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	<title>Phil-Life.net &#187; farm</title>
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		<title>Unsere Hunde 4. Teil</title>
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		<pubDate>Fri, 10 Dec 2010 04:58:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Mac frass und frass und frass. Er wuchs und wuchs und wuchs. Und als er ein Jahr alt war, hatte er eine Schulterhoehe von 98 Zentimetern erreicht. Das war aber nicht das Ende, denn das erreichte Mac bei 108 Zentimetern. Damit gehoerte er zweifelsohne zu den grossen Doggen. Doggen sind ja erstaunlich verspielt und trotz [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Mac frass und frass und frass. Er wuchs und wuchs und wuchs. Und als er ein Jahr alt war, hatte er eine Schulterhoehe von 98 Zentimetern erreicht. Das war aber nicht das Ende, denn das erreichte Mac bei 108 Zentimetern. Damit gehoerte er zweifelsohne zu den grossen Doggen. Doggen sind ja erstaunlich verspielt und trotz ihrer Groesse echte Familienhunde. Und sie sind aeusserst wirkungsvoll dank ihrer Groesse. Filipinos kamen nie auf das Grundstueck, bevor der Hund nicht angeleint war. Aber so eine Dogge hat auch eine komische &#8220;Angewohnheit&#8221;. Sie stecken einem den Kopf in den Schoss und dann schieben sie. Mit 80 kg Gewicht dahinter, muss man sich schon anstrengen, damit man nicht auf den &#8220;Arsch&#8221; faellt. Und wenn der Hund einen anspringt hat man besser eine gute Reaktion und weicht aus, weil man ansonsten auf dem Hinterteil sitzt. Aber sie klaeffen nicht herum. Mac bellte nur, wenn es einen Grund gab. Seine tiefe &#8220;Stimme&#8221; nervte wenigstens nicht wie das Geklaeffe von Poypoy zuvor. <span id="more-2473"></span></p>
<p>Wenn Doggen laufen oder rennen sieht es schon etwas tolpatschig aus, denn diese grossen Hunde sind wohl im Laufen nicht so geschickt wie kleinere. Aber sie koennen ein enormes Tempo entwickeln.</p>
<p>Wir trainierten mit Mac so das uebliche und er war gelehrig und lernte schnell. Als er aelter war, entdeckte Jonathan, dass man auf dem Hund reiten kann und so wurde er fuer Jonathan und Joshua, Jory&#8217;s Kinder, zum &#8220;Ersatzpferdl&#8221;.</p>
<p>Und natuerlich hatten wir einige Erlebnisse mit ihm, die ich nicht unerwaehnt lassen will. Als wir ihn im Alter von einem Jahr zum Tierarzt brachten um seine Impfungen auffrischen zu lassen, verwendeten wir den Truck, da er fuer das Auto einfach zu gross war. Und als er unterwegs einen anderen Hund sah, sprang er vom fahrenden Laster einfach trotz Leine herunter. Meine Tochter war nicht in der Lage gewesen ihn zu halten. Bei dieser Gelegenheit brach sich Mac einen Knochen im Fuss und musste dafuer auch behandelt werden. Was mich ueberraschte, war de Tatsache, dass er nicht versuchte die elastische Binde abzubeissen, die der Tierarzt ihm verpasst hatte. Nach zwei Wochen sprang er wieder herum, als ob nichts gewesen waere.</p>
<p>Wir haben zwar einen recht grossen Hof, aber Mac versuchte bei jeder sich bietenden Gelegenheit zu entwischen. Schraeg gegenueber von unserem Grundstueck ist ein freies Feld, das etwa einen halben Hektar gross ist und dort tollte er dann herum. Er spielte auch mit den Nachbarhunden, aber das hatten wir nicht so gerne wegen Floehen und Laeusen. Danach war immer eine Waesche mit einer Entlausungsseife angesagt. Als Mac geschlechtreif wurde versuchte er sich natuerlich auch an den Nachbarhuendinnen, wenn die gerade laeufig waren, aber das war auf Grund seiner Groesse immer vergebliche Liebesmueh. Es klappte einfach nicht. Das war wirklich frustrierend fuer den armen Kerl. Ohne Konkurrenz war er fast immer, denn die anderen Hunde trauten sich nicht an ihn ran, aber selbst kam er auch nicht zum &#8220;Schuss&#8221;. Allerdings gab es einmal den Versuch ihm Konkurrenz zu machen und es kam zum Kampf, der etwa drei Sekunden dauerte. Mac biss einmal kraeftig zu und sein Kontrahent lief &#8220;dreibeinig&#8221; davon. Nun ja es sprach sich herum unter den paar Doggenliebhabern der Gegend, dass wir eine grosse Dogge hatten und vor allem, dass es sich um &#8220;frisches Blut&#8221; handelte, da die Doggen hier alle von einem Paar abstammten. Und so kamen die ersten Anfragen, ob wir Mac zum decken zur Verfuegung stellen wuerden. Wir stimmten zu und es gab dann immer ein Puppy vom Wurf als &#8220;Bezahlung&#8221;. Und so kam unser Mac dann doch noch zu seinem Vergnuegen.</p>
<p>Aus dem ersten Wurf sind angeblich alle Hunde eingegangen, aber wie meine Tochter spaeter heraus fand, wurden wir beschissen, denn der Eigentuemer hatte fuenf Hunde aus dem Wurf verkauft. Ihm liehen wir Mac natuerlich nicht mehr.</p>
<p>Aber von anderen Zuechtern gab es den &#8220;Lohn&#8221; und als erstes Puppy kam Sheila zu uns ins Haus. Leider wurde sie bald sehr krank und verstarb bei der zweiten Erkrankung im zarten Alter von fuenf Monaten. Die naechsten beiden Puppies verkauften wir und dann kam Kathi (den Namen hatte meine Frau gewaehlt), die sehr anhaenglich war und die meine Frau unbedingt behalten wollte. Also blieb Kathi bei uns. Leider stellte sich spaeter heraus, dass sie taub war. Man konnte direkt neben ihrem Ohr in die Haende klatschen und es gab keine Reaktion. Trotz diesem Handycap ist sie aber sehr aufmerksam und entdeckt &#8211; wie weiss ich nicht, aber ich vermute durch den Geruchssinn &#8211; Besucher schneller als Mac und die anderen Hunde. Im Gegensatz zu Mac neigt Kathi zum dick werden und wir muessen aufpassen, dass sie nicht zuviel frisst. Aber Kathi ist sehr umgaenglich und folgt den wichtigsten Befehlen durch Zeichen.Alle weiteren Nachkoemmlinge von Mac haben wir verkauft.</p>
<p>Mac ist mittlerweile sieben Jahre alt und wir haben uns entschlossen vom naechsten Nachwuchs ein maennliches Tier zu behalten. Doggen werden ja leider nur etwa 7-9 Jahre alt.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Unsere Hunde 3. Teil</title>
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		<pubDate>Tue, 07 Dec 2010 05:17:05 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als wir in Cagayan de Oro eine Zweitwohnung wegen der Schule der Kinder hatten, brachte Marion eines Tages einen jungen Hund nach Hause. Es war ein goldfarbener philippinischer Mischling mit dem hier so haeufigen &#8220;Ringelschwanz&#8221;. Ich weiss nicht ob das euch schon aufgefallen ist, aber bei philippinischen Hunden ringelt sich der Schwanz oft nach oben. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als wir in Cagayan de Oro eine Zweitwohnung wegen der Schule der Kinder hatten, brachte Marion eines Tages einen jungen Hund nach Hause. Es war ein goldfarbener philippinischer Mischling mit dem hier so haeufigen &#8220;Ringelschwanz&#8221;. Ich weiss nicht ob das euch schon aufgefallen ist, aber bei philippinischen Hunden ringelt sich der Schwanz oft nach oben. Sie nannte den Hund Shikeina. Wie sie auf diesen Namen kam, wissen die Goetter. Und sie versprach hoch und heilig fuer den Hund zu sorgen. Dreimal duerft ihr raten, wer sich nach zwei Wochen eifrigen Kuemmerns dann um den Hund bemuehen musste.</p>
