13.Juli.2010
Georg und Otto 1. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Nachdem Otto ja nun mit seiner Pflanzerei ganz erfolgreich war – erfolgreich bedeutet hier, dass er genug fuer seinen Lebensunterhalt verdiente – verhielt er sich in den naechsten Wochen eigentlich ganz friedlich und normal. Wir waren sicher keine Freunde geworden und die Besuche beschraenkten sich in erster Linie auf das Geschaeftliche.
Eines Tages war ich wie so oft beim ausliefern in Cagayan, aber es war spaet geworden und so musste ich in Malaybalay uebernachten. Dort traf ich beim Abendessen einen jungen Deutschen namens Georg. Er war ein sehr angenehmer Mensch und es tat gut sich mit ihm zu unterhalten. Er fragte mir fast ein Loch in den Bauch und am Ende wollte er wissen, ob ich nicht jemanden kenne, der sein Cebuano weiter verfeinern koennte. Er hatte vorher auf Negros gelebt und dort Cebuano gelernt und sprach es recht fliessend, weitaus besser als ich. Nun Inday hatte dort weitlaeufige Verwandte und die Tante war eine Lehrerin auf der High School, und so schlug ich ihm vor es doch mit der Tante zu versuchen. (weiterlesen…)
Tags: bukidnon, farm, Mindanao, otto, philippinen07.Juli.2010
Ottos Rueckkehr
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Wir waren alle sehr erstaunt, als wir hoerten, dass Otto zurueck gekommen war und nun bei Elda in ihrem kleinen Haeuschen wohnte. Es ueberraschte uns nicht nur, dass er ueberhaupt zurueck kam, sondern eben auch, dass Elda ihn aufnahm, wo sie doch geschworen hatte, den Typen nie mehr sehen zu wollen. Sie erklaerte meiner Frau spaeter, dass sie nur wegen des gemeinsamen Kindes zugestimmt hatte. Ueber zwei Jahre war Otto weg gewesen, hatte sich nie gemeldet und sie nahm ihn einfach auf. Das verstehe wer will, ich nicht.
In den ersten Wochen sahen wir nichts von ihm, aber wir hoerten von den Nachbarn, dass er wohl jeden Abend soff wie ein Loch und dabei manchmal auch herum schrie und gewalttaetig wurde. Sein Sohn Tom hatte furchtbare Angst vor ihm, und versteckte sich nicht nur einmal bei seiner Nachbarin Louisa, die ja seit Jahren fuer uns arbeitete und die beste Informationsquelle war, die man sich vorstellen konnte. Es war keine gute Entscheidung, die Elda getroffen hatte. (weiterlesen…)
Tags: bukidnon, farm, Mindanao, otto, philippinen30.Juni.2010
Ottos Sohn
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Als Elda von Otto zurueck kam, war sie ja schwanger und sie hatte einige Monate spaeter einen blonden Jungen geboren, den sie Tom nannte. Es dauerte hoechstens einen Monat und er hatte seinen Spitznamen weg, denn ohne geht es so gut wie nicht auf den Philippinen. Bei meiner eigenen Tochter Marion konnte ich einen Spitznamen verhindern, bei meinem Sohn Manuel leider nicht und so wurde halt der Manny aus ihm.
Aber zurueck zu Ottos Sohn. Der Vater war weder bei der Entbindung zugegen noch im ersten Lebensjahr von Tom. Er kam zwischendurch, blieb eine Weile und ging dann wieder, bevor Elda sich endgueltig von ihm loeste, wobei ich nie verstanden habe, wie man als Frau die von ihr erzaehlte Vergewaltigung verzeihen koenne.
Ottos gelegentliche Besuche sollen hier nicht zum Thema werden, sondern es geht um Tom. Bereits im Kindergartenalter – hier auf den Philippinen gibt es in jedem Dorf ein sogenanntes Day Care Center – fiel er als echter Wildfang auf. (weiterlesen…)
Tags: farm, philippinen, schule25.Juni.2010
Otto 3. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Inday, meine Frau, hatte in Cagayan der Oro entfernte Verwandte, von deren Existenz Otto zwar wusste, die er aber noch nie getroffen hatte und auch nicht wusste, wo genau sie wohnten. Wie er letzten Endes dort “landete” ist mir bis heute ein Raetsel.
