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	<title>Phil-Life.net &#187; dinagat</title>
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		<title>Erwin</title>
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		<pubDate>Sat, 26 Mar 2011 08:48:03 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Erwin war der einzige auf ganz Dinagat, der ein Boot hatte ohne Ausleger. Auch nach zwei Jahren wurde er noch oft gefragt, warum das Boot ohne Ausleger denn nicht kentern wuerde. Das Boot war etwa zehn Meter lang und drei Meter breit und er befoerderte ueberwiegend Fracht zwischen den Doerfern am Meer, fuhr aber auch [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Erwin war der einzige auf ganz Dinagat, der ein Boot hatte ohne  Ausleger. Auch nach zwei Jahren wurde er noch oft gefragt, warum das  Boot ohne Ausleger denn nicht kentern wuerde. Das Boot war etwa zehn  Meter lang und drei Meter breit und er befoerderte ueberwiegend Fracht  zwischen den Doerfern am Meer, fuhr aber auch auch gelegentlich nach  Surigao City. Passagiere bekam er weniger, da die meisten Menschen dort  dem Boot nicht vertrauten.</p>
<p>Nachdem wir unseren Stockyard in Wilson gebaut hatten  (<a href="../2010/11/05/unser-stockyard-in-wilson-und-ben-1-teil/" target="_self">siehe hier</a> sind aber fuenf Teile) lieferte Erwin manchmal Chromerz von anderen  Eigentuemern an, begann aber dann auch selbst Erz zu kaufen und zu  liefern. Mindestens zweimal die Woche kam er und brachte jedes mal so  3-4 Tonnen Erz von zumeist sehr guter Qualitaet.<span id="more-2640"></span></p>
<p>Eines Tages kam  er zu uns ins Haus und erzaehlte er haette etwa 70 Tonnen hochwertiges  Erz an der Pazifikseite zwischen Nonoc Island und Dinagat gekauft und  wollte ein Angebot. Ohne die Qualitaet zu kennen, gab es natuerlich  nichts und wir beschlossen am naechsten Tag hinzufahren und uns das Erz  anzusehen.</p>
<p>Puenktlich am naechsten Morgen war Erwin da um mit uns  zusammen hinzufahren. Die Durchquerung der engen Passage zwischen Nonoc  ist manchmal sehr schwierig insbesondere bei Hoechst- oder Tiefststand  von Ebbe und Flut, da sich in der nur flussbreiten Meeresenge gewaltige  Wellen und Strudel bilden koennen und das ganze dann eher an einen  Wildwasserfluss als an einen Meeresarm erinnert. Das liegt daran, weil  sich an verschiedenen Seiten der Insel verschieden Tiden bilden; hat man  Flut an der Ostkueste, dann ist eben Ebbe an der Westseite der Insel.</p>
<p>Die  Stroemung war aber nur maessig und wir kamen auf der anderen Seite an.  Da noch Amihan herschte, waere es Selbstmord gewesen mit dem Boot auf  das offene Meer hinaus zu fahren, aber das Erz war zum Glueck ziemlich  im inneren der Bucht. Ich schaute mir das Erz an, fand es hochwertig und  wir verhandelten ueber den Preis. Nachdem wir uns einig geworden waren,  fuhren wir wieder zurueck und in San Jose angekommen bezahlte ich 50%  des voraussichtlichen Erzwertes.</p>
<p>Da wir das Erz am naechsten  Morgen laden wollten, trafen wir Vereinbarungen mit der Rosan und der  Viving, das Erz am naechsten Morgen zu laden.</p>
<p>Schon frueh um sechs  waren die beiden Boote da und wir fuhren los. Als wir drei Stunden  spaeter beim Erz ankamen, war es weg. Da war absolut nichts mehr, aber  man sah deutlich die Spuren, das Haufens. Erwin hatte das Erz entweder  zweimal verkauft, oder es selbbst nach Surigao zu Horizon bringen  lassen. Man muss dazu erwaehnen, dass Horizon seit etwa drei Monaten  einen Lagerplatz in Surigao City hatte.  Wir waren natuerlich stinksauer  und fuhren unter ziemlichem Fluchen nach San Jose zurueck. Dort  angekommen rief ich nach Ramon, unserem Pumpboot Operator und machte ich  mich sofort nach Surigao City auf dem Weg um mit Horizon zu reden, da  ich vermutete, dass das Erz entweder dort oder an ihrer Verladestelle in  Cugman angekommen waere. Cugman liegt in Cagayan de Oro.</p>
<p>In  Surigao fuhr ich dann sofort mit dem Tricycle zu Horizon um  festzustellen, dass das Erz in der Tat am fruehen Morgen dort  angeliefert worden war. Ich schimpfte mit Felix, dass er das Ez  angenommen hatte, ohne wie ueblich erst mal die Eigentumsverhaeltnisse  zu checken. Felix zuckte mit den Schultern &#8211; ihm war das so ziemlich  egal, da er nach Menge bezahlt wurde &#8211; und ich ging dann zur PT&amp;T um  in Cagayan anzurufen. Ungluecklicherweise war Ric abwesend und so rief  ich Rolly de Guzman in Manila an, der mir auch sofort zusagte, das zu  ueberpruefen.Das wuerde wohl ein oder zwei Tage dauern.</p>
<p>Als ich  nachts in San Jose eintraf erzaehlte mit meine Frau, dass Erwin nicht  aufzufinden war. Das blieb auch in den naechsten zwei Tagen so; der  &#8220;gute Erwin&#8221; war verschwunden.  Ich war immer noch stinksauer, da ich  60k bezahlt hatte von dem Erz, und das war damals so viel wie heute eine  viertel Million.</p>
<p>Zwei Tage spaeter fuhr ich zurueck nach Surigao  und rief in Manila an. Dort hoerte ich dann, dass Felix entgegen der  ueblichen Weise sofort in bar bezahlte und nicht einen Scheck  ausstellte, der drei Tage vordatiert war. Das machte auch Rolly sauer  und er sagte, er wuerde jemanden &#8211; einen Expolizisten -  schicken, der  sich das ansehen sollte, da ihm das nicht koscher vor kam. Der kam auch  zwei Tage spaeter an und stellte innerhalb von drei Tagen fest, dass  Felix zusammen mit Erwin auf eigene Rechnung arbeite. Meiner war schon  der dritte Fall, wo Erwin Erz verkaufte, das ihm gar nicht gehoerte und  das sofort nach dem Verkauf selbst nach Surigao lieferte. Felix zahlte  ihn sofort in bar und das erschwindelte Geld wurde geteilt. Rolly warf  Felix natuerlich sofort hinaus und es wurde Strafanzeige gegen die  beiden erstattet.   Aber es erwischte nur Felix, denn Erwin blieb  verschwunden. Insgesamt hatten die beiden ueber 600k ergaunert und Erwin  hatte sich mit seiner Haelfte abgesetzt. Felix bekannte sich schuldig  beim Arraignment und wurde zu 20 Jahren Freiheitsentzug verknackt.  Horizon zahlte mir drei Wochen spaeter die 60k zurueck.</p>
<p>Drei  Monate spaeter hoerten wir dann, dass Erwin in Leyte erschossen worden  war. Im Zusammenhang mit der Tat wurde immer wieder der Name Cesar  Calondre erwaehnt. Allerdings wurde Cesar selbst auch einige Monate  spaeter ermordet.</p>

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		<title>Der Hollaender</title>
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		<pubDate>Wed, 16 Mar 2011 05:05:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Irgendwann im Sommer 1989 erzaehlte mir jemand, dass sich auf einer kleinen Insel in der Melgar Bay vor Nazareth ein Hollaender niedergelassen haette und jetzt auf eben dieser Insel ein Haus bauen wuerde. Man erzaehlte mir auch, dass es kein Wasser auf der Insel geben wuerde und dass der Hollaender mit Bohrtrupps angerueckt sei. Ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Irgendwann im Sommer 1989 erzaehlte mir jemand, dass sich auf einer kleinen Insel in der Melgar Bay vor Nazareth ein Hollaender niedergelassen haette und jetzt auf eben dieser Insel ein Haus bauen wuerde. Man erzaehlte mir auch, dass es kein Wasser auf der Insel geben wuerde und dass der Hollaender mit Bohrtrupps angerueckt sei.</p>
<p>Ich wunderte mich ein wenig, denn auf einer kleinen Insel ohne Wasser zu leben stellte ich mir nicht so lustig vor. Die Insel hatte die Form eines in der Rundung angespitzten Hufeisen und war etwa 5 Kilometer lang und zwischen einem halben und einem Kilometer breit. Ueber die Insel zog sich im Zentrum eine kleine Huegelkette und auf dieser Huegelkette baute der Hollaender und hatte dabei den Standort des Hauses so gewaehlt, dass man sowohl auf die halb offene Lagune schauen konnte, sowie auf die Melgarbay in Richtung Westen. Sollten allerdings Taifune kommen, dann waere das Haus auf dem Huegel wohl voll im Wind. Ob er von den Handwerkern oder der Gemeinde gewarnt worden war, wusste ich damals aber noch nicht. <span id="more-2621"></span></p>