<p>Shikeina war noch sehr jung und dementsprechend verspielt. Damals waren wir finanziell nicht auf Rosen gebettet und nach dem sechsten Paar zerkauter Slipper war ich dann doch veraergert, denn die kosteten Geld. Weder Erziehung noch der beruehmte Gummiknochen schafften Abhilfe, also wurde Shikeina erst einmal in den Garten verbannt. <span id="more-2463"></span>Nicht dass es viel geholfen haette, denn bei jeder sich bietenden Gelegenheit wieselte sie ins Haus zurueck. Auch eine zusammen gerollte Zeitung fuer den gelegentlichen Klaps hinten drauf schaffte keine Abhilfe. Nun ich behandelte dann alle Slipper im Hause mit Saft von zerdrueckten Chilis und das half bereits nach den ersten &#8220;Kauversuchen&#8221;. Shikeinas Wasserverbrauch stieg voruebergehend auf bayrische Mengen. (Wobei natuerlich bayrische Biermengen gemeint sind.) Und alle Tierliebhaber duerfen mich nun an dieser Stelle kreuzigen.</p>
<p>Die Chilibehandlung musste erstaunlicherweise nicht wiederholt werden, denn das eine Mal hatte Shikeina von ihrer Leidenschaft befreit. Der Gummiknochen wurde nun ihr liebstes Spielzeug aber alle zwei Monate war nachkaufen angesagt, da der &#8220;Knochen&#8221; restlos zerfleddert war. Shikeina &#8220;zerstoerte&#8221; sogar grosse Rindsknochen, so dass ich schon eine Verwandschaft zu Hyaenen oder Schakalen vermutete.</p>
<p>Ueberhaupt sah Shikeina nicht wie ein Hund aus. Sie aehnelte eher einem Fuchs oder einem Schakal. Dazu kam eben auch, dass sich ihr Fell ins roetliche verfaerbte.</p>
<p>Wir brachten dem Hund einiges bei und sie stellte sich als sehr gelehrig heraus, konnte es aber nie mit Kathi aufnehmen. So lernte sie nie an einer Leine zu gehen und versuchte sogar immer das Halsband zu entfernen, da es ihr ueberaus laestig war. Und so sprang sie eben frei herum.</p>
<p>Als ich in General Santos war um das Geschaeft dort aufzubauen, blieb die Familie ja in Cagayan de Oro. Bedauerlicherweise wurde Shikeina zwei Wochen vor dem Umzug in Bulua ueberfahren. Meine Tochter war zu der Zeit schon in Gensan und konnte ihre ueblen Drohungen gegen den &#8220;Todesfahrer&#8221; nicht verwirklichen.</p>
<p>Seit Shikeinas Tod waren drei Monate vergangen, als meine Tochter etwas nach Hause brachte, das sie in einem Karton verborgen hatte und sofort in ihr Zimmer brachte. Es dauerte auch nur etwa 15 Minuten und dann kam &#8220;etwas&#8221; aus ihrem Zimmer und schaute neugierig in den Wohnraum. Es war ein Hund und als Marion sah, dass der Hund im Wohnzimmer war,  kamen auch sofort die Versprechungen sich um den Hund zu kuemmern. Ich glaube nicht, dass ich mich hier wiederholen muss. Die Liebe zum Hund hatte die ueblichen zwei Wochen Bestand und dann waren es meine Frau und ich, die sich um das Wollknaeuel kuemmerten. Marion nannte den Koeter Poypoy und er entwickelte sich zu einem echten Klaeffer. Sobald seine Stimme laut genug geworen war, begann er zu klaeffen und hat &#8220;nie mehr&#8221; aufgehoert. Mich wunderte nur, dass er nicht heiser wurde. Unsere Ohren waren noch nie so maltraetiert worden wie zu dieser Zeit. Da er dauernd klaeffte, konnte man auch nie sagen, ob jemand kommt und er gehorsam Meldung macht.</p>
<p>Poypoy war eine echte Nervensaege! Einige Male sagte ich, dass der Hund weg muesse, aber niemand wollte ihn haben. Er war weder besonders anhaenglich, noch sah er gut aus, er war einfach nur nervig.</p>
<p>Damals wurde auch das Handy meiner Frau nachts auf dem Grundstueck geklaut und ich traf die Entscheidung mir einen grossen Hund zuzulegen. Klotzen nicht kleckern war die Devise und so bestellte ich eine daenische Dogge in Manila bei einem Zuechter.</p>
<p>Claus, unser Freund, begruesste die Entscheidung, aber war der Ansicht, dass Poypoy weg muesse, da die beiden Hunde sich sicher nicht vertragen wuerden. Ich war zwar anderer Ansicht, aber behielt meine Meinung fuer mich. Der Koeter nervte derartig, dass auch sonst niemand im Haus widersprach. Und so verliess uns Poypoy einen Tag bevor unser Dogge mit dem Flieger aus Manila eintraf. Claus hatte ihn bei Bekannten untergebracht.</p>
<p>Am naechsten Tag fuhren wir also mit dem Auto von Claus zum Flughafen um unsere Neuerwerbung, die mich mit Kaefig und Flug fast 17.000 Pesos gekostet hatte (12k fuer den Hund), abzuholen. Der Papierkram war dank DHL schnell erledigt und wir nahmen den Hund innerhalb einiger Minuten nach der Ankunft in Empfang. Da war nun die vier Monate alte Dogge in einen viel zu kleinen Kaefig gepfercht. Der Hund konnte weder aufstehen noch sich adaequat ruehren und so beeilten wir uns mit dem nach Hause kommen.</p>
<p>Dort oeffneten wir den Kaefig und konnten erst jetzt sehen, wie abgemagert der Hund war. Auf den Fotos sah er deutlich besser aus. Bereits am Vortag hatten wir einige Dosen Hundefutter und einen Sack Alpo besorgt. Und so boten wir ihm Futter an, zweifelnd, ob er es nehmen wuerde, da er ja neu war und das oft ein bis zwei Tage dauern kann, bis ein Neuankoemmling frisst. Nicht so unser Dogge. Sie frass drei komplette Schuesseln leer und legte sich befriedigt auf der Terasse nieder.</p>
<p>Ich rief dann den Eigentuemer an um mich zu erkundigen, was er so verfuettert hatte. Meine Frau ging dann nachmittags zum Einkaufen. Er bekam beim Zuechter immer eine Mischung aus Mais, Fleischabfaellen und Kuerbis.</p>
<p>Zwischenzeitlich beschaeftigte ich mich mit den Papieren und der Hund war der Sohn des Grand Champions of the Philippines. Der Zuechter war ein Formel 1 Fan und hatte allen seinen Hunden dementsprechende Namen gegeben. Unser Hund hiess Miller of  McLaren und wir beschlossen ihn kurz Mac zu nennen.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Unsere Hunde 2. Teil</title>
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		<pubDate>Thu, 02 Dec 2010 07:21:31 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Etwa drei Wochen spaeter wachten wir mitten in der Nacht auf. Kathi bellte, Leute schrien und einer jammerte. Wir standen auf und ich schnappte mir die Bolo und dann ging es zusammen mit Rico nach draussen. Vier Igorots &#8211; einen davon kannte ich &#8211; standen mit dem Ruecken zur Wand und Kathi stand vor ihnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Etwa drei Wochen spaeter wachten wir mitten in der Nacht auf. Kathi bellte, Leute schrien und einer jammerte. Wir standen auf und ich schnappte mir die Bolo und dann ging es zusammen mit Rico nach draussen. Vier Igorots &#8211; einen davon kannte ich &#8211; standen mit dem Ruecken zur Wand und Kathi stand vor ihnen und verbellte sie. Einer hielt sein blutiges Handgelenk und jammerte und die anderen versuchten sie mit Bolos zu treffen, aber Kathi war viel zu flink. Rico ging und weckte den Barangay Captain auf, der dann auch prompt  mit seiner Schrotflinte bewaffnet kam. Er uebernahm die &#8220;Truppe&#8221; der Hundefaenger und befragte sie sofort, was sie nachts um drei Uhr hier machen wuerden. In Anbetracht einer knurrenden Kathi, die ich nur mit Muehe zurueck halten konnte, fiel das Gestaendnis nicht schwer. Kathi sollte in den Kochtopf  wandern, was ihr verstaendlicherweise nicht gefiel. Einen der Maenner hatte sie ins Handgelenk gebissen und einen zweiten in die Wade, was ich zuerst gar nicht gesehen hatte. Der Captain nahm die Maenner mit und sperrte sie ueber Nacht in die Barangay Stockade. (eine Art Gefaengnis)<span id="more-2460"></span></p>
