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	<title>Phil-Life.net &#187; farm</title>
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		<title>Minny 4. Teil</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 08:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir pflanzten auch fuer das Cebu Midtown Hotel Senf und Gartenkresse in Styroporbehaeltern mit Deckel zum Transportieren und der Chefkoch dort, ein Oesterreicher, hatte eine Dauerbestellung von 200 Boxen woechentlich in zwei Lieferungen. Wie ueblich bereiteten wir unsere Lieferung vor, mussten aber dieses Mal mit dem Truck liefern, da die Jeepneys alle ausgebucht waren. Das ist immer sehr viel riskanter, da unterwegs noch viel zugeladen wird, und die Trucks manchmal zu spaet ankamen. Das Schiff fuhr gewoehnlich um sieben Uhr abends ab und wir mussten dann schon gegen sechs die Kartons Bebot zum laden uebergeben.</p>
<p>Nachdem wir geladen hatten fuhr der Truck los und ich mit dem naechsten Bus hinterher. Bereits in Alanib ueberholten wir den LKW. Gegen vier Uhr kam ich in Cagayan an und ich informierte Bebot, dass wir Gemuese fuer Cebu haben. Und dann wartete ich auf den Truck, der gegen 6.30 endlich eintrudelte. Bebot wartete auch auf die Ware, aber der Truck verweigerte das Abladen. Sie wollen erst zu abend essen. <span id="more-2193"></span>Hinweise auf das abgehende Schiff wurden ignoriert und ich war stinksauer. Ich sagte klar, dass ich die Frachkosten fuer die Kresse nicht bezahlen werde, sondern nur das andere, sollten wir das Schiff nicht erreichen. Das war dem Fahrer und seinen Helfern egal. Gegen 7.10 kamen sie dann in die Bodega zum abladen, aber das Schiff war puenktlich gewesen und weg. Ich verweigerte wie angekuendigt einen Teil der Bezahlung. Eine halbe Stunde spaeter kamen die Leute vom Lastwagen mit dem Kagawad &#8211; der ja Minny&#8217;s Bruder war &#8211; um den verweigerten Teil einzufordern. Der Kagawad schrie mich an und sein Bodyguard gab mir einen Stoss,  so dass ich in einen Haufen Paprikaschoten fiel. Ich bezahlte zaehneknirschend und warf danach die Kresse demonstrativ in den Muell, da sie am naechsten Tag nicht mehr geliefert werden konnte. Die Kresse war hitzeempfindlich und wuerde bis zur Ankunft am Montag Morgen gelb geworden sein.</p>
<p>Als ich zu Hause war erzaehlte ich alles meiner meiner Frau, die aber nur sagte, dass auch dieser Kagawad eines Tages bezahlen wuerde. Drei Jahre spaeter ist dem Kagawad sein Haus abgebrannt und ich durfte mal wieder schadenfroh sein. Zum Glueck kamen keine Menschen ums Leben.</p>
<p>Weitere zwei Jahre spaeter erzaehlte mir Bebot, dass die Sache mit dem nicht abladen von Minny ausgegangen sei und ihr Bruder dabei half.  (Interessant ist hierbei, dass Bebot der Sohn von Minny war, aber im &#8220;Suff&#8221; erzaehlt man halt so manches, das man ansonsten besser nicht erwaehnt.)  Minny wollte, dass wir den Kunden verlieren wuerden und die Kresse an sie liefern muessten, da sie jemanden in Manila hatten, der die Kresse kaufen wollte.</p>
<p>Eines Tages spielten wir Karten in der Bodega um Geld, aber nur kleine Betraege. Was allerdings am Rande des Kartenspiels passierte war nicht so klein, denn die Zuschauer begannen zu wetten, wer das naechste Spiel gewinnen wuerde und da wurden dann auch bis zu 1000 Pesos gewettet. Ploetzlich kam die Polizei und nun rannten alle wie verrueckt davon. Ich war der einzige der sitzen blieb und so nahm mich die Polizei mit auf die Wache und wollte mich wegen illegalem Gluecksspiel anzeigen. Als ich erzaehlte, dass wir nur um kleine Betraege gespielt hatten, war das Thema natuerlich schnell vom Tisch. Aber bei dem Gespraech erfuhr ich dass der Kagawad angerufen hatte und von dem &#8220;Gluecksspiel&#8221;  berichtet hatte. Auch hier erfuhr ich von Bebot, dass es ein weiterer Versuch war mich zu vertreiben, der allerdings nicht geklappt hatte. Nach meinen Erfahrungen in Dinagat war das alles recht harmlos fuer mich.</p>
<p>Der Prozess gegen Minny ist in der Berufung und wenn es schnell geht, wird er in zwei bis drei Jahren wohl entschieden sein, wobei aber die letzte Instanz noch offen waere, sollte sich eine der Parteien fuer diesen Weg entscheiden. Ich habe noch Kontakt zu einigen Leuten in Agora, aber Minny habe ich seit meinem Wegzug nicht mehr gesehen, auch wenn ich bei jedem Cagayan Besuch meine Bekannten treffe. Dabei erfahre ich dann auch immer, was so abgeht in Agora.</p>
<p>Agora hat sich veraendert und wurde umgebaut. Viele der alten Bodegainhaber sind nicht mehr da. Ronny ist mittlerweile verstorben. Aber Minny ist immer noch dort machte auch weiter mit ihrer &#8220;Tour&#8221;, aber heute fallen nur noch sehr wenige auf sie herein. Ihre Bodega ist meist leer und die &#8220;guten Geschaefte&#8221;  gehoeren der Vergangenheit an.</p>
<p>The End</p>

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		<title>Minny 3. Teil</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 09:32:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwei Tage spaeter machte das NBI eine Aussage demzufolge man den Analysen von privaten Labors nicht trauen duerfe, da sie gekauft seien, und nur ihre Analyse  Gueltigkeit habe. Die Aussage, dass Obst und Gemuese natuerlich Formaldehyd enthielten sei &#8220;Schmarrn&#8221;, und der Standard der WHO sei &#8220;null parts per billion&#8221;. Nun standen wir da und hatten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Tage spaeter machte das NBI eine Aussage demzufolge man den Analysen von privaten Labors nicht trauen duerfe, da sie gekauft seien, und nur ihre Analyse  Gueltigkeit habe. Die Aussage, dass Obst und Gemuese natuerlich Formaldehyd enthielten sei &#8220;Schmarrn&#8221;, und der Standard der WHO sei &#8220;null parts per billion&#8221;.</p>
<p>Nun standen wir da und hatten trotz der Reise nach Manila und der hohen Kosten fuer die Analysen nichts erreicht. Unsere Kunden weigerten sich nach wie vor Gemuese abzunehmen, und der Schaden fuer die Farmer und Haendler ging bereits in die Millionen. Etliche Farmer beschlossen,  ihre Ernten verfaulen zu lassen. Viele noch nicht erntereife Felder wurden vernachlaessigt, da keiner investieren wollte, da man nicht wusste, wenn der Zirkus vorbei sei. Das NBI wollte um jeden Preis recht haben. <span id="more-2187"></span></p>
<p>Minny war stinksauer! Wir beratschlagten uns und entschlossen uns Proben nach Australien zu schicken. Erneut entstanden hohe Kosten. Wir verschickten die Proben mit DHL und bereits vier Tage spaeter kamen die Analysen per Fax herein. Die Ergebnisse waren unveraendert, alle Ergebnisse waren weit unterhalb des von der WHO gesetzten Standards.  Wir baten die Firma mit den Orginaldokumenten doch auch die WHO Standards und Bestimmungen beizulegen.</p>
<p>Zwischenzeitlich gab es Diskussionen in den Medien ueber das natuerliche Vorhandensein von Formaldehyd in Pflanzen. Professoren der Universitaeten beteiligten sich, aber die Antworten vom NBI waren unveraendert. Es gaebe kein Formalin in Pflanzen, wenn es nicht kuenstlich beigebracht werden wuerde. Auch die Standards der WHO wurden abgedruckt, allerdings von auslaendischen Behoerden, da die philippinischen Stellen die nicht kannten. Jede Behoerde tat sich wohlwollend mit Ignoranz hervor, aber das NBI &#8220;uebertraf &#8221; alle.</p>