<p>Wir lebten in San Jose und bekamen nur die Erzaehlungen mit, die vom Fortschritt des Baues zu berichten wussten und da schien alles sehr optimal zu laufen. Eines Tages kamen dann Leute aufgeregt zu mir und berichteten, dass die Bohrungen auf Suesswasser gestossen seien, und das sprudelte in solchen Mengen, dass nun ein Bach den Huegel hinunter floss und in der Lagune uns Meer muendete. Dass der gute Mann dort Wasser finden wuerde, habe ich fuer ihn gehofft, dass er solche Mengen auf einer doch recht kleinen Insel finden wuerde hatte mich dann doch ueberrascht.</p>
<p>Eines Tages, etwa vier Monate nach dem Fund des Wassers erschien ein juengerer Filipino bei uns im Haus und lud uns ein doch den Hollaender mal zu besuchen. Wir stimmten zu uns am naechsten Tag auf den Weg zu machen und waren schon gespannt, wass wir vorfinden wuerden.</p>
<p>Am naechsten Tag brachen wir mit unserem Pumpboat auf um den Hollaender zu treffen. Wir fuhren also in die Lagune und ein paar hoelzerne Treppen erleichterten den Aufstieg zum Haus, dass doch so gute 100 Meter ueber dem Meeresspiegel lag. Die Aussicht war fantastisch! Das Haus selbst war im Bungalowstil gebaut und duerfte etwa 100qm Wohnflaeche gehabt haben. Der Hollaender empfing uns sehr freundlich und wir setzten uns auf die geraeumige Terasse, wo alsbald eine etwa 40 jaehrige Filipina Softdrinks servierte. Er stellte die Frau als seine Haushaelterin vor. Wir begannen eine angeregte Unterhaltung auf Englisch, aber als meine Frau sich etwas ausfuehrlicher mit der Haushaelterin unterhielt, begannen wir Deutsch zu reden. Wie viele Haollaender sprach auch er sehr gut Deutsch mit dem typischen weichen Akzent. Allerdings war es um mein Deutsch nicht sehr gut bestellt. Seit ueber zwei Jahren hatte ich kein Wort Deutsch gesprochen und hatte anfaenglich die groessten Schwierigkeiten mit den richtigen Woertern und der Grammatik. Ich stotterte dermasses herum, dass ich fluchte und meinte: &#8220;Das kann doch beim Teufel nicht angehen, dass man seine Muttersprache verlernt.&#8221; Hier unterbrach mich der Hollaender und bat mich in seiner Gegenwart nicht zu fluchen, da er ein pensionierter katholischer Priester sei und hier auf dieser einsamen Insel eben seinen Lebensabend verbringen wollte. Hier koenne er Gott nahe sein und wuerde nicht viel von der Schlechtigkeit der Menschen mitbekommen.</p>
<p>Anschliessend fuehrte er uns durch das Haus. Strom gewann er durch die Sonne, denn das Haus war mit Solarzellen gedeckt worden. Batterien hatte er jede Menge. Das Licht lief mit 12 Volt und ansonsten hatte er auch einen Umspanner um fuer gewisse Geraete auch 110 Volt zu bekommen. Er hatte sich fuer die amerikanische Spannung entschieden, da das seinen Worten gemaess einfacher sei. Nun ja ich bin da kein Fachmann und damals konnte man alles auch mit 110 Volt Spannung bekommen.</p>
<p>An der Bohrung hatte er einen kleinen Pool gebaut, so dass er schwimmen konnte, wobei es auch eine Pumpe gab, die das Wasser direkt vom Einlass  in einen grossen Tank befoerderte, wo das Wasser dann durch die Schwerkraft aus den verschiedenen Haehnen im Haus floss. Einen kleinen Gemuesegarten hatte er auch angelegt und er fuehle sich pudelwohl hier. In der Kueche sah ich einige Flaschen Tanduay, so dass ich davon ausging, er sei wohl kein Kind von Traurigkeit. In der Tat stellte er spaeter den Rum auf den Tisch, damit man sich einen ordentlichen Schuss in den Tee geben koenne, wobei Tee mit Rum auf den Philippinen wohl kein so geeignetes Getraenk ist, da es zu heiss ist.</p>
<p>Nach einem gemuetlichen Nachmittag bei ihm fuhren wir dann wieder nach Hause. Dort erzaehlte mir dann meine Frau, dass die &#8220;Haushaelterin&#8221; eigentlich die langjaehrige Freundin des Priesters sei und mit ihm zwei Kinder hatte, die bei ihrer Schwester in Holland aufwuchsen.</p>
<p>Wir trafen den Priester sehr gelegentlich, aber eine Freundschaft wollte sich nicht entwickeln. Ich fand ihn bigottisch und hielt mit der Meinung auch nicht ueber den Berg.</p>
<p>Als wir Dinagat dann 1990 im Januar verliessen, lebte der Hollaender nach wie vor auf seiner Insel. Sechs Jahre spaeter starb er an einem Herzinfarkt und das merkwuerdige war, dass am gleichen Tag die Quelle versiegte. Seine &#8220;Freundin&#8221; verliess die Insel wenige Tage spaeter und kehrte nach Holland zurueck. Das Versiegen fuehrte natuerlich zu vielen Geruechten unter anderem, dass er heimlich ein Satanist gewesen sein soll, dessen angebliche Priesterschaft nur der Tarnung diente.</p>
<p>Etliche Leute versuchten nach dem Tod des Hollaneders die Quelle neu anzubohren, aber wurden nie fuendig. Das gab den Geruechten natuerlich neue Nahrung. Nachdem sich ja niemand mehr um das Haus kuemmerte, holten sich Filipinos alles was nicht niet und nagelfest war ab, und das Haus wurde bis auf die Grundmauern zerstoert. Selbst bei einem Besuch auf der Insel muss man schon sehr genau suchen, um noch Ueberreste seiner ehemaligen Anwesenheit zu finden.</p>
<p>Die Insel ist heute nach wie vor unbewohnt und wird im allgemeinen gemieden. Selbst die PBMA, die ein grosses Boot auf der Insel baute, gab das Projekt wegen der Geruechte auf, denn keiner wollte mehr auf der Insel arbeiten. Aber das Holz des halbfertigen Bootes wurde trotzdem geholt und verheizt, denn bauen wollte keiner mit dem &#8220;verhexten&#8221; Holz.</p>
<p>Mittlerweile duerften sich nur noch die aelteren Menschen dort an den Hollaender erinnern.</p>

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		<title>Bild der Woche</title>
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		<pubDate>Sun, 13 Mar 2011 04:24:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<div class="sticky_post"><p style="text-align: center;"><img class="aligncenter size-full wp-image-2618" title="Melgar Bay" src="http://www.phil-life.net/wp-content/uploads/2011/03/Melgar-Bay2.jpg" alt="" width="538" height="362" /></p>
<p style="text-align: center;">Wolken ueber der Melgarbay auf Dinagat</p>
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		<title>Unser Stock Yard in Wilson und Ben 5. Teil</title>
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		<pubDate>Fri, 26 Nov 2010 06:34:33 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Und dann kamen sie! Und alle wollten Geld! Zuerst kam der Buergermeister von Dona Helene wieder angetanzt, dem wir die gleichen Argumente an den Kopf warfen wie beim erstenmal. Aber dieses Mal hatte er drei Polizisten dabei, die sollten den LCT bewachen und verhindern, dass er abfuhr. Eine richterliche Anordnung hatte er nicht. Danach kam [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Und dann kamen sie! Und alle wollten Geld! Zuerst kam der Buergermeister von Dona Helene wieder angetanzt, dem wir die gleichen Argumente an den Kopf warfen wie beim erstenmal. Aber dieses Mal hatte er drei Polizisten dabei, die sollten den LCT bewachen und verhindern, dass er abfuhr. Eine richterliche Anordnung hatte er nicht. Danach kam der Barangay Captain von San Jose und der brachte gleich <strong>acht </strong>Polizisten mit, die bis auf die Zaehne bewaffnet waren. Die sollten uns wohl einschuechtern. Die Argumente waren die gleichen, aber dieses Mal wollte er gleich zwei Anteile haben. Einen fuer sich selbst und einen fuer die Gemeinde. Wir waren nicht gewillt zu zahlen und daher blockierten &#8220;seine Polizisten&#8221; unsere Ladeaktion. Tio war in heftige Diskussionen verstrickt mit den verschiedenen Leuten, aber ohne jedes greifbare Resultat, denn man gab sich stur.</p>