<p>Am naechsten Tag hatten die vier ihren Mut wieder gefunden und als wir beim Captain sassen verlangten sie auf meine Kosten ins Krankenhaus gebracht zu werden, was wir natuerlich verneinten. Schliesslich hatten sie unseren Hund angegriffen und der hatte sich lediglich gewehrt und das ganze auch noch auf unserem Grundstueck. Der Captain teilte unsere Meinung. Nun ging es darum, ob wir Anzeige erstatten sollten und ich meinte im Scherz, dass drei gehen koennen und der vierte wird dann an Kathi verfuettert. Guter Gott, war das ein Heulen und Zaehne klappern, denn sie glaubten, ich meine das ernst.  Wir lachten uns dappich ueber die Bloedheit der vier. Naja, wir liessen sie gehen, und die Geschichte sprach sich natuerlich sehr schnell herum und seither hat niemand auch nur einen Versuch gemacht Kathi anzugreifen.</p>
<p>Kathi war gut erzogen und wir brachten ihr bei zum Sari Sari Store zu gehen mit einem Korb im Maul, dem Geld und den &#8220;Einkaufszettel&#8221; im Korb. Ging Ging gab die Ware und auch immer das korrekte Wechelgeld mit. So wurde der Hund zur lokalen &#8220;Beruehmtheit&#8221; und wenn die oertlichen Honoren Besuch hatten musste ich mit Kathi hin und den Hund zum &#8220;einkaufen&#8221; schicken. Die Besucher waren immer sehr beindruckt und ein Congressman to be (hatte die Wahlen leider verloren) machte uns sogar ein Angebot fuer 100.000 Pesos. Wir lehnten ab.</p>
<p>Kathi ist dann acht Jahre spaeter eines natuerlichen Todes gestorben.</p>
<p>Hier sollte nun eigentlich die Geschichte von Shikeina kommen, aber die schreibe ich erst in den naechsten Tagen. Gestern ist naemlich etwas passiert mit einem unserer Hunde. Unser guter Wolf ist tot. Wolf war ein junger Schaeferhund der in seinem kurzen Leben auch einiges mitgemacht hatte.</p>
<p>Vorgestern abend hatte Wolf normal gefresssen und mit den anderen Hunden getollt. Auch am morgen war alles ganz normal und nach dem springen und laufen legte sich Wolf auf die Terasse im Schatten um zu schlafen. Er machte das jeden morgen. Als Richelle &#8211; unsere Helferin &#8211; ihn aufwecken wollte, weil Badezeit angesagt war, stand Wolf auf, schuettelte sich und trottete hinter Richelle her zum baden. Ploetzlich fiel er hin, jappste kurz und war tot.  Wir haben keine Ahnung woran er gestorben ist und begruben ihn dann auf einem grossen, seit Jahren leerstehendem Grundstueck in der Nachbarschaft.</p>

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		<title>Unsere Hunde 1. Teil</title>
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		<pubDate>Tue, 30 Nov 2010 07:56:52 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Die meisten Expats haben Hunde auf den Philippinen. Unseren ersten Hund haben wir geerbt von Schweizer Expats. Sie hiess Kathi und das befreundete Schweizer Ehepaar, dem Kathi gehoerte wanderte von den Philippinen nach Australien aus. Kathi sollte zusammen mit Philipp eingeschlaefert werden, was wir natuerlich nicht zulassen konnten. Philipp war schon aelter und mit neun [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die meisten Expats haben Hunde auf den Philippinen. Unseren ersten Hund haben wir geerbt von Schweizer Expats. Sie hiess Kathi und das befreundete Schweizer Ehepaar, dem Kathi gehoerte wanderte von den Philippinen nach Australien aus. Kathi sollte zusammen mit Philipp eingeschlaefert werden, was wir natuerlich nicht zulassen konnten. Philipp war schon aelter und mit neun Jahren fuer einen Doberman, bewegte er sich dem Ende entgegen, aber Kathi war erst drei und so &#8220;erbten&#8221; wir sie nach langen Gespraechen, in denen wir versprachen sie nicht zum Kettenhund zu machen.</p>
<p>Kathi war sehr gut erzogen und folgte aufs Wort. Der erste Tag bei uns auf der Farm war schwierig fuer sie, denn sie trauerte. Aber vom naechsten Tag an ging es aufwaerts und innerhalb von drei Tagen folgte sie uns aufs Wort und fuehlte sich &#8220;sauwohl&#8221; bei uns, denn sie konnte rennen und laufen ohne Ende. Und sie war ein ausgezeichneter Wachhund, der auch ohne Zaun wusste, wo die Grenzen des Grundstuecks waren <span id="more-2455"></span>und jeden verbellte, der auch nur einen Fuss auf unseren &#8220;geheiligten Rasen&#8221; setzte, aber ansonsten ruhig war, wenn der Passant auf der Strasse lief.</p>
<p>Der heutige Barangay Captain von Cawayan war damals noch der Sekretaer und als er zu uns kam und Kathi auf ihn lossprang um ihn zu verbellen, quietschte er Huch und sprang zurueck. Er fuhr naemlich &#8220;zweigleisig&#8221; und in Augenblicken der &#8220;Gefahr&#8221; dominierte das &#8220;zweite Gleis&#8221; und zwar sehr feminin. Bis dahin wusste ich nicht, dass er ein &#8220;doppeltes Lottchen&#8221; war, aber seine Reaktion war klar und als ich ihn fragte, verneinte er es auch nicht, sondern machte mir sogar eindeutige Angebote, auf die ich allerdings dankend verzichtete.</p>
<p>Zwei Wochen spaeter ging Ging Ging, die Inhaberin eines Sari Dari Stores bei uns vorbei. Ging Ging war sehr fett! Nicht nur dick, sondern fett! Und sie war ein &#8220;maennermordender Vamp&#8221;, der alles vernaschte, was nicht schnell genug den Baum hoch kam. (Der Spruch wird normalerweise fuer Maenner angewandt, passte aber fuer Ging Ging wie die Faust aufs Auge.) Beim vorbei gehen konnte sie es nicht lassen Kathi zu testen, denn mittlerweile war im ganzen Dorf bekannt, dass sie sofort &#8220;angriff&#8221;, wenn jemand auch nur einen Fuss auf unser Grundstueck setzte. Kathi lag wie immer am Fusse der Aussentreppe, denn das war ihr Lieblingsplatz geworden und beobachtete Ging Ging aufmerksam. Wiederholt hob Sie den Fuss und tat so, als ob sie auf unser Grundstueck treten wuerde. Kathi stand auf und schaute, bellte aber noch nicht. Nach einigen &#8220;Versuchen&#8221; stellte sie ihren Fuss ab und dem Moment rannte Kathi los und verbellte Ging Ging. Den Kopf gesenkt und den ganzen Koerper angespannt knurrte und blaffte sie. Ging Ging machte nun den groessten Fehler und rannte los. Kathi rannte, nach ihrem Gesaess schnappend, hinterher. Ich sass auf dem Balkon und fiel fast von der Bank vor lachen, als Ging Ging um Hilfe rufend die Dorfstrasse hinunter rannte. Ich rief Kathi und sofort drehte sie um und kam zurueck. Ich lobte sie fuer ihre Aufmerksamkeit und danach liess sie sich wieder auf &#8220;ihrem&#8221; Treppenabsatz nieder.</p>
