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	<title>Phil-Life.net &#187; gemuese</title>
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		<title>Minny 4. Teil</title>
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		<pubDate>Thu, 19 Aug 2010 08:03:27 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir pflanzten auch fuer das Cebu Midtown Hotel Senf und Gartenkresse in Styroporbehaeltern mit Deckel zum Transportieren und der Chefkoch dort, ein Oesterreicher, hatte eine Dauerbestellung von 200 Boxen woechentlich in zwei Lieferungen. Wie ueblich bereiteten wir unsere Lieferung vor, mussten aber dieses Mal mit dem Truck liefern, da die Jeepneys alle ausgebucht waren. Das ist immer sehr viel riskanter, da unterwegs noch viel zugeladen wird, und die Trucks manchmal zu spaet ankamen. Das Schiff fuhr gewoehnlich um sieben Uhr abends ab und wir mussten dann schon gegen sechs die Kartons Bebot zum laden uebergeben.</p>
<p>Nachdem wir geladen hatten fuhr der Truck los und ich mit dem naechsten Bus hinterher. Bereits in Alanib ueberholten wir den LKW. Gegen vier Uhr kam ich in Cagayan an und ich informierte Bebot, dass wir Gemuese fuer Cebu haben. Und dann wartete ich auf den Truck, der gegen 6.30 endlich eintrudelte. Bebot wartete auch auf die Ware, aber der Truck verweigerte das Abladen. Sie wollen erst zu abend essen. <span id="more-2193"></span>Hinweise auf das abgehende Schiff wurden ignoriert und ich war stinksauer. Ich sagte klar, dass ich die Frachkosten fuer die Kresse nicht bezahlen werde, sondern nur das andere, sollten wir das Schiff nicht erreichen. Das war dem Fahrer und seinen Helfern egal. Gegen 7.10 kamen sie dann in die Bodega zum abladen, aber das Schiff war puenktlich gewesen und weg. Ich verweigerte wie angekuendigt einen Teil der Bezahlung. Eine halbe Stunde spaeter kamen die Leute vom Lastwagen mit dem Kagawad &#8211; der ja Minny&#8217;s Bruder war &#8211; um den verweigerten Teil einzufordern. Der Kagawad schrie mich an und sein Bodyguard gab mir einen Stoss,  so dass ich in einen Haufen Paprikaschoten fiel. Ich bezahlte zaehneknirschend und warf danach die Kresse demonstrativ in den Muell, da sie am naechsten Tag nicht mehr geliefert werden konnte. Die Kresse war hitzeempfindlich und wuerde bis zur Ankunft am Montag Morgen gelb geworden sein.</p>
<p>Als ich zu Hause war erzaehlte ich alles meiner meiner Frau, die aber nur sagte, dass auch dieser Kagawad eines Tages bezahlen wuerde. Drei Jahre spaeter ist dem Kagawad sein Haus abgebrannt und ich durfte mal wieder schadenfroh sein. Zum Glueck kamen keine Menschen ums Leben.</p>
<p>Weitere zwei Jahre spaeter erzaehlte mir Bebot, dass die Sache mit dem nicht abladen von Minny ausgegangen sei und ihr Bruder dabei half.  (Interessant ist hierbei, dass Bebot der Sohn von Minny war, aber im &#8220;Suff&#8221; erzaehlt man halt so manches, das man ansonsten besser nicht erwaehnt.)  Minny wollte, dass wir den Kunden verlieren wuerden und die Kresse an sie liefern muessten, da sie jemanden in Manila hatten, der die Kresse kaufen wollte.</p>
<p>Eines Tages spielten wir Karten in der Bodega um Geld, aber nur kleine Betraege. Was allerdings am Rande des Kartenspiels passierte war nicht so klein, denn die Zuschauer begannen zu wetten, wer das naechste Spiel gewinnen wuerde und da wurden dann auch bis zu 1000 Pesos gewettet. Ploetzlich kam die Polizei und nun rannten alle wie verrueckt davon. Ich war der einzige der sitzen blieb und so nahm mich die Polizei mit auf die Wache und wollte mich wegen illegalem Gluecksspiel anzeigen. Als ich erzaehlte, dass wir nur um kleine Betraege gespielt hatten, war das Thema natuerlich schnell vom Tisch. Aber bei dem Gespraech erfuhr ich dass der Kagawad angerufen hatte und von dem &#8220;Gluecksspiel&#8221;  berichtet hatte. Auch hier erfuhr ich von Bebot, dass es ein weiterer Versuch war mich zu vertreiben, der allerdings nicht geklappt hatte. Nach meinen Erfahrungen in Dinagat war das alles recht harmlos fuer mich.</p>
<p>Der Prozess gegen Minny ist in der Berufung und wenn es schnell geht, wird er in zwei bis drei Jahren wohl entschieden sein, wobei aber die letzte Instanz noch offen waere, sollte sich eine der Parteien fuer diesen Weg entscheiden. Ich habe noch Kontakt zu einigen Leuten in Agora, aber Minny habe ich seit meinem Wegzug nicht mehr gesehen, auch wenn ich bei jedem Cagayan Besuch meine Bekannten treffe. Dabei erfahre ich dann auch immer, was so abgeht in Agora.</p>
<p>Agora hat sich veraendert und wurde umgebaut. Viele der alten Bodegainhaber sind nicht mehr da. Ronny ist mittlerweile verstorben. Aber Minny ist immer noch dort machte auch weiter mit ihrer &#8220;Tour&#8221;, aber heute fallen nur noch sehr wenige auf sie herein. Ihre Bodega ist meist leer und die &#8220;guten Geschaefte&#8221;  gehoeren der Vergangenheit an.</p>
<p>The End</p>

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		<title>Minny 3. Teil</title>
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		<pubDate>Tue, 17 Aug 2010 09:32:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Zwei Tage spaeter machte das NBI eine Aussage demzufolge man den Analysen von privaten Labors nicht trauen duerfe, da sie gekauft seien, und nur ihre Analyse  Gueltigkeit habe. Die Aussage, dass Obst und Gemuese natuerlich Formaldehyd enthielten sei &#8220;Schmarrn&#8221;, und der Standard der WHO sei &#8220;null parts per billion&#8221;. Nun standen wir da und hatten [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Zwei Tage spaeter machte das NBI eine Aussage demzufolge man den Analysen von privaten Labors nicht trauen duerfe, da sie gekauft seien, und nur ihre Analyse  Gueltigkeit habe. Die Aussage, dass Obst und Gemuese natuerlich Formaldehyd enthielten sei &#8220;Schmarrn&#8221;, und der Standard der WHO sei &#8220;null parts per billion&#8221;.</p>
<p>Nun standen wir da und hatten trotz der Reise nach Manila und der hohen Kosten fuer die Analysen nichts erreicht. Unsere Kunden weigerten sich nach wie vor Gemuese abzunehmen, und der Schaden fuer die Farmer und Haendler ging bereits in die Millionen. Etliche Farmer beschlossen,  ihre Ernten verfaulen zu lassen. Viele noch nicht erntereife Felder wurden vernachlaessigt, da keiner investieren wollte, da man nicht wusste, wenn der Zirkus vorbei sei. Das NBI wollte um jeden Preis recht haben. <span id="more-2187"></span></p>
<p>Minny war stinksauer! Wir beratschlagten uns und entschlossen uns Proben nach Australien zu schicken. Erneut entstanden hohe Kosten. Wir verschickten die Proben mit DHL und bereits vier Tage spaeter kamen die Analysen per Fax herein. Die Ergebnisse waren unveraendert, alle Ergebnisse waren weit unterhalb des von der WHO gesetzten Standards.  Wir baten die Firma mit den Orginaldokumenten doch auch die WHO Standards und Bestimmungen beizulegen.</p>
<p>Zwischenzeitlich gab es Diskussionen in den Medien ueber das natuerliche Vorhandensein von Formaldehyd in Pflanzen. Professoren der Universitaeten beteiligten sich, aber die Antworten vom NBI waren unveraendert. Es gaebe kein Formalin in Pflanzen, wenn es nicht kuenstlich beigebracht werden wuerde. Auch die Standards der WHO wurden abgedruckt, allerdings von auslaendischen Behoerden, da die philippinischen Stellen die nicht kannten. Jede Behoerde tat sich wohlwollend mit Ignoranz hervor, aber das NBI &#8220;uebertraf &#8221; alle.</p>
<p>Nachdem die orginalen Dokumente aus Australien angekommen waren, betrieb der Anwalt von Minny eine einstweilige Verfuegung, dass die vom NBI aufgestellten Behauptungen falsch waeren und die Medien sowie das NBI und andere Behoerden verpflichtet waeren, die Tatsachen zu veroeffentlichen. Die Artikel in den Zeitungen waren hitzig geworden. Die meisten schlugen sich auf die Seite der philippinischen Akademia, nur wenige hielten es mit den Behoerden. Der Richter gab der einstweiligen Verfuegung statt. Das NBI wehrte sich als einzige Behoerde weiter. Die anderen hatten sich scheinbar &#8220;schlau&#8221; gemacht und sich auf die Seite der Farmer geschlagen. Nun wurde das Justizminiterium eingeschaltet, das die Verfuegung &#8220;verschwinden&#8221; lassen sollte. Aber auch dort hatte sich Wissen statt Vermutung verbreitet und die Verfuegung blieb bestehen.</p>
<p>Das NBI gab nach und sollte nun zumindest fuer eine Weile schweigen. Die Gemueter beruhigten sich und innerhalb einer Woche hatten Verkauefe fast wieder Normalitaet erreicht.</p>