Dieses Wochenende lieferte meine Frau das Gemuese aus. Sie fuhr also wie ueblich nach Cagayan und war erstaunt, dass die entfernte Cousine in Agora auf dem Gemuesegrossmarkt auf sie wartete. Wir saeuberten und packten unser Gemuese immer in der selben Bodega und bezahlten natuerlich fuer die Nutzung, deswegen wusste sie, wo wir zu finden seien. Rosalyn, genannt Tata, erzaehlte Inday sofort, dass Otto zusammen mit Elda vor ein paar Tagen angekommen war und sie nun dort wohnten. Ihre Mutter habe den beiden sogar ein Zimmer gegeben. Und sie sei stinksauer auf uns. Inday wollte natuerlich wissen, warum sie veraergert war und Tata berichtete: “Otto erzaehlte, dass wir ihn und Elda ‘raus geworfen haben und das auch erst nachdem wir ihm alles an Geld und Wertsachen geklaut haetten. (weiterlesen…)
Tags: farm, Mindanao, otto, philippinen23.Juni.2010
Otto 2. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Otto hatte das Huegelbeet fertig gestellt. Nun mussten wir es bepflanzen, aber ein heftiger Regen wusch 50% der Erde weg. Wir mussten also mulchen um dem Regen die Kraft zu nehmen. Dazu muss man auch sagen, dass selbst ein Wolkenbruch in Deutschland mit einem tropischen Platzregen nicht mithalten kann. Insbesondere kann es da 4 -6 Stunden in einer Staerke regnen, die man sich als Europaeer ueberhaupt nicht vorstellen. kann.
Nachdem wir die ausgewaschene Erde wieder auf dem Beet verteilt hatten, bepflanzten wir das Huegelbeet mit allen moeglichen Pflanzen, schliesslich wollten wir ja heraus finden, was dort besoners gut waechst und welche Sorten weniger geeignet sind. Anschliessend mulchten wir kraeftig mit zerschnittenem Gras und harrten der Dinge, die da kommen sollten. (weiterlesen…)
Tags: farm, Mindanao, otto, philippinen22.Juni.2010
Otto 1. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Walters Geschichte auf den Philippinen ist zuende, aber ich kenne da einen anderen Expat namens Otto, der schon seit 1993 auf den Philippinen lebt, aber finanziell nie etwas auf die Beine stellte. Er vegetiert dahin, schnorrt sich durch und macht sich frueher oder spaeter jeden anderen Expat zum Feind. Freunde hat er ueberhaupt keine mehr. Die er hatte, hat er erfolgreich durch seinen schlechten Charakter vertrieben.
Es wird eine lange Geschichte werden, die ich aehnlich wie Walters Story auf “Raten” erzaehlen werde.
Es war im Februar 1993 gewesen als ich geschaeftlich in Manila weilte. Einige der dortigen Hotels wollten von uns Kraeuter und Gemuese haben, insbesondere Sorten, die hier sonst nicht erhaeltlich sind und importiert in einschlaegigen Fachgeschaeften ein Vermoegen kosten. Tagsueber machte ich also verschiedene Kundenbesuche und am Abend ass ich im Muenchen mein Dinner. Und an einem dieser Abende kam ich mit einem grossen, schlanken Deutschen ins Gespraech, der mir erzaehlte, dass er hier Urlaub mache und schon seit zwei Monaten hier sei. (weiterlesen…)
Tags: farm, Mindanao, otto, philippinen18.Mai.2010
Dolly’s “Entfuehrung” 4. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Aber alles drohen half nichts, Joseph schien dieses Mal wirklich nicht zu wissen, wo sich Dolly aufhielt. Unverrichteter Dinge mussten Ponyong und Jun wieder gehen. Im Haus unterhielten wir uns ueber die Moeglichkeiten. Ich hatte keine Idee, aber wir vermuteten, dass sie sich bei anderen Verwandten von Ramon versteckte. Ponyong meinte, er wuerde morgen nach Initao fahren und dort versuchen etwas heraus zu finden.
Am naechsten Morgen fuhr Ponyong mit Jun wieder ab, aber er warnte Josef und den Captain irgendwelche Repressalien gegen uns zu versuchen, denn sonst waere er in nullkommanix zurueck und wuerde beim naechsten Mal sicherlich die Waffe benutzen. Nach der Abreise kam der Captain vorbei und fragte ob Ponyong immer so brutal waere. Inday unterbrach uns und meinte, dass Ponyong sehr gefaehrlich sei, wenn Familienmitglieder nicht fair behandelt werden wuerden. (weiterlesen…)
Tags: bukidnon, dolly, farm, philippinen17.Mai.2010
Dolly’s “Entfuehrung” 3. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Etwa 20 Minuten spaeter kamen die beiden Polizisten zurueck und zehn Minuten spaeter kam Dolly mit Ramon. Sie schlenderten provokativ Hand in Hand zur Polizeistation. Inday stuermte sofort auf Dolly los um sie zusammenzuscheissen, aber ich hielt sie zurueck und erbat mir mit ihr sprechen zu koennen ohne jedwede Einmischung. Zoegernd stimmte Inday zu.
Die Polizisten fuehrten Dolly und mich in ein getrennntes Zimmer in dem wir alleine sprechen konnten. Zuerst war Dolly sehr schweigsam und als Alleinunterhalter fuehlte ich mich nicht wohl, aber nach einiger Zeit rueckte sie mit der Sprache heraus. Sie sei “unsterblich” verliebt und wollte diesen “Mann” unbedingt heiraten. Alle Versuche ihr das auszureden waren fruchtlos, daher versuchte ich eine andere Strategie, nachdem auch die ueblichen Erinnerungen an Utang na Loob keinen Eindruck bei ihr machten. (weiterlesen…)
Tags: bukidnon, dolly, farm, philippinen14.Mai.2010
Dolly’s “Entfuehrung” 2. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Am naechsten Morgen schickte meine Frau ein Telegram an ihre Schwester in Dinagat. Wir wussten, dass das mit der manuellen Auslieferung via Pumpboat nach Paniog mindestens 3-4 Tage dauern wuerde, aber es gab keine andere Moeglichkeit, da es kein Telefon dort gab. Danach kamen die Drei zurueck nach Maagnao.
Dort angekommen lief alles normal fuer vier Tage. Dolly hatte Hausarrest und wurde von unserer Maid in die Schule nach Alanib gebracht und dort auch wieder abgeholt. Sie durfte die Schule nicht verlassen, wenn unsere Helferin nicht dabei war. So hatte meine Frau auf dem Heimweg das mit der Schule besprochen.
Am fuenften Tag kam Josef ins Haus und begann erneut von Heirat zu sprechen. Inday und ich weigerten sich mit ihm zu reden, da er ja in Dolly’s “Entfuehrung” involviert war. (weiterlesen…)
Tags: bukidnon, dolly, farm, philippinen13.Mai.2010
Dolly’s “Entfuehrung” 1. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Nachdem seit Oktober 1991 alles auf der Farm besser lief, hielten wir nun auch unser Versprechen die 13 jaehrige Dolly, unsere Nichte, auf die High School zu schicken. An Allerheiligen war meine Frau wie jedes Jahr auf Dinagat und auf dem Rueckweg brachte sie Dolly mit.
Anfaenglich konnte sie natuerlich noch nicht in die Schule gehen, da das Schuljahr ja erst im Juni 1992 begann, aber wir regelten bereits alles mit der landwirtschaftlichen High School in Alanib. So half sie in der Zwischenzeit auf der Farm und im Haushalt und wir sparten das meiste des Verdienstes fuer sie, damit sie ausreichend Taschengeld haette, wenn es mit der Schule los ging.
Damals hatten wir neben Bano einen weiteren Stay-in Arbeiter. Junjun war ja nicht wie Bano zurueck gekommen. (weiterlesen…)
Tags: bukidnon, dolly, farm, philippinen