<p>Nachdem die orginalen Dokumente aus Australien angekommen waren, betrieb der Anwalt von Minny eine einstweilige Verfuegung, dass die vom NBI aufgestellten Behauptungen falsch waeren und die Medien sowie das NBI und andere Behoerden verpflichtet waeren, die Tatsachen zu veroeffentlichen. Die Artikel in den Zeitungen waren hitzig geworden. Die meisten schlugen sich auf die Seite der philippinischen Akademia, nur wenige hielten es mit den Behoerden. Der Richter gab der einstweiligen Verfuegung statt. Das NBI wehrte sich als einzige Behoerde weiter. Die anderen hatten sich scheinbar &#8220;schlau&#8221; gemacht und sich auf die Seite der Farmer geschlagen. Nun wurde das Justizminiterium eingeschaltet, das die Verfuegung &#8220;verschwinden&#8221; lassen sollte. Aber auch dort hatte sich Wissen statt Vermutung verbreitet und die Verfuegung blieb bestehen.</p>
<p>Das NBI gab nach und sollte nun zumindest fuer eine Weile schweigen. Die Gemueter beruhigten sich und innerhalb einer Woche hatten Verkauefe fast wieder Normalitaet erreicht.</p>
<p>Sechs Monate spaeter griff der Sun Star von Cebu das Thema wieder auf und sprach von kontaminierten Gemueselieferungen aus Negros und von Dalaguete. Das NBI in Cebu City bestaetigte diese Lieferungen und deren Analysen. Noch am gleichen Abend machte ich mich per Schiff nach Cebu auf und um neun Uhr morgens war ich im Buero des Sun Stars. Dort wurde ich an die Verfasserin des Artikels verwiesen, eine junge Dame, die die Tochter eines bekannten Kongressmannes war, dessen Namen eher an Pizza erinnert als an Politik. Ich traf mich mit ihr zumMittagessen, erklaerte die Situation, belegte alles mit unseren Dokumenten und stellte die &#8220;Gretchenfrage: &#8220;Sind die Analysen quantitativ oder qualitativ gemacht worden?&#8221; Die Antwort lautete erwartungsgemaess, dass sie das nicht wuesste. Daher fuhren wir zum NBI und dort bekamen wir unsere Antwort. Wahrscheinlich kann sich ein jeder diese Antwort denken. Schliesslich konnten sie vorher keine quantitativen Analysen machen, warum sollte das heute anders sein.</p>
<p>Am naechsten Tag hatte die junge Reporterin einen Artikel dazu geschrieben, der ueberwiegend auf meinen Unterlagen basierte und der die Sachlage klar stellte. Diese Mal hielt sich das NBI zurueck, und damit schien das Thema endgueltig erledigt. Erst 2002 kam es in Luzon mal wieder hoch und vor einigen Wochen ein drittes Mal, aber dieses Mal in Bezug auf importiertes chinesisches Gemuese. Das Langzeitgedaechtnis der Behoerden hier scheint etwas kurz zu sein. Allerdings artete es nie mehr in eine Panik aus so wie 1994.</p>
<p>Das war die andere Seite von Minny, denn sie hatte damals alles finanziert und insgesamt bestimmt etwa 250.000 Pesos &#8220;verpulvert&#8221;.</p>
<p>Aber wenden wir uns wieder der ersten Seite zu. Es dauerte nicht sehr lange und wir wurden wiederholt von Farmern gefragt, was sie machen sollten, Minny wuerde ihr Gemuese nicht bezahlen. Antwort ausser auf Klage hinzuweisen, wussten wir auch keine.</p>
<p>Mitte 1995 waren die Preise fuer Eisbergsalat in ungeahnte Hoehen geschossen. Ein Kilo kostete in Manila ueber 400 Pesos im Grosshandel, und der bezahlte fuer gute Ware bis zu 380 Pesos das Kilo. Wir hatten etwa einen halben erntereifen Hektar Eisbergsalat. Unsere erste Ernte (die erste Ernte ist immer eine der kleinsten) erbrachte 650 Kilos und der Manila Haendler bezahlte abzueglich Flugkosten netto 355 Pesos das Kilo. Wir waren happy. Wir blieben drei Tage in Cagayan und benachrichtigten Rico die naechste Ernte zu schicken. Die Ernte kam aber nicht an und ich fuhr mit Inday nach Maagnao um zu heraus zu finden was los sei. Dort angekommen, erzaehlte Rico, dass die Leute von Minny hier gewesen seien. Sie sagten, sie kaemen in unserem Auftrag, und sollten den Salat abholen. Rico schrieb gewissenhaft auf, was sie ernteten und uebergab uns die Liste. Es waren 2200 Kilos gewesen. Ich fuhr sofort nach Cagayan, und konfrontierte Minny, die meinte, dass sie einen Kunden hatten, der die Ware dringend braeuchte, und sie wuerde mir 60 Pesos fuer 800 Kilos bezahlen. Ich fuehlte mich total verarscht. &#8220;Ja der Rest sei alles verfault gewesen und die Preise seien seit vorgestern gefallen,blah blah blah&#8230;..&#8221; versuchte sie zu erklaeren. Ich nahm den Scheck nicht an und wendete mich statt dessen an einen Anwalt.</p>
<p>Der bereitete eine Anzeige vor, da es ja offensichtlicher Diebstahl und Betrug war. Aber die Polizei weigerte sich die Anzeige entgegen zu nehmen. Die Staatsanwaltschaft akzeptierte die Klage zwar, aber nachdem Minny ihr &#8220;Counter Affidavit&#8221; abgeliefert hatte, wies er die die Klage ab und meinte das sei eine zivile Sache. Minny hatte natuerlich X  Zeugen, die aussagten, dass ich den Auftrag zum abholen gegeben haette und ihr den Verkauf ueberliess. Natuerlich waren es lauter Familienmitglieder, die das beschworen.</p>
<p>Nun lief es also auf eine Privatklage hinaus.  Und die zog sich und zog sich und wurde in der ersten Instanz irgendwann 2006 fuer uns entschieden, Minny ging in die Berufung  und seitdem laeuft sie immer noch. (So eine Klage hier ist wie ein VW Kaefer, nur dass das &#8220;Laufen&#8221; des Kaefers eine angenehme Sache war)</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Minny 2. Teil</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 07:31:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im July 1994 erschien ein Artikel in der Zeitung, dass Gemuese aus verschiedenen Gebieten Luzons mit Formalin behandelt worden  sei, um die Lagerdauer zu verlaengern. Dieses Gemuese stammte in erster Linie aus Nueva Vizcaya und Nueva Ecija. Einige Tage spaeter verschaerfte sich die Situation mit Berichten, dass auch Gemuese aus Bataan mit Formalin behandelt worden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im July 1994 erschien ein Artikel in der Zeitung, dass Gemuese aus verschiedenen Gebieten Luzons mit Formalin behandelt worden  sei, um die Lagerdauer zu verlaengern. Dieses Gemuese stammte in erster Linie aus Nueva Vizcaya und Nueva Ecija. Einige Tage spaeter verschaerfte sich die Situation mit Berichten, dass auch Gemuese aus Bataan mit Formalin behandelt worden sei. Im naechsten Artikel war dann zu lesen, dass das Gemuese aus den Kordilleren ebenfalls belastet sei. Das liess die &#8220;Formalinpanik&#8221; auch auf die Visayas und Mindanao uebergreifen und Verkaeufe fielen in den Keller. Man konnte es aber den Kunden nicht uebel nehmen, da Formalin in erster Linie bekannt war um Leichen &#8220;haltbar&#8221; zu machen.</p>
<p>Auch unsere Bestellungen gingen drastisch zurueck. In Agora kochten die Geruechte und es wurde geraetselt, welche Farmer und Haendler wohl Formalin verwenden wuerden. <span id="more-2183"></span>Ororama entschloss sich Proben ziehen zu lassen und diese im Labor des NBI (National Bureau of Investigation) untersuchen zu lassen. Einige Tage spaeter kamen die Ergebnisse und sie waren erschuetternd. Alle Proben waren positiv fuer Formaldehyd, die schaedliche Chemikalie, die zu 37% in Formalin enthalten ist, mit Ausnahme unseres Eisbergsalates.  Insbesondere in unserem Falle war es unverstaendlich, da wir keinFormalin verwendeten und da wir auch in erster Linie nur mit eigenem Gemuese handelten.</p>
<p>Innerhalb von drei Tagen tauchten NBI Agenten in Agora auf um dort direkt Proben zu ziehen. Auch im Cogon Markt waren die Agenten aktiv. Wieder waren alle gezogenen Proben positiv. Unser Eisbergsalat war diesmal beim Test nicht dabei.</p>