<p>Sechs Monate spaeter griff der Sun Star von Cebu das Thema wieder auf und sprach von kontaminierten Gemueselieferungen aus Negros und von Dalaguete. Das NBI in Cebu City bestaetigte diese Lieferungen und deren Analysen. Noch am gleichen Abend machte ich mich per Schiff nach Cebu auf und um neun Uhr morgens war ich im Buero des Sun Stars. Dort wurde ich an die Verfasserin des Artikels verwiesen, eine junge Dame, die die Tochter eines bekannten Kongressmannes war, dessen Namen eher an Pizza erinnert als an Politik. Ich traf mich mit ihr zumMittagessen, erklaerte die Situation, belegte alles mit unseren Dokumenten und stellte die &#8220;Gretchenfrage: &#8220;Sind die Analysen quantitativ oder qualitativ gemacht worden?&#8221; Die Antwort lautete erwartungsgemaess, dass sie das nicht wuesste. Daher fuhren wir zum NBI und dort bekamen wir unsere Antwort. Wahrscheinlich kann sich ein jeder diese Antwort denken. Schliesslich konnten sie vorher keine quantitativen Analysen machen, warum sollte das heute anders sein.</p>
<p>Am naechsten Tag hatte die junge Reporterin einen Artikel dazu geschrieben, der ueberwiegend auf meinen Unterlagen basierte und der die Sachlage klar stellte. Diese Mal hielt sich das NBI zurueck, und damit schien das Thema endgueltig erledigt. Erst 2002 kam es in Luzon mal wieder hoch und vor einigen Wochen ein drittes Mal, aber dieses Mal in Bezug auf importiertes chinesisches Gemuese. Das Langzeitgedaechtnis der Behoerden hier scheint etwas kurz zu sein. Allerdings artete es nie mehr in eine Panik aus so wie 1994.</p>
<p>Das war die andere Seite von Minny, denn sie hatte damals alles finanziert und insgesamt bestimmt etwa 250.000 Pesos &#8220;verpulvert&#8221;.</p>
<p>Aber wenden wir uns wieder der ersten Seite zu. Es dauerte nicht sehr lange und wir wurden wiederholt von Farmern gefragt, was sie machen sollten, Minny wuerde ihr Gemuese nicht bezahlen. Antwort ausser auf Klage hinzuweisen, wussten wir auch keine.</p>
<p>Mitte 1995 waren die Preise fuer Eisbergsalat in ungeahnte Hoehen geschossen. Ein Kilo kostete in Manila ueber 400 Pesos im Grosshandel, und der bezahlte fuer gute Ware bis zu 380 Pesos das Kilo. Wir hatten etwa einen halben erntereifen Hektar Eisbergsalat. Unsere erste Ernte (die erste Ernte ist immer eine der kleinsten) erbrachte 650 Kilos und der Manila Haendler bezahlte abzueglich Flugkosten netto 355 Pesos das Kilo. Wir waren happy. Wir blieben drei Tage in Cagayan und benachrichtigten Rico die naechste Ernte zu schicken. Die Ernte kam aber nicht an und ich fuhr mit Inday nach Maagnao um zu heraus zu finden was los sei. Dort angekommen, erzaehlte Rico, dass die Leute von Minny hier gewesen seien. Sie sagten, sie kaemen in unserem Auftrag, und sollten den Salat abholen. Rico schrieb gewissenhaft auf, was sie ernteten und uebergab uns die Liste. Es waren 2200 Kilos gewesen. Ich fuhr sofort nach Cagayan, und konfrontierte Minny, die meinte, dass sie einen Kunden hatten, der die Ware dringend braeuchte, und sie wuerde mir 60 Pesos fuer 800 Kilos bezahlen. Ich fuehlte mich total verarscht. &#8220;Ja der Rest sei alles verfault gewesen und die Preise seien seit vorgestern gefallen,blah blah blah&#8230;..&#8221; versuchte sie zu erklaeren. Ich nahm den Scheck nicht an und wendete mich statt dessen an einen Anwalt.</p>
<p>Der bereitete eine Anzeige vor, da es ja offensichtlicher Diebstahl und Betrug war. Aber die Polizei weigerte sich die Anzeige entgegen zu nehmen. Die Staatsanwaltschaft akzeptierte die Klage zwar, aber nachdem Minny ihr &#8220;Counter Affidavit&#8221; abgeliefert hatte, wies er die die Klage ab und meinte das sei eine zivile Sache. Minny hatte natuerlich X  Zeugen, die aussagten, dass ich den Auftrag zum abholen gegeben haette und ihr den Verkauf ueberliess. Natuerlich waren es lauter Familienmitglieder, die das beschworen.</p>
<p>Nun lief es also auf eine Privatklage hinaus.  Und die zog sich und zog sich und wurde in der ersten Instanz irgendwann 2006 fuer uns entschieden, Minny ging in die Berufung  und seitdem laeuft sie immer noch. (So eine Klage hier ist wie ein VW Kaefer, nur dass das &#8220;Laufen&#8221; des Kaefers eine angenehme Sache war)</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Minny 2. Teil</title>
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		<pubDate>Mon, 16 Aug 2010 07:31:06 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im July 1994 erschien ein Artikel in der Zeitung, dass Gemuese aus verschiedenen Gebieten Luzons mit Formalin behandelt worden  sei, um die Lagerdauer zu verlaengern. Dieses Gemuese stammte in erster Linie aus Nueva Vizcaya und Nueva Ecija. Einige Tage spaeter verschaerfte sich die Situation mit Berichten, dass auch Gemuese aus Bataan mit Formalin behandelt worden [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im July 1994 erschien ein Artikel in der Zeitung, dass Gemuese aus verschiedenen Gebieten Luzons mit Formalin behandelt worden  sei, um die Lagerdauer zu verlaengern. Dieses Gemuese stammte in erster Linie aus Nueva Vizcaya und Nueva Ecija. Einige Tage spaeter verschaerfte sich die Situation mit Berichten, dass auch Gemuese aus Bataan mit Formalin behandelt worden sei. Im naechsten Artikel war dann zu lesen, dass das Gemuese aus den Kordilleren ebenfalls belastet sei. Das liess die &#8220;Formalinpanik&#8221; auch auf die Visayas und Mindanao uebergreifen und Verkaeufe fielen in den Keller. Man konnte es aber den Kunden nicht uebel nehmen, da Formalin in erster Linie bekannt war um Leichen &#8220;haltbar&#8221; zu machen.</p>
<p>Auch unsere Bestellungen gingen drastisch zurueck. In Agora kochten die Geruechte und es wurde geraetselt, welche Farmer und Haendler wohl Formalin verwenden wuerden. <span id="more-2183"></span>Ororama entschloss sich Proben ziehen zu lassen und diese im Labor des NBI (National Bureau of Investigation) untersuchen zu lassen. Einige Tage spaeter kamen die Ergebnisse und sie waren erschuetternd. Alle Proben waren positiv fuer Formaldehyd, die schaedliche Chemikalie, die zu 37% in Formalin enthalten ist, mit Ausnahme unseres Eisbergsalates.  Insbesondere in unserem Falle war es unverstaendlich, da wir keinFormalin verwendeten und da wir auch in erster Linie nur mit eigenem Gemuese handelten.</p>
<p>Innerhalb von drei Tagen tauchten NBI Agenten in Agora auf um dort direkt Proben zu ziehen. Auch im Cogon Markt waren die Agenten aktiv. Wieder waren alle gezogenen Proben positiv. Unser Eisbergsalat war diesmal beim Test nicht dabei.</p>
<p>Minny jammerte, dass sie fast kein Gemuese mehr verkaufen konnten, aber es ging nicht nur ihr so, sondern anderen Haendlern ebenso. Wir waren natuerlich total uninformiert und es gab auch kein Internet zuum recherchieren so wie heute. Ich ging also zu der Xavier Universitaet, wo ich einen der Lehrer sehr gut kannte (das waren fast alle Jesuiten) und bat um die Erlaubnis deren Buecherei verwenden zu duerfen, die ich auch bekam. Einer der dortigen Chemie Lehrer mit einigen Studenten halfen mir bei der Suche, aber viel kam dabei nicht heraus. Das einzige positive was wir lernten, war, dass eine qualitative sowie eine quantitative Analyse haette gemacht werden koennen. Was tatsaechlicht analysiert wurde vom NBI wussten wir nicht und so fragte ich einfach nach. Im NBI Labor erfuhr ich dann, dass nur eine qualitative Analyse gemacht worden war, die auch Formalingehalt von 5 Teilen pro Milliarde  (5ppb) nachweisen koenne. Wieviel Formaldehyd die Proben nun tatsaechlich enthielten, wussten die Agenten nicht.</p>
<p>Zurueck bei Minny erzaehlte ich was ich soweit herausgefunden hatte und nun bat ich sie in Deutschland anrufen zu duerfen, um weiteres zu erfahren. Ich rief drei Freunde in Deutschland an, die daraufhin recherchierten und eines der Ergebnisse zwei Tage spaeter war, dass fast alle Obst und Gemuesesorten natuerliches Formaldehyd enthielten und die WHO damals den Standard auf 40 ppb (parts per billion) gesetzt hatte. Damit war uns nun klar, dass eine qualitative Analyse gar nichts anderes als positiv sein konnte.</p>
<p>Am gleichen Nachmittag kamen um die 20 Agenten nach Agora und nahm ueber 40 Leute zur Vernehmung mit. Ich war einer der &#8220;Erwaehlten&#8221; und ich machte im NBI meine Aussage, wobei der Kernpunkt war,  dass ich weder jemanden kennen wuerde, der Formalin zur Praeservierung verwenden wuerde, noch jemals davon gehoert haette. Mein Hinweis auf das natuerliche Vorkommen von Formalin sowie auf die Tatsache, dass die Menge des enthaltenen Formalins weder hier noch in Manila untersucht worden war, wurde geflissentlich ignoriert.</p>