<p>Die Buergermeister verzogen sich wieder, aber ihre Polizisten blieben da. <span id="more-2447"></span>Danach kam auch wie ueblich die INP und die PC, aber wir machten denen unverbluemt klar, dass es ohne Abfahrt keine Kohle gaebe. Die waren dann sauer auf ihre &#8220;Kollegen&#8221; die das Laden und die Abfahrt verhindern sollten. Es wurde diskutiert und herum geschrien, dass es eine wahre Freude war. Zwei der Polizisten begannen eine Schlaegerei und die anderen gingen dazwischen um die Kampfhaehne zu trennen. Tio und ich standen an der Seite des Platzes und grinsten uns eins. Es war ein einziges Chaos.</p>
<p>Nach dem Mittagessen gelang es Tio, die Polizisten an einen Tisch zu bringen und es wurde palavert und diskutiert auf Teufel komm raus. Nur leider kam nichts dabei &#8216;raus und die Polizisten bestanden stur auf die Bezahlung.</p>
<p>Nun fragte ich Tio, wie es denn mit einer einstweiligen Verfuegung aussaehe, da die Forderungen ja keinerlei gesetzliche Basis hatten. Tio meinte, dass es einen Versuch wert waere und fuhr nach Rizal, der zustaendigen Municipality. Drei Stunden spaeter war er wieder da mit einer einstweiligen Verfuegung, die uns das Laden erlaubte sowie die Abfahrt ohne jede weitere Bezahlung, da die Steuern ja ordnungsgemaess bezahlt worden waren und keinerlei Gesetz die &#8220;Ansprueche&#8221; der Barangays regelten.  Das brachte die Polizisten in Bewegung und sie fuhren auf ihren Mopeds zu ihren &#8220;Herren&#8221; um Bericht zu erstatten, die natuerlich prompt zurueck kamen und erneut begannen Verhandlungen.  Man wollte uns aber weder weiter laden lassen noch abfahren. Die Verfuegung wurde ignoriert. Das gefiel nun &#8220;unseren&#8221; Polizisten nicht, die sich nun auf die Seite des Gesetzes stellten und die Polizisten aus Dona Helene und San Jose mit ihren Waffen bedrohten und ihnen die Knarren abnahmen. Selbst die beiden Barangay Captains wurden entwaffnet. (Damals war eine Bolo (Machete) das Minimum an Waffen, was so ein Captain bei sich trug. Heute ist das natuerlich nicht mehr erlaubt.)</p>
<p>Das Laden ging weiter. Die Entwaffneten wurden von drei Maennern in Schach gehalten und zwar so lange, bis der LCT fertig beladen war. Die Coast Guard kam, bekam ihren Obulus und stellte die &#8220;Clearance&#8221; zur Abfahrt aus. Der LCT legte ab und &#8220;unsere&#8221; Polizisten wurden nun entlohnt mit dem gleichen Betrag wie sonst auch. Das geschah in Sichtweite der &#8220;gegnerischen&#8221; Polizisten, denen fast die Augen &#8216;raus fielen, als sie sahen dass es da Kohle gab.</p>
<p>Damit war der Zauber fuer heute erst einmal beendet. Die Polizisten fuhren mit ihren Herren heim.</p>
<p>Bereits zwei Tage spaeter tauchten die beiden Barangay Captains zeitgleich bei uns auf. Sie hatten sich wohl abgesprochen und legten jeweils eine Municipal Ordinance (Gemeindegesetz) vor, in denen die Ansprueche legalisiert worden waren. Nur waren die Ansprueche der Gemeinden nicht begruendet, das Erz wurde weder auf ihrem Gemeindegebiet gefoerdert noch wurde das Erz dort gelagert. Mit Wilson hatten wir ja unseren Vertrag und die bekammen auch ihren Anteil jedesmal nach dem Laden. Ich machte den Herren meinen Standpunkt klar und fragte womit dieses Gesetz, das in Tat vom Gemeinderat so beschlossen worden war, denn begruendet werden solle. Das zog verblueffte Gesichter nach sich.</p>
<p>Zwei Tage spaeter war Tio beim Richter in Rizal (heute Basilisa), der die beiden Gemeindegesetze fuer ungesetzlich erklaerte und sogar einen Text aufsetzte, der den Gemeinden Einkommen versprach, aber eben nur, wenn das Erz entweder bei ihnen gelagert, abgebaut oder verschifft wurde. Nun ja, die &#8220;hohen Herren&#8221; scheinen nicht sehr intelligent gewesen sein, denn am naechsten Tag kamen sie wieder und &#8220;schlugen&#8221; mir den geaenderten Gesetztestext &#8220;um die Ohren&#8221;. Ich nickte und sagte nur immer jaja und liess mir natuerlich jeweils eine Kopie geben.</p>
<p>Der naechste Ladetag kam und die beiden Herren kammen siegesischer zum kassieren. Ich schuettelte mit einer &#8220;Leichenbittermiene&#8221; bedauernd den Kopf mit einem Hinweis auf den Gesetzestext, der ja eindeutig besagte, dass das Erz eben entweder in der Gemeinde abgebaut worden war, oder eben dort gelagert und verschifft wurde. Da das weder fuer Dona Helene noch fuer San Jose zu traf, machten die beiden sehr lange Gesichter. Denn es gab nichts zu holen fuer sie und dieses mal sogar verbrieft und besiegelt und das vom Gemeinderat. LOL</p>
<p>Und dieses mal setzten sich die beiden mit uns an einen Tisch &#8211; der LCT war ohne Verzoegerung geladen worden und bereits abgefahren &#8211; um eine Moeglichkeit zu finden, damit diese Gemeinden eben auch ein Einkommen haben koennten. Dafuer gab es nur eine Moeglichkeit. Sie muessten eben Chromerz auf dem Gemeindegebiet finden und das dann an uns liefern, dann wuerden wir fuer das Erz den vereinbarten Betrag pro Tonne an die Gemeinden abfuehren.</p>
<p>In der Tat wurde dann beim naeheren Untersuchen des Gemeindelandes Erz gefunden, das an uns geliefert beziehungsweise von uns abgeholt wurde und dafuer gab es dann schon Geld beim abholen oder liefern und nicht erst beim laden.</p>
<p>Seitdem hatten wir keine Probleme mehr mit den Vertretern der Gemeinden.</p>
<p>Dafuer sollten wir spaeter Probleme mit Ben bekommen auf grund seiner Sauferei, aber das ist eine andere Geschichte, die ich ein anderes mal erzaehlen werde.</p>
<p>The End</p>

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		<title>Unser Stock Yard in Wilson und Ben 4. Teil</title>
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		<pubDate>Sun, 21 Nov 2010 06:39:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Ben arbeitete sehr gewissenhaft und ich war angenehm ueberrascht. Die ersten Lieferungen wurden nun auch direkt von Produzenten nach Wilson gebracht, da wir dort einen hoeheren Preis bezahlten als an den Produktionsstaetten. Erwin kam fast taeglich mit seinem Boot um Erz zu bringen, wobei erwaehnenwert waere, dass das Boot von Erwin das einzige motorisierte Boot [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ben arbeitete sehr gewissenhaft und ich war angenehm ueberrascht. Die ersten Lieferungen wurden nun auch direkt von Produzenten nach Wilson gebracht, da wir dort einen hoeheren Preis bezahlten als an den Produktionsstaetten. Erwin kam fast taeglich mit seinem Boot um Erz zu bringen, wobei erwaehnenwert waere, dass das Boot von Erwin das einzige motorisierte Boot ohne Ausleger war. Heute sieht man ein paar mehr, aber sie sind nach wie vor die Ausnahme.</p>
<p>Innerhalb von 10 Tagen hatten wir genug Erz um einen zweiten LCT laden zu koennen und ich rief von Surigao City aus bei Horizon in Cagayan an um die Verladung zu organisieren. Am gleichen Tag machten wir auch die Papiere fertig und hier erlebten wir unsere erste &#8220;Ueberraschung&#8221;. Der Chef vom BIR wollte uns auf einmal die &#8220;Tax Clearance&#8221; nicht mehr geben ohne zusaetzlich an ihn einen &#8220;Obulus&#8221; zu zahlen, wobei er 20k verlangte, was fuer einen Obulus viel zu viel war, da wir ja den richtigen Steuerbetrag abloehnten. <span id="more-2438"></span>Ein Trinkgeld waere ja in Ordnung gewesen, aber so ging es eben nicht. Indays Onkel begann mit ihm regelrecht herum zu streiten, aber der &#8220;Gute&#8221; erschien sehr hartnaeckig und wollte den Preis nicht senken. Wir entschieden uns ohne die Steuerpapiere zu laden, aber wir hatten ja die Quittung fuer die bezahlten Steuern und Tio &#8211; so wurde der Onkel von allen genannt &#8211; war sich sicher die Ladung bewerkstelligen zu koennen.</p>