<p>Minny jammerte, dass sie fast kein Gemuese mehr verkaufen konnten, aber es ging nicht nur ihr so, sondern anderen Haendlern ebenso. Wir waren natuerlich total uninformiert und es gab auch kein Internet zuum recherchieren so wie heute. Ich ging also zu der Xavier Universitaet, wo ich einen der Lehrer sehr gut kannte (das waren fast alle Jesuiten) und bat um die Erlaubnis deren Buecherei verwenden zu duerfen, die ich auch bekam. Einer der dortigen Chemie Lehrer mit einigen Studenten halfen mir bei der Suche, aber viel kam dabei nicht heraus. Das einzige positive was wir lernten, war, dass eine qualitative sowie eine quantitative Analyse haette gemacht werden koennen. Was tatsaechlicht analysiert wurde vom NBI wussten wir nicht und so fragte ich einfach nach. Im NBI Labor erfuhr ich dann, dass nur eine qualitative Analyse gemacht worden war, die auch Formalingehalt von 5 Teilen pro Milliarde  (5ppb) nachweisen koenne. Wieviel Formaldehyd die Proben nun tatsaechlich enthielten, wussten die Agenten nicht.</p>
<p>Zurueck bei Minny erzaehlte ich was ich soweit herausgefunden hatte und nun bat ich sie in Deutschland anrufen zu duerfen, um weiteres zu erfahren. Ich rief drei Freunde in Deutschland an, die daraufhin recherchierten und eines der Ergebnisse zwei Tage spaeter war, dass fast alle Obst und Gemuesesorten natuerliches Formaldehyd enthielten und die WHO damals den Standard auf 40 ppb (parts per billion) gesetzt hatte. Damit war uns nun klar, dass eine qualitative Analyse gar nichts anderes als positiv sein konnte.</p>
<p>Am gleichen Nachmittag kamen um die 20 Agenten nach Agora und nahm ueber 40 Leute zur Vernehmung mit. Ich war einer der &#8220;Erwaehlten&#8221; und ich machte im NBI meine Aussage, wobei der Kernpunkt war,  dass ich weder jemanden kennen wuerde, der Formalin zur Praeservierung verwenden wuerde, noch jemals davon gehoert haette. Mein Hinweis auf das natuerliche Vorkommen von Formalin sowie auf die Tatsache, dass die Menge des enthaltenen Formalins weder hier noch in Manila untersucht worden war, wurde geflissentlich ignoriert.</p>
<p>Zwei Tage spaeter stand dann im Goldstar Daily zu lesen, dass ich angeblich gesagt haette, dass ich schon wuesste, wer Formalin verwenden wuerde, aber das erst zu einem spaeteren Zeitpunkt sagen wuerde. Ich regte mich furchtbar darueber auf und marschierte sofort zum Goldstar und verlangte den Editor in Chief zu sprechen, was mir auch gewaehrt wurde. Dem erklaerte ich die Sachlage und liess ihm die Kopie meiner Aussage lesen, auf die ich bestanden hatte, obwohl man mir sagte, das sei nicht ueblich. Der machte ganz schoene Augen und rief zuerst den Reporter zu sich, der den Artikel geschrieben hatte. Der bestaetigte die Behauptung, dass der NBI Agent das so gesagt habe. Der Editor versprach g;lich fuer den naechsten Tag eine Korrektur in seiner Zeitung und er werde ebenso auf das natuerliche Vorkommen hinweisen und das NBI fragen, warum keine quantitative Analyse gemacht worden war.</p>
<p>Der Mann hielt Wort und am naechsten Tag stand es berichtigt in der Zeitung, wobei das NBI ziemlich schlecht weg kam wegen der Unterlassungen sowie wegen der falschen Zitate.</p>
<p>Nachdem wir das gelesen hatten,  beschloss Minny, dass wir nach Manila fliegen wuerden auf ihre Kosten und dort alle Proben untersuchen lassen wuerden sowohl qualitativ, als auch quantitativ.Wir gingen also bei allen Haendlern vorbei und zogen Proben. Alles in allem schleppten wir ueber 200 Proben mit nach Manila.</p>
<p>Am naechsten Morgen flogen wir los und da Minnys Leute sich bereits erkundigt hatten, wussten wir auch zu welchem Labor wir mussten. Dort gaben wir unsere Proben ab &#8211; das war teuer und kostete ueber 100k wegen der Menge &#8211; und nun mussten wir drei Tage warten, um alle Ergebnisse zu bekommen. Endlich war es soweit und alle Proben erwiesen sich qualitativ als positiv und quantitativ als weit unter dem von der WHO gesetzten Standard. Wir freuten uns natuerlich und feierten an diesem Abend. Am nachsten Morgen flogen wir zurueck nach Cagayan und informierten zu allererst die Haendler und danach fuhren wir zum Goldstar, wo wir die Ergebnisse vorlegten. Der Editor kopierte die gesamten Analysen und schrieb einen flammenden Artikel, in dem er wuetend die Behoerden angriff und ihnen vorwarf, dass sie inkompetent seien und nicht einmal sich entsprechend informierten, sondern stattdessen eine landesweite Panik hervor riefen. Am folgenden Tag war eine fast genaue Abschrift im Inquirer und einer der Kolummnisten griff das NBI &#8220;for sloppy investigation&#8221; an. Die anderen Zeitungen uebernahmen die Berichterstattung und Jaime, der Editor vom Goldstar, hatte einen &#8220;Field Day&#8221;, denn ueberall stand dabei: &#8220;Mit freundlicher Genhmigung des Goldstar Daily&#8221;.  Jaime und ich sind danach gute Freunde geworden.</p>
<p>Man sollte nun glauben, dass alles ausgestanden war, aber Pustekuchen, so leicht liess sich das NBI nicht einschuechtern.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 17:50:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tilapia Farm auf dem Lake Sebu Tags: bild, farm, lake sebu, woche Verwandte Artikel Bild der Woche (1) Bild der Woche (0) Bild der Woche (0) Bild der Woche (0) Bild der Woche (0) Bild der Woche (0) Bild der Woche (1) Bild der Woche (0) Bild der Woche (0) Bild der Woche (1)]]></description>
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<p style="text-align: center;">Tilapia Farm auf dem Lake Sebu</p>
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		<title>Die Oma im Schrank</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 07:15:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Otto damals seine Gemuesefarm gemacht hatte, war ich ja einmal auf Besuch in seinem dunklen Tal, das nur Sonnenschein von zehn Uhr vormittags bis etwa vier Uhr nachmittags hatte und wo die Temperaturen ohne Sonne sehr schnell auf 16-18 Grad fielen. Ich war eigentlich damals schon beindruckt, denn er hatte fleissig gepflanzt und gut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Otto damals seine Gemuesefarm gemacht hatte, war ich ja einmal auf Besuch in seinem dunklen Tal, das nur Sonnenschein von zehn Uhr vormittags bis etwa vier Uhr nachmittags hatte und wo die Temperaturen ohne Sonne sehr schnell auf 16-18 Grad fielen. Ich war eigentlich damals schon beindruckt, denn er hatte fleissig gepflanzt und gut gearbeitet, so dass alles sehr ueppig wuchs und er wohl eine gute Ernte erwarten konnte, die er dann auch tatsaechlich hatte.</p>
<p>Zudem hatte er einen kleinen Fischteich angelegt, der mit Wasser vom nahen Fluss gespeisst wurde, wobei mich die Naehe des Flusses nerven wuerde, denn insbesonders waehrend der Regenzeit war das kein Rauschen mehr, sondern ein ohrenbetaeubendes Tosen. Dort lebte der Otto also ins seiner Bambushuette und es war eigentlich ganz ok, wenn auch der Platz sehr klein war. Das &#8220;Schlafzimmer&#8221; hatte hoechstens 4 qm und auch der Wohnraum war relativ klein. <span id="more-2077"></span>Einzig ein etwas groesserer Schrank fiel neben der Spuele auf, wobei man sich keine Spuele wie bei uns vorstellen darf, sondern eben eine Spuele aus Bambus, wo das Wasser einfach durch den Spalten zwischen den Bambuslatten ablief.</p>