<p>Natuerlich sollte diese Begebenheit nicht ohne Folgen bleiben. Am nachsten Tag wurde ich vor den Captain &#8220;geladen&#8221;, denn Ging Ging hatte Beschwerde eingereicht. Ich nahm Kathi an die Leine und lief zum Haus des Captains, das ja nicht allzuweit von uns entfernt war. Als wir ds Haus betraten, sass er da zusammen mit Ging Ging und deren Begleiterin von gestern. Wir nahmen Platz und Kathi legte sich neben meinen Stuhl. Ging Ging wurde sichtlich nervoes in Anbetracht der Gegenwart des Hundes. Der Captain ging nach einigen einleitenden Worten auch gleich zum Gegenstand der Beschwerde ueber. Angeblich sollte Kathi gebissen haben, was aber nicht stimmte. Sie schnappte, aber eben nur Luft. Ich erklaerte dann die Provokationen von Ging, ebenso wie das Verhalten von Kathi. Ging Ging hatte eben provoziert und Kathi hatte sie verbellt. So war sie erzogen. Mittlerweile hatten sich etwa 30 Menschen angesammelt, die aufmerksam zuhoerten. Sie beharrte drauf gebissen worden zu sein und ich forderte sie auf, doch den Biss zu zeigen.  Ging Ging zierte sich und am Ende kamen wir ueberein, dass sie den &#8220;Biss&#8221; meiner Frau und der Frau des Captains zeigen sollte. Die drei entfernten sich also ins Schlafzimmer des Hausherren, und als sie zurueck kamen erklaerte die Frau des Captains, dass da am Gesaess von Ging Ging nichts zu sehen sei ausser einigen Pickeln. Ging Ging behauptete aber weiter sie sei gebissen worden. Nun ja meinte der Captain ohne Bisswunde koenne man ja nicht von Beissen sprechen. Die Zuhoerer grinsten denn es ging eigentlich recht lustig zu. Ging Ging sprach mich nun direkt an und fragte, was ich wegen des Bisses zu tun gedenke. &#8220;Nichts!&#8221; antwortete ich, &#8220;denn wer kann es einem Hund uebel nehmen, wenn er nach einem solchen &#8220;Schinken&#8221; schnappt.&#8221; Alle Anwesenden brachen in bruellendes Gelachter aus und die Klamotte war perfekt. Als Ging Ging nun auch noch rot wurde, lachten die Leute noch mehr. Die &#8220;Verhandlung&#8221; wurde mit dieser lustigen Note beendet und der Captain meinte Ging Ging solle sich doch auf Maenner beschraenken, denn von Hunden verstuende sie wohl nichts, was noch mehr Gelaechter hervor rief.</p>
<p>Einige Wochen spaeter hoerten wir ein Geruecht, dass Kathi angeblich &#8220;auserkoren&#8221; war, den Kochtopf einiger Igorots zu fuellen. Wir hatten ueber 100 Igorots, die in dieser Gegend lebten und seit den spaeten 60er Jahren dort angesiedelt worden waren. Wir nahmen die Warnung schon ernst, waren doch schon oefter groessere, gut im Fleisch stehende Hunde verschwunden.  Kathie war gross und sie stand gut im Futter. Allerdings glaubten wir, dass sie sehr gut auf sich selbst aufpassen konnte und ich war mir sicher, sollte jemand einen Versuch machen Kathi zu klauen, wuerde es blutig werden.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Minny 4. Teil</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 08:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir pflanzten auch fuer das Cebu Midtown Hotel Senf und Gartenkresse in Styroporbehaeltern mit Deckel zum Transportieren und der Chefkoch dort, ein Oesterreicher, hatte eine Dauerbestellung von 200 Boxen woechentlich in zwei Lieferungen. Wie ueblich bereiteten wir unsere Lieferung vor, mussten aber dieses Mal mit dem Truck liefern, da die Jeepneys alle ausgebucht waren. Das [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir pflanzten auch fuer das Cebu Midtown Hotel Senf und Gartenkresse in Styroporbehaeltern mit Deckel zum Transportieren und der Chefkoch dort, ein Oesterreicher, hatte eine Dauerbestellung von 200 Boxen woechentlich in zwei Lieferungen. Wie ueblich bereiteten wir unsere Lieferung vor, mussten aber dieses Mal mit dem Truck liefern, da die Jeepneys alle ausgebucht waren. Das ist immer sehr viel riskanter, da unterwegs noch viel zugeladen wird, und die Trucks manchmal zu spaet ankamen. Das Schiff fuhr gewoehnlich um sieben Uhr abends ab und wir mussten dann schon gegen sechs die Kartons Bebot zum laden uebergeben.</p>
<p>Nachdem wir geladen hatten fuhr der Truck los und ich mit dem naechsten Bus hinterher. Bereits in Alanib ueberholten wir den LKW. Gegen vier Uhr kam ich in Cagayan an und ich informierte Bebot, dass wir Gemuese fuer Cebu haben. Und dann wartete ich auf den Truck, der gegen 6.30 endlich eintrudelte. Bebot wartete auch auf die Ware, aber der Truck verweigerte das Abladen. Sie wollen erst zu abend essen. <span id="more-2193"></span>Hinweise auf das abgehende Schiff wurden ignoriert und ich war stinksauer. Ich sagte klar, dass ich die Frachkosten fuer die Kresse nicht bezahlen werde, sondern nur das andere, sollten wir das Schiff nicht erreichen. Das war dem Fahrer und seinen Helfern egal. Gegen 7.10 kamen sie dann in die Bodega zum abladen, aber das Schiff war puenktlich gewesen und weg. Ich verweigerte wie angekuendigt einen Teil der Bezahlung. Eine halbe Stunde spaeter kamen die Leute vom Lastwagen mit dem Kagawad &#8211; der ja Minny&#8217;s Bruder war &#8211; um den verweigerten Teil einzufordern. Der Kagawad schrie mich an und sein Bodyguard gab mir einen Stoss,  so dass ich in einen Haufen Paprikaschoten fiel. Ich bezahlte zaehneknirschend und warf danach die Kresse demonstrativ in den Muell, da sie am naechsten Tag nicht mehr geliefert werden konnte. Die Kresse war hitzeempfindlich und wuerde bis zur Ankunft am Montag Morgen gelb geworden sein.</p>
<p>Als ich zu Hause war erzaehlte ich alles meiner meiner Frau, die aber nur sagte, dass auch dieser Kagawad eines Tages bezahlen wuerde. Drei Jahre spaeter ist dem Kagawad sein Haus abgebrannt und ich durfte mal wieder schadenfroh sein. Zum Glueck kamen keine Menschen ums Leben.</p>
<p>Weitere zwei Jahre spaeter erzaehlte mir Bebot, dass die Sache mit dem nicht abladen von Minny ausgegangen sei und ihr Bruder dabei half.  (Interessant ist hierbei, dass Bebot der Sohn von Minny war, aber im &#8220;Suff&#8221; erzaehlt man halt so manches, das man ansonsten besser nicht erwaehnt.)  Minny wollte, dass wir den Kunden verlieren wuerden und die Kresse an sie liefern muessten, da sie jemanden in Manila hatten, der die Kresse kaufen wollte.</p>
<p>Eines Tages spielten wir Karten in der Bodega um Geld, aber nur kleine Betraege. Was allerdings am Rande des Kartenspiels passierte war nicht so klein, denn die Zuschauer begannen zu wetten, wer das naechste Spiel gewinnen wuerde und da wurden dann auch bis zu 1000 Pesos gewettet. Ploetzlich kam die Polizei und nun rannten alle wie verrueckt davon. Ich war der einzige der sitzen blieb und so nahm mich die Polizei mit auf die Wache und wollte mich wegen illegalem Gluecksspiel anzeigen. Als ich erzaehlte, dass wir nur um kleine Betraege gespielt hatten, war das Thema natuerlich schnell vom Tisch. Aber bei dem Gespraech erfuhr ich dass der Kagawad angerufen hatte und von dem &#8220;Gluecksspiel&#8221;  berichtet hatte. Auch hier erfuhr ich von Bebot, dass es ein weiterer Versuch war mich zu vertreiben, der allerdings nicht geklappt hatte. Nach meinen Erfahrungen in Dinagat war das alles recht harmlos fuer mich.</p>
<p>Der Prozess gegen Minny ist in der Berufung und wenn es schnell geht, wird er in zwei bis drei Jahren wohl entschieden sein, wobei aber die letzte Instanz noch offen waere, sollte sich eine der Parteien fuer diesen Weg entscheiden. Ich habe noch Kontakt zu einigen Leuten in Agora, aber Minny habe ich seit meinem Wegzug nicht mehr gesehen, auch wenn ich bei jedem Cagayan Besuch meine Bekannten treffe. Dabei erfahre ich dann auch immer, was so abgeht in Agora.</p>