<p>Im Baureau of Mines (heute DENR &#8211; Department of Environment and Natural Resources) lief alles glatt und so fuhren wir nach Dinagat zurueck.</p>
<p>Der Ladetag kam und alle standen sie bereit um zu kassieren. Die Gemeinde wollte den vereinbarten Betrag haben, Die INP kam vorbei und wurde wegen der fehlenden Tax Declaration von Tio mit 2000 Pesos &#8220;bestochen&#8221;, die PC holte sich auch ihren &#8220;Anteil&#8221; ab und dann stand sogar der Barangay Captain von Dona Helene auf der Platte, denn der wollte auch Kohle. Die verweigerten wir und als er meinte, dass das Erz ja auf dem Gebiet von Dona Helene geschuerft wuerde, waere es wohl angebracht trotzdem zu bezahlen. Allerdings gehoerten die Minen zu Tacabaca und dort war immer schon vor dem Transport nach Wilson bezahlt worden. Dona Helene hatte wohl keine Ansprueche zu machen und der gute Mann war sehr erbost als er ging.</p>
<p>Es dauerte keine Stunde und der Buergermeister von San Jose, das damals noch keine Municipality war, wollte auch Kohle haben. Nun mit denen hatten wir ja gar nichts zu tun. Wir lebten dort, hatten aber keinerlei geschaeftliche Aktionen, aber er war ja ein Ecleo wie er betonte und haette wohl ein Recht darauf. Mein Onkel stritt auch mit ihm und er zog unverrichteter Dinge von dannen.</p>
<p>Das Laden ging recht schnell und nachdem die Coast Guard auch befriedigt worden war, legte der LCT ab und machte sich auf den Weg. Etwa eine Stunde spaeter kam der Barangay Captain von San Jose zurueck und trug eine gerichtliche Verfuegung mit sich, die der Richter in Rizal, der zustaendigen Gemeinde, ausgestellt hatte. Es erscheint fast ueberfluessig zu erwaehnen, dass der &#8220;Judge&#8221; auch ein Ecleo war. Gemaess der Verfuegung duerfe der LCT nur abfahren, wenn an San Jose der geforderte Betrag bezahlt wuerde. Bedauerlicherweise war der LCT schon weg und so bezahlten wir natuerlich nichts. Aber wir ahnten den Zirkus schon, den es beim naechstenmal geben wuerde. Auf alle Faelle hatte sich Tio so ziemlich mit jedem zerstritten, der etwas wollte und kein Beamter gewesen war, wobei er aber auch mit denen nicht gerade zimperlich umgegangen war. Und er hatte so seine Ideen fuer die naechste Verschiffung.</p>
<p>Die naechsten zwei Wochen verliefen friedlich, aber als wir die naechste &#8220;Tax Clearance&#8221; wollten, wiederholte sich der Zirkus. Diesesmal wollte der Bursche 30k haben, aber Tio bezahlte nichts und wollte wie beim letztenmal nur mit der Quittung laden.</p>
<p>Wir hatten uns allerdings etwas neues ausgedacht. Wir wollten nachts laden um den ganzen &#8220;Geiern&#8221; aus dem Weg zu gehen. Das klappte wunderbar und morgens um fuenf Uhr war das Schiff geladen und fuhr los. Die einzige Behoerde, die das mit bekam, war die Coast Guard und die bekamen den gleichen Betrag wie beim letzten Mal.</p>
<p>Aber natuerlich erfuhren am naechsten Morgen die &#8220;Geprellten&#8221; innerhalb weniger Stunden von unserer Nacht und Nebel Aktion und kamen vorbei um zu &#8220;protestieren&#8221;.  Tio liess sie &#8220;abfahren&#8221; und begruendete die &#8220;Night Action&#8221; mit der ueblen Tageshitze. Und so waren wir dann schon in etwa vorbereitet auf das, was kommen sollte. Aber Tio hatte noch ein Ass im Aermel.</p>
<p>Es war mal wieder so weit und wieder versuchten wir die Tax Clearance zu bekommen und wieder schauten wir in die Roehre. Der Chef vom BIR schraubte seine Forderungen noch einmal 10k hoeher und wir zogen nur mit der Quittung bewaffnet ab.</p>
<p>Wieder sollte es eine Nachtaktion werden, aber die ganze Zeit lungerten zwei Motorradfahrer um den Stock Yard herum und verzogen sich auch nicht nach Einbruch der Dunkelheit. Wir hatten noch zwei Tage, bis der LCT ankommen sollte und Ben begann auf Anweisung von Tio mit den beiden Habab Habal Fahrern &#8220;Fraundschaft&#8221; zu schliessen. Am zweiten Abend soffen sie schon Tanduay zusammen und am Nachmittag vor der Ankunft begann Ben Tanduay zu servieren und gegen sieben waren alle einschliesslich Ben total blau und schliefen ein. Eine Stunde spaeter kam der LCT und bei Morgengrauen legte er ab. Einmal mehr hatten wir den &#8220;Aasgeiern&#8221; ein Schnippchen geschlagen. Ich waere gerne ein &#8220;Maeuschen&#8221; gewesen um zu hoeren, was die &#8220;hohen Herren&#8221; zu sagen hatten, als sie das erfuhren.</p>
<p>Beim naechstenmal sollte uns das aber nicht mehr gelingen.</p>
<p>Und richtig, als wieder die Ladezeit gekommen war, lief im Vorfeld alles ab wie gehabt; der BIR Heini wurde immer gieriger und diesesmal waren andere Motorradfahrer da, mit denen Ben keine &#8220;Fraundschaft&#8221; schliessen konnte.</p>
<p>Der LCT kam an und die Motorradfahrer fuhren ab um ihre Auftraggeber zu verstaendigen.</p>
<p>Wir harrten der Dinge, die da kommen sollten.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Unser Stock Yard in Wilson und Ben 3. Teil</title>
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		<pubDate>Mon, 15 Nov 2010 09:26:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir ueberlegten was zu tun war, da der alte Mann hartnaeckig schweigte und selbst als der Barangay Captain versuchte hin zu gehen, legte er mit der Flinte an, was den Captain ganz schnell zu einem Rueckzug bewog. Ich schlug vor nichts zu tun. Bei schoenem Wetter brannte ihm die Sonne aufs &#8220;Hirn&#8221; und wenn es [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir ueberlegten was zu tun war, da der alte Mann hartnaeckig schweigte und selbst als der Barangay Captain versuchte hin zu gehen, legte er mit der Flinte an, was den Captain ganz schnell zu einem Rueckzug bewog.</p>
<p>Ich schlug vor nichts zu tun. Bei schoenem Wetter brannte ihm die Sonne aufs &#8220;Hirn&#8221; und wenn es regnete, wurde er pitschnass. Das war nur eine Frage der Geduld, bevor er aufgab. Also taten wir erst einmal gar nichts. Wir sassen im Schatten unter einem grossen alten Baum neben dem Hof, tranken Bier oder Softdrinks und liessen die Eiswuerfel provokativ &#8220;klimpern&#8221;. Der Alte schaute oefter zu uns rueber, aber er sagte und machte nichts. So verging der erste Tag.</p>
<p>Abends ging der Alte nach Hause nur um am naechsten Morgen noch vor Sonnenaufgang wieder mitten auf dem Platz zu sitzen. Der Himmel war wolkenlos und wir waren gespannt, wie lange er da sitzen wuerde. <span id="more-2435"></span>Nun er war zaeh, aber als gegen Mittag seine Frau kam um ihn mit Essen und Trinken zu versorgen,untersagte ihr der Barangay Captain den Zugang. Der Alte schwitzte, aber erst nach Sonnenuntergang ging er nach Hause.</p>
<p>Am naechsten Morgen war er wieder da, aber diesesmal hatte er Wasser und Nahrung mit gebracht. Und er hielt durch.</p>
<p>Drei Tage ging das Spiel schon, als sich am Nachmittag schwere Gewitterwolken am Himmel zeigten. Innerhalb von 30 Minuten hatten wir das schoenste Tropengewitter mit Blitz und Donner und einem tollen Wolkenbruch. Der alte Mann aber zeigte ich unbeirrt und sass stoisch auf seinem Stuhl. Nach einer guten Stunde war der Zauber vorbei and die Sonne begann zu scheinen. Der nasse Beton dampfte und die Luftfeuchtigkeit stieg wohl gegen 100%.  Das wurde ihm nun doch zuviel und gegen fuenf Uhr ging er nach Hause. Wir begannen nun das Grundstueck zu umzaeunen, da die gekauften Materialien inzwischen eingetroffen waren. Bei Scheinwerferlicht arbeiteten wir mit unseren Leuten die ganze Nacht, aber leider sind wir nicht fertig geworden und so konnte der gute Mann am naechsten Morgen sein Spiel fortsetzen.</p>
<p>In der naechsten Nacht arbeiteten wir weiter und gegen Morgen war der Zaun fertig. Das Tor blokierten wir mit dem Kipplaster und Ben wachte um den Alten am rein klettern zu hindern. Aber der kannte keine &#8220;Gnade&#8221; und bedrohte Ben kurzerhand mit der Waffe. Ben lief natuerlich weg und der Alte sass keine zwei Minuten spaeter wieder auf seinem Stuhl und grinste zufrieden vor sich hin.</p>
<p>Ich liess mich nicht beirren und am naechsten Morgen war das Tor fertig und ich war neugierig, was der alte Knabe nun unternehmen wuerde.  Trozt Stacheldraht liess sich der nicht beirren und er rammte einen Stock in den Boden, den er vorher oben eingekerbt hatte und spannte so den Draht nach oben, was es ihm ermoeglichte unter dem Stacheldraht durch zu kriechen. Und wieder sass er da und grinste. So langsam bekam ich das Gefuehl, das dem Alten das &#8220;Spiel&#8221;  Spass machte.</p>
<p>Ich liess mich auch nicht weiter beirren und auch wenn erst etwa 50% betoniert waren so begannen wir das Erz von Dona Helene nach Wilson zu schaffen und einfach auf den bereits betonierten Teil zu kippen. Am ersten Tag fuhren wir insgesamt acht Mal und bauten einen &#8220;Wall&#8221; um den alten Herrn herum. Da es trocken war staubte es auch entsprechend und das gefiel ihm nun gar nicht. Aber auch hier wusste er sich zu helfen und er band sich ein Tuch vor das Gesicht, so dass er nun wie ein alter  &#8220;Westernbandit&#8221;  aussah.</p>
<p>Es war bereits eine Woche vergangen und wir arbeiteten einfach weiter, als ob der alte Mann gar nicht da war. Er sah  interessiert bei der Arbeit zu und begann sogar zu fragen, als er mir zusah wie ich erste repraesentative Proben zog. Innerhalb einer kurzen Zeit waren wir im Gespraech und unterhielten uns nur Anfangs ueber das Erz. Er wollte dann mehr von mir wissen, auch persoenliches wie woher, welche Religion usw. Ich vermied es bewusst, dass Gespraeche auf seine Ansprueche zu bringen, da ich wollte, dass er damit begann.</p>
<p>In den ersten beiden Tagen klammerte er das &#8220;Thema&#8221; wohl auch bewusst aus und wir unterhielten uns ueber Gott und die Welt. Ich brachte ihm auch einen provisorischen &#8220;Sonnenschirm&#8221;, so dass er wenigstens etwas von der Hitze geschuetzt war. Ausserdem bot ich ihm zu essen und zu trinken an und so kam unser Gespraech nach zwei Tagen endlich zum Thema.</p>
<p>Er wusste eigentlich ganz genau, dass ihm das Land nicht gehoeren konnte, da die Familie es eben nicht genutzt hatte und auch keine Steuern bezahlt hatte, aber dachte er koenne was fuer sich heraus holen, da die Familie arm war. Die Kinder waren ausser Haus, zwei Soehne suchten Gold in Diwalwal, die Toechter waren verheiratet und auch bei ihnen reichte das Einkommen hinten und vorne nicht.</p>
<p>Ich bot ihm an fuer uns als &#8220;Waechter&#8221; zu arbeiten. Er nahm dankend an und wir einigten uns auf sein Gehalt. In den naechsten Tagen bauten wir neben dem Tor eine kleine Huette, die als sein &#8220;Wachhaus&#8221; diente. Dort sass er nun, die Schrotflinte griffbereit und er nahm seinen Job sehr ernst. Jeder der auf das Gelaende wollte, und ihm nicht bekannt war musste sich ausweisen und er war sehr genau. Er lebte richtiggehend auf mit seiner neuen &#8220;Verantwortung&#8221;.  Und solange wir den Stock Yard betrieben arbeitete er auch fuer uns als &#8220;Wachmann&#8221;.</p>
<p>Wir konnten also endlich unseren Stock Yard fertig machen und etwa drei Wochen spaeter luden wir das erste mal in Wilson. Mit dem Schaufellader und dem Kipplaster war der LCT in &#8220;nullkommanix&#8221; nix geladen, verglichen mit manuellem Laden, das frueher immer bis zu 3 Tagen dauerte und uns das dreifache kostete.</p>
<p>Aber wie immer gab es Neider und als wir den zweiten LCT laden wollten, gab es einige unschoene Szenen.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Unser Stock Yard in Wilson und Ben 2. Teil</title>
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		<pubDate>Thu, 11 Nov 2010 04:03:55 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es ging los! In den naechsten Tagen bestellten wir Holz um die Oberbeplankung des Anlegesteges in Wilson zu verstaerken. Wir stellten auch breite Keile her, die vor den Abschlussbalken des Piers gelegt eine Art Rampe bilden sollten. Zudem begannen wir den Stock Yard zu betonieren und kauften Zement und die Leute vom Dorf organisierten Sand [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ging los! In den naechsten Tagen bestellten wir Holz um die Oberbeplankung des Anlegesteges in Wilson zu verstaerken. Wir stellten auch breite Keile her, die vor den Abschlussbalken des Piers gelegt eine Art Rampe bilden sollten. Zudem begannen wir den Stock Yard zu betonieren und kauften Zement und die Leute vom Dorf organisierten Sand und Kies und hatten damit eine Verdienstmoeglichkeit, was natuerlich alle erfreute.</p>
<p>Und wir stellten Ben Navas, Lorenzos Bruder und Ehemann von Indays Tante ein, das alles zu ueberwachen. Und ich muss sagen, dass Ben gleich Feuer und Flamme war, aber ich war neugierig, wie lange die Begeisterung anhalten wuerde. So maches Strohfeuer ist oft nach einigen Wochen erloschen oder brannte auf absoluter Sparflamme weiter.<span id="more-2426"></span></p>
<p>Jeden Tag verbrachte ich einige Stunden in Wilson um sicher zu gehen, dass die Arbeiten Fortschritt machten und wir insbesondere beim Abladen der Maschinerie keine Probleme bekommen wuerden. Der Barangay Captain war auch jeden Tag etliche Stunden am Pier. Er wollte natuerlich sicher gehen, dass die Umbauten aund Ausbesserungen den normalen Passagierverkehr nicht behindern wuerden und er wollte seinen &#8220;Anteil&#8221; am Fortschritt im Dorf haben, denn die &#8220;Improvements&#8221; wuerden ihm bei der naechsten Wahl wohl als &#8220;Pogipunkte&#8221; angerechnet werden. Das ganze ging so weit, dass nach einigen Tagen sogar ein Team einer Raadiostation auftauchte und Interviews machte, wobei der Captain eine sehr bedeutende Rolle spielte. Das ganze klang am Ende fast so, als ob er das alles aus der eigenen Tasche bezahlte.</p>
<p>Wir waren noch nicht ganz fertig mit der Verstaerkung vom Pier, als ein Motorrad bei mir morgens zum Haus kam um mich zu informieren, dass der LCT mit den Fahrzeugen angekommen sei. Ich fuhr also so schnell wie moeglich mit dem Habal Habal nach Wilson um das ausladen zu ueberwachen. Dort angekommen ordnete ich zuerst das Auflegen von Bohlen auf den Teilen an die noch nicht fertig geworden waren. Dann begannen wir mit dem abladen. Der Weapons Carrier stellte kein Problem da, der Kipplaster war da schon etwas schwieriger, und der Fahrer fuhr recht schnell ueber die ausgelegten Bohlen und da knisterte es schon ziemlich laut im Untergebaelk.  Mit dem Schaufellader waren wir sehr vorsichtig; wir legten eine zweite Reihe von Planken auf, nachdem wir vorher das ganze mit Querplanken darunter verstaerkt hatten. Langsam rollte der Lader ueber diese Behelfsverstaerkung und durch die Doppellage verteilte sich das Gewicht so gut, dass es nicht mal knisterte. Wir hatten die Dinger abgeladen und am naechsten Tag gingen die Arbeiten am Pier und am Stock Yard weiter. Die beiden Lastwagen verbrachten wir nach Donna Helene, wo sie auch gleich zum Arbeiten eingesetzt wurden. Aber oh weh; wir rechneten nicht mit dem was dann kam.</p>
<p>Bereits am naechsten Tag gab es eine Vorladung zum Barangay Captain, wo einige der Arbeiter, die die Erzsaecke bis jetzt entweder auf dem Ruecken oder mit Carabaos zum Verladeplatz brachten, sich beschwerten, dass der Einsatz der Fahrzeuge sie um ihr Einkommen braechte. Wir argumentierten, dass ja genug Produzenten da waeren, die keine Fahrzeuge hatten und sich weiterhin auf die manuelle Arbeit verlassen muessen und auch wir nach wie vor Arbeiter braeuchten, da ja auf und beim Carrier auch abgeladen werden musste.  Das Argument zog zwar, aber nun wollten die Arbeiter fuer das auf und abladen die gleiche Summe haben wie fuer den gesamten Transport. Das hatte natuerlich fuer uns keinerlei Sinn, denn statt Kosten zu senken, wuerden wir unsere Kosten erhoehen. Wir stimmten nicht zu.</p>
<p>Am naechsten Tag streikten die Arbeiter und bauten Strassensperren auf um die Fahrzeuge zu behindern. Wir konnten also nichts transportieren. Nun wurde ich meinerseits auch hartnaeckig und aenderte einige Regeln. Bezahlung fuer Minenproduktion gab es nun erst wenn die Produktion am Verladeplatz ankaeme und ich setzte den Ankaufspreis fest, der den Transport mit einschloss. Zudem parkte ich die LKWs am Tor zum Verladeplatz und nahm den Arbeitern die Moeglichkeit dort durch zu laufen. Nun mussten sie entweder ueber den Zaun klaettern oder den Zaun der Gemeinde beschaedigen fuer ein zweites Tor. Dem Captain passte dieser &#8220;Arbeitkrieg&#8221; ueberhaupt nicht und er verbot ein ueberklettern der LKWS oder des Zaunes. Da alle Aufkaeufer innerhalb des umzaeunten Gelaendes waren bekam nun keiner was und fuer drei Tage stand alles still.</p>
<p>Dann gaben die Arbeiter nach, wir einigten auf akzeptable Kosten fuer das auf und abladen, andere Haendler wurden nach wie vor manuell beliefert und das Erz rollte wieder. Nach einigen Tagen kristallisierte sich heraus, dass die Arbeiter beim auf und abladen mehr verdienten als am manuellen Transport, da natuerlich viel mehr pro Tag transportiert werden konnte. Nun begann die Streiterei, wer laden duerfe und wer manuell schleppte. Um dieses Problem zu loesen liess ich einfach rotieren und es kam jeder mit dem Laden regelmaessig dran und alle konnten von der Mehrverdiensten profitieren.</p>
<p>Nach etwa drei Wochen gab es die erste Fahrzeugpanne. Beim Weapons Carrier hatten sich wegen des Gerumpels auf praktisch nicht vorhandenen Strassen einige Schrauben geloest, und die Achse war am heraus rutschen. Gluecklicherweise wurde es rechtzeitig bemerkt und nach dem voruebergehenden abladen konnte das ohne Probleme repariert werden. Nun wurden eben jeden Abend nach getaner Arbeit alle Schrauben bei den Fagrzeugen gecheckt und gegebenenfalls nach gezogen. So lief dann alles ganz prima.</p>
<p>Dafuer gab es Probleme in Wilson, denn der Platz, den wir fleissig betonierten, sollte auf einmal nicht mehr der Gemeinde gehoeren. Ein alter Mann kam mit einer uralten Steuererklaerung an und behauptete Eigentuemer zu sein, da er vor ueber 30 Jahren ja die Steuern fuer das Land bezahlt hatte. Land, das keinen Titel hatte, konnte offiziell niemandem gehoeren und da die Steuern auch seit 30 Jahren nicht mehr gezahlt worden waren, verwarf der Captain diese Ansprueche sofort.</p>
<p>Am naechsten Morgen sass der alte Mann mitten auf der betonierten Flaeche mit einer Schrotflinte im Arm und weigerte sich das Land zu verlassen. Jeden, der auch nur das Land betrat, bedrohte er. Wir hatten eine sehr heikle Situation; Verhandlungen waren nicht moeglich, da er niemanden an sich heran liess.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Unser Stock Yard in Wilson und Ben 1. Teil</title>
		<link>http://www.phil-life.net/2010/11/05/unser-stockyard-in-wilson-und-ben-1-teil/</link>
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		<pubDate>Fri, 05 Nov 2010 09:32:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Unser Chromerzgeschaeft lief ja sehr gut und so entschlossen wir uns im November 1988, kurz nach dem Untergang der MB Bayreuth, in Wilson ein Lager fuer das Chromerz anzulegen.  Dafuer gab es viele Gruende, wie zum Beispiel einfachere Bewachung, weniger Verluste des sandigen Erzes  durch heftigen Regen da betoniert, Verladung mit dem Payloader, Anfahren in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Unser Chromerzgeschaeft lief ja sehr gut und so entschlossen wir uns im November 1988, kurz nach dem Untergang der MB Bayreuth, in Wilson ein Lager fuer das Chromerz anzulegen.  Dafuer gab es viele Gruende, wie zum Beispiel einfachere Bewachung, weniger Verluste des sandigen Erzes  durch heftigen Regen da betoniert, Verladung mit dem Payloader, Anfahren in groesseren Mengen mit Truck, Lieferung von anderen Gegenden per Boot und eine wesentlich weniger gierige Gemeinde. Im Gegenteil, die Gemeinde war froh ueber unsere Entscheidung und wuerde nur ein fuenftel von dem verlangen, was andere Gemeinden wollten. Und so setzten wir den Plan in die Tat um.</p>
<p>Aber zuerst wuerden wir natuerlich die benoetigte Maschinerie kaufen muessen. Wir brauchten einen normalen Dumptruck, einen Truck mit Vierradantrieb, um in entlegene Gegenden zu kommen wie Camp Seven und einen Schaufellader. Also machten wir uns auf nach Cagayan. Lorenzo begleitete mich, da er dort lebte und sich auskannte. Und er hatte ein Motorrad, so dass wir in der Stadt ohne Probleme ueberall hin konnten.<span id="more-2412"></span></p>
<p>Wie macht man das nun? Etwas von einem Haendler kaufen wollten wir eigentlich nicht, denn es gab weder Garantie noch Kundendienst und es waere bei einem Haendler eh viel zu teuer gewesen. Also gebraucht von &#8220;privat&#8221; &#8211; naja so wirklich privat nicht sondern schon von Firmen, da Privatleute ja selten mit einem Kipplaster durch die Gegend fuhren.</p>
<p>Zuerst lief uns also ein sogenannter &#8220;Weapon Carrier&#8221; ueber den &#8220;Weg&#8221;.  Es handelte sich hier um einen alten Militaerkleinlastwagen, der fuer Transportzwecke umgebaut worden war und etwa das 3-4 fache seiner Nennlast von einer knappen Tonne tragen konnte. Aber als Militaerlaster hatte er eben Allrad, der bei den &#8220;Strassen&#8221; in die Berge, die zum Teil nur bessere Trampelpfade waren, dringend benoetigt wurde. Da der Wagen relativ gut in Schuss war &#8211; mit kleineren Reparaturen musste man bei Gebrauchtwagen sowieso rechnen &#8211; kauften wir ihn fuer stolze 45.000 Pesos. Heute muss man in gutem ueberholten Zustand fuer die Dinger etwa 160k berappen.</p>
<p>Auch einige Dumptrucks wurden uns alsbald angeboten und einer davon war recht gut erhalten und sollte 175.000 Pesos kosten. Wir handelten den Truck noch auf 150k herunter, da der Verkaeufer dringend Geld brauchte, da er einen Krankheitsfall in der Familie hatten.</p>
<p>Das naechste war ein Schaufellader und hier gestaltete sich die Suche schon etwas schwieriger. Wir hoerten schliesslich von einer Baufirma, die Pleite gemacht hatte, und in drei Tagen sollte die Auktion der Konkursmasse sein. Darauf warteten wir nun.</p>
<p>Innerhalb von zwei Tagen war alles fuer die beiden Trucks geregelt, die Papiere waren umgeschrieben und die Transporterlaubnis war von der Polizei genehmigt worden. Die benoetigte man damals um das Transportieren von gestolenen Autos zu erschweren. Heute ist das allerdings nicht mehr noetig.</p>
<p>Danach besprachen wir den Transport mit Horizon, die in einigen Tagen Chromerz von Dinagat abholen wollten. Ein LCT wuerde den Transport natuerlich erleichtern, da er im Bugbereich nicht auf tiefes Wasser angewiesen ist, und das Wasser war am Pier in Wilson bei Flut gerade mal drei Meter tief, da es sich um eine Bucht handelte, die auch bei Taifunen von grossen Wellen verschont blieb. Sie stimmten zu die beiden Fahrzeuge mitzunehmen und auch den Schaufellader, falls wir den Zuschlag bekommen sollten.</p>
<p>Der Tag der Versteigerung kam und wir waren morgens um neun Uhr puenktlich zur Stelle. Wer natuerlich nicht puenktlich war, war der Sheriff. (Der Gerichtsvollzieher wird auf den Philippinen offiziell als Sheriff bezeichnet) Endlich kam der und verkuendigte, dass die Firma bessere Angebote bekommen hatte, als die Versteigerung erbringen koennte. Allerdings wollte diese Firma nur die 28 Trucks kaufen und die andere Maschinerie wuerde also doch noch zur Versteigerung gelangen. Die meisten Bieter standen auf und verliessen den Raum. Nur wir und zwei andere blieben uebrig, wobei wir von dem einen wussten, dass er die zwei grossen Generatoren der Firma wollte. Was der andere im Sinn hatte war uns nicht bekannt.</p>
<p>Die Versteigerung ging los und die ersten fuenf Angebote blieben liegen. Es handelte sich um vier Bagger und einen Kran. Dann kamen die Generatoren, die besagter Bieter zum Ausrufpreis ersteigerte. Der dritte Bieter hatte noch keinen Mucks gemacht und da nicht mehr viel kommen sollte, dachten wir, dass der den Schaufellader auch will. Und wir schienen recht zu behalten, denn als die beiden Planierraupen dran kamen, bot er und erhielt den Zuschlag ohne Gegengebot. Dann kam der Schaufellader und Insong (Lorenzos Spitzname) wollte sofort bieten. Ich hielt ihn zurueck, da ich erst sehen wollte ob der andere Bieter einstieg. Er stieg nicht ein und ich machte ein Gegengebot von Ausruf minus 10%. Das war gemaess den Bestimmungen der Auktion zulaessig und der Sheriff befragte die beiden Herren &#8211; wohl die Konkursverwalter &#8211; ob sie das Untergebot annehmen wuerden. Sie nahmen und wir hatten unseren Schaufellader. Aber etwas konnte man daran wieder mal deutlich sehen. Keiner der Bieter hatte die Versteigerungsbedingungen gelesen und keiner ein Untergebot gemacht. Auch Lorenzo hatte sich das nicht durch gesehen. Ist wie mit Gebrauchanweisungen, die liest der Durchschnittsfilipino auch nicht. Uns sparte dieses Untergebot immerhin 28.000 Pesos. Wir bezahlten dann drei Stunden spaeter mit einem Managers Check und konnten den Lader gleich mitnehmen. Die Ummeldung organisierte Horizon fuer uns und wir fuhren am naechsten Tag nach Dinagat zurueck.</p>
<p>Dort hatten wir eine Menge zu tun. Wir mussten den neuen Stockyard betonieren, die Genehmigung hatte die Gemeinde schon erteilt und wir mussten am Pier die Holzbeplankung verstaerken. Das Untergebaelk des Anlegestegs war solide, die Pfosten waren aus Beton, aber die Planken waren schon arg verwittert. Der LCT sollte in etwa einer Woche in Dinagat sein. Da musste der &#8220;Pantalan&#8221; dann schon das Abladen der Fahrzeuge aushalten, denn aus dem Wasser wollten wir die nicht unbedingt herausholen.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Allerheiligen</title>
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		<pubDate>Tue, 02 Nov 2010 08:52:58 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
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		<category><![CDATA[feiertag]]></category>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Auf den Philippinen werden all christlichen Feiertage genauso gefeiert, wie in anderen Laendern, aber die Wichtigkeit erscheint zumindest nach aussen hin etwas anders. Denn Allerheiligen und Allerseelen hat hier einen viel gewichtigeren Stand, als  in vielen anderen Laendern. Christentum hier ist halt doch ein wenig anders, denn es wird wesentlich offener zur Schau getragen, wobei das dauernde &#8220;Praise the Lord&#8221; nicht unbedingt so ernst zu nehmen ist. Und wie so oft in diesem Land wird vieles an Allerheiligen eben auch uebertrieben.</p>
<p>Denn an diesem Tag wird nicht nur der Toten gedacht, nein, man verbringt sogar den ganzen Tag auf dem Friedhof und einige Mutige auch noch die Nacht dazu. Es beginnt am 1. November und kann sich &#8211; je nach Gegend &#8211; bis auf den 2. ausdehnen, jenen Tag, der urspruenglich fuer die Toten gedacht waren. Bereits am Morgen gehen die Pinoys in Massen auf den Friedhof. Tische und Stuehle werden mitgebracht und Styroporboxen enthalten genug zu essen und trinken fuer jedermann, denn nicht nur das &#8220;leibliche Wohl&#8221; der Verstorbenen ist wichtig, nein auch dem eigenen Wohl muss Genuege getan werden. <span id="more-2408"></span>Es werden  zuerst Kerzen angezuendet und es wird gebetet und danach geht es weiter mit froehlichen Unterhaltungen, Essen und Trinken und mitunter auch Kartenspiel oder Mahjong. Das Klicken der Steine ist dann nur schwerlich ueberhoerbar. Der &#8220;Spielteufel&#8221; muss halt immer mit dabei sein. Und man wird leider auch mehr als genug Betrunkene auf den Friedhoefen sehen. Zudem ist Allerheiligen Familientag, denn auch aus entfernten Orten reisen die Verwandten an, um auf dem Friedhof ihrer Lieben zu gedenken. Auch die Graeber werden mit Blumen und Ballons geschmueckt, wobei weiss dominiert, denn es ist hier auch die Farbe der Trauer.</p>
<p>Oft wird ein Teller mit Essen gefuellt auf das Grab gestellt, damit die lieben Toten auch was bekommen. Man prostet ihnen zu und spricht ueber sie und die ekelhafte Tante Clara, die zu Lebzeiten niemend mochte, ist auf einmal der beste Mensch gewesen, denn man darf  ja den lieben Verstorbenen nichts boeses nachsagen. Der soziale Aspekt mit Familientreffen scheint bei den Totenfeiern wirklich im Vordergrund zu stehen.</p>
<p>Im Laufe des Tages &#8211; je nach dem &#8211; gehen dann alle in die Kirche und fuer die lieben Verblichenenen werden Messen gelesen, wobei auch oft die Namen der Toten genannt werden, denen die Messe gewidmet ist. Das geht natuerlich nur mit einer Spende an die Kirche. So hat mich gestern meine Frau angetextet um die Namen meiner Eltern und Grosseltern zu erfragen, die ja in die Messe mit eingeschlossen werden sollten. Ich selbst schaue mir den &#8220;Zirkus&#8221; dort im Heimatdorf meiner Frau nicht mehr an und bleibe lieber zuhause.  Zudem regnet es um die Jahreszeit unaufhoerlich in Surigao, was aber die Filipinos nicht davon abhaelt, trotzdem den ganzen Tag dort auf dem Friedhof zu verbringen. Eigentlich erstaunlich, denn Pinoys beschweren sich ja sonst sogar bei jedem Tropfen, der vom Himmel faellt und meinen sie koennten nicht raus gehen, da es eben regnet. Gelegentlich ziehe ich dann schon auch mal los, um mir auf dem Friedhof das bunte Treiben anzusehen, das mich immer wieder erstaunt.Aber es macht mehr Freude, wenn man dabei keine Familie dabei hat.</p>
<p>In Metro Manila sind die Geschaefte meist ab Mittags geoeffnet, aber in etlichen Provinzen und auch hier auf Mindanao sind die Geschaefte und auch die Malls geschlossen. Das ist aber auch der einzige Tag im Jahr, wo das vor kommt, dass sogar die Malls schliessen. Schiesslich machen die sonst an Sonn -und Feiertagen die besten Geschaefte.</p>
<p>Heute ist dann alles wieder vorbei und die &#8220;lieben Verstorbenen&#8221; verschwinden dann fuer ein weiteres Jahr in der Versenkung und werden kaum einmal erwaehnt, bevor man die Ernnerung an sie im naechsten Jahr wieder &#8220;heraus kramt&#8221;.</p>
<p>Aber nun moechte ich noch ganz kurz von meinem ersten &#8220;Allerheiligen&#8221; auf den Philippinen erzaehlen. Es war 1986 und Inday und ich waren nach Dinagat gefahren um daran teilzunehmen. Damals hatte Paniog noch keinen eigenen Friedhof und Indays Vater lag in Melgar begraben. Als wir auf den Friedhof kamen, war das fuer mich nur eine leere Wiese. Es gab keine Grabsteine und keine Kreuze. Die Menschen verteilten sich auf der Wiese und jeder schien genau zu wissen, wo die Graeber seiner Verwandtschaft waren. Auch meine Schwiegermutter strebte zielstrebig zu einer Ecke der Wiese, die sich durch nichts vom Rest unterschied und meinte, dass hier das Grab ihres verstorbenen Mannes war. Stuehle und Tische wurden aufgestellt und danach wurde gebetet. Dann wurde aus Koerben und Taschen essbares ausgepackt und es wurde gespeisst. Gegen 11 Uhr begann es zu regnen und ueberall wurden Schirme aufgespannt und Planen aufgehaengt. Darunter gingen die Festlichkeiten weiter. Am fruehen Abend verliessen wir den Friedhof um an einer Messe fuer die Toten teilzunehmen. Die Geschaeftigkeit auf dem Friedhof unterschied sich von der Grosstadt nur durch die geringere Anzahl der Menschen, ansonsten war es das gleiche. Nur gut, dass ich nicht gezwungen bin jedes Jahr daran teilzunehmen.</p>