<p>Wir sassen also an seinem Bambustisch und tranken ein Bier (das ich bezahlt hatte). Wir unterhielten uns hauptsaechlich ueber die Farm und ich lobte ihn auch fuer seine Arbeit und die erzeugte Qualitaet, denn er lieferte zweimal die Woche wirklich gute Qualitaet ab. Elda und der kleine Tom waren auch da und mir fiel auf, dass Tom sich wirklich von ihm fern hielt.</p>
<p>Anschliessend schaute ich mir seine Pflanzungen auch noch im Detail an. Alles war recht gut, aber ich konnte ihn doch hier und dort einen Hinweis auf Verbesserungen geben. An seinem Fischteich gab er mir dann eine Angel und in der Tat es dauerte nur Sekunden und eine der dort wachsenden Barben hatte angebissen und ich holte sie heraus. Allerdings waren die Fische alle noch zu klein zum essen und wir warfen die Barbe zurueck ins Wasser.</p>
<p>Nach der Besichtigung gingen wir zurueck zum Haus und da fiel mir eine aeltere Frau um die 70 auf, die in der Kueche am Tisch sass und ass.</p>
<p>&#8220;Wo kommt die denn her?&#8221; fragte ich erstaunt, denn ich hatte niemenden ueber den Weg ins Tal kommen sehen. &#8220;Aus dem Schrank&#8221;, antwortete Otto. &#8220;Das ist Eldas Oma und sie lebt im Schrank.&#8221;</p>
<p>Wie kann jemand in einem Schrank leben, das ist doch ein Ding der Unmoeglichkeit?&#8221;</p>
<p>&#8220;Naja sie will es so. Sie kommt nur raus um zu essen, ihre Notdurft zu verrichten und um sich zu waschen, ansonsten ist sie immer im Schrank,&#8221; erklaerte Otto.</p>
<p>&#8220;Und wie schlaeft sie dort drin, da kann sie ja praktisch nur stehen?&#8221; fragte ich nun.</p>
<p>&#8220;Naja sie kauert dann in einer Ecke vom Schrank,&#8221; meinte er.</p>
<p>Ich war absolut fassungslos und konnte es nicht begreifen, wie jemand so leben konnte. Ichbeobachtete die alte Dame wie sie ass und das erschien alles ganz normal. Sie laechelte mich freundlich an und nickte mit dem Kopf. Sie erschien also ganz normal. Ich wollte eine Unterhaltung beginnen, aber Elda sagte mir, dass sie nur Binokid spraeche. Da waere ich mit meinem schwachen Cebuano nicht sehr weit gekommen.</p>
<p>Nachdem die Oma gegessen hatte, stand sie auf, brachte den Teller und das Besteck zur Spuele und wusch es ab. Danach oeffnete sie die Schranktuere, ging hinein und schloss die Tuere hinter sich. Nun war von ihr weder etwas zu sehen noch zu hoeren.</p>
<p>Ich fragte Otto ob sie denn wirklich immer im Schrank sei und er meinte, es waeren bestimmt 23 Stunden am Tag und wenn sie drin ist, hoert und sieht man nichts von ihr. Nur wenn Besuch kaeme, dann wuerde sie die Tuere einen Spalt oeffnen und hinaus spitzeln um zu sehen wer das sei. Sie spraeche auch sehr wenig, sei aber immer freundlich.</p>
<p>&#8220;Wie lange lebt sie schon im Schrank?&#8221; fragte ich neugierig.</p>
<p>&#8220;Frueher lebte sie bei Eldas Vater und vor etwa zehn Jahren begann sie im Schrank zu leben und keiner konnte ihr das ausreden. Nun ist sie drei Monate bei uns und auch hier ist es nur der Schrank fuer sie.&#8221;</p>
<p>Die Oma im Schrank,&#8221; meinte ich nur und Otto sagte auch &#8220;ja die Oma im Schrank!&#8221; Wir sahen uns an und begannen zu lachen. Ist ja eigentlich gar nichts lustiges dran, aber nach einigen &#8220;die Oma im Schrank&#8221; hin und her lonnten wir nicht mehr aufhoeren zu lachen. Ich hatte einen richtigen Lachkrampf.</p>
<p>Als ich spaeter nach Hause kam, wollte mir niemand im Haus die Geschichte glauben. In den naechsten Tagen besuchte dann der ein oder andere Elda um die Oma im Schrank zu sehen.</p>
<p>Sie lebte weitere zehn Jahre im Schrank und verstarb dann im Alter von ueber 80 Jahren.</p>

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		<title>Georg und Otto 2. Teil</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 15:18:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir warteten also geduldig, auf das was kommen sollte. Etwa fuenf Tage spaeter kam Georg aus den Waeldern zurueck, allerdings erfuhren wir das erst eine gute Woche spaeter, denn Otto tat alles um zu verhindern, dass Georg mit anderen Leuten Kontakt hielt, und verstand es geschickt ihn bei sich hinten im Tal zu halten. Endlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir warteten also geduldig, auf das was kommen sollte. Etwa fuenf Tage spaeter kam Georg aus den Waeldern zurueck, allerdings erfuhren wir das erst eine gute Woche spaeter, denn Otto tat alles um zu verhindern, dass Georg mit anderen Leuten Kontakt hielt, und verstand es geschickt ihn bei sich hinten im Tal zu halten.</p>
<p>Endlich kam die erloesende Nachricht per Funk, dass die Zurueckbuchung geklappt hatte und das Geld unterwegs sei auf das Konto von Georgs Mutter. Zwei Tage spaeter erzaehlte mir dann Joseph, dass Georg zurueck sei und ich wollte ihn natuerlich unheimlich gerne ueber das Vorgefallene informieren, hatte aber andererseits echt keine Lust den Otto zu treffen. Louisa informierte ihn dann und Georg kam bei uns im Haus vorbei, da Otto nach Malaybalay gefahren war. ( Warum wohl?)<span id="more-2072"></span></p>
<p>Wir erzaehlten alles dem Georg, auch das mit der Rueckbuchung und er war echt empoert. Er meinte nun verstehe er auch, dass Otto drauf bestanden hatte, dass er sich erst mal von seinen Strapazen ausruhen sollte. Georg ging sofort zurueck zu Ottos Farm um seine Sachen zu holen, denn er wollte dann gleich am naechsten Morgen nach Malaybalay fahren um seine Mutter anzurufen. Am naechsten Morgen fuhr er dann auch los.</p>
<p>Zwei Stunden spaeter kam Otto wutschnaubend zu uns und beschuldigte uns, dass wir ihm hier was in die Schuhe schieben wollten. Ich hatte zuerst keine Ahnung, woher er das wusste, erfuhr aber spaeter, dass Georg vor der Abfahrt noch mit Joseph gesprochen hatte, und schon war die Geruechtekueche heftigst am brodeln. Ich ignorierte Ottos Ausbrueche so gut ich konnte und meinte, er solle das doch dann mit dem Georg besprechen. Nach einigen Minuten des Tobens zog er dann auch wieder ab.</p>
<p>Vier Tage spaeter kam Georg zurueck nach Maagnao und erzaehlte uns, was bis dato passiert war. Es war eigentlich nicht viel, er wartete nur auf ein Fax von Deutschland mit Ottos Brief um den als Beweismittel fuer eine Anzeige gegen Otto zu haben. Wir fuhren also gemeinsam auf die Polizei in Malaybalay und die ging mit uns zuallerst auf die Bank. Dort bestaetigte der Manager, dass in der Tat 10000 Mark auf Ottos Konto eingegangen waren, die gewechselt sich in 180.000 Pesos verwandelt hatten. Das Geld war zwei Tage auf dem Konto, aber keiner hob es ab bis dann eben die Anweisung des Ruecktransfers eintraf. Beim zurueck wechseln kamen dann keine 10000 Mark mehr zusammen, da die Bank natuerlich ihren Reibach machen musste und so kamen abzueglich aller Gebuehren und Kursverluste nur 9700 Mark bei der Mutter an. Aber es ist immer noch besser 300 Mark in den Sand zu setzen, als 10.000. Der Banker wurde dann noch auf die Wache gebeten um das schriftlich zu Protokoll zu geben. Als wir dort auf der Wache waren, kam ein Staatsanwalt vorbei und liess sich die Geschichte erzaehlen. Er meinte dann, dass da die Polizei in Lantapan zustaendig sei, und dass das dortige Amtsgericht den Fall an das regionale Gericht uebertragen muesse, bevor er sich damit befassen koenne.</p>