<p>Agora hat sich veraendert und wurde umgebaut. Viele der alten Bodegainhaber sind nicht mehr da. Ronny ist mittlerweile verstorben. Aber Minny ist immer noch dort machte auch weiter mit ihrer &#8220;Tour&#8221;, aber heute fallen nur noch sehr wenige auf sie herein. Ihre Bodega ist meist leer und die &#8220;guten Geschaefte&#8221;  gehoeren der Vergangenheit an.</p>
<p>The End</p>

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		<title>Minny 3. Teil</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 09:32:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwei Tage spaeter machte das NBI eine Aussage demzufolge man den Analysen von privaten Labors nicht trauen duerfe, da sie gekauft seien, und nur ihre Analyse  Gueltigkeit habe. Die Aussage, dass Obst und Gemuese natuerlich Formaldehyd enthielten sei &#8220;Schmarrn&#8221;, und der Standard der WHO sei &#8220;null parts per billion&#8221;. Nun standen wir da und hatten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Tage spaeter machte das NBI eine Aussage demzufolge man den Analysen von privaten Labors nicht trauen duerfe, da sie gekauft seien, und nur ihre Analyse  Gueltigkeit habe. Die Aussage, dass Obst und Gemuese natuerlich Formaldehyd enthielten sei &#8220;Schmarrn&#8221;, und der Standard der WHO sei &#8220;null parts per billion&#8221;.</p>
<p>Nun standen wir da und hatten trotz der Reise nach Manila und der hohen Kosten fuer die Analysen nichts erreicht. Unsere Kunden weigerten sich nach wie vor Gemuese abzunehmen, und der Schaden fuer die Farmer und Haendler ging bereits in die Millionen. Etliche Farmer beschlossen,  ihre Ernten verfaulen zu lassen. Viele noch nicht erntereife Felder wurden vernachlaessigt, da keiner investieren wollte, da man nicht wusste, wenn der Zirkus vorbei sei. Das NBI wollte um jeden Preis recht haben. <span id="more-2187"></span></p>
<p>Minny war stinksauer! Wir beratschlagten uns und entschlossen uns Proben nach Australien zu schicken. Erneut entstanden hohe Kosten. Wir verschickten die Proben mit DHL und bereits vier Tage spaeter kamen die Analysen per Fax herein. Die Ergebnisse waren unveraendert, alle Ergebnisse waren weit unterhalb des von der WHO gesetzten Standards.  Wir baten die Firma mit den Orginaldokumenten doch auch die WHO Standards und Bestimmungen beizulegen.</p>
<p>Zwischenzeitlich gab es Diskussionen in den Medien ueber das natuerliche Vorhandensein von Formaldehyd in Pflanzen. Professoren der Universitaeten beteiligten sich, aber die Antworten vom NBI waren unveraendert. Es gaebe kein Formalin in Pflanzen, wenn es nicht kuenstlich beigebracht werden wuerde. Auch die Standards der WHO wurden abgedruckt, allerdings von auslaendischen Behoerden, da die philippinischen Stellen die nicht kannten. Jede Behoerde tat sich wohlwollend mit Ignoranz hervor, aber das NBI &#8220;uebertraf &#8221; alle.</p>
<p>Nachdem die orginalen Dokumente aus Australien angekommen waren, betrieb der Anwalt von Minny eine einstweilige Verfuegung, dass die vom NBI aufgestellten Behauptungen falsch waeren und die Medien sowie das NBI und andere Behoerden verpflichtet waeren, die Tatsachen zu veroeffentlichen. Die Artikel in den Zeitungen waren hitzig geworden. Die meisten schlugen sich auf die Seite der philippinischen Akademia, nur wenige hielten es mit den Behoerden. Der Richter gab der einstweiligen Verfuegung statt. Das NBI wehrte sich als einzige Behoerde weiter. Die anderen hatten sich scheinbar &#8220;schlau&#8221; gemacht und sich auf die Seite der Farmer geschlagen. Nun wurde das Justizminiterium eingeschaltet, das die Verfuegung &#8220;verschwinden&#8221; lassen sollte. Aber auch dort hatte sich Wissen statt Vermutung verbreitet und die Verfuegung blieb bestehen.</p>
<p>Das NBI gab nach und sollte nun zumindest fuer eine Weile schweigen. Die Gemueter beruhigten sich und innerhalb einer Woche hatten Verkauefe fast wieder Normalitaet erreicht.</p>
<p>Sechs Monate spaeter griff der Sun Star von Cebu das Thema wieder auf und sprach von kontaminierten Gemueselieferungen aus Negros und von Dalaguete. Das NBI in Cebu City bestaetigte diese Lieferungen und deren Analysen. Noch am gleichen Abend machte ich mich per Schiff nach Cebu auf und um neun Uhr morgens war ich im Buero des Sun Stars. Dort wurde ich an die Verfasserin des Artikels verwiesen, eine junge Dame, die die Tochter eines bekannten Kongressmannes war, dessen Namen eher an Pizza erinnert als an Politik. Ich traf mich mit ihr zumMittagessen, erklaerte die Situation, belegte alles mit unseren Dokumenten und stellte die &#8220;Gretchenfrage: &#8220;Sind die Analysen quantitativ oder qualitativ gemacht worden?&#8221; Die Antwort lautete erwartungsgemaess, dass sie das nicht wuesste. Daher fuhren wir zum NBI und dort bekamen wir unsere Antwort. Wahrscheinlich kann sich ein jeder diese Antwort denken. Schliesslich konnten sie vorher keine quantitativen Analysen machen, warum sollte das heute anders sein.</p>
<p>Am naechsten Tag hatte die junge Reporterin einen Artikel dazu geschrieben, der ueberwiegend auf meinen Unterlagen basierte und der die Sachlage klar stellte. Diese Mal hielt sich das NBI zurueck, und damit schien das Thema endgueltig erledigt. Erst 2002 kam es in Luzon mal wieder hoch und vor einigen Wochen ein drittes Mal, aber dieses Mal in Bezug auf importiertes chinesisches Gemuese. Das Langzeitgedaechtnis der Behoerden hier scheint etwas kurz zu sein. Allerdings artete es nie mehr in eine Panik aus so wie 1994.</p>
<p>Das war die andere Seite von Minny, denn sie hatte damals alles finanziert und insgesamt bestimmt etwa 250.000 Pesos &#8220;verpulvert&#8221;.</p>
<p>Aber wenden wir uns wieder der ersten Seite zu. Es dauerte nicht sehr lange und wir wurden wiederholt von Farmern gefragt, was sie machen sollten, Minny wuerde ihr Gemuese nicht bezahlen. Antwort ausser auf Klage hinzuweisen, wussten wir auch keine.</p>
<p>Mitte 1995 waren die Preise fuer Eisbergsalat in ungeahnte Hoehen geschossen. Ein Kilo kostete in Manila ueber 400 Pesos im Grosshandel, und der bezahlte fuer gute Ware bis zu 380 Pesos das Kilo. Wir hatten etwa einen halben erntereifen Hektar Eisbergsalat. Unsere erste Ernte (die erste Ernte ist immer eine der kleinsten) erbrachte 650 Kilos und der Manila Haendler bezahlte abzueglich Flugkosten netto 355 Pesos das Kilo. Wir waren happy. Wir blieben drei Tage in Cagayan und benachrichtigten Rico die naechste Ernte zu schicken. Die Ernte kam aber nicht an und ich fuhr mit Inday nach Maagnao um zu heraus zu finden was los sei. Dort angekommen, erzaehlte Rico, dass die Leute von Minny hier gewesen seien. Sie sagten, sie kaemen in unserem Auftrag, und sollten den Salat abholen. Rico schrieb gewissenhaft auf, was sie ernteten und uebergab uns die Liste. Es waren 2200 Kilos gewesen. Ich fuhr sofort nach Cagayan, und konfrontierte Minny, die meinte, dass sie einen Kunden hatten, der die Ware dringend braeuchte, und sie wuerde mir 60 Pesos fuer 800 Kilos bezahlen. Ich fuehlte mich total verarscht. &#8220;Ja der Rest sei alles verfault gewesen und die Preise seien seit vorgestern gefallen,blah blah blah&#8230;..&#8221; versuchte sie zu erklaeren. Ich nahm den Scheck nicht an und wendete mich statt dessen an einen Anwalt.</p>
