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	<title>Phil-Life.net &#187; geschichte</title>
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		<title>Wie sieht es aus in der &#8220;neuen philippinischen Republik&#8221;?</title>
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		<pubDate>Thu, 23 Sep 2010 09:53:21 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[philippinen]]></category>
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		<description><![CDATA[Ich wollte hier mal ein kleines Fazit ziehen, seit die Wahlen im Mai vorueber sind, die Regierung gewechselt hat und neue Besen angeblich gut kehren sollen. Aber mit dem kehren ist das so eine Sache, auch wenn der neue Besen willig ist, so braucht es schon etwas mehr als das. Guter Wille ist sicher sehr [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Ich wollte hier mal ein kleines Fazit ziehen, seit die Wahlen im Mai vorueber sind, die Regierung gewechselt hat und neue Besen angeblich gut kehren sollen. Aber mit dem kehren ist das so eine Sache, auch wenn der neue Besen willig ist, so braucht es schon etwas mehr als das. Guter Wille ist sicher sehr wichtig und den moechte ich der neuen Regierung auch nicht absprechen, aber Kompetenz und die Auswahl der richtigen Minister sind mindestens genau so wichtig, wie der gute Wille.</p>
<p>Beginnen wir doch erst einmal auf lokaler Ebene, wobei ich mich hier insbesondere ueber Surigao aeussern werde.</p>
<p>Dinagat wurde ja vor einigen Jahren zu einer eigenen Provinz erklaert und diese Erklaerung wurde vom hoechsten philippinischen Gericht wiederrufen, da weder die Einwohnerzahl, die Groesse der Provinz noch das noetige Einkommen erreicht wurden, und der &#8220;Local Government Code&#8221; ist da eigentlich sehr klar. <span id="more-2291"></span>Dass der Kongress Dinagat trotzdem zur Provinz erklaert hat, laesst dann doch Zweifel an unseren &#8220;Law Makers&#8221; aufkommen, denn Anwaelte sollten das eigentlich wissen.  Dinagat sollte also an die Provinz Surigao del Norte zurueck gehen, was bis heute nicht geschehen ist, und das obwohl des Supreme Court in seiner endgueltigen Entscheidung erklaert hatte, dass &#8220;Motions for Reconsideration&#8221; nicht mehr in Erwaegung gezogen werden. Nach wie vor fuehlen sich die Verantwortlichen in Dinagat &#8220;verantwortlich&#8221; und haben keine Bewegung gezeigt, die Anordnungen des hoechsten Gerichtes des Landes zu befolgen. Und so kam es, dass die gewaehlten Offiziellen immer noch &#8220;an der Macht&#8221; sind und es wohl einen Einsatz des Miltaers brauchen wird, damit gerichtliche Anordnungen befolgt werden.</p>
<p>Surigao del Norte ist seit den Wahlen &#8211; es fand ein Machtwechsel statt -  in grossen finanziellen Schwierigkeiten, denn nach der Uebernahme stellte sich heraus, dass die Kassen leer sind und das gesamte Budget fuer das Jahr bereits &#8220;verbraucht&#8221; wurde. Staedtische und provinzielle Angestellte wurden daher auch seit dem Machtwechsel nicht mehr bezahlt, beziehungsweise gefeuert und Familienmitglieder und andere Cronies eingestellt, die im uebrigen auch auf ihr Geld warten. Wovon die Familien leben sollen interessiert niemanden. Aber das ist ja nichts neues, das passiert immer und fast ueberall bei einem Machtwechsel nach den Wahlen und Surigao ist da sicher nicht die einzige Provinz in den Philippinen. Man fragt sich natuerlich ernsthaft, wozu man dann neue Besen braucht.</p>
<p>Interessanter ist es jedoch auf nationaler Ebene, da wir einen neuen Praesidenten haben, der als erste Amtshandlung erst einmal alle sogenannten Mittternachstberufungen &#8211; das sind Berufungen, die in den letzten 90 Tagen vor dem Wahltag gemacht wurden -  fuer ungueltig erklaerte, wobei man legale Berufungen gleich mit einschloss und wie immer alles umkrempelte. Das die neuen Leute nicht eingearbeitet sind und das man das vielleicht nach und nach machen sollte, nun daran denkt mal wieder keiner. Aber man muss ja dem Clan und den Cronies zukommen lassen, was sie sich fuer ihre Unterstuetzung waehrend der Wahlkampagne verdient hatten.</p>
<p>Der neue Executive Sekretaer ist ein alter Klassenkamerad, drei Minister kommen wieder aus der Zeit, als seine Mutter Praesidentin war und ansonsten sieht man etliche Minister aus der Arroyo Zeit. Also verlaesst man sich hier auch auf ein paar alte und sehr alte &#8220;Besen&#8221;.</p>
<p>Hinzu kommt, dass der Praesident bei der Geiselnahme in Manila unangenehm aufgefallen ist. Nicht nur dass die gesamte Organisation dort nicht klappte, sondern insbesondere, dass er bei einer Besichtigung des Busses, in dem neun Menschen einschliesslich des Geiselnehmers starben, sehr duemmlich und wiederholt in die Kamera grinste. Das ergab nicht nur einen Protest von Seiten der chinesichen Regierung, sonderen selbst die Filipinos meckerten darueber.</p>
<p>Und einer seiner ganz fruehen Amtshandlungen war ein altes Gesetz aufzuwaermen und nun muessen Radiostationen waehrend Musiksendungen mindestens vier philippinische Lieder spielen. Das ist natuerlich unheimlich wichtig in Anbetracht der schwierigen wirtschaftlichen und sozialen Lage des Landes und duerfte zahlreiche existierende Probleme loesen. Aber ob man &#8220;nationale&#8221; Musik essen kann?</p>