<p>Also fuhren wir am naechsten Tag nach Lanatapan (Die eidestattliche Erklaerung des Bankers hatten wir dabei) um dort nun offiziell die Anzeige zu erstatten. Es wurde also alles aufgenommen und als wir den Brief als Beweismittel vorlegten, kam natuerlich die Tatsache zur Sprache, dass der Brief auf Deutsch geschrieben sei und uebersetzt werden muesse. Uebersetzer gab es in Bukidnon aber keinen und so muessten wir wohl nach Manila oder Cebu. Der Polizeichef kam dazu und ueberlegte eine Weile, dann ging er mit dem Brief zur Richterin des Amtsgerichtes, die mich nach einigen Minuten rufen liess und mich zu meiner Rolle in der Sache befragte. Nun meine Rolle beschraenkte sich ja auf das Telefonat mit der Mutter und nachdem das in ihren Augen ja keine prozesswichtige Aussage sei, die mich als befangen erscheinen lassen koenne, vereidigte sie mich als Uebersetzer und ich machte mich noch auf der Polizeistation an die Arbeit. Nach einer gutem Stunde stand die Uebersetzung und ich musste zurueck zur Richterin, damit die Uebersetzung auch &#8220;eingeschworen&#8221; wurde. Damit waren wir fuer heute fertig und fuhren zusammen nach Maagnao. Am naechsten Tag kehrte Georg nach Malaybalay zurueck.</p>
<p>Etwa zwei Wochen spaeter kam er am spaeten Morgen an und meinte die Richterin wolle uns beide heute sprechen. Also ging es auf nach Lantapan, und dort machte uns die Dame eine negative Eroeffnung: Trotz der Vollmacht, die von der Mutter vorlag, koennte er nicht der Klaeger sein, das koennte nur die Mutter und dazu muesste sie also persoenlich kommen. Georg meinte, dazu muesste er erst mit ihr sprechen und machte das dann auch am naechsten Tag. Zuerst sagte die Mutter zu, aber ein paar Tage spaeter aenderte sie ihre Meinung und meinte sie wuerde nicht kommen. Georg befragte nun einen Rechtsanwalt, aber der sagte ihm das gleiche wie die Richterin. Wenn die Mutter nicht persoenlich kommt, kann es auch keine Anzeige wegen versuchten Betruges geben. Damit war Otto natuerlich fein heraus, aber er wusste das ja nicht und mittlerweile hatte sich die Sache mit der Anzeige natuerlich herumgesprochen und am Tag nachdem wir mit der Richterin gesprochen hatten, seilte sich Otto ab. Er war weg, spurlos verschwunden und keiner wusste wo er hin war. Spaeter erzaehlte uns der Postmaster von Lantapan, dass ein Brief gekommen war, in dem seine Mutter Geld geschickt hatte.</p>
<p>Waere Otto in diesen zwei Tagen auf die Bank gegangen, als das Geld schon auf dem Konto war, dann waere der Betrug geglueckt, aber er war viel zu beschaeftigt zu verhindern, dass Georg etwas erfuhr und kam einige Tage zu spaet auf die Bank.</p>
<p>The End</p>

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		<title>Georg und Otto 1. Teil</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 08:36:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nachdem Otto ja nun mit seiner Pflanzerei ganz erfolgreich war &#8211; erfolgreich bedeutet hier, dass er genug fuer seinen Lebensunterhalt verdiente &#8211; verhielt er sich in den naechsten Wochen eigentlich ganz friedlich und normal. Wir waren sicher keine Freunde geworden und die Besuche beschraenkten sich in erster Linie auf das Geschaeftliche. Eines Tages war ich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nachdem Otto ja nun mit seiner Pflanzerei ganz erfolgreich war &#8211; erfolgreich bedeutet hier, dass er genug fuer seinen Lebensunterhalt verdiente &#8211; verhielt er sich in den naechsten Wochen eigentlich ganz friedlich und normal. Wir waren sicher keine Freunde geworden und die Besuche beschraenkten sich in erster Linie auf das Geschaeftliche.</p>
<p>Eines Tages war ich wie so oft beim ausliefern in Cagayan, aber es war spaet geworden und so musste ich in Malaybalay uebernachten. Dort traf ich beim Abendessen einen jungen Deutschen namens Georg. Er war ein sehr angenehmer Mensch und es tat gut sich mit ihm zu unterhalten. Er fragte mir fast ein Loch in den Bauch und am Ende wollte er wissen, ob ich nicht jemanden kenne, der sein Cebuano weiter verfeinern koennte. Er hatte vorher auf Negros gelebt und dort Cebuano gelernt und sprach es recht fliessend, weitaus besser als ich. Nun Inday hatte dort weitlaeufige Verwandte und die Tante war eine Lehrerin auf der High School, und so schlug ich ihm vor es doch mit der Tante zu versuchen.<span id="more-2066"></span></p>
<p>Am naechsten Morgen trafen wir uns nach dem Fruehstueck und fuhren zu Indays Tante. Die war recht angetan von dem Vorschlag zudem es ja 100 Pesos pro Unterrichtsstunde zu verdienen gab und so blieb Georg gleich fuer die erste Stunde dort und ich fuhr weiter nach Maagnao, aber nicht ohne den Georg vorher noch auf einen Besuch eingeladen zu haben.</p>
<p>Etwa eine Woche spaeter kam der Georg zu uns um einige Tage zu bleiben. Er schwaermte vom guten Unterricht den er erhielt und er gewann die Herzen der Dorfbewohner im nu, nicht nur weil er eine stille sympathische Erscheinung war, sondern eben auch wegen seiner Cebuano Kenntnisse, denn Cebuano war die Ueberbrueckungssprache in dieser Ecke.</p>
<p>Georg wollte unbedingt einige Tage im Wald wandern und auch auf den Mount Kitanglad klettern und so verhandelten wir mit einigen einheimischen Tala-andig, da das ohne Fuehrer sicher nicht zu empfehlen ist. Einmal mehr erwies sich Victorino als wahre &#8220;Fundgrube&#8221; und kam nach eingen Tagen mit zwei jungen Maennern, die den Georg fuehren sollten. Aber Georg wollte noch einmal kurz nach Malaybalay um einiges zu holen vor dem Abmarsch. Und so fuhr er eben am naechten Morgen los.</p>
<p>Als Georg zurueck kam, ueberraschte er uns, denn er holte nur seine Sachen, die er da gelassen hatte und meinte, er werde zum Otto umziehen. Er hatte Otto im Jeepney getroffen und der hatte ihn vor uns gewarnt und was wir fuer boese Menschen seien. Wir haetten ihn ja angeblich bestohlen, wie ich vorher in der ersten Geschichte schon erzaehlt hatte.</p>
<p>Aber Georg schien dem Otto zu glauben und &#8220;zog um&#8221;.  Naja er wuerde mit Otto sicherlich einiges erleben. Als Victorino kam, erzaehlte ich ihm vom Georgs Umzug und er ging zum Otto, um alles fuer den Trip in die Wildniss klar zu machen.</p>
<p>Ich erfuhr dann nur noch von Joseph, dem Barangay Sekretaer, dass Georg mit drei Einheimischen in die Waelder gezogen sei. Die naechste Ueberraschung kam, als wir 10 Tage spaeter ueber Funk von Malaybalay benachrichtigt wurden, dass ich sofort zu Indays Tante kommen solle. Auf die Frage nach dem Warum, konnte mir der &#8220;Anrufer&#8221; keine Antwort geben.</p>
<p>Ich fuhr also am naechsten Morgen los und als ich dort ankam, wurde mir gesagt, dass die Mutter von Georg angerufen hatte und nach Georg fragte. Die Verwandten wussten nichts naeheres und hatten mich deshalb kommen lassen. Als die Mutter dann am spaeten Nachmittag anrief, erzaehlte sie mir folgende Geschichte: &#8220;Ich habe vor drei Tagen einen Brief bekommen, der mit DHL verschickt worden war und in dem ein gewisser Otto erzaehlte, dass mein Sohn waehrend einer Feier im Dorf in eine Schlaegerei verwickelt gewesen sein soll und nun im Krankenhaus laege. Die Operation und der Aufenthalt in der Klinik sollten 10.000 Mark kosten und eine Kontonummer war angegeben, wohin ich das Geld schicken sollte. Der Schreiber betonte auch, dass er bis jetzt alle noetigen Zahlungen vorgeschossen habe. Ich war natuerlich total in Sorge und machte umgehend eine telegraphische Anweisung. Aber gestern besuchte mich eine Bekannte mit zwei amerikanischen Freunden und als ich denen die Geschichte erzaehlte, warnten sie mich wegen moeglichen Betruges. Ich rief darauf hin die Botschaft in Manila an, und die riet mir erst mal mit dem Krankenhaus zu sprechen. Da ich aber nur die Nummer von ihren Verwandten von meinem Sohn bekommen habe, rief ich dort an und die verwiesen mich an Sie. Koennen sie die Krankenhaeuser besuchen und nachfragen?&#8221;</p>