<p>Der bereitete eine Anzeige vor, da es ja offensichtlicher Diebstahl und Betrug war. Aber die Polizei weigerte sich die Anzeige entgegen zu nehmen. Die Staatsanwaltschaft akzeptierte die Klage zwar, aber nachdem Minny ihr &#8220;Counter Affidavit&#8221; abgeliefert hatte, wies er die die Klage ab und meinte das sei eine zivile Sache. Minny hatte natuerlich X  Zeugen, die aussagten, dass ich den Auftrag zum abholen gegeben haette und ihr den Verkauf ueberliess. Natuerlich waren es lauter Familienmitglieder, die das beschworen.</p>
<p>Nun lief es also auf eine Privatklage hinaus.  Und die zog sich und zog sich und wurde in der ersten Instanz irgendwann 2006 fuer uns entschieden, Minny ging in die Berufung  und seitdem laeuft sie immer noch. (So eine Klage hier ist wie ein VW Kaefer, nur dass das &#8220;Laufen&#8221; des Kaefers eine angenehme Sache war)</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Minny 2. Teil</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 07:31:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im July 1994 erschien ein Artikel in der Zeitung, dass Gemuese aus verschiedenen Gebieten Luzons mit Formalin behandelt worden  sei, um die Lagerdauer zu verlaengern. Dieses Gemuese stammte in erster Linie aus Nueva Vizcaya und Nueva Ecija. Einige Tage spaeter verschaerfte sich die Situation mit Berichten, dass auch Gemuese aus Bataan mit Formalin behandelt worden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im July 1994 erschien ein Artikel in der Zeitung, dass Gemuese aus verschiedenen Gebieten Luzons mit Formalin behandelt worden  sei, um die Lagerdauer zu verlaengern. Dieses Gemuese stammte in erster Linie aus Nueva Vizcaya und Nueva Ecija. Einige Tage spaeter verschaerfte sich die Situation mit Berichten, dass auch Gemuese aus Bataan mit Formalin behandelt worden sei. Im naechsten Artikel war dann zu lesen, dass das Gemuese aus den Kordilleren ebenfalls belastet sei. Das liess die &#8220;Formalinpanik&#8221; auch auf die Visayas und Mindanao uebergreifen und Verkaeufe fielen in den Keller. Man konnte es aber den Kunden nicht uebel nehmen, da Formalin in erster Linie bekannt war um Leichen &#8220;haltbar&#8221; zu machen.</p>
<p>Auch unsere Bestellungen gingen drastisch zurueck. In Agora kochten die Geruechte und es wurde geraetselt, welche Farmer und Haendler wohl Formalin verwenden wuerden. <span id="more-2183"></span>Ororama entschloss sich Proben ziehen zu lassen und diese im Labor des NBI (National Bureau of Investigation) untersuchen zu lassen. Einige Tage spaeter kamen die Ergebnisse und sie waren erschuetternd. Alle Proben waren positiv fuer Formaldehyd, die schaedliche Chemikalie, die zu 37% in Formalin enthalten ist, mit Ausnahme unseres Eisbergsalates.  Insbesondere in unserem Falle war es unverstaendlich, da wir keinFormalin verwendeten und da wir auch in erster Linie nur mit eigenem Gemuese handelten.</p>
<p>Innerhalb von drei Tagen tauchten NBI Agenten in Agora auf um dort direkt Proben zu ziehen. Auch im Cogon Markt waren die Agenten aktiv. Wieder waren alle gezogenen Proben positiv. Unser Eisbergsalat war diesmal beim Test nicht dabei.</p>
<p>Minny jammerte, dass sie fast kein Gemuese mehr verkaufen konnten, aber es ging nicht nur ihr so, sondern anderen Haendlern ebenso. Wir waren natuerlich total uninformiert und es gab auch kein Internet zuum recherchieren so wie heute. Ich ging also zu der Xavier Universitaet, wo ich einen der Lehrer sehr gut kannte (das waren fast alle Jesuiten) und bat um die Erlaubnis deren Buecherei verwenden zu duerfen, die ich auch bekam. Einer der dortigen Chemie Lehrer mit einigen Studenten halfen mir bei der Suche, aber viel kam dabei nicht heraus. Das einzige positive was wir lernten, war, dass eine qualitative sowie eine quantitative Analyse haette gemacht werden koennen. Was tatsaechlicht analysiert wurde vom NBI wussten wir nicht und so fragte ich einfach nach. Im NBI Labor erfuhr ich dann, dass nur eine qualitative Analyse gemacht worden war, die auch Formalingehalt von 5 Teilen pro Milliarde  (5ppb) nachweisen koenne. Wieviel Formaldehyd die Proben nun tatsaechlich enthielten, wussten die Agenten nicht.</p>
<p>Zurueck bei Minny erzaehlte ich was ich soweit herausgefunden hatte und nun bat ich sie in Deutschland anrufen zu duerfen, um weiteres zu erfahren. Ich rief drei Freunde in Deutschland an, die daraufhin recherchierten und eines der Ergebnisse zwei Tage spaeter war, dass fast alle Obst und Gemuesesorten natuerliches Formaldehyd enthielten und die WHO damals den Standard auf 40 ppb (parts per billion) gesetzt hatte. Damit war uns nun klar, dass eine qualitative Analyse gar nichts anderes als positiv sein konnte.</p>
<p>Am gleichen Nachmittag kamen um die 20 Agenten nach Agora und nahm ueber 40 Leute zur Vernehmung mit. Ich war einer der &#8220;Erwaehlten&#8221; und ich machte im NBI meine Aussage, wobei der Kernpunkt war,  dass ich weder jemanden kennen wuerde, der Formalin zur Praeservierung verwenden wuerde, noch jemals davon gehoert haette. Mein Hinweis auf das natuerliche Vorkommen von Formalin sowie auf die Tatsache, dass die Menge des enthaltenen Formalins weder hier noch in Manila untersucht worden war, wurde geflissentlich ignoriert.</p>
<p>Zwei Tage spaeter stand dann im Goldstar Daily zu lesen, dass ich angeblich gesagt haette, dass ich schon wuesste, wer Formalin verwenden wuerde, aber das erst zu einem spaeteren Zeitpunkt sagen wuerde. Ich regte mich furchtbar darueber auf und marschierte sofort zum Goldstar und verlangte den Editor in Chief zu sprechen, was mir auch gewaehrt wurde. Dem erklaerte ich die Sachlage und liess ihm die Kopie meiner Aussage lesen, auf die ich bestanden hatte, obwohl man mir sagte, das sei nicht ueblich. Der machte ganz schoene Augen und rief zuerst den Reporter zu sich, der den Artikel geschrieben hatte. Der bestaetigte die Behauptung, dass der NBI Agent das so gesagt habe. Der Editor versprach g;lich fuer den naechsten Tag eine Korrektur in seiner Zeitung und er werde ebenso auf das natuerliche Vorkommen hinweisen und das NBI fragen, warum keine quantitative Analyse gemacht worden war.</p>
<p>Der Mann hielt Wort und am naechsten Tag stand es berichtigt in der Zeitung, wobei das NBI ziemlich schlecht weg kam wegen der Unterlassungen sowie wegen der falschen Zitate.</p>
<p>Nachdem wir das gelesen hatten,  beschloss Minny, dass wir nach Manila fliegen wuerden auf ihre Kosten und dort alle Proben untersuchen lassen wuerden sowohl qualitativ, als auch quantitativ.Wir gingen also bei allen Haendlern vorbei und zogen Proben. Alles in allem schleppten wir ueber 200 Proben mit nach Manila.</p>
