der Barangay Captain versuchte hin zu gehen, legte er mit der Flinte an, was den Captain ganz schnell zu einem Rueckzug bewog.
Ich schlug vor nichts zu tun. Bei schoenem Wetter brannte ihm die Sonne aufs “Hirn” und wenn es regnete, wurde er pitschnass. Das war nur eine Frage der Geduld, bevor er aufgab. Also taten wir erst einmal gar nichts. Wir sassen im Schatten unter einem grossen alten Baum neben dem Hof, tranken Bier oder Softdrinks und liessen die Eiswuerfel provokativ “klimpern”. Der Alte schaute oefter zu uns rueber, aber er sagte und machte nichts. So verging der erste Tag.
Abends ging der Alte nach Hause nur um am naechsten Morgen noch vor Sonnenaufgang wieder mitten auf dem Platz zu sitzen. Der Himmel war wolkenlos und wir waren gespannt, wie lange er da sitzen wuerde. (weiterlesen…)
Tags: auto, chromerz, dinagat, philippinen11.November.2010
Unser Stock Yard in Wilson und Ben 2. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Es ging los! In den naechsten Tagen bestellten wir Holz um die Oberbeplankung des Anlegesteges in Wilson zu verstaerken. Wir stellten auch breite Keile her, die vor den Abschlussbalken des Piers gelegt eine Art Rampe bilden sollten. Zudem begannen wir den Stock Yard zu betonieren und kauften Zement und die Leute vom Dorf organisierten Sand und Kies und hatten damit eine Verdienstmoeglichkeit, was natuerlich alle erfreute.
Und wir stellten Ben Navas, Lorenzos Bruder und Ehemann von Indays Tante ein, das alles zu ueberwachen. Und ich muss sagen, dass Ben gleich Feuer und Flamme war, aber ich war neugierig, wie lange die Begeisterung anhalten wuerde. So maches Strohfeuer ist oft nach einigen Wochen erloschen oder brannte auf absoluter Sparflamme weiter. (weiterlesen…)
Tags: auto, chromerz, dinagat, philippinen05.November.2010
Unser Stock Yard in Wilson und Ben 1. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Unser Chromerzgeschaeft lief ja sehr gut und so entschlossen wir uns im November 1988, kurz nach dem Untergang der MB Bayreuth, in Wilson ein Lager fuer das Chromerz anzulegen. Dafuer gab es viele Gruende, wie zum Beispiel einfachere Bewachung, weniger Verluste des sandigen Erzes durch heftigen Regen da betoniert, Verladung mit dem Payloader, Anfahren in groesseren Mengen mit Truck, Lieferung von anderen Gegenden per Boot und eine wesentlich weniger gierige Gemeinde. Im Gegenteil, die Gemeinde war froh ueber unsere Entscheidung und wuerde nur ein fuenftel von dem verlangen, was andere Gemeinden wollten. Und so setzten wir den Plan in die Tat um.
Aber zuerst wuerden wir natuerlich die benoetigte Maschinerie kaufen muessen. Wir brauchten einen normalen Dumptruck, einen Truck mit Vierradantrieb, um in entlegene Gegenden zu kommen wie Camp Seven und einen Schaufellader. Also machten wir uns auf nach Cagayan. Lorenzo begleitete mich, da er dort lebte und sich auskannte. Und er hatte ein Motorrad, so dass wir in der Stadt ohne Probleme ueberall hin konnten. (weiterlesen…)
Tags: auto, chromerz, dinagat, philippinen02.November.2010
Allerheiligen
von Kai | Kategorie Allgemein
Auf den Philippinen werden all christlichen Feiertage genauso gefeiert, wie in anderen Laendern, aber die Wichtigkeit erscheint zumindest nach aussen hin etwas anders. Denn Allerheiligen und Allerseelen hat hier einen viel gewichtigeren Stand, als in vielen anderen Laendern. Christentum hier ist halt doch ein wenig anders, denn es wird wesentlich offener zur Schau getragen, wobei das dauernde “Praise the Lord” nicht unbedingt so ernst zu nehmen ist. Und wie so oft in diesem Land wird vieles an Allerheiligen eben auch uebertrieben.
Denn an diesem Tag wird nicht nur der Toten gedacht, nein, man verbringt sogar den ganzen Tag auf dem Friedhof und einige Mutige auch noch die Nacht dazu. Es beginnt am 1. November und kann sich – je nach Gegend – bis auf den 2. ausdehnen, jenen Tag, der urspruenglich fuer die Toten gedacht waren. Bereits am Morgen gehen die Pinoys in Massen auf den Friedhof. Tische und Stuehle werden mitgebracht und Styroporboxen enthalten genug zu essen und trinken fuer jedermann, denn nicht nur das “leibliche Wohl” der Verstorbenen ist wichtig, nein auch dem eigenen Wohl muss Genuege getan werden. (weiterlesen…)
Tags: dinagat, feiertag, philippinen, tote01.Oktober.2010
Percy 2. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Einer unserer Nachbarn hatte einen Hund, der als sehr bissig galt und deswegen angekettet war. Als ich etwa zwei Monate spaeter gegen fuenf Uhr am Nachmittag von Surigao City nach Hause kam, hoerte ich schon auf dem Weg zum Haus das Bellen des Hundes. Ich dachte mir nichts weiter dabei, denn der Hund bellte tagsueber fast ununterbrochen. Ausserdem neckten die Kinder aus der Umgebung den Koeter sehr gerne, was dann zu regelrechten “Klaefforgien” fuehrte.
Nach der Ankunft im Haus trank ich erst einmal eine Tasse Kaffee, aber schon nach einer knappen halben Stunde nervte mich die Klaefferei dermassen, dass ich zum Fenster raus schaute. Leider konnte ich weder den Hund noch irgendwelche Menschen sehen. Der Hund bellte unbeirrt weiter. Schliesslich wurde es mir echt zu bloed und ich ging nach unten. Beim Haus des Nachbarn konnte ich den Hund nicht sehen, aber um so deutlicher hoeren. Ich ging in den Hof – die Nachbarn waren nicht zu Hause – und schaute um die Ecke. (weiterlesen…)
Tags: dinagat, kind, Mindanao, philippinen