<p>Ich antwortete: &#8220;Frau F. bitte machen sie sich keine Sorgen, ihr Sohn ist mit Einheimischen in die Waelder gezogen und sollte in vier oder fuenf Tagen wieder da sein. Es sieht so aus, als ob Otto die Gunst der Stunde nutzte, um sie zu betruegen. Haette es da eine Schlaegerei gegeben, wie Otto sagt, dann wuesste ich sicherlich davon.&#8221;</p>
<p>&#8220;Mein Gott was mache ich jetzt? Ich habe doch das Geld geschickt,&#8221; jammerte sie.</p>
<p>&#8220;Rufen sie ihre Bank an und lassen sie den Auftrag sofort zurueck buchen. Wenn sie Glueck haben, dann ist das Geld noch unterwegs oder auf der Bank. Und lassen sie es mich bitte wissen, ob das geklappt hat. Ansonsten muesste ihr Sohn hier gleich auf die Polizei, um von dem Geld zu retten, was noch zu retten ist. Ich bleibe bis morgen am fruehen nachmittag hier. Sollte es spaeter sein, koennen sie meine Vewandten informieren und die wissen, wie sie mich erreichen koennen,&#8221; erklaerte ich ihr.</p>
<p>Nach dem Gespraech wollten Indays Familienmitglieder natuerlich wissen, was passiert war und ich erzaehlte die ganze Geschichte. Sie reagierten empoert und waren ueberrascht, dass es unter den Auslaendern auch Lumpen gaebe.  Wir diskutierten noch eine Weile darueber, sprachen aber danach von anderen Dingen. Ich rief die Bank an, um sie zu informieren, aber die sagten klipp und klar, dass sie ohne Power of Attorney vom Sender eine Abhebung nicht verhindern koennen. Sie sagten mir auch nicht, ob das Geld schon da sei, beziehungsweise schon abgehoben waere.</p>
<p>Danch ging ich zurueck zur Verwandtschaft und wie so oft erlebte ich einen schoenen Abend dort und am naechsten Tag gegen ein Uhr nachmittags, rief  die Mutter von Georg an, um mich zu informieren, dass die Bank die Rueckbuchung in die Wege geleitet hatte. Allerdings wuerde es mindestens eine Woche dauern, bis sie wuessten ob es geklappt hatte oder nicht.</p>
<p>Ich fuhr danach nach Hause und dort musste ich alles noch einmal erzaehlen und auch hier wurde ueber den Otto abgelaestert, was er doch fuer ein mieser Kerl sei. Wir besprachen die Sache aber nur im engsten Familienkreis, da ich nicht wollte, dass der Otto von der Rueckbuchung erfuhr.</p>
<p>Nun blieb nur noch das Warten uebrig, wie die ganze Sache wohl ausgehen wuerde.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Ottos Rueckkehr</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Jul 2010 05:42:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir waren alle sehr erstaunt, als wir hoerten, dass Otto zurueck gekommen war und nun bei Elda in ihrem kleinen Haeuschen wohnte. Es ueberraschte uns nicht nur,  dass er ueberhaupt zurueck kam, sondern eben auch, dass Elda ihn aufnahm, wo sie doch geschworen hatte, den Typen nie mehr sehen zu wollen. Sie erklaerte meiner Frau [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir waren alle sehr erstaunt, als wir hoerten, dass Otto zurueck gekommen war und nun bei Elda in ihrem kleinen Haeuschen wohnte. Es ueberraschte uns nicht nur,  dass er ueberhaupt zurueck kam, sondern eben auch, dass Elda ihn aufnahm, wo sie doch geschworen hatte, den Typen nie mehr sehen zu wollen. Sie erklaerte meiner Frau spaeter, dass sie nur wegen des gemeinsamen Kindes zugestimmt hatte. Ueber zwei Jahre war Otto weg gewesen, hatte sich nie gemeldet und sie nahm ihn einfach auf. Das verstehe wer will, ich nicht.</p>
<p>In den ersten Wochen sahen wir nichts von ihm, aber wir hoerten von den Nachbarn, dass er wohl jeden Abend soff wie ein Loch und dabei manchmal auch herum schrie und gewalttaetig wurde. Sein Sohn Tom hatte furchtbare Angst vor ihm, und versteckte sich nicht nur einmal bei seiner Nachbarin Louisa, die ja seit Jahren fuer uns arbeitete und die beste Informationsquelle war, die man sich vorstellen konnte. Es war keine gute Entscheidung, die Elda getroffen hatte.<span id="more-2041"></span></p>
<p>Die Wochen und Monate gingen dahin, und Otto lebte dort ohne auch nur irgendetwas zu tun. Er half Elda am Anfang nicht einmal in dem kleinen Garten, den sie hinter dem Haus hatte und wo sie Gemuese fuer den Eigenbedarf anpflanzte.</p>
<p>Eines morgens kam ich zu Joseph, unserem Barangay Sekretaer und der erzaehlte mir eine nette Geschichte, die sehr typisch scheint fuer den guten Otto. Am Vorabend hatte er scheinbar mit einigen lokalen Leuten oben in Cawayan &#8211; das ist der Name des Dorfes, denn Maagnao war nur ein Sitio &#8211; fuerchterlich gesoffen hatte und dann ueber die Filipinos her gezogen war. Das hatte seinen einheimischen Saufkumpanen ueberhaupt nicht gefallen und so fielen sie zu fuenft ueber ihn her und schlugen ihn nach allen Regeln der Kunst zusammen. Als er sich nach der Pruegelei einigermassen erholt hatte wollte er nach Hause gehen und fiel unterwegs in den wasserfuehrenden Graben am Strassenrand. Dort blieb er dann auch liegen und schlief seinen Rausch aus. Am naechsten Morgen fand ihn Doming immer noch schlafend mitten im Wasser liegen. Er weckte Otto auf und brachte ihn nach Hause. Wie Joseph noch erzaehlte, sieht er von den Pruegeln fuerchterlich aus;  beide Augen waren zugeschwollen und ueberall hatte er Verletzungen im Gesicht und am Kopf. Aber ich hatte eigentlich erwartet, dass ihm so etwas frueher oder spaeter zustossen wuerde und er konnte von Glueck sagen, dass keiner seiner Saufkumpane eine Bolo dabei hatte.</p>
<p>Drei Tage spaeter sah ich ihn am Haus vorbei laufen und er sah wirklich schlimm aus, obwohl es wohl schon etwas besser war. Seit er angekommen war, hatten wir noch keine Wort miteinander gewechselt und das sollte auch noch eine ganze Weile so bleiben.</p>
<p>Einige Wochen spaeter hoerte ich dann, dass Otto vor haette, eine Gemuesefarm zu beginnen, denn Elda hatte ihn vor die Alternative gestellt, entweder etwas zu tun oder zu gehen. Sie besass etwa einen Kilometer hinter Maagnao im Flusstal zwei Hektar Land, die sie geerbt hatte und die sollten gepflanzt werden. Das Tal war dort oben etwa 300 Meter breit und von sehr steilen Haengen begrenzt. Dort war es nur von neun Uhr morgens bis vier Uhr nachmittags sonnig, ansonsten lag das Tal im Schatten. Das hatten den Nachteil, dass es manchmal fast schon zu kuehl fuer ein tropisches Land war, aber fuer den Anbau von Gemuese war es geradezu ideal. Aber das Tal hatte einen sehr schlechten Ruf, da dort in der Vergangenheit schon drei Menschen, die sich dort nieder gelassen hatten, ermordet worden waren. Die Einheimischen hielten das Tal fuer verhext, aber Otto juckte das nicht. Als Deutscher konnte er ueber den Aberglauben der Filipinos nur laecheln.</p>
<p>In den naechsten Wochen baute Otto dort hinten eine Huette mit der Hilfe des Vaters von Elda. Da kein Geld vorhanden war, wurde auch nur mit natuerlichem lokalem Material gebaut, das da oben damals noch in Unmengen wuchs. Baeume wurden gefaellt fuer die Eckpfosten und das benoetigte Holz,  die Waende wurden aus Bambus gebaut und das Dach mit Cogon gedeckt. Joseph erzaehlte mir die Updates, da er zwei Kilometer weiter oben ein Feld hatte, und der Zugang dorthin fuehrte durch das bewusste Tal.</p>