<p>Ausserdem ist er, als die Familie sich entschloss Arbeiter von Hazienda Luisita -die ihm zum Teil gehoert &#8211; fuer ihre Anteile, die sie im Zuge der Landreform bekommen hatten, in bar auszuzahlen  anfaenglich mehr durch Schweigen als eine aussagekraeftige Stellungnahme aufgefallen. Als es dann ein &#8220;done deal&#8221; war, erklaerte er, dass er auf die endgueltige Entscheidung des Supreme Courts warten wuerde. Vielleicht haette er seiner Familie sagen sollen, dass diese eben auch darauf warten.</p>
<p>Ansonsten gab es noch nichts beruehmtes zu vermelden, ausser natuerlich, dass er sagte, er wuerde die Verantwortung fuer das &#8220;versaute&#8221; Geiseldrama in Manila uebernehmen, natuerlich nur eines der ueblichen Lippenbekenntnisse, denn Konsequenzen hat diese Verantwortunguebernahme keine.</p>
<p>Aber was kann man von einem Praesidenten erwarten, der schon als Abgeordneter und Senator nichts geleistet hat.</p>
<p>Ob ein weiteres Abwarten eine &#8220;Leistungsverbesserung&#8221; bringt, erscheint mir persoenlich zweifelhaft, aber die Chance will ich ihm schon geben. Nun wir werden sehen, was ich in einem Jahr darueber zu sagen habe.</p>

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		<title>Meine Erfahrungen mit Korruption</title>
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		<pubDate>Tue, 24 Aug 2010 08:01:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
		<category><![CDATA[bestechung]]></category>
		<category><![CDATA[geschichte]]></category>
		<category><![CDATA[philippinen]]></category>
		<category><![CDATA[steuer]]></category>

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		<description><![CDATA[Es ist ja den allgemein bekannt, dass Korruption und Bestechung auf den Philippinen blueht, so wie eben in allen Laendern, die frueher mal eine spanische Kolonie waren. Wenn man dann eben hier lebt, dann ergeben sich auch Situationen,  in denen das Gegenueber bestochen werden will. Und ich werde hier einige Geschichten erzaehlen, die zeigen, wie [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Es ist ja den allgemein bekannt, dass Korruption und Bestechung auf den Philippinen blueht, so wie eben in allen Laendern, die frueher mal eine spanische Kolonie waren. Wenn man dann eben hier lebt, dann ergeben sich auch Situationen,  in denen das Gegenueber bestochen werden will. Und ich werde hier einige Geschichten erzaehlen, die zeigen, wie sehr Bestechung zum philippinischen Alltag gehoert.</p>
<p><strong>Nur eine &#8220;Fastbestechung&#8221;</strong></p>
<p>Es war im Dezember 1987 und wir waren noch nicht allzulange im Chromerzgeschaeft taetig, als ich meine erste wirkliche Begegbung mit Bestechung hatte. In der Vergangenheit hatten wir schon einige Pumpboats geladen, wobei hier aber niemand kommt um zu kontrollieren und das einzige was man sich abholen muss, ist die Freigabe von der Coast Guard. (Wasserpolizei) Hier hatte ich zum ersten Mal den Begriff SOP gehoert, konnte mir aber nichts darunter vorstellen. Aber dazu kommen wir heute noch.<span id="more-2209"></span></p>
<p>Wir wollten unser Erz also laden und der LCT (eine Bezeichnung, die auf die militaerischen Landungsboote des 2. Weltkrieges zurueck geht) Dulce Amor war am Vorabend in Donna Helene eingetroffen. Der Onkel meiner Frau hatte in den Tagen zuvor bereits alle Papiere besorgt und sprach ebenso von SOP Zahlungen, die er geleistet hatte. Wir begannen am morgen nach der Ankunft des Schiffes zu laden. Alles wurde manuell gemacht und ein Beauftragter vom Barangay zaehlte die Saecke, die verladen wurden, denn selbstverstaendlich bekam das Barangay 50 Centavos pro Sack und auch die Town kassierte den gleichen Betrag noch einmal. Der erste Tag ging vorbei und wir hatten ueber die Haelfte des Erzes geladen, womit es auch fest stand, dass wir die drei Tage, die wir zum Laden hatten, nicht ueberschreiten wuerden. Wenn man die Vorgabezeit nicht einhaelt, musste man Verspaetungsgebuehren bezahlen &#8211; die sogenannte Demurrage &#8211; die sich damals auf stolze 25.000 Pesos pro Tag beliefen.</p>
<p>Gegen nachmittag kamen dann zwei Soldaten auf dem Motorrad angefahren, das heisst ich dachte es seien Soldaten, denn sie trugen Dschungel Tarnanzuege, aber es handelte sich um Polizisten der PC. (Philippine Constabulary) Die PC war eine Polizeieinheit, die fuer die nationale Sicherheit zustaendig war und die lokale Polizei nannte sich INP. (Intergrated Philippine Police) Die waren dann fuer Sicherheit und Ordnung in den Ortschaften und Staedten verantwortlich. Die PNP, die wir heute kennen und die beide Truppen vereinigte, wurde erst etwas spaeter ins Leben gerufen.</p>
<p>Nun ja die Burschen schauten eine Zeit lang dem Laden zu und wollte dann die Papiere sehen, die ich ihnen zur Pruefung uebergab. Sie kontrollierten die Papiere und dann Begann das Reden, es sei ja in drei Tagen Weihnachten und da habe man endlich frei und koenne zur Familie auf das Festland, aber die Kinder haetten halt gerne Weihnachtsgeschenke und so weiter. Mir war nun voellig klar, worauf es hinaus laufen sollte. Ