19.August.2010
Minny 4. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Wir pflanzten auch fuer das Cebu Midtown Hotel Senf und Gartenkresse in Styroporbehaeltern mit Deckel zum Transportieren und der Chefkoch dort, ein Oesterreicher, hatte eine Dauerbestellung von 200 Boxen woechentlich in zwei Lieferungen. Wie ueblich bereiteten wir unsere Lieferung vor, mussten aber dieses Mal mit dem Truck liefern, da die Jeepneys alle ausgebucht waren. Das ist immer sehr viel riskanter, da unterwegs noch viel zugeladen wird, und die Trucks manchmal zu spaet ankamen. Das Schiff fuhr gewoehnlich um sieben Uhr abends ab und wir mussten dann schon gegen sechs die Kartons Bebot zum laden uebergeben.
Nachdem wir geladen hatten fuhr der Truck los und ich mit dem naechsten Bus hinterher. Bereits in Alanib ueberholten wir den LKW. Gegen vier Uhr kam ich in Cagayan an und ich informierte Bebot, dass wir Gemuese fuer Cebu haben. Und dann wartete ich auf den Truck, der gegen 6.30 endlich eintrudelte. Bebot wartete auch auf die Ware, aber der Truck verweigerte das Abladen. Sie wollen erst zu abend essen. (weiterlesen…)
Tags: farm, gemuese, Mindanao, philipinen17.August.2010
Minny 3. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Zwei Tage spaeter machte das NBI eine Aussage demzufolge man den Analysen von privaten Labors nicht trauen duerfe, da sie gekauft seien, und nur ihre Analyse Gueltigkeit habe. Die Aussage, dass Obst und Gemuese natuerlich Formaldehyd enthielten sei “Schmarrn”, und der Standard der WHO sei “null parts per billion”.
Nun standen wir da und hatten trotz der Reise nach Manila und der hohen Kosten fuer die Analysen nichts erreicht. Unsere Kunden weigerten sich nach wie vor Gemuese abzunehmen, und der Schaden fuer die Farmer und Haendler ging bereits in die Millionen. Etliche Farmer beschlossen, ihre Ernten verfaulen zu lassen. Viele noch nicht erntereife Felder wurden vernachlaessigt, da keiner investieren wollte, da man nicht wusste, wenn der Zirkus vorbei sei. Das NBI wollte um jeden Preis recht haben. (weiterlesen…)
Tags: farm, gemuese, Mindanao, philipinen16.August.2010
Minny 2. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Im July 1994 erschien ein Artikel in der Zeitung, dass Gemuese aus verschiedenen Gebieten Luzons mit Formalin behandelt worden sei, um die Lagerdauer zu verlaengern. Dieses Gemuese stammte in erster Linie aus Nueva Vizcaya und Nueva Ecija. Einige Tage spaeter verschaerfte sich die Situation mit Berichten, dass auch Gemuese aus Bataan mit Formalin behandelt worden sei. Im naechsten Artikel war dann zu lesen, dass das Gemuese aus den Kordilleren ebenfalls belastet sei. Das liess die “Formalinpanik” auch auf die Visayas und Mindanao uebergreifen und Verkaeufe fielen in den Keller. Man konnte es aber den Kunden nicht uebel nehmen, da Formalin in erster Linie bekannt war um Leichen “haltbar” zu machen.
Auch unsere Bestellungen gingen drastisch zurueck. In Agora kochten die Geruechte und es wurde geraetselt, welche Farmer und Haendler wohl Formalin verwenden wuerden. (weiterlesen…)
Tags: farm, gemuese, Mindanao, philipinen14.August.2010
Minny 1. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Im Jahre 1991 hatten wir ja mit unserer Farm begonnen. Wer naeheres wissen will kann es hier nach lesen. Natuerlich benoetigten wir auch eine Bodega in Agora, wo wir unser Gemuese lagern konnten und wo wir alles fuer die Auslieferung vorbereiten konnten. Ich war damals im Maerz in Agora gewesen und hatte mich mit verschiedenen Haendlern und Bodegainhabern unterhalten und mich am Ende fuer Ronny entschieden, da sie den ehrlichsten und auch interessiertesten Eindruck machte.