<p>Danach begann Otto die Felder zu kultivieren und wie ich von den Leuten hoerte, war er sehr fleissig, etwas das man ihm gar nicht zugetraut haette. Er machte Baggings fuer Saemlinge, rodete und jaetete was das Zeug hielt und etwa drei Wochen spaeter begann er die Saemlinge zu verpflanzen. Wegen des Schattens im Tal musste er die Jungpflanzen auch nicht abdecken und alles schien gut zu wachsen.</p>
<p>Zwei Monate spaeter am Samstag morgen bekamen wir einen ueberraschenden Besuch. Ihr koennt es sicher eraten! Otto kam um mir Petersilie zu verkaufen. Er entschuldigte sich zuerst und dann bot er mir fuenf Kilo Petersilie an. Da wir selbst nicht genug fuer die Bestellungen hatten, kaufte ich ihm seine Petersilie ab. Wir tranken eine Tasse Kaffe zusammen in unserer Gartenlaube &#8211; im Haus wollte ich ihn nicht haben &#8211; und unterhielten uns ueber belangloses. Sein frueheres Verhalten gegenueber Elda sprach ich nicht an, und er schien nicht zu wissen, dass sie uns alles erzaehlt hatte.</p>
<p>Und so tanzte der Otto jede Woche zweimal an, um sein Gemuese zu verkaufen. Nur wenn er groessere Ernten hatte fuhr er nach Cagayan de Oro um den Grosshandel in Agora zu beliefern.</p>
<p>Einmal besuchte ich ihn auch in seiner Huette und stellte fest dass es am spaeten Nachmittag schon saukalt in seinem Tal war. Seine Huette war nicht sehr gross und dort hatte ich ein besonderes Erlebnis, das ich aber ein anderes Mal erzaehlen werde, da es eine Geschichte fuer sich ist.</p>
<p>Es schien so, als ob Otto die Kurve bekommen haette, doch wie so oft truegte der Schein, aber das ist eine andere Geschichte, die ein anderes Mal erzaehlt werden soll.</p>

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		<title>Ottos Sohn</title>
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		<pubDate>Wed, 30 Jun 2010 10:19:17 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Elda von Otto zurueck kam, war sie ja schwanger und sie hatte einige Monate spaeter einen blonden Jungen geboren, den sie Tom nannte. Es dauerte hoechstens einen Monat und er hatte seinen Spitznamen weg, denn ohne geht es so gut wie nicht auf den Philippinen. Bei meiner eigenen Tochter Marion konnte ich einen Spitznamen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Elda von Otto zurueck kam, war sie ja schwanger und sie hatte einige Monate spaeter einen blonden Jungen geboren, den sie Tom nannte. Es dauerte hoechstens einen Monat und er hatte seinen Spitznamen weg, denn ohne geht es so gut wie nicht auf den Philippinen. Bei meiner eigenen Tochter Marion konnte ich einen Spitznamen verhindern, bei meinem Sohn Manuel leider nicht und so wurde halt der Manny aus ihm.</p>
<p>Aber zurueck zu Ottos Sohn. Der Vater war weder bei der Entbindung zugegen noch im ersten Lebensjahr von Tom. Er kam zwischendurch, blieb eine Weile und ging dann wieder, bevor Elda sich endgueltig von ihm loeste, wobei ich nie verstanden habe, wie man als Frau die von ihr erzaehlte Vergewaltigung verzeihen koenne.</p>
<p>Ottos gelegentliche Besuche sollen hier nicht zum Thema werden, sondern es geht um Tom. Bereits im Kindergartenalter &#8211; hier auf den Philippinen gibt es in jedem Dorf ein sogenanntes Day Care Center &#8211; fiel er als echter Wildfang auf. <span id="more-2014"></span>Er war frech, hatte keinerlei Erziehung und er war wild. Seine Mutter musste arbeiten um zu essen zu haben, und so war er meist schon im fruehen Alter auf sich gestellt. Die Vorschullehrerin hatte groesste Muehe ihn zu baendigen. Kein Baum war ihm zu hoch und kein Felsen zu steil, dass er nicht daran hoch klettern wuerde. Im Alter von fuenf Jahren stieg er die Kokosnusspalmen hinauf und hackte mit der Machete die Nuesse ab, so dass sie zu Boden fielen.  Aber er half auch seiner Mutter, hackte Feuerholz und kuemmerte sich um seine kleine  Schwester, die bei einem spaeteren  &#8220;Besuch&#8221; von Otto gezeugt worden war. Mit sechs Jahren kochte er die taeglichen Mahlzeiten im Haus, da die Mutter ja auf verschiedenen Farmen arbeitete, um Geld ins Haus zu bringen. Von Otto kam naemlich keine Centavo.</p>
<p>Klar war dabei, dass natuerlich die Schule darunter litt und seine unregelmaessigen Besuche dort brachten die Lehrer auf die Palme. Verschiedene Gespraeche mit der Mutter brachten nur vorruebergehende Besserung und wenn er dann mal in der Schule war, dann war er auch der grosse &#8220;Schulbully&#8221;. Aber im Gegensatz zu den normalen Bullies in der Schule, trietzte er nicht die kleinen, sondern ging auf die Grossen los. Und die hatten echt Schiss vor ihm.</p>
<p>In meinem ganzen Leben hatte ich keinen solchen Wildfang gesehen. Traf man ihn irgendwo im Dorf, dann hatte er wie ein Alter eine Bolo an der Huefte haengen, und in seinen abgerissenen Klamotten sah er aus wie einer der aermsten, obwohl sein Vater Weisser war, was man uebrigens deutlich am blonden Haar und der Nase erkennen konnte. Bei der Hautfarbe sah man es weniger, da sein Daueraufenthalt im Freien fuer eine gesunde Braeune sorgte. Und war er in einer Gruppe von Kindern und man sah ihn nicht,  konnte man  ihn aber laut und deutlich hoeren. Denn er schrie von allen Kindern im Dorf am lautesten herum.</p>
<p>Aber Tom war auch ein sehr mutiger Junge. Als einer seiner Klassenkameraden sich einmal in einem Baum verstiegen hatte und weder vor noch zurueck wusste, kletterte er den Baum hoch und half seinem Schulfreund aus der Misere. Als ein wild gewordener Carabao durch den Ort rannte, zoegerte er keine Sekunde und rannte auf die Strasse um ein kleines Maedchen, das beim weg laufen hingefallen war, vor den Hoernern des wilden Bullen weg zu ziehen.</p>
<p>Als er mit zwoelf Jahren die Schule verliess, konnte er kaum lesen und schreiben. Seine zahlreichen Abwesenheiten hatten ihn jetzt schon fuer eine  Zukunft als Hilfsarbeiter in der Landwirtschaft vorbestimmt. Dabei war Tom kein dummer Junge, das merkte man deutlich, wenn man sich mit ihm unterhielt. Man sah es sogar noch besser, wenn es darum ging ein praktisches Problem in Haus und Hof zu loesen. Immer fiel ihm etwas ein, wie man dies oder jenes noch reparieren koennte.</p>
<p>Und so begann fuer Tom eine Zukunft als Landarbeiter. Nach der Schulzeit arbeitete er wie ein Erwachsener bereit auf den Farmen als Tageloehner und er arbeitete gut, so dass er immer genommen wurde, wenn er um eine Taetigkeit nachsuchte. (Dass Kinderareit verboten ist, schert da oben niemanden)  Seinen Vater kannte er kaum, und wenn ihn jemand fragte, dann erschien Tom aeusserst wurstig in seiner Reaktion. Von Elda hatten wir gehoert, dass er keinerlei Interesse haette, den Vater besser kennen zu lernen, auch als der schon laengst in Bukidnon nur etwa 40 Kilometer entfernt mit einer anderen Frau zusammen lebte.</p>
<p>Wer von euch Maagnao besuchen wuerde, koennte einen jungen blonden Teenager sehen, der wirklich wie ein kleiner &#8220;Wilder&#8221; durch das Dorf laeuft. Er fuehlt sich nicht nur als Tala-andig, er ist einer, da der Stamm ihn voll anerkannt hat.</p>
<p>Ob er irgendwann mal Gelegenheit bekommt zur Schule zu gehen, bzw. ob er das ueberhaupt will, steht in den Sternen. Dem Desinteresse seines Vaters verdankt er auch die Tatsache, dass er keinen deutschen Pass mehr bekommen kann, da er vor dem Stichtag geboren ist und der Antrag vor 2006 gestellt haette werden muessen.</p>