<p>Am naechsten Morgen flogen wir los und da Minnys Leute sich bereits erkundigt hatten, wussten wir auch zu welchem Labor wir mussten. Dort gaben wir unsere Proben ab &#8211; das war teuer und kostete ueber 100k wegen der Menge &#8211; und nun mussten wir drei Tage warten, um alle Ergebnisse zu bekommen. Endlich war es soweit und alle Proben erwiesen sich qualitativ als positiv und quantitativ als weit unter dem von der WHO gesetzten Standard. Wir freuten uns natuerlich und feierten an diesem Abend. Am nachsten Morgen flogen wir zurueck nach Cagayan und informierten zu allererst die Haendler und danach fuhren wir zum Goldstar, wo wir die Ergebnisse vorlegten. Der Editor kopierte die gesamten Analysen und schrieb einen flammenden Artikel, in dem er wuetend die Behoerden angriff und ihnen vorwarf, dass sie inkompetent seien und nicht einmal sich entsprechend informierten, sondern stattdessen eine landesweite Panik hervor riefen. Am folgenden Tag war eine fast genaue Abschrift im Inquirer und einer der Kolummnisten griff das NBI &#8220;for sloppy investigation&#8221; an. Die anderen Zeitungen uebernahmen die Berichterstattung und Jaime, der Editor vom Goldstar, hatte einen &#8220;Field Day&#8221;, denn ueberall stand dabei: &#8220;Mit freundlicher Genhmigung des Goldstar Daily&#8221;.  Jaime und ich sind danach gute Freunde geworden.</p>
<p>Man sollte nun glauben, dass alles ausgestanden war, aber Pustekuchen, so leicht liess sich das NBI nicht einschuechtern.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Bild der Woche</title>
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		<pubDate>Mon, 26 Jul 2010 17:50:12 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Tilapia Farm auf dem Lake Sebu Tags: bild, farm, lake sebu, woche]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="sticky_post"><p style="text-align: center;"><a href="http://www.phil-life.net/wp-content/uploads/2010/07/tilapia-farm.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-2122" title="tilapia farm" src="http://www.phil-life.net/wp-content/uploads/2010/07/tilapia-farm.jpg" alt="Tilapia Farm auf dem Lake Sebu" width="538" height="315" /></a></p>
<p style="text-align: center;">Tilapia Farm auf dem Lake Sebu</p>
</div>

	Tags: <a href="http://www.phil-life.net/tag/bild/" title="bild" rel="tag">bild</a>, <a href="http://www.phil-life.net/tag/farm/" title="farm" rel="tag">farm</a>, <a href="http://www.phil-life.net/tag/lake-sebu/" title="lake sebu" rel="tag">lake sebu</a>, <a href="http://www.phil-life.net/tag/woche/" title="woche" rel="tag">woche</a><br />
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		<title>Die Oma im Schrank</title>
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		<pubDate>Sat, 17 Jul 2010 07:15:23 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Als Otto damals seine Gemuesefarm gemacht hatte, war ich ja einmal auf Besuch in seinem dunklen Tal, das nur Sonnenschein von zehn Uhr vormittags bis etwa vier Uhr nachmittags hatte und wo die Temperaturen ohne Sonne sehr schnell auf 16-18 Grad fielen. Ich war eigentlich damals schon beindruckt, denn er hatte fleissig gepflanzt und gut [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Als Otto damals seine Gemuesefarm gemacht hatte, war ich ja einmal auf Besuch in seinem dunklen Tal, das nur Sonnenschein von zehn Uhr vormittags bis etwa vier Uhr nachmittags hatte und wo die Temperaturen ohne Sonne sehr schnell auf 16-18 Grad fielen. Ich war eigentlich damals schon beindruckt, denn er hatte fleissig gepflanzt und gut gearbeitet, so dass alles sehr ueppig wuchs und er wohl eine gute Ernte erwarten konnte, die er dann auch tatsaechlich hatte.</p>
<p>Zudem hatte er einen kleinen Fischteich angelegt, der mit Wasser vom nahen Fluss gespeisst wurde, wobei mich die Naehe des Flusses nerven wuerde, denn insbesonders waehrend der Regenzeit war das kein Rauschen mehr, sondern ein ohrenbetaeubendes Tosen. Dort lebte der Otto also ins seiner Bambushuette und es war eigentlich ganz ok, wenn auch der Platz sehr klein war. Das &#8220;Schlafzimmer&#8221; hatte hoechstens 4 qm und auch der Wohnraum war relativ klein. <span id="more-2077"></span>Einzig ein etwas groesserer Schrank fiel neben der Spuele auf, wobei man sich keine Spuele wie bei uns vorstellen darf, sondern eben eine Spuele aus Bambus, wo das Wasser einfach durch den Spalten zwischen den Bambuslatten ablief.</p>
<p>Wir sassen also an seinem Bambustisch und tranken ein Bier (das ich bezahlt hatte). Wir unterhielten uns hauptsaechlich ueber die Farm und ich lobte ihn auch fuer seine Arbeit und die erzeugte Qualitaet, denn er lieferte zweimal die Woche wirklich gute Qualitaet ab. Elda und der kleine Tom waren auch da und mir fiel auf, dass Tom sich wirklich von ihm fern hielt.</p>
<p>Anschliessend schaute ich mir seine Pflanzungen auch noch im Detail an. Alles war recht gut, aber ich konnte ihn doch hier und dort einen Hinweis auf Verbesserungen geben. An seinem Fischteich gab er mir dann eine Angel und in der Tat es dauerte nur Sekunden und eine der dort wachsenden Barben hatte angebissen und ich holte sie heraus. Allerdings waren die Fische alle noch zu klein zum essen und wir warfen die Barbe zurueck ins Wasser.</p>
<p>Nach der Besichtigung gingen wir zurueck zum Haus und da fiel mir eine aeltere Frau um die 70 auf, die in der Kueche am Tisch sass und ass.</p>
<p>&#8220;Wo kommt die denn her?&#8221; fragte ich erstaunt, denn ich hatte niemenden ueber den Weg ins Tal kommen sehen. &#8220;Aus dem Schrank&#8221;, antwortete Otto. &#8220;Das ist Eldas Oma und sie lebt im Schrank.&#8221;</p>
<p>Wie kann jemand in einem Schrank leben, das ist doch ein Ding der Unmoeglichkeit?&#8221;</p>
<p>&#8220;Naja sie will es so. Sie kommt nur raus um zu essen, ihre Notdurft zu verrichten und um sich zu waschen, ansonsten ist sie immer im Schrank,&#8221; erklaerte Otto.</p>
<p>&#8220;Und wie schlaeft sie dort drin, da kann sie ja praktisch nur stehen?&#8221; fragte ich nun.</p>
<p>&#8220;Naja sie kauert dann in einer Ecke vom Schrank,&#8221; meinte er.</p>
<p>Ich war absolut fassungslos und konnte es nicht begreifen, wie jemand so leben konnte. Ichbeobachtete die alte Dame wie sie ass und das erschien alles ganz normal. Sie laechelte mich freundlich an und nickte mit dem Kopf. Sie erschien also ganz normal. Ich wollte eine Unterhaltung beginnen, aber Elda sagte mir, dass sie nur Binokid spraeche. Da waere ich mit meinem schwachen Cebuano nicht sehr weit gekommen.</p>
<p>Nachdem die Oma gegessen hatte, stand sie auf, brachte den Teller und das Besteck zur Spuele und wusch es ab. Danach oeffnete sie die Schranktuere, ging hinein und schloss die Tuere hinter sich. Nun war von ihr weder etwas zu sehen noch zu hoeren.</p>
<p>Ich fragte Otto ob sie denn wirklich immer im Schrank sei und er meinte, es waeren bestimmt 23 Stunden am Tag und wenn sie drin ist, hoert und sieht man nichts von ihr. Nur wenn Besuch kaeme, dann wuerde sie die Tuere einen Spalt oeffnen und hinaus spitzeln um zu sehen wer das sei. Sie spraeche auch sehr wenig, sei aber immer freundlich.</p>
<p>&#8220;Wie lange lebt sie schon im Schrank?&#8221; fragte ich neugierig.</p>
<p>&#8220;Frueher lebte sie bei Eldas Vater und vor etwa zehn Jahren begann sie im Schrank zu leben und keiner konnte ihr das ausreden. Nun ist sie drei Monate bei uns und auch hier ist es nur der Schrank fuer sie.&#8221;</p>