Als unsere Lieferungen dann begannen, waren wir auch regelmaessig in Agora. Dort ging es sehr geschaeftig zu und in kurzer Zeit lernten wir all die anderen Bodegabesitzer kennen. Einige schaetzte man sehr, andere waren weniger interessant und so entwickelten sich Beziehungen zu den einzelnen Leuten. (weiterlesen…)
Tags: cagayan, gemuese, Mindanao, philippinen30.April.2010
Es gruent so gruen…… 10. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Am 15. Juni verpflanzten wir unseren Broccoli und Eisbergsalat in das vorbereitete Feld neben dem Haus. Es waren gute 1400 Pflanzen und wir wollten sie gut pflegen, damit wir genug verdienen konnten fuer eine weitere und groessere Pflanzung. Da wir kein Geld fuer Chemikalien hatten, checkten wir jeden Morgen die Broccolipflanzen fuer Larven der Diamondback Moth. Was wir fanden wurde abgenommen und zerdrueckt. Giessen war nicht mehr notwendig, da es regelmaessig regnete. Statt Fungizid spritzten wir Knoblauchbruehe, die angeblich auch gegen Pilze helfen solle. Auf jeden Fall hatten wir keinerlei Pilzerkrankungen.
Die Wochen gingen vorbei und unsere Jungpflanzen wurden groesser und wir schienen Glueck zu haben, denn wir gewannen den “Kampf” gegen die ueble Motte. (weiterlesen…)
Tags: bukidnon, farm, gemuese, lanatapan29.April.2010
Es gruent so gruen….. 9. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Wie gesagt kamen noch einige Aufregungen auf uns zu. Da war zuerst die Sache mit dem Fisch. Meine Frau hatte vom Fischauto “frischen” Fisch gekauft, der dieses Praedikat wohl nicht verdiente. Wenige Minuten nach dem Abendessen begann ploetzlich Marions Gesicht nahezu monstroes anzuschwellen. Ich hatte keine Ahnung, was da los sei, und Rico meinte, dass er ploetzlich alles doppelt sehen wuerde. Auch die anderen klagten, dass sie sich nicht wohl fuehlten und da ich der einzige war, der keinen Fisch gegessen hatte, tippte ich sofort auf eine Fischvergiftung. Marions Gesicht schwoll immer weiter an und ich machte mir die groessten Sorgen. Aber wie ins Krankenhaus bringen, es war nachts und es gab keine Jeepneys um diese Zeit. Ich rief den Capatain und der kontaktierte den Krankenwagen in Lantapan, der fuer alles moegliche her genommen wurde aber nur sehr selten fuer Krankentransporte. (weiterlesen…)
Tags: bukidnon, farm, gemuese, lanatapan28.April.2010
Es gruent so gruen….. 8. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
In den naechsten Wochen hatten wir sehr viel Arbeit mit unseren Pflanzen und es gab immer etwas zu ernten, auch wenn die Erloese nicht so meinen Vorstellungen entsprachen. Aber wir konnten vom Einkommen leben und weitere Pflanzungen finanzieren. Allerdings wollten wir uns in erster Linie auf hoeherwertige Feldfruechte spezialisieren und Sachen wie Kohl, Melonen, Bohnen usw. nicht mehr pflanzen. Mitte April saeten wir unseren Broccoli und unseren Eisbergsalat in Baggings. Nicht viel fuers erste Mal, da wir das ganze ja erst testen mussten.