<p>Zwei Tage spaeter stand dann im Goldstar Daily zu lesen, dass ich angeblich gesagt haette, dass ich schon wuesste, wer Formalin verwenden wuerde, aber das erst zu einem spaeteren Zeitpunkt sagen wuerde. Ich regte mich furchtbar darueber auf und marschierte sofort zum Goldstar und verlangte den Editor in Chief zu sprechen, was mir auch gewaehrt wurde. Dem erklaerte ich die Sachlage und liess ihm die Kopie meiner Aussage lesen, auf die ich bestanden hatte, obwohl man mir sagte, das sei nicht ueblich. Der machte ganz schoene Augen und rief zuerst den Reporter zu sich, der den Artikel geschrieben hatte. Der bestaetigte die Behauptung, dass der NBI Agent das so gesagt habe. Der Editor versprach g;lich fuer den naechsten Tag eine Korrektur in seiner Zeitung und er werde ebenso auf das natuerliche Vorkommen hinweisen und das NBI fragen, warum keine quantitative Analyse gemacht worden war.</p>
<p>Der Mann hielt Wort und am naechsten Tag stand es berichtigt in der Zeitung, wobei das NBI ziemlich schlecht weg kam wegen der Unterlassungen sowie wegen der falschen Zitate.</p>
<p>Nachdem wir das gelesen hatten,  beschloss Minny, dass wir nach Manila fliegen wuerden auf ihre Kosten und dort alle Proben untersuchen lassen wuerden sowohl qualitativ, als auch quantitativ.Wir gingen also bei allen Haendlern vorbei und zogen Proben. Alles in allem schleppten wir ueber 200 Proben mit nach Manila.</p>
<p>Am naechsten Morgen flogen wir los und da Minnys Leute sich bereits erkundigt hatten, wussten wir auch zu welchem Labor wir mussten. Dort gaben wir unsere Proben ab &#8211; das war teuer und kostete ueber 100k wegen der Menge &#8211; und nun mussten wir drei Tage warten, um alle Ergebnisse zu bekommen. Endlich war es soweit und alle Proben erwiesen sich qualitativ als positiv und quantitativ als weit unter dem von der WHO gesetzten Standard. Wir freuten uns natuerlich und feierten an diesem Abend. Am nachsten Morgen flogen wir zurueck nach Cagayan und informierten zu allererst die Haendler und danach fuhren wir zum Goldstar, wo wir die Ergebnisse vorlegten. Der Editor kopierte die gesamten Analysen und schrieb einen flammenden Artikel, in dem er wuetend die Behoerden angriff und ihnen vorwarf, dass sie inkompetent seien und nicht einmal sich entsprechend informierten, sondern stattdessen eine landesweite Panik hervor riefen. Am folgenden Tag war eine fast genaue Abschrift im Inquirer und einer der Kolummnisten griff das NBI &#8220;for sloppy investigation&#8221; an. Die anderen Zeitungen uebernahmen die Berichterstattung und Jaime, der Editor vom Goldstar, hatte einen &#8220;Field Day&#8221;, denn ueberall stand dabei: &#8220;Mit freundlicher Genhmigung des Goldstar Daily&#8221;.  Jaime und ich sind danach gute Freunde geworden.</p>
<p>Man sollte nun glauben, dass alles ausgestanden war, aber Pustekuchen, so leicht liess sich das NBI nicht einschuechtern.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Minny 1. Teil</title>
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		<pubDate>Sat, 14 Aug 2010 09:50:30 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Im Jahre 1991  hatten wir ja mit unserer Farm begonnen. Wer naeheres wissen will kann es hier nach lesen. Natuerlich benoetigten wir auch eine Bodega in Agora, wo wir unser Gemuese lagern konnten und wo wir alles fuer die Auslieferung vorbereiten konnten. Ich war damals im Maerz in Agora gewesen und hatte mich mit verschiedenen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Jahre 1991  hatten wir ja mit unserer Farm begonnen. Wer naeheres wissen will kann es <a href="http://www.phil-life.net/2010/04/21/es-gruent-so-gruen-1-teil/" target="_self">hier</a> nach lesen. Natuerlich benoetigten wir auch eine Bodega in Agora, wo wir unser Gemuese lagern konnten und wo wir alles fuer die Auslieferung vorbereiten konnten. Ich war damals im Maerz in Agora gewesen und hatte mich mit verschiedenen Haendlern und Bodegainhabern unterhalten und mich am Ende fuer Ronny entschieden, da sie den ehrlichsten und auch interessiertesten Eindruck machte.</p>
<p>Als unsere Lieferungen dann begannen, waren wir auch regelmaessig in Agora. Dort ging es sehr geschaeftig zu und in kurzer Zeit lernten wir all die anderen Bodegabesitzer kennen. Einige schaetzte man sehr, andere waren weniger interessant und so entwickelten sich Beziehungen zu den einzelnen Leuten. <span id="more-2177"></span></p>
<p>Eine andere wichtige &#8220;Einrichtung&#8221; in Agora waren die &#8220;Buayas&#8221; (das ist Visaya fuer Krokodil), und die traf man immer an. Vom fruehen Morgen bis in die Nacht hinein versuchten sie Gemuese zu kaufen und anderweitig wieder mit Gewinn an den Mann zu bringen. Dabei war man nicht immer ehrlich und zog den einen oder anderen schon mal ueber den Tisch. Es gab aber auch ehrliche Buayas.</p>
<p>Eine der groessten Haendlerinnen war Minny, deren Bruder Kagawad (Stadtrat) in Cagayan war. Ihre Bodega war immer voll mit Gemuese, denn neben dem Handel betrieb die Familie auch eine Farm in Alanib. Zudem lieferten sie waehrend der Saison auch sehr viel Gemuese nach Manila, denn waehrend der Regenzeit konnten die Kordillieren nicht produzieren und Preise fuer Gemuese aus Mindanao schossen nach oben. Dann wurde Minnie sehr geschaeftig und war laufend in den Bergen unterwegs um Gemuese zu kaufen. Die ganze Familie half mit den Betrieb am Laufen zu halten und sie waren eigentlich ein Musterbeispiel einer erfolgreichen, philippinischen Familie.</p>
<p>Wir hatten verschiedene Erlebnisse mit ihr, die ich hier so nach und nach erzaehlen moechte.</p>
<p>Als ich sie am Anfang kennen lernte hatte ich einen sehr positiven Eindruck. Sie und ihr Mann Tano waren nicht nur freundlich, sondern auch immer zu Scherzen aufgelegt und man verbrachte ganz gerne Zeit mit ihnen. Sie fragte auch nie nach unserem Gemuese, sondern akzeptierte die Tatsache, dass wir einfach direkt auslieferten und in Agora selten etwas verkauften.</p>
<p>Eines Tages lernte ich einen anderen Bodegainhaber namens Pedro besser kennen. Auch er war sehr fleissig und selten in seiner Bodega anzutreffen, die dann immer von seinem Sohn gefuehrt wurde. Und dieser Pedro erzaehlte mir, dass Minny eine Betruegerin sei und die ganze Familie das unterstuetzen und auch decken wuerde. Nun konnte ich mir das beim besten Willen nicht vorstellen, denn mir waren sie immer sehr freundlich und zuverlaessig erschienen. Gelegentlich hatten wir von ihr sogar Gemuese gekauft und wenn ich mal reklamieren musste, wurde das prompt erledigt. Und so erzaehlte ich das dem Pedro. Der meinte nur, dass ihre Freundlichkeit ihre &#8220;Geheimwaffe&#8221; sei und ploetzlich wuerde sie wie eine Schlange zuschnappen, und bumm sass man da und hatte einige 10.000 Pesos in den Sand gesetzt.</p>
<p>Nun ja, solche Redereien koennen hier alles moegliche bedeuten. Sie koennen wahr sein oder sie koennen aus Neid heraus entstanden sein. Ich nahm mir vor, das ganze sehr genau zu beobachten und Geschaefte mit Minny weitgehend zu vermeiden.</p>
<p>Fuer lange Zeit hoerte ich nun nichts mehr ueber Minny, bis ich eines Tages mit meiner Frau bei Fely in der Carenderia sass und dort wurde Inday von einer Frau angesprochen, die ihr einiges erzaehlte. Es ging um Minny und es ging um Betruegereien. Eine ihrer bevorzugten Methoden schien zu sein, Farmer bereits vor der Ernte anzusprechen, ihnen eine kleine Vorauszahlung zu machen und dann wenn die Ernte kommt, hinzufahren und alles abzuholen, aber danach mit vielen faulen Ausreden nicht mehr zu bezahlen.</p>
<p>Es war wohl 1993 geworden, als meine Frau zum ersten Mal einen Geschaedigten traf und es sozusagen aus erster Hand erfuhr, denn genauso, wie es die Frau damals in der Carenderia geschildert hatte, ist es abgelaufen. Der Geschaedigte war ein kleiner Farmer und es drehte sich bei ihm nicht mal um Unsummen, sondern um nur 7000 Pesos, was fuer ihn eine Menge Geld war, insbesondere wenn man bedenkt, dass die naechste Ernte seiner Paprikaschoten noch 3 Monate ausstand und er nicht mehr wusste, wie er die spritzen und kultivieren sollte ohne Geld.</p>
<p>Das fand ich jetzt natuerlich ganz besonders schofel, einen kleinen Farmer ueber den Tisch zu ziehen und ich nahm mir vor Minny darauf hin anzusprechen. Einige Tage spaeter war es soweit und ich war alleine mit Minny in ihrem Buero.</p>
<p>&#8220;Sag mal, Minny,&#8221; begann ich, &#8220;wir haben da einen Farmer aus Kolambugan getroffen, und der erzaehlte, dass du seine Pakrikas nicht bezahlt hast. Warum denn das?&#8221;</p>
<p>&#8220;Nun die Dinger faulten innerhalb von zwei Tagen, da sie nicht ordentlich gespritzt worden waren und ueberall die Larven der Fruchtfliege im inneren herum krochen. Die waren halb verfault, als sie in Manila ankamen und wurden natuerlich nicht bezahlt. Auf der Fracht bin ich auch sitzen geblieben,&#8221; antwortete sie und ich konnte diese Argumantation nicht widerlegen. So wuerden wir die Wahrheit wohl nicht heraus finden.</p>