<p>Die Oma im Schrank,&#8221; meinte ich nur und Otto sagte auch &#8220;ja die Oma im Schrank!&#8221; Wir sahen uns an und begannen zu lachen. Ist ja eigentlich gar nichts lustiges dran, aber nach einigen &#8220;die Oma im Schrank&#8221; hin und her lonnten wir nicht mehr aufhoeren zu lachen. Ich hatte einen richtigen Lachkrampf.</p>
<p>Als ich spaeter nach Hause kam, wollte mir niemand im Haus die Geschichte glauben. In den naechsten Tagen besuchte dann der ein oder andere Elda um die Oma im Schrank zu sehen.</p>
<p>Sie lebte weitere zehn Jahre im Schrank und verstarb dann im Alter von ueber 80 Jahren.</p>

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		<title>Georg und Otto 2. Teil</title>
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		<pubDate>Wed, 14 Jul 2010 15:18:08 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir warteten also geduldig, auf das was kommen sollte. Etwa fuenf Tage spaeter kam Georg aus den Waeldern zurueck, allerdings erfuhren wir das erst eine gute Woche spaeter, denn Otto tat alles um zu verhindern, dass Georg mit anderen Leuten Kontakt hielt, und verstand es geschickt ihn bei sich hinten im Tal zu halten. Endlich [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir warteten also geduldig, auf das was kommen sollte. Etwa fuenf Tage spaeter kam Georg aus den Waeldern zurueck, allerdings erfuhren wir das erst eine gute Woche spaeter, denn Otto tat alles um zu verhindern, dass Georg mit anderen Leuten Kontakt hielt, und verstand es geschickt ihn bei sich hinten im Tal zu halten.</p>
<p>Endlich kam die erloesende Nachricht per Funk, dass die Zurueckbuchung geklappt hatte und das Geld unterwegs sei auf das Konto von Georgs Mutter. Zwei Tage spaeter erzaehlte mir dann Joseph, dass Georg zurueck sei und ich wollte ihn natuerlich unheimlich gerne ueber das Vorgefallene informieren, hatte aber andererseits echt keine Lust den Otto zu treffen. Louisa informierte ihn dann und Georg kam bei uns im Haus vorbei, da Otto nach Malaybalay gefahren war. ( Warum wohl?)<span id="more-2072"></span></p>
<p>Wir erzaehlten alles dem Georg, auch das mit der Rueckbuchung und er war echt empoert. Er meinte nun verstehe er auch, dass Otto drauf bestanden hatte, dass er sich erst mal von seinen Strapazen ausruhen sollte. Georg ging sofort zurueck zu Ottos Farm um seine Sachen zu holen, denn er wollte dann gleich am naechsten Morgen nach Malaybalay fahren um seine Mutter anzurufen. Am naechsten Morgen fuhr er dann auch los.</p>
<p>Zwei Stunden spaeter kam Otto wutschnaubend zu uns und beschuldigte uns, dass wir ihm hier was in die Schuhe schieben wollten. Ich hatte zuerst keine Ahnung, woher er das wusste, erfuhr aber spaeter, dass Georg vor der Abfahrt noch mit Joseph gesprochen hatte, und schon war die Geruechtekueche heftigst am brodeln. Ich ignorierte Ottos Ausbrueche so gut ich konnte und meinte, er solle das doch dann mit dem Georg besprechen. Nach einigen Minuten des Tobens zog er dann auch wieder ab.</p>
<p>Vier Tage spaeter kam Georg zurueck nach Maagnao und erzaehlte uns, was bis dato passiert war. Es war eigentlich nicht viel, er wartete nur auf ein Fax von Deutschland mit Ottos Brief um den als Beweismittel fuer eine Anzeige gegen Otto zu haben. Wir fuhren also gemeinsam auf die Polizei in Malaybalay und die ging mit uns zuallerst auf die Bank. Dort bestaetigte der Manager, dass in der Tat 10000 Mark auf Ottos Konto eingegangen waren, die gewechselt sich in 180.000 Pesos verwandelt hatten. Das Geld war zwei Tage auf dem Konto, aber keiner hob es ab bis dann eben die Anweisung des Ruecktransfers eintraf. Beim zurueck wechseln kamen dann keine 10000 Mark mehr zusammen, da die Bank natuerlich ihren Reibach machen musste und so kamen abzueglich aller Gebuehren und Kursverluste nur 9700 Mark bei der Mutter an. Aber es ist immer noch besser 300 Mark in den Sand zu setzen, als 10.000. Der Banker wurde dann noch auf die Wache gebeten um das schriftlich zu Protokoll zu geben. Als wir dort auf der Wache waren, kam ein Staatsanwalt vorbei und liess sich die Geschichte erzaehlen. Er meinte dann, dass da die Polizei in Lantapan zustaendig sei, und dass das dortige Amtsgericht den Fall an das regionale Gericht uebertragen muesse, bevor er sich damit befassen koenne.</p>
<p>Also fuhren wir am naechsten Tag nach Lanatapan (Die eidestattliche Erklaerung des Bankers hatten wir dabei) um dort nun offiziell die Anzeige zu erstatten. Es wurde also alles aufgenommen und als wir den Brief als Beweismittel vorlegten, kam natuerlich die Tatsache zur Sprache, dass der Brief auf Deutsch geschrieben sei und uebersetzt werden muesse. Uebersetzer gab es in Bukidnon aber keinen und so muessten wir wohl nach Manila oder Cebu. Der Polizeichef kam dazu und ueberlegte eine Weile, dann ging er mit dem Brief zur Richterin des Amtsgerichtes, die mich nach einigen Minuten rufen liess und mich zu meiner Rolle in der Sache befragte. Nun meine Rolle beschraenkte sich ja auf das Telefonat mit der Mutter und nachdem das in ihren Augen ja keine prozesswichtige Aussage sei, die mich als befangen erscheinen lassen koenne, vereidigte sie mich als Uebersetzer und ich machte mich noch auf der Polizeistation an die Arbeit. Nach einer gutem Stunde stand die Uebersetzung und ich musste zurueck zur Richterin, damit die Uebersetzung auch &#8220;eingeschworen&#8221; wurde. Damit waren wir fuer heute fertig und fuhren zusammen nach Maagnao. Am naechsten Tag kehrte Georg nach Malaybalay zurueck.</p>
<p>Etwa zwei Wochen spaeter kam er am spaeten Morgen an und meinte die Richterin wolle uns beide heute sprechen. Also ging es auf nach Lantapan, und dort machte uns die Dame eine negative Eroeffnung: Trotz der Vollmacht, die von der Mutter vorlag, koennte er nicht der Klaeger sein, das koennte nur die Mutter und dazu muesste sie also persoenlich kommen. Georg meinte, dazu muesste er erst mit ihr sprechen und machte das dann auch am naechsten Tag. Zuerst sagte die Mutter zu, aber ein paar Tage spaeter aenderte sie ihre Meinung und meinte sie wuerde nicht kommen. Georg befragte nun einen Rechtsanwalt, aber der sagte ihm das gleiche wie die Richterin. Wenn die Mutter nicht persoenlich kommt, kann es auch keine Anzeige wegen versuchten Betruges geben. Damit war Otto natuerlich fein heraus, aber er wusste das ja nicht und mittlerweile hatte sich die Sache mit der Anzeige natuerlich herumgesprochen und am Tag nachdem wir mit der Richterin gesprochen hatten, seilte sich Otto ab. Er war weg, spurlos verschwunden und keiner wusste wo er hin war. Spaeter erzaehlte uns der Postmaster von Lantapan, dass ein Brief gekommen war, in dem seine Mutter Geld geschickt hatte.</p>
<p>Waere Otto in diesen zwei Tagen auf die Bank gegangen, als das Geld schon auf dem Konto war, dann waere der Betrug geglueckt, aber er war viel zu beschaeftigt zu verhindern, dass Georg etwas erfuhr und kam einige Tage zu spaet auf die Bank.</p>
<p>The End</p>

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