Es war bereits in der zweiten Aprilhaelfte als unser Leben ploetzlich empfindlich gestoert wurde. Es war eines abends nach acht Uhr. Wir hatten soeben gegessen und sassen alle noch am Tisch. Ploetzlichte machte es Rumms und es klirrte. Keine fuenf Sekunden spaeter rummste und klirrte es ein zweites mal. Ich rannte zur Hausture hinaus um zu sehen was los war und da sah (weiterlesen…)
Tags: bukidnon, farm, gemuese, lanatapan27.April.2010
Es gruent so gruen….. 7. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Es war soweit. Die Tomaten sollten verpflanzt werden. 20.000 Pflanzen mussten in Schachteln und Kisten nach oben getragen werden. Natuerlich nicht alle auf einmal, aber innerhalb von drei Tagen sollte alles gepflanzt sein. Die Pflanzloecher waren fertig, der Huehnerdung schon vor zwei Wochen gestreut und wir stellten fuer drei Tage zehn Aushilfskraefte ein.
Morgens um sechs fingen wir an, um acht Uhr gab es Fruehstueck und dann wurde bis Mittag weiter gearbeitet. Ab ein Uhr ging es wieder los bis zum Einbruch der Dunkelheit. Die Bananendeckel machten wir nicht selbst, sondern kauften sie fuer 80 Pesos pro 1000 Stueck. Bei der Trockenheit war das einfach ein Muss. (weiterlesen…)
Tags: bukidnon, farm, gemuese, lanatapan26.April.2010
Es gruent so gruen….. 6. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Bis jetzt wuchs und gedieh mit Banos Hilfe alles einfach fabelhaft und wir waren mehr als zufrieden. Wir waren nun in der ersten Maerzwoche und bereiteten die Pflanzloecher fuer die Tomaten vor, denn die sollten naechste Woche verpflanzt werden. Geregnet hatte es immer noch nicht und der Fluss fuehrte weniger Wasser als sonst. So vertieften wir das Flussbett vor dem Einlass und mit Hilfe einiger anderer Farmer auch den Kanal um mehr Wasser zu haben. Wir bauten auch einen kleinen Damm im Fluss um den Wasserstand zu erhoehen, wohl wissend, dass alles beim ersten heftigen Regen weg gewaschen werden wird. Es gab Arbeit praktisch jeden Tag fuer 12 Stunden und mehr und wir hatten mittlerweile auch Luisa am arbeiten und deren Freundin Judith.
Wir ernteten die ersten Zuckererbsen und Bohnen und ich brachte das alles nach Agora. (weiterlesen…)
Tags: bukidnon, farm, gemuese, lanatapan25.April.2010
Es gruent so gruen….. 5. Teil
von Kai | Kategorie Erlebnisse
Rico und Inday kamen etwa drei Stunden spaeter zurueck und meinten, dass es wohl kein Wasserproblem mehr geben sollte. Meine Frage, wie sie den Farmer ueberredet haben, blieb aber unbeantwortet. Erst Monate spaeter erfuhr ich wie das ablief. Der Farmer war genauso widerspenstig gegen die Beiden wie vorher. Er hatte einfach keinen Gemeinschaftssinn. Dieser Kanal war von Freiwilligen aus dem Dorf gebaut worden, Freiwillige hielten den Kanal in Ordnung und diese Freiwilligen hatten ein Recht auf das Wasser. Wir hatten ja anfangs auch etliche Reparaturen am Kanal vorgenommen. Erst drohten sie ihm, dass er, da er ja noch nie mit gearbeitet hatte, kein Wasser mehr bekommen wuerde, was ihm egal war, da er sich nehme, wenn immer er Lust dazu habe. Aber meine Frau hatte sich vorher genauer ueber jenen Farmer erkundigt, und dessen Sohn hatte Dreck am Stecken. Er baute naemlich Marihuana an und verkaufte das an die jungen Leute in Malaybalay und Valencia. (weiterlesen…)
Tags: bukidnon, farm, gemuese, lanatapan