<p>Solche Geschehnisse wie mit diesem Farmer haeuften sich nun und immer oefter hoerten wir von solchen Geschichten. Auch einige Buayas begannen nun bei uns &#8220;auszupacken&#8221;, da man sich ja nun schon laenger kannte.</p>
<p>Immer oefter brachte ich die Sprache auf solche Geschehnisse bei Minny, und jedesmal hatte sie eine andere Ausrede parat. Jedesmal war es absolut plausibel was sie sagte und es war ihr wohl kaum beizukommen.</p>
<p>Einige der Geschaedigten hatten auch bei der Polizei reklamiert und bekamen nur zu hoeren, dass das wohl eine Privatsache war und ueber eine normale Zivilklage zu regeln sei. Nicht bezahlen in solchen Faellen war ja kein Betrug, erzaehlte die Polizei den Geschaedigten. Die Ware sei eben nicht in Ordnung gewesen.</p>
<p>So konnte sich die &#8220;gute Minny&#8221; immer aus der Affaere ziehen.</p>
<p>Aber es wohnten zwei Seelen in Minny&#8217;s Brust, und damit geht es im zweiten Teil erst einmal weiter, bevor wir wieder Detektiv spielen durften.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Es gruent so gruen&#8230;&#8230; 10. Teil</title>
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		<pubDate>Fri, 30 Apr 2010 07:07:35 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Am 15. Juni verpflanzten wir unseren Broccoli und Eisbergsalat in das vorbereitete Feld neben dem Haus. Es waren gute 1400 Pflanzen und wir wollten sie gut pflegen, damit wir genug verdienen konnten fuer eine weitere und groessere Pflanzung. Da wir kein Geld fuer Chemikalien hatten, checkten wir jeden Morgen die Broccolipflanzen fuer Larven der Diamondback [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Am 15. Juni verpflanzten wir unseren Broccoli und Eisbergsalat in das vorbereitete Feld neben dem Haus. Es waren gute 1400 Pflanzen und wir wollten sie gut pflegen, damit wir genug verdienen konnten fuer eine weitere und groessere Pflanzung. Da wir kein Geld fuer Chemikalien hatten, checkten wir jeden Morgen die Broccolipflanzen fuer Larven der Diamondback Moth. Was wir fanden wurde abgenommen und zerdrueckt. Giessen war nicht mehr notwendig, da es regelmaessig regnete. Statt Fungizid spritzten wir Knoblauchbruehe, die angeblich auch gegen Pilze helfen solle. Auf jeden Fall hatten wir keinerlei Pilzerkrankungen.</p>
<p>Die Wochen gingen vorbei und unsere Jungpflanzen wurden groesser und wir schienen Glueck zu haben, denn wir gewannen den &#8220;Kampf&#8221; gegen die ueble Motte. <span id="more-1706"></span>Da wir kein Geld hatten gingen wir oft zu den  Nachbarn um unverkaeufliches Gemuese zu bekommen. Wir ernteten Sayote, die dort ueberall wild wuchsen und assen auch die jungen Blaetter. Wir verpfaendeten unseren Kuehlschrank und spaeter auch unseren Herd an einen Sari Sari Store um Reis zu kaufen. In dieser Zeit gab es weder Reis noch Fisch zu essen sondern nur Gemuese und Reis. Ich nahm ab und sollte im September nur noch 60 Kilo auf die Waage bringen.</p>
<p>Dann war es soweit!  Ende Juli konnten wir zum ersten Mal Broccoli ernten, den ich dann zusammen mit der Petersilie, die man ja fuer etliche Monate rgelmaessig schneiden kann, im Ororama Mega Center anlieferte. Mit ueber 3000 Pesos in der Tasche kam ich wieder nach Hause und wir bestellten als erstes 20000 Baggings. Da wollte ich dann Eisbergsalat pflanzen. Die Baggings waren in wenigen Tagen fertig und wir saeten den Salat. Zweimal woechentlich fuhr ich mit meiner kleinen Ernte nach Cagayan und lieferte Broccoli, Eisbergsalat und Petersilie an Ororama und als nach guten drei Wochen alles geerntet war, hatten wir insgesamt ueber 25.000 Pesos eingenommen. Aber wir steckten alles in die Pflanzung hinter dem Haus und einige kleinere Pflanzungen Broccoli. Bano kam zurueck und war einverstanden erst mit der Salaternte bezahlt zu werden. Wir leisteten uns gar nicht. Noch immer gab es weder Fleisch noch Fisch zu essen. Ich rauchte die billigen Aurora Carabao Zigaretten ohne Filter. 30 Stueck kosteten nur 2 Pesos. Bei einem Wechselkurs von 15 Pesos auf die Mark waren das 14 Pfennige fuer eine Schachtel.</p>
<p>Mit Bano als Verstaerkung war nun das grosse Feld hinter dem Haus voll bepflanzt. Auch das abgeerntete kleine Stueck neben dem Haus wurde mit Zuckererbsen bepflanzt. Unsere &#8220;biologische&#8221; Art zu pflanzen ging gut. Obwohl es regnete, blieben wir auch bei der grossen Salatpflanzung von Schaedlingen verschont. Allerdings ging die &#8220;Kuhscheisse&#8221; auf Rubios Ranch langsam zur Neige. Soviel konnten die Kuehe gar nicht &#8220;produzieren&#8221; wie wir verbrauchten. Aber wir kamen ohne Kunstduenger aus. Beim Side Dressing gaben wir grosse Kompost Gaben als Duenger. Das funktionierte zwar auch, aber der Wachstumsschub kam einige Tage spaeter.</p>
<p>Und dann war es soweit. Bei unsere ersten Ernte Anfang Oktober hatte ich ueber 150 Kilo Eisbergsalat. Ich machte mich auf die Fahrt nach Cagayan de Oro. Dort lieferte ich 50 Kilo an das Mega Center. Anschliessend ging ich zu Gaisano und war dort in der Lage weitere 50 Kilo los zu werden. Nimfa, die Einkaeuferin dort, sagte mir, dass ich gerne jederzeit mehr Salat liefern duerfe. Unser Preis lag doch ganz erheblich unter dem Preis des Baguio Gemueses. Danach ging ich zu Jollibee in Limketkai, die damals gerade eroeffnet hatten und die nahmen auch 40 Kilo und wollten auch grosse Fleischtomaten von uns kaufen. Da musste ich mich aber erst mal um Samen kuemmern. Auch dort konnte ich jederzeit wieder Salat anliefern. Paolos Ristaurante kaufte den Rest.  9000 Pesos hatte ich brutto mit diesem ersten Verkauf eingenommen.</p>
<p>Mein naechster Weg fuehrte mich zu Allied Botanical und dort kaufte ich Blumenkohl und Sellerie Samen, die ich ja schon laenger bestellt hatte, aber kein Geld hatte sie abzuholen.Dort erkundigte ich mich nach den Fleischtomaten und mir wurde die Sorte &#8220;Beefsteak&#8221; angeboten, die sie in Manila vorraetig haetten und die ich naechste Woche bekommen koennte. Ich bestellte und zahlte auch gleich im voraus.Ich uebernachtete in meiner billigen Pension um am naechsten Morgen zurueck zu fahren.</p>
<p>Dann machte ich mich auf die Heimreise und in Malaybalay auf dem Markt kaufte ich Kartoffeln und Fleisch. Zum ersten mal seit sechs Monaten sollte es wieder was vernuenftiges zum essen geben. Gott wie ich mich mich freute.  Als ich gegen vier Uhr nachmittag zu hause war, freuten sich Bano und meine Frau mit mir, dass alles so gut geklappt hatte. Ich bezahlte Bano die Haelfte seines ausstehenden Lohnes und versprach ihm den Rest fuer die naechste Auslieferung. An diesem Abend gab es gegrilltes Fleisch mit Kartoffelsalat. Ich fuehlte mich nach der langen Zeit wie im siebten Himmel. Zur Feier des Tages leerte ich mit Bano ein Flaeschchen Rum mit Cola.</p>
<p>Vier Tage spaeter war ich wieder auf dem Weg nach Cagayan. Meine erste Lieferung fuehrte mich zu Ororama und da staunten einige Leute, dass ich die zwei Koerbe mit dem Salat selbst in die Warenannahme trug. Mit meiner Quittung ging ich nach oben und bekam innerhalb von zehn Minuten mein Geld ausbezahlt. Im Gaisano lief das etwas anders, da bekam ich mein Geld am naechsten Morgen. Jollibee und Paolos zahlten in bar gleich nach der Lieferung. Dieses Mal waren es ueber 10000 Pesos aber ich hatte ja noch ueber 200 Kilo uebrig, die ich dann in Agora an einen Haendler aus Manila verkaufte. Damit kam ich insgesamt auf knappe 20.000 Pesos. Ich eroeffnete ein Konto bei der Metrobank und zahlte 15.000 Pesos ein. Dann machte ich mich auf die Heimreise.</p>
<p>Die naechsten Trips waren ebenso erfolgreich und als das Feld hinter dem Haus abgeerntet war, hatte ich ueber 80.000 Pesos eingenommen und 60.000 davon lagen auf der Bank. Wir hatten es geschafft und sollten fuer die naechsten knappen 10 Jahre von der Farm sehr gut leben.</p>
<p>Ach ja, wir waren noch nicht ganz mit der Ernte fertig, da kam Rico wieder. Er hatte auf  Dinagat gehoert, dass es bei uns wieder laeuft. Man kann nur staunen, wie die Geruechte im kanpp 400 Kilometer entfernten Heimatdorf meiner Frau ankamen.</p>
<p>Spaeter werde ich natuerlich auch ueber den Fortgang auf der Farm erzaehlen. Eine Geschichte steht ja schon im Blog. (<a href="http://www.phil-life.net/2009/10/12/neidfaktor-oder-%E2%80%9Caerger-auf-der-farm%E2%80%9D-1-teil/" target="_self">Aerger auf der Farm</a>)</p>

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		<title>Es gruent so gruen&#8230;.. 9. Teil</title>
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		<pubDate>Thu, 29 Apr 2010 10:21:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wie gesagt kamen noch einige Aufregungen auf uns zu. Da war zuerst die Sache mit dem Fisch. Meine Frau hatte vom Fischauto &#8220;frischen&#8221; Fisch gekauft, der dieses Praedikat wohl nicht verdiente. Wenige Minuten nach dem Abendessen begann ploetzlich Marions Gesicht nahezu monstroes anzuschwellen. Ich hatte keine Ahnung, was da los sei, und Rico meinte, dass [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wie gesagt kamen noch einige Aufregungen auf uns zu. Da war zuerst die Sache mit dem Fisch. Meine Frau hatte vom Fischauto &#8220;frischen&#8221; Fisch gekauft, der dieses Praedikat wohl nicht verdiente. Wenige Minuten nach dem Abendessen begann ploetzlich Marions Gesicht nahezu monstroes anzuschwellen. Ich hatte keine Ahnung, was da los sei, und Rico meinte, dass er ploetzlich alles doppelt sehen wuerde. Auch die anderen klagten, dass sie sich nicht wohl fuehlten und da ich der einzige war, der keinen Fisch gegessen hatte, tippte ich sofort auf eine Fischvergiftung. Marions Gesicht schwoll immer weiter an und ich machte mir die groessten Sorgen. Aber wie ins Krankenhaus bringen, es war nachts und es gab keine Jeepneys um diese Zeit. Ich rief den Capatain und der kontaktierte den Krankenwagen in Lantapan, der fuer alles moegliche her genommen wurde aber nur sehr selten fuer Krankentransporte.  <span id="more-1700"></span>Aber der hatte keinen Sprit im Tank, den muesste man erst in Malaybalay besorgen. Damals gab es noch keine Tankstelle in Lantapan. Und auch von Lantapan fuhr um die Zeit nichts mehr nach Malaybalay.</p>
<p>Josef, der Barangay Sekretaer, meinte dass das Essen von Zucker helfen sollte. Wir kauften sofort zwei Kilo Zucker. Ich haette wohl jede Idee ausprobiert, denn Marions Gesicht war so verschwollen, dass die Augen geschlossen waren und die Lippen wie zwei dicke, groteske Wuerste ihr Gesicht verunstalteten. Sie haette ungeschminkt in jedem Horrorfilm die Menschen zum Schreien gebracht. Die Leute assen den Zucker loeffelweise und innerhalb von zehn Minuten begann die Schwellung sich zurueck zu bilden. Nach zwei Stunden sah Marion wieder normal aus. Auch Ricos Doppelsichtigkeit war verschwunden. Mir war das ganze schon ein Raetsel und ich glaube heute eher an einer Allergie als an eine Vegiftung, aber mich wunderts, weil mehrere Leute betroffen waren. So oder so, den Fischhaendlern hatten wir am naechsten Tag aber ordentlich die Meinung gegeigt. Und wir haben selbstverstaendlich nie mehr von ihnen gekauft.</p>
<p>Es war Anfang Mai geworden und wir lieferten nun bereits regelmaessig an Ororama aber leider nur Petersilie. Fuer die anderen Dinge hatten sie ja Lieferanten. In dieser Zeit &#8211; Anfang Mai 1991 &#8211; geschah ein Mord in Singapur und die Tatverdaechtige hiess Flor Contemplacion. Das war den Zeitungen, aber nur ein paar Zeilen auf der 16. Seite wert. Keiner dachte daran, dass 4 Jahre spaeter dieser Name durch die Medien gehen sollte und mir einige Erlebnisse der besonderen Art bescheren wuerde. Aber dazu werde ich zu einer spaeteren Zeit schreiben. Wollte das nur hier erwaehnen, da der Mord eben damals war.</p>
<p>Wir machten unsere Arbeit wie gehabt und der Erntetermin fuer die Tomaten naeherte sich. Aber bei jedem Besuch in Agora sagte mir Perla, dass Iloilo noch keine Tomaten bestellt haette, obwohl es sonst immer so Mitte Mai losginge.</p>
<p>Die Tomaten naeherten sich der Reife und wir ernteten am 24. Mai zum ersten Mal. Es war auch Zeit geworden, da es am 22. nach langer Trockenheit von 8 Monaten regnete. Die Regenzeit hatte begonnen und wir mussten frueh morgens ernten. Bei der ersten Ernte hatten wir 60 Kisten voller schoener Tomaten. Ich lieferte die Tomaten nach Agora und der Preis war mit 80 Pesos pro Kiste sehr enttaeuschend. Eine Kiste enthielt 25 Kilos und das waren gerade mal gute 3 Pesos pro Kilo brutto. Aber ich musste fuer die Kisten, den Transport, den Erntekosten und den naegeln etwa 40 Pesos pro Kiste rechnen. Dazu kamen die Produktionskosten und wir waren bereits im Minus.</p>
<p>Einige Tage spaeter kam die zweite Ernte mit 240 Kisten und dieses Mal war das Ergebnis noch schlimmer. Wir bekamen nur 100 Pesos fuer jeweils drei Kisten. Nun wurden nicht mal mehr die Ernte und Transportkosten abgedeckt. So ein Scheiss! Nach langem Ueberlegen und vielen Diskussionen entschlossen wir uns keine dritte Ernte mehr zu machen und die Tomaten auf dem Feld verfaulen zu lassen. Aber ohne die Tomaten, in die wir alles gesteckt hatten, waren wir pleite.</p>
<p>Nun war guter Rat teuer. Wir hatten noch etwa 2000 Pesos und keine Aussicht mehr Geld einzunehmen, da wir nichts mehr gepflanzt hatten ausser den Bohnen und Erbsen und da war nicht viel Erloes zu erwarten. Weitere Pflanzungen gab es im Moment keine. Wir mussten ausserdem Bano und Junjun  fuer den letzten Monat bezahlen. Dann verbleiben uns noch 400 Pesos. Die anderen Arbeiter waren zum Glueck schon bezahlt. Wir boten Bano und Junjun unser Schwein als Bezahlung an. Bano stimmte zu, aber Junjun machte einen Riesenzirkus. Er schrie vor dem Haus herum und zerriss sich sein T-Shirt und jammerte in einer Tour, dass wir ihn nicht bezahlen wollten. Bano nahm das Schwein und innerhalb von drei Stunden hatte er einen Kaeufer gefunden und hatte 2300 Pesos bekommen. Er gab uns 700 Pesos und bezahlte Junjun seine 800, und behielt seine 800 Pesos.</p>
<p>Nun mussten wir sehr kleine Broetchen backen, denn wir hatten kein Geld fuer Chemikalien oder Duenger. Wir entschlossen uns auf dem kleinen Feld neben dem Haus Broccoli und Eisbergsalat zu pflanzen. Nun mussten wir aber alles alleine machen, denn am naechsten Tag fuhren Rico, Minda und Alex nach Surigao zurueck. Zum Glueck blieb unsere Helferin und Kindermaedchen bei uns, auch wenn wir im Moment ihr Gehalt nicht bezahlen konnten.</p>
<p>Am naechsten Tag verabschiedeten wir Indays Brueder und anschliessend machten wir uns dran 1500 Baggings zu machen. Da wir wussten wie es geht, war das kein Problem fuer uns. Wir saeten auch gleich darauf aus, denn Zeit war nun ein Luxus, den wir uns nicht mehr leisten konnten.</p>
<p>Dann saeuberten wir das Feld von allem Bewuchs und liessen den Bewuchs umgedreht auf dem Feld liegen um Unkraut am Wachsen zu hindern. Es regnete nun jeden Nachmittag und wir konnten nur von 6 uhr morgens bis drei Uhr nachmittags arbeiten.</p>
<p>Wir gingen mit Saecken und Schaufel bewaffnet auf die Ranch von Rubio und sammelten dort Kuhdung ein. Natuerlich nahmen wir nur solchen, der schon angetrocknet war. Dann entfernten wir den Mulch von den Feldern und bereiteten auf bekannte Weise die Pflanzloecher vor, nur dass wir diesesmal eben selbst gesammelten Kuhdung statt Huehnerdung in die Erde mischten.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Es gruent so gruen&#8230;.. 8. Teil</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Apr 2010 10:07:34 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[In den naechsten Wochen hatten wir sehr viel Arbeit mit unseren Pflanzen und es gab immer etwas zu ernten, auch wenn die Erloese nicht so meinen Vorstellungen entsprachen. Aber wir konnten vom Einkommen leben und weitere Pflanzungen finanzieren. Allerdings wollten wir uns in erster Linie auf hoeherwertige Feldfruechte spezialisieren und Sachen wie Kohl, Melonen, Bohnen [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>In den naechsten Wochen hatten wir sehr viel Arbeit mit unseren Pflanzen und es gab immer etwas zu ernten, auch wenn die Erloese nicht so meinen Vorstellungen entsprachen. Aber wir konnten vom Einkommen leben und weitere Pflanzungen finanzieren. Allerdings wollten wir uns in erster Linie auf hoeherwertige Feldfruechte spezialisieren und Sachen wie Kohl, Melonen, Bohnen usw. nicht mehr pflanzen. Mitte April saeten wir unseren Broccoli und unseren Eisbergsalat in Baggings. Nicht viel fuers erste Mal, da wir das ganze ja erst testen mussten.</p>