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		<title>Percy 2. Teil</title>
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		<pubDate>Fri, 01 Oct 2010 08:59:59 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[dinagat]]></category>
		<category><![CDATA[kind]]></category>
		<category><![CDATA[Mindanao]]></category>
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		<description><![CDATA[Einer unserer Nachbarn hatte einen Hund, der als sehr bissig galt und deswegen angekettet war.  Als ich etwa zwei Monate spaeter gegen fuenf Uhr am Nachmittag von Surigao City nach Hause kam, hoerte ich schon auf dem Weg zum Haus das Bellen des Hundes. Ich dachte mir nichts weiter dabei, denn der Hund bellte tagsueber [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Einer unserer Nachbarn hatte einen Hund, der als sehr bissig galt und deswegen angekettet war.  Als ich etwa zwei Monate spaeter gegen fuenf Uhr am Nachmittag von Surigao City nach Hause kam, hoerte ich schon auf dem Weg zum Haus das Bellen des Hundes. Ich dachte mir nichts weiter dabei, denn der Hund bellte tagsueber fast ununterbrochen. Ausserdem neckten die Kinder aus der Umgebung den Koeter sehr gerne, was dann zu regelrechten &#8220;Klaefforgien&#8221; fuehrte.</p>
<p>Nach der Ankunft im Haus trank ich erst einmal eine Tasse Kaffee, aber schon nach einer knappen halben Stunde nervte mich die Klaefferei dermassen, dass ich zum Fenster raus schaute. Leider konnte ich weder den Hund noch irgendwelche Menschen sehen. Der Hund bellte unbeirrt weiter. Schliesslich wurde es mir echt zu bloed und ich ging nach unten. Beim Haus des Nachbarn konnte ich den Hund nicht sehen, aber um so deutlicher hoeren. Ich ging in den Hof &#8211; die Nachbarn waren nicht zu Hause &#8211; und schaute um die Ecke. <span id="more-2318"></span>Dort sah ich dann den Koeter und er bellte und schnappte wie verrueckt nach Lisa. Lisa stand in der Ecke zwischen einen alten Schuppen und der Mauer und der Hund, der gluecklicherweise angekettet war, stand vor ihr und klaeffte und sschnappte was das Zeug hielt, wobei sein Kopf hoechstens 20 Zentimeter von Lisa entfernt war. Sie stand in der Ecke und wagte es nicht sich zu ruehren, denn jede Bewegung links oder rechts an der Wand entlang haette sie Reichweite des Koeters gebracht. Traenen liefen ueber ihr Gesicht und als sie mich sah, rief sie, ich solle ihr helfen. Ich schnappte mir ein Stueck Holz und ging langsam auf den Koeter zu, der mich entdeckt hatte und nun auf mich zu rannte. Ich war ja im Bereich seiner Kette und musste schon aufpassen, dass er mich nicht erwischte. Als er nahe genug gekommen war, zog ich ihm die Latte ueber und laut aufjaulend verschwand er unter dem Haus, das wie haeufig auf Pfosten etwa einen Meter ueber den Boden gebaut war. Ich rannte zu Lisa, nahm sie auf den Arm und verliess den Hof, wobei ich den Hund nicht aus den Augen liess.  Dann erzaehlte mir das Maedel was passiert war, aber mein Visaya war nicht gut genug und so brachte ich Lisa ins Haus, damit meine Frau uebersetzen konnte. Percy hatte den Hund mit etwas zu Fressen abgelenkt und Lisa in die Ecke plaziert. Als der Hund mit Fressen fertig war, bewachte der Koeter sozusagen diese Ecke und verbellte Lisa, die natuerlich Todesaengste ausgestanden hatte. Das ganze war eine Bestrafung fuer eine kleinere Verfehlung von Lisa.</p>
<p>Ich war stinksauer und rief Percy, die unten in der Kueche war. Als Percy nach oben kam zeigte bereits ihr Gesichtsausdruck, dass sie voll in die Opposition zu gehen gedenke und noch bevor ich sie zusammenscheissen konnte, sagte sie, dass es mich ueberhaupt nichts anginge, wie sie ihr Kind bestrafe. So hatte ihr zumindest der Barangay Captain gesagt. Ich bruellte los, dass mich das sehr wohl was anginge, und wenn es in meinem Haus geschieht, dann gehe es mich doppelt was an und ihren Captain koenne sie sich in den Arsch schieben. Ich lief in ihr Zimmer, warf  ihre Sachen in einen Sack und schmiss ihn auf die Strasse. Dann wies ich ihr die Tuer! Sie protestierte und meinte sie ginge nicht ohne ihre Tochter und ich schrie ihr nach, dass ich die Tochter morgen zum DSWD (Department of Social Welfare and Development) bringen wuerde und sie werde sich wohl mit denen auseinandersetzen  muessen. Percy ging und meine Frau packte alles in eine Tuete, was ihr gehoerte und was ich in der Eile nicht erwischt hatte.</p>
<p>Danach versuchten meine Frau und ich das Maedel zu beruhigen, die immer noch unter Schock stand und den Rauswurf ihrer Mutter gar nicht mitbekommen hatte.</p>
<p>Zwei Stunden spaeter kam der Captain mit Percy und wollte verhandeln wegen der Tochter. Ich sagte klipp und klar, dass es nichts zu verhandeln gibt, da die Tochter sowieso nicht mit gehen wolle und das ganze wird im DSWD morgen geklaert werden. Ich gab ihm die Tuete mit Percy&#8217;s Sachen und er ging ohne zu versuchen auf irgendetwas zu bestehen.</p>
<p>Am naechsten Tag brachten wir Lisa nach Surgao City und lieferten sie beim DSWD ab. Denen erzaehlten wir auch die ganze Geschichte und sie meinten, sie wuerden das mit der Mutter klaeren. Was dort im einzelnen abgelaufen ist, weiss ich nicht, aber eine Woche spaeter, war Lisa wieder bei der Mutter.</p>
<p>Ende 1992 brachte dann meine Frau ohne mein Wissen Percy mit nach Bukidnon und ich machte schon grosse Augen, als ich sie sah. Ich protestierte, aber meine Frau meinte, dass es kein Problem geben sollte, da die Tochter ja nicht dabei sei und Percy eigentlich eine gute Helferin gewesen war, wozu ich zustimmen musste. Ausserdem meinte Inday, dass Percy ihrer Tochter nichts tun koennte solange sie in Bukidnon sei. Ich stimmte widerwillig zu und so war Percy knappe drei Jahre spaeter wieder bei uns gelandet.</p>
<p>Al;zuviel erwaehnenswertes passierte in jener Zeit nicht. Eine Ausnahme war der &#8220;Verfuehrungsversuch&#8221; von Otto, ueber den ich ja schon geschrieben hatte. <a href="http://www.phil-life.net/2010/06/22/otto/" target="_self">(Otto 1. Teil)</a></p>
<p>Damals hatten wir Arbeiter aus Surigao unter anderem Titing, ein etwas aelterer Filipino, den ich sehr mochte, da er zuverlaessig war und sehr gut arbeitete. Er bemuehte sich um Percy und bald hatten die beiden ein Verhaeltnis. Percy wurde schwanger und entband im Mai 1994. Zum ersten mal erlebte ich eine Hausgeburt auf den Philippinen. Nun ja erleben ist zuviel gesagt, Percy war mit der Hebamme im Zimmer und es ging alles recht schnell, als ich auch schon den ersten Schrei des neuen Erdenbuergers hoerte. Es war ein Maedel und sie tat mir heute schon leid.Das Maedel wurde Melanie genannt.</p>
<p>Drei Monate spaeter ging Percy mit Titing zurueck nach Surigao. Titing trennte sich etwa 6 Jahre spaeter von Percy, da sie die Tochter genauso bestrafte, wie sie frueher Lisa bestraft hatte. Melanie blieb bei Titing.</p>
<p>Percy arbeitet heute in Surigao als Helferin, Lisa ist verheiratet und hat zwei Kinder, die sie sehr gut behandelt und Melanie wird im kommenden Juni auf das College gehen. Als ich mit ihr Ostern 2009 gesprochen habe, wollte sie Krankenschwester werden. Titing spart fleissig um ihr das Studium zu ermoeglichen und meine Frau und ich beschlossen auch zu helfen, schliesslich war Melanie bei uns im Haus geboren.</p>
<p>The End</p>

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