<p>Aber Tom fuehlt sich durch all das nicht belastet. Er kannte nie ein Leben in der Mittelklasse und vermisst es nicht. Das wird dann kommen, wenn er mal selbst eine Familie haben wird und es eben dann bedauert, dass er es sich nicht leisten kann, seine Kinder auf eine ordentliche Schule zu schicken.</p>
<p>C&#8217;est la vie!</p>
<p>Auch wenn es noch so eine grosse Schei&#8230;.. ist.</p>

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		<title>Otto 3. Teil</title>
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		<pubDate>Fri, 25 Jun 2010 07:47:42 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<category><![CDATA[Mindanao]]></category>
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		<description><![CDATA[Inday, meine Frau, hatte in Cagayan der Oro entfernte Verwandte, von deren Existenz Otto zwar wusste, die er aber noch nie getroffen hatte und auch nicht wusste, wo genau sie wohnten. Wie er letzten Endes dort &#8220;landete&#8221; ist mir bis heute ein Raetsel. Dieses Wochenende lieferte meine Frau das Gemuese aus. Sie fuhr also wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Inday, meine Frau, hatte in Cagayan der Oro entfernte Verwandte, von deren Existenz Otto zwar wusste, die er aber noch nie getroffen hatte und auch nicht wusste, wo genau sie wohnten. Wie er letzten Endes dort &#8220;landete&#8221; ist mir bis heute ein Raetsel.</p>
<p>Dieses Wochenende lieferte meine Frau das Gemuese aus. Sie fuhr also wie ueblich nach Cagayan und war erstaunt, dass die entfernte Cousine in Agora auf dem Gemuesegrossmarkt auf sie wartete. Wir saeuberten und packten unser Gemuese immer in der selben Bodega und bezahlten natuerlich fuer die Nutzung, deswegen wusste sie, wo wir zu finden seien. Rosalyn, genannt Tata, erzaehlte Inday sofort, dass Otto zusammen mit Elda vor ein paar Tagen angekommen war und sie nun dort wohnten. Ihre Mutter habe den beiden sogar ein Zimmer gegeben. Und sie sei stinksauer auf uns. Inday wollte natuerlich wissen, warum sie veraergert war und Tata berichtete: &#8220;Otto erzaehlte, dass wir ihn und Elda &#8216;raus geworfen haben und das auch erst nachdem wir ihm alles an Geld und Wertsachen geklaut haetten. <span id="more-1997"></span>Das seien etwa 30000 Pesos in bar gewesen und eine Kameraausruestung die 50000 Pesos wert sein soll. Er meinte weiterhin, dass er auch fuer den Aufenthalt bezahlen wuerde, sobald er mit uns geredet haette und sein Geld wieder bekaeme.&#8221;</p>
<p>Meine Frau war entruestet und erbost. Sie sagte sofort, dass der Otto voellig mittellos zu uns kam und noch nicht mal fuer seine Zigaretten bezahlen konnte. Er machte sogar beim Laden am Ort Schulden, die wir bezahlen muessten, da er ja nun weg sei und nicht mehr kommen duerfe. Ausserdem hatte er Gemuese geklaut und in die eigene Tasche gewirtschaftet. Tata war erstaunt die Wahrheit ueber Otto zu hoeren.</p>
<p>Nach der Auslieferung ging meine Frau zu den Verwandten und sprach zu ihrer Tante. Sie erklaerte alles und wollte mit Otto und Elda sprechen. Die beiden weigerten sich aber aus ihrem Zimmer zu kommen, da sie scheinbar vor der Konfrontation Angst hatten. Die Tante glaubte aber nicht so recht, was Inday erzaehlte und nannte sie eine Luegnerin. Darauf hin verliess meine Frau das Haus und meinte nur noch, dass die &#8220;liebe Tante&#8221; schon sehen wuerde, was Otto fuer ein Schmarotzer sei.</p>
<p>Tata entschuldigte sich etliche Male fuer ihre Mutter und meinte, die wuerde vor lauter Geldgier die Wahrheit nicht erkennen. Inday antwortete nur, dass sie recht schnell merken wuerde, was Otto fuer einer sei.</p>
<p>Als meine Frau zurueck in die Berge kam, war ich dann auch stinksauer, als sie mir die Geschichte erzaehlte. Ich entschloss mich mir den Typen zu &#8220;greifen&#8221;, wenn ich in Cagayan war und ihm ordentlich den Marsch zu blasen. Mir wuerde er auf jedenfall nicht mehr ins Haus kommen.</p>
<p>Am naechsten Wochenende war es dann soweit und nachdem ich das Gemuese ausgeliefert hatte besuchte ich die Tante. Die liess mich &#8220;ueblen Burschen&#8221; ueberhaupt nicht ins Haus. Ich sagte ihr, dass der Otto mich innerhalb von dreissig Minuten im Shakeys in Ororama treffen solle. Wuerde er nicht kommen, dann wuerden wir Anzeige wegen Diebstahles erstatten.</p>
<p>In der Tat tauchte Otto eine halbe Stunde spaeter dort auf. Ich musste mich wirklich zusammenreissen um ihn nicht an Ort und Stelle an die Gurgel zu gehen. Ich fragte ihn, was die Scheisse solle, die er da &#8216;rum erzaehle und was er sich einbilde, in die Familie Indays einen Keil zu treiben. Otto laechelte nur sueffisant und sagte gar nichts. Als ich mit dem &#8220;Marsch blasen&#8221; fertig war, verlangte er Geld von mir. Er wolle fuer seine Arbeit bezahlt werden. Aber was er verzehrt und getrunken hatte, wolle er nicht bezahlen, das sei schliesslich meine Pflicht als Gastgeber. Nun gut, ich rechnete ihm mal aus, was er uns kostete und was er verdient haette gemaess lokalen Loehnen und kam zu dem Schluss, dass er mir immer noch Geld schulden wuerde. Otto fing an zu toben und zu schreien: Ich solle ihm sofort Geld geben. Was ich verweigerte. Nun wollte Otto auf mich los gehen, aber da stand auch schon der Security Guard neben ihm und bugsierte ihn am Arm festhaltend aus dem Lokal. Alle Filipinos schauten neugierig und nachdem Otto draussen war, wollte einer sogar wissen, was das denn fuer einer sei. Ich laechelte freundlich, wollte aber keine Erklaerungen abgeben und beschraenkte mich auf die Aussage: &#8220;Kein Guter, das steht fest!&#8221;</p>
<p>Fuer mich war die Sache damit erledigt und nachdem ich wieder in Ma-agnao war, glaubte ich, dass wir ihn nie wieder sehen wuerden. Das war eine falsche Annahme, denn er sollte uns noch einige Jahre &#8220;verfolgen&#8221;.</p>
<p>Einige Monate spaeter kam Elda zurueck nach Ma-agnao und besuchte uns. Bereits bei ihrem Eintritt entschuldigte sie sich fuer das was geschehen war. Sie erzaehlte, dass Sie beide bei Indays Tante etwa eine Woche nach meinem Besuch &#8216;raus geflogen waeren, weil Otto sich einfach unmoeglich benommen haette und die Tante so langsam merkte, dass da wohl kein Geld &#8216;rueber kommen wuerde. Sie haetten dann eine Zeitlang bei einem anderen Deutschen in Bugo gelebt, aber der schmiss sie auch bald wieder raus. Sie waren danach in einer kleinen Pension und dort wurde Otto wegen nicht Bezahlens erst einmal angezeigt und voruebergehend festgenommen, aber er kam nach vier Tagen wieder frei. Ein weiterer Deutscher hatte ihn ausgeloest. Elda trennte sich einige Wochen spaeter von ihm, um wieder nach Hause zu gehen.</p>
<p>Sie erzaehlte nun ihre Geschichte:  Sie war zwar sehr verliebt und ging deswegen mit ihm, aber sie war eben auch Jungfrau und sagte ihm von vorne herein, dass das bis zur Ehe so bleiben wuerde. Daraufhin hatte Otto sie im Zimmer bei Indays Tante mit dem Messer bedroht und vergewaltigt. Sie blieb danach nur noch aus Scham bei ihm, weil sie sich nicht mehr nach Hause traute. Erst als es mit seiner Sauferei und mit Gewalttaetigkeiten schlimmer wurde, nahm sie ihren Mut zusammen und verliess ihn. Natuerlich war sie auch schwanger und einige Monate spaeter wurde Tom geboren.</p>
<p>Von Otto sollten wir nun fuer gute zwei Jahre nichts mehr hoeren.</p>
<p>Das war der Anfang von Ottos Geschichte, der noch viele weitere Teile folgen werden.</p>

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