<p>Es war bereits in der zweiten Aprilhaelfte als unser Leben ploetzlich empfindlich gestoert wurde. Es war eines abends nach acht Uhr. Wir hatten soeben gegessen und sassen alle noch am Tisch. Ploetzlichte machte es Rumms und es klirrte. Keine fuenf Sekunden spaeter rummste und klirrte es ein zweites mal. Ich rannte zur Hausture hinaus um zu sehen was los war und da sah <span id="more-1695"></span>ich an der Hauswand Feuer an der Wand herunter laufen. Vier Meter weiter auf dem Balkon brannte es ebenfalls. Ich schrie &#8220;Feuer, geht  sofort innen hoch und werft alles hinten zum Fenster raus.&#8221; Ich rannte zum Wasserhahn, drehte auf  und griff mir den Schlauch. Dann spurtete ich zurueck zum Haus und begann auf das Feuer zu spritzen. Zum Glueck war es nachts und der Wasserdruck in der Leitung war gross genug mir einen starken Strahl zu geben. Es waren seit dem ersten Klirren auch noch keine 30 Sekunden vergangen, als ich zu loeschen begann. Ploetzlich stand der Captain neben mir und viele andere Leute kamen und gafften. Ich drueckte ihm den Schlauch in die Hand, bat ihn weiter zu spritzen und rannte ins Haus. Dort kletterte ich die Leiter hoch nach oben &#8211; draussen auf der Treppe brannte es ja &#8211; und checkte die &#8220;Rettungsarbeiten&#8221; fuer unser Hab und Gut. Ich schnappte mir den Karton mit allen wichtigen Papieren und gab ihn Rico um ihn nach unten zu werfen. Alex war auch oben und half. Unten waren Junjun und Bano und fingen alles auf. Unsere Frauen trugen die Sachen in den Schuppen den wir dort fuer Geraete und allerlei benutzten. Ich schaute kurz zur Balkontuere hinaus und sah, dass das Feuer fast schon aus war. Innerhalb von weiteren fuenf Minuten war der Brand geloescht. Es war kein groesserer Schaden entstanden, aber die Wand und der Balkon waren schwarz und leich angekohlt. Es stank nach Brand.</p>
<p>Ich gimg runter zum Captain und der rollte gerade den Schlauch zusammen. Bei ihm stand ein Mann, den ich bis dahin nur vom Sehen kannte. Der Captain stellte mir den aelteren Herrn als einen der Lehrer von Cawayan vor. Der hatte unmittelbar nach dem Anschlag den Vater des jungen Mannes, der damals beim Melonen klauen verletzt worden war, zusammen mit dessen Bruder von unserem Haus wegrennen sehen. Also war es ein klarer Fall des angekuendigten Racheaktes. Als wir uns dann beim Haus naeher umschauten, sahen wir die zerbrochenen Flaschen und auch noch Teile der Stoffbuendel, die in die Flaschenhaelse gesteckt worden waren. Die beiden hatten zwei Molotow Coctails auf unser Haus geworfen. Zum Glueck hatten sie Kerosin und nicht Benzin verwendet. So war das ganze noch einmal gut ausgegangen.</p>
<p>Langsam verliefen sich die Leute und nur der Captain und der Lehrer blieben noch auf eine Rum mit Cola da. Der Captain fragte mich, ob er die beiden vorladen sollte und was ich vor haette. &#8220;Vorladen auf jeden Fall,&#8221; meinte ich, &#8220;aber was wir genau machen werden wissen wir noch nicht. Das kommt sicher auch auf die beiden Brandstifter an.&#8221;  Wir unterhielten uns noch eine ganze Weile, bevor die beiden gingen. Bano und Junjun entschlossen sich abwechselnd auf dem Balkon zu wachen. Der Rest der Familie ging dann schlafen.</p>
<p>Am naechsten Morgen kam der Captain schon frueh zum Haus und meinte, er haette die beiden fuer zehn Uhr bestellt und ich sollte mich bereit halten zusammen mit Inday. Auch der Lehrer wuerde da sein.</p>
<p>Gegen halb elf sah ich die beiden Brandstifter zum Haus des Captains laufen. Wir folgten wenige Minuten spaeter, und danach erklaerte der Captain den beiden unsere Beschwerde.</p>
<p>&#8220;Wir waren den ganzen Abend zu Hause und alle Familienmitglieder koennen das bezeugen,&#8221; kam der Protest gegen unsere Anschuldigung.</p>
<p>&#8220;Es gibt einen absolut glaubwuerdigen Zeugen, der euch beide beim weg rennen beobachtet hatte. Leugnen ist also sinnlos.&#8221;</p>
<p>Herr Sarangga, der Lehrer, hatte sich bis jetzt leise verhalten, aber nun mischte er sich ein: &#8220;Ich bin der Zeuge, der euch gesehen hat. Und ich habe mich nicht getaeuscht. Ich kenne euch beide schliesslich lange genug.&#8221;</p>
<p>&#8220;Das ist unmoeglich,&#8221; protestierten die Beiden.</p>
<p>&#8220;Doch ich habe euch gesehen, und das werde ich auch noetigenfalls vor Gericht aussagen. Brandstiftung ist ein schweres Verbrechen und wenn Menschen im Haus sind, dann steht da lebenslaenglich drauf. Ueberlegt euch also gut, was ihr sagt.&#8221;</p>
<p>Die beiden ueberlegten: &#8220;Und was wuerde passieren, wenn wir es zugeben wuerden. Muessten wir dann auch ins Gefaengnis?&#8221;</p>
<p>&#8220;Wenn ihr unterschreibt was ihr getan habt und versprecht, dass ihr nie wieder etwas gegen uns unternehmen werdet, dann ueberlegen wir uns ernsthaft keine Anzeige zu erstatten. Aber wenn ihr euch nicht brav verhaltet, dann werden wir Anzeige erstatten und die eidestattliche Versicherung, die ihr unterschrieben habt, wuerde dann als Beweismaterial dienen. Ihr koenntet euch dann nicht mehr &#8216;raus reden,&#8221; erklaerte ich.</p>
<p>Die beiden unterhielten sich fuer eine Weile auf Binukid und meinten dann, dass sie ein solches Affidavit unterschreiben wuerden. Der Captain liess den Barangay Sekretaer kommen und der bereitete eine schriftliche Schulldanerkennung vor. Danach unterschrieben die beiden und Inday schickte Alex nach Lantapan um das ganze notarisieren zu lassen. Damit war das Thema vorerst vom Tisch.</p>
<p>Aber da ein Unglueck angeblich selten alleine kommt, rissen die Aufregungen auch am uebernaechsten Tag noch nicht ab.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Es gruent so gruen&#8230;.. 7. Teil</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Apr 2010 10:05:51 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Es war soweit. Die Tomaten sollten verpflanzt werden. 20.000 Pflanzen mussten in Schachteln und Kisten nach oben getragen werden. Natuerlich nicht alle auf einmal, aber innerhalb von drei Tagen sollte alles gepflanzt sein. Die Pflanzloecher waren fertig, der Huehnerdung schon vor zwei Wochen gestreut und wir stellten fuer drei Tage zehn Aushilfskraefte ein. Morgens um [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es war soweit. Die Tomaten sollten verpflanzt werden. 20.000 Pflanzen mussten in Schachteln und Kisten nach oben getragen werden. Natuerlich nicht alle auf einmal, aber innerhalb von drei Tagen sollte alles gepflanzt sein. Die Pflanzloecher waren fertig, der Huehnerdung schon vor zwei Wochen gestreut und wir stellten fuer drei Tage zehn Aushilfskraefte ein.</p>
<p>Morgens um sechs fingen wir an, um acht Uhr gab es Fruehstueck und dann wurde bis Mittag weiter gearbeitet. Ab ein Uhr ging es wieder los bis zum Einbruch der Dunkelheit. Die Bananendeckel machten wir nicht selbst, sondern kauften sie fuer 80 Pesos pro 1000 Stueck. Bei der Trockenheit war das einfach ein Muss. <span id="more-1686"></span>Zwischen vier und sechs Uhr am Nachmittag wurde nicht mehr gepflanzt sondern nur noch gegossen. Das ist mit Giesskannen ein ganz schoener Scheissjob. Aber wir schafften alles in den vorgesehenen drei Tagen.</p>
<p>Die Bohnen &#8211; und Erbsenernte unten am Haus war vorbei und nun begann auch die Ernte der Erbsen und Bohnen oben, dann dort hatten wir drei Wochen nach der ersten Pflanzung die zweite angelegt. Eine dritte gab es auch schon.</p>
<p>Und in einer Woche konnten wir den ersten Chinakohl ernten. Kohlarten bei dieser Trockenheit zu pflanzen ist eine teure Angelegenheit, da man laufend gegen die <a href="http://en.wikipedia.org/wiki/Diamondback_moth" target="_blank" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/en.wikipedia.org/wiki/Diamondback_moth?referer=');">Diamondback Moth</a> spritzen musste. Da diese Motte gegen viele Insektizide immun ist, verliessen wir uns auf Thuricide, ein biologisches Mittel. Das besteht aus Granulat des <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Bacillus_thuringiensis" target="_blank" onclick="pageTracker._trackPageview('/outgoing/de.wikipedia.org/wiki/Bacillus_thuringiensis?referer=');">Bazillus thuringiensis</a> und wird durch das Mischen mit Wasser aktiviert. Die Larven der Motten starben nicht sofort &#8211; ein Grund warum die Farmer dort oben das Mittel nicht verwenden wollen &#8211; aber die Larven hoeren in wenigen Stunden auf zu fressen, da die Bakterie den Magen &#8211; Darmtrakt zerstoert. Fuer andere Insekten ist das Mittel harmlos. Aber obwohl wir zweimal woechentlich spritzten, waren die Aussenblaetter des Chinakohl trotzdem ziemlich angefressen. Auch alle anderen Kreuzbluetler litten unter dieser Pest aber weniger stark als Chinakohl.</p>
<p>Unsere Melonen wuchsen auch sehr schoen und in zwei bis drei Wochen wuerde es dort wohl auch losgehen mit der Ernte.</p>
<p>Der Captain kam fast taeglich vorbei und gab uns auch gute Ratschlaege. Ich besuchte auch seinen Garten in dem er Kartoffeln gepflanzt hatte, aber wegen der Knollenfaeule schon viele Verluste erlitten hatte. Das war einer der Gruende, warum ich keine Kartoffeln in Bukidnon pflanzen wollte. Andere Farmer pflanzten immer wieder Kartoffeln auf &#8220;jungfraeulichem&#8221; Land, aber es stoerte mich, dass dazu immer wieder Brandrodung (Kainigin auf den Philippinen genannt) betrieben wurde. Nach zwei oder drei Pflanzungen ist dort auch Knollenfaeule anzufinden und der Bauer rodet dann das naechste Stueck Urwald. Zum Glueck wird das heute immer weniger praktiziert, seitdem es harte Strafen fuer einige Farmer gegeben hatte.</p>
<p>Die Zeit verging und wir ernteten unseren Chinakohl. Vor dem Packen entfernten wir alle aeusseren Blaetter und sahen dass der Kohl darunter keinen Schaden genommen hatte. Mein Schwager Alex war auf Besuch und brachte die erste Ernte nach Valencia zum Verkauf. Dort war er dann ueberrascht, dass vom gesamten Gewicht 30% fuer die Aussenblaetter abgezogen wurden. Auf seinen Protest hin, dass die Aussenblaetter ja schon weg seien, ging der Haendler auf 25% runter. Aber die ersten 800 Kilo brachten nur einen Ertrag von 4200 Pesos. Das war nicht viel. Die zweite Kohlernte brachten wir nach Agora, aber dort war es das gleiche, wieder wurden uns 25% abgezogen. Das ist bei Kohl so ueblich wurde uns gesagt. Wir entschossen uns keinen Kohl mehr zu pflanzen.</p>
<p>Zwischenzeitlich hatte ich von Allied Botanical auch Samen fuer Broccoli und Eisbergsalat bekommen. Wir bereiteten Baggings vor, saeten aber vorerst noch nicht aus.</p>
<p>Die Melonen waren reif und unsere erste Ernte von 27 Melonen wurde gleich im Dorf verkauft. Keine der Melonen wog weniger als 10 Kilos. Zwei Tage spaeter stellten wir fest, dass viele Melonen im Feld V-foermig angeschnitten worden waren. da wollten Diebe wohl Melonen klauen und aus Ignoranz &#8211; sie wussten nicht, wie man fest stellt ob sie reif sind &#8211; wurden die Melonen einfach eingeschnitten und wenn sie innen rot waren mit genommen. Wir liessen Junjun und Bano dort oben uebernachten, nachdem wir schnell eine kleine Huette aus Bambus gebaut hatten. Bereits in ersten Nacht gab es eine Pruegelei zwischen den beiden und anderen jungen Leuten vom Dorf. Unsere beiden waren in der Lage die Diebe zu vertreiben. Junjun hatte ein blaues Auge davon getragen. In der naechsten Nacht rueckten die Jugendlichen wieder an und dieses Mal griffen Junjun und Bano zur Bolo, da die anderen auch Macheten dabei hatten.  Dabei wurde einer der Diebe verletzt und die Aerzte im Krankenhaus mussten einen Arm unterhalb des Ellbogen amputieren. Nun kamen die Eltern des 19 jaehrigen Verletzten zu uns und wollten die Krankenhauskosten erstattet haben. Wir weigerten uns, da der Junge mit den anderen ja auf einer Diebestour war, und sich somit die Konsequenzen wohl selbst zuzuschreiben haette.</p>
<p>Zwei Tage spaeter bekamen Bano und Junjun eine Vorladung zu einem Hearing beim Captain. Die Eltern hatten sich dort beschwert. Inday und ich begleiteten unsere beiden Mitarbeiter. Die Eltern wollten von den beiden und auch von uns die Kosten erstattet haben und zusaetzlich 50.000 Pesos Schadenersatz. Es ging ziemlich laut her, da wir uns weigerten und Junjun und Bano ebenso. Die beiden haetten eh nicht bezahlen koennen, da sie als Landarbeiter ja nun wirklich nicht viel verdienten. Wir machten Notwehr geltend, erinnerten immer wieder an die Diebereien der Gruppe, aber die Eltern waren uneinsichtig. Nun ja, ich sagte zu den Eltern sie sollten vor Gericht klagen, aber von uns wuerden sie keinen Peso sehen. Und jedes Gericht wuerde Notwehr anerkennen, da die gesamte Gruppe ja auch ihre Bolos geschwungen hatte. Als wir gingen schworen die Eltern sich zu raechen. Der Captain kam spaeter vorbei und warnte uns gut aufzupassen. Das waren einheimische Tala-andig und die griffen schnell zur Waffe.</p>
<p>Trotz der Schaeden an den Melonen ernteten wir in den naechsten Wochen noch eine ganz Menge. Wir verkauften die Melonen in Valencia und obwohl es nur 5 Pesos pro Kilo gab, verdienten wir etwas bei der Sache. Wir brauchten das Geld ja auch um die Tomaten zu finanzieren, die ziemlich viel verschlangen.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<pubDate>Mon, 26 Apr 2010 08:46:45 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Bis jetzt wuchs und gedieh mit Banos Hilfe alles einfach fabelhaft und wir waren mehr als zufrieden. Wir waren nun in der ersten Maerzwoche und bereiteten die Pflanzloecher fuer die Tomaten vor, denn die sollten naechste Woche verpflanzt werden. Geregnet hatte es immer noch nicht und der Fluss fuehrte weniger Wasser als sonst. So vertieften wir das Flussbett vor dem Einlass und mit Hilfe einiger anderer Farmer auch den Kanal um mehr Wasser zu haben. Wir bauten auch einen kleinen Damm im Fluss um den Wasserstand zu erhoehen, wohl wissend, dass alles beim ersten heftigen Regen weg gewaschen werden wird. Es gab Arbeit praktisch jeden Tag fuer 12 Stunden und mehr und wir hatten mittlerweile auch Luisa am arbeiten und deren Freundin Judith.</p>
<p>Wir ernteten die ersten Zuckererbsen und Bohnen und ich brachte das alles nach Agora. <span id="more-1680"></span>Die Qualitaet &#8211; insbesondere der Bohnen &#8211; war das Beste was in Agora je angeliefert worden war und obwohl der Haendler uns den doppelten Preis bezahlte, da er sie unbedingt wollte, war es zu wenig fuer das was wir benoetigten. So langsam wurde naemlich das Geld knapp. Was wir einnahmen war noch nicht genug um die neuen Ausgaben vollstaendig zu finanzieren. Gerade das Pflanzen der Tomaten und deren Pflege sollte noch etliches kosten.</p>
<p>Ich hatte bei der PNB  (Philippine National Bank) in Cebu noch gute 2500 Dollar im Time Deposit das ich 1987 dort angelegt hatte und das eigentlich eine Sicherheit fuer ein Rueckflugticket war.  Aber ich hatte eigentlich nicht die Absicht zurueck zu gehen und wir entschieden uns das Geld in die Farm zu stecken.</p>
<p>Ich fuhr also am naechsten Tag nach Cagayan, nahm Bohnen und Erbsen mit und fuhr am gleichen Abend mit Transasia weiter nach Cebu City. Dort traf ich mich mit meinem Schwager und machte mich dann gegen zehn Uhr uf den Weg zur PNB. Ich wurde dort dann wegen meines Anliegens an einen Sachbearbeiter weiter geleitet und der bereitete die ganze Sache vor. Aber als ich sah, wieviel Geld ich nur bekommen sollte, war ich erschrocken. Denn man wollte mir nur fuer den ersten Monat den Festgeldzins bezahlen und fuer den Rest sollte ich den normalen Sparzins bekommen, den man nur als einen schlechten Scherz bezeichnen konnte.  Ich verlangte sofort nach dem Sachbearbeiter, der mein Time Deposit damals entgegen nahm und beschwerte mich.</p>
<p>&#8220;Als ich vor drei Jahren das Festgeld anlegte, war ausgemacht, dass es immer automatisch alle 30 Tage erneuert wird, wenn ich nicht anderweitig Bescheid gebe, aber das hier war einen Monat angelegt und dann nicht mehr.&#8221;</p>
<p>&#8220;Sorry Sir, aber ich kann mich an eine solche Abmachung nicht erinnern.&#8221;</p>
<p>&#8220;Nicht erinnern, nachdem ich mir mehrfach von Ihnen versichern liess, dass es so geht? Da lachen ja die Huehner!&#8221; entgegnete ich jetzt schon etwas wuetend.</p>
<p>&#8220;Sorry Sirr, aber da kann ich ueberhaupt nichts machen,&#8221; meinte der Sachbearbeiter.</p>
<p>&#8220;Nun hoer mir mal gut zu du Schlauberger. Ich lass mich hier doch nicht um meine Zinsen bescheissen. Sie erzaehlen jetzt Ihrem Boss, dass ich ohne Geld hier &#8216;raus gehen werde, wenn ich die Festgeldzinsen nicht wie abgemacht bekomme und mein erster Weg wird mich zur Zeitung fuehren und dort werde ich erzaehlen, wie die PNB versucht ihre Sparer zu betruegen. Ich warte genau 30 Minuten auf eine Entscheidung.&#8221;</p>
<p>Nach einer guten Viertelstunde erschien der Manager und sagte mir, dass die Bank die Zinsen bezahlen wuerde, aber dass das ein reiner Goodwillakt sei und ich eigentlich keine Ansprueche drauf  haette.</p>
<p>&#8220;Guter Mann,&#8221; meinte ich, &#8220;wenn ich keine Ansprueche haette, dann wuerden Sie jetzt nicht bezahlen. Aber ich werde unterschreiben, keine weiteren Ansprueche zu stellen, wenn mir der Zins genauso auf der Basis des jeweiligen Festgeldzinses abgerechnet wird, wie er in dem jeweiligen Monat stand und zwar mit Zinseszinsen.</p>
<p>Der Manager stimmte zu und meinte ich solle gegen zwei Uhr wieder kommen, da es schon etwas dauern wuerde bis alles ausgerechnet sei.</p>
<p>Ich verliess die Bank und ging zum Mittag essen. Gegen zwei Uhr war ich wieder auf der Bank und schaute mir die Abrechnung an. Und da hatten die doch tatsaechlich die richtigen Zinsen abgerechnet, denn da waren Monate dabei, wo der Jahreszinssatz 19% erreicht hatte. Im Schnitt hatte ich einen Zinssatz von 13% und da wollte ich nicht weiter meckern. Ich bekam ueber 3300 Dollar ausbezahlt.</p>
<p>Zufrieden fuhr ich am selben Abend zurueck nach Cagayan de Oro und zahlte dort alles bis auf die 300 Dollar in der Bank ein. Anschliessen fuhr ich zurueck nach Bukidnon und in Malaybalay wechselte ich die 300 Dollar auf dem schwarzen Markt in Pesos. Den gab es damals noch, da der Peso ja nicht frei konvertierbar war und man auch nur unter Schwierigkeiten Dollars kaufen konnte. Der Schwarzmarktkurs lag damals gute 20% ueber dem Bankkurs.</p>
<p>Zu Hause erzaehlte ich die Geschichte meiner Reise und freute mich, dass die Drohung mit den Medien so wirksam gewesen war. Aber schon am naechsten Tag holte mich der Alltag wieder ein.</p>
<p>Der Captain kam vorbei und teilte mir mit, dass wegen der Trockenheit Wasser aus der Barangay Leitung nicht mehr zum Giessen verwendet werden darf. Und wir benoetigten Wasser um die Pflanzungen am Haus zu giessen, sowie die Saemlinge, die dort auf ihre Verpflanzung warteten. Wir besprachen die Sachlage und Rico erzaehlte mir, dass am Ende der Wasserleitung in Kibulay das ueberzaehlige Wasser einfach in die Erde floss und versickerte. Tagsueber wuerde es dort nur troepfeln, aber des Nachts floss das Wasser sehr stark.</p>
<p>Ich schlug also dem Captain vor, dass wir nur nachts giessen wuerden. Nach einigem hin und her und etlichen Glaesern Rum mit Cola stimmte der Capatain zu. Und so begannen wir nachts gegen zehn Uhr oder morgens gegen drei Uhr beim Haus zu giessen. Gleichzeitig buddelten wir wie oben einen &#8220;Pool&#8221; und als der fertig war, gossen wir wie immer am Nachmittag und fruehen Abend, aber fuellten unseren Pool in der Nacht. So waren alle Seiten zufrieden.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<pubDate>Sun, 25 Apr 2010 07:27:29 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Rico und Inday kamen etwa drei Stunden spaeter zurueck und meinten, dass es wohl kein Wasserproblem mehr geben sollte. Meine Frage, wie sie den Farmer ueberredet haben, blieb aber unbeantwortet. Erst Monate spaeter erfuhr ich wie das ablief. Der Farmer war genauso widerspenstig gegen die Beiden wie vorher. Er hatte einfach keinen Gemeinschaftssinn. Dieser Kanal [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Rico und Inday kamen etwa drei Stunden spaeter zurueck und meinten, dass es wohl kein Wasserproblem mehr geben sollte. Meine Frage, wie sie den Farmer ueberredet haben, blieb aber unbeantwortet. Erst Monate spaeter erfuhr ich wie das ablief. Der Farmer war genauso widerspenstig gegen die Beiden wie vorher. Er hatte einfach keinen Gemeinschaftssinn. Dieser Kanal war von Freiwilligen aus dem Dorf gebaut worden, Freiwillige hielten den Kanal in Ordnung und diese Freiwilligen hatten ein Recht auf das Wasser. Wir hatten ja anfangs auch etliche Reparaturen am Kanal vorgenommen. Erst drohten sie ihm, dass er, da er ja noch nie mit gearbeitet hatte, kein Wasser mehr bekommen wuerde, was ihm egal war, da er sich nehme, wenn immer er Lust dazu habe. Aber meine Frau hatte sich vorher genauer ueber jenen Farmer erkundigt, und dessen Sohn hatte Dreck am Stecken. Er baute naemlich Marihuana an und verkaufte das an die jungen Leute in Malaybalay und Valencia. <span id="more-1676"></span>Nun drohte meine Frau der Polizei entsprechende Hinweise zu geben, wenn er sich nicht an die Regeln halte, die mit diesem Kanal nun mal einher gingen. Das hatte ihn eingeschuechtert und in der Tat machte er nie mehr Schwierigkeiten. Filipinos sind nicht unbedingt zimperlich, wenn es darum geht Probleme zu loesen.</p>
<p>Die Erbsen begannen zu keimen und fehlende Pflanzen wurden nachgesaet.</p>
<p>Die Bohnen wuchsen sehr schoen und es war Zeit geworden ein sogenanntes &#8220;Side Dressing&#8221; vorzunehmen. Wieder einmal lehrte uns Bano, was so alles beim Pflanzen von Gemuese beachtet werden muss. &#8220;Side Dressing&#8221; ist nichts weiter als eine zusaetzliche Gabe von Duenger und das Anhaeufeln der Pflanzen. Fuer Bohnen wurde natuerlich nicht viel Duenger gegeben. Der Kunstduenger wurde im Halbkreis zirka 10-15 Zentimeter vom Stengel entfernt auf die Erdoberflaeche gestreut. Anschliessend kam Bano mit der Hacke und nahm aus dem &#8220;Gehweg&#8221; Erde auf, wobei er sozusagen auf sich zu &#8220;hackte&#8221; bis die Hacke senkrecht stand. Die Erde, die nun auf der Hacke lag, wurde vorsichtig um die Pflanzen verteilt. Damit war der Duenger abgedeckt, die Pflanzen angehaeufelt und gleichzeitig entstand ein vertiefter Gehweg zwischen den Reihen. Als Duenger verwendeten wir nur Komplettduenger, der je 14% Stickstoff, Kali und Pottasche enthielt. Ausserdem enthielt der Duenger auch Spurenelemente. Danach wurde kraeftig gegossen.</p>
<p>Es regnete auch weiterhin nicht, und wir mussten wirklich jeden Tag giessen. Allerdings litten unsere Giesskannen an &#8220;Schwindsucht&#8221;. Wir hatten anfaenglich 15 Kannen gekauft aber nur noch neun waren uebrig geblieben. Wir kauften also nach und markierten unsere Giesskannen, indem wir sie mit einem Brandeisen oben brannten. Das sah nicht schoen aus, konnte aber im Gegensatz zu einem Filzstift nicht entfernt werden. Und siehe da, die &#8220;Schwindsucht&#8221; hoerte auf.</p>
<p>Es war mittlerweile Anfang Februar geworden. Das Side Dressing bei den Erbsen war nun auch fertig und wir begannen von den zahlreichern Sonnenblumenstraeuchern, die ueberall im Hochland von Bukidnon wachsen,  Stecken zu schneiden. Diese wurden dann ueber Kreuz schraeg in die Erde gesteckt und bildeten ein &#8220;Art Jaegerzaun&#8221;. Daran konnten  die Bohnen hochranken. Fuer die Erbsen wurde das anders gemacht. Hier wurden die Stoecke im Abstand von 5 Metern in die Mitte der Beete gesteckt und zwischen den Stoecken oben und unten Nylonschnur gespannt. Diese Nylonschnur wurde dann mit einem Plastikfaden schraeg nach oben und wieder zurueck verbunden, dass eine Art &#8220;Maschendraht&#8221; entstand, an dem sich die Erbsen hoch rankten. Das war sehr arbeitsintensiv und wir halfen alle zusammen.</p>
<p>Die Melonen waren gewachsen und bekamen nun auch ihre Duengergabe. Zwei Wochen spaeter wurden, nachdem die Melonen vier Seitentriebe gebildet hatten, die Spitzen der Hauptriebe gekappt um das ganze Wachstum in die Seitentriebe zu leiten.</p>
<p>Und es war Zeit geworden den Chinakohl zu verpflanzen. Die Baggings wurden aus dem Rahmen entnommen und in Kisten geschlichtet. dann wurden sie zu unserem oberen Feld getragen und nachdem zusaetzlich zum bereits teilweise verrotteten Huehnerdung auch noch etwas Kunstduenger gegeben worden war, wurde das Ganze mit der Hand gut gemischt. Anschliessend wurde das Bananenblatt von den Saemlingen genommen und die Jungpflanzen eingepflanzt. Wegen der Wurzeln fiel auch nichts auseinander. Auch waren die Baggings vorher noch gegossen worden. Danach spritzten wir gegen die Cut Worms. Auf Grund der Trockenheit schlug Bano vor, die Jungpflanzen zu beschatten. Hierzu wurden alte Bananenstauden, die bereits getragen hatten, gefaellt, der Stamm laengsweise in Haelften geschnitten und in seine Schichten zerlegt. Diese einzelnen Schichten wurden dann alle 20 Zentimeter abgeschnitten und man hatte schoene &#8220;Deckel&#8221;, die innen Hohlraum hatten und rechts und links offen waren. Diese wurden nun auf die Jungpflanzen gestellt und die hatten nun Schatten. Probehalber liess ich 20 Pflanzen unbeschattet. Davon gingen trotz giessen mehr als die Haelfte ein. Bei den beschatteten Pflanzen lag die Ausfallrate gerade mal bei etwa einem Prozent. Bano machte sich wirklich bezahlt fuer uns.</p>
<p>Nun war es auch an der Zeit die Tomaten auszusaeen, schliesslich wollten wir den Termin einhalten, den Perla uns gegeben hatte. Innerhalb eines halben Tages hatten wir die Samen wie schon vorher beschrieben ausgebracht. Es dauerte eine knappe Woche und die Tomaten begann zu keimen. Aber oh weh&#8230;.. inerhalb einer Nacht waren etwa 30% der Jungpflanzen einfach umgefallen. Darum nennt sich diese Pilzerkrankung auch Umfallkrankheit. Nicht einmal Bano wusste Rat. Ich fuhr also sofort nach Valencia um mir in einem Agriladen Auskunft zu holen. Aber die wussten natuerlich nicht Bescheid. Gluecklicherweise traf ich dort einen Farmer,  dem die Krankheit bei seinen Tomaten auch schon begegnet war und der empfohl mir Captan zu spritzen. Ich kaufte also dieses &#8220;Wundermittel&#8221; wie er es bezeichnete und es war in der Tat eines. Denn am Morgen nachdem wir gespritzt hatten, lebten all die umgefallenen Tomatensaemlinge noch und begannen aus dem Stengel neue Wurzeln zu treiben. Innerhalb von zwei Tagen wuchsen sie auch wieder in einer Kurve nach oben.</p>
<p>So vergingen die Tage und bis jetzt klappte alles eigentlich recht ordentlich und wir waren zufrieden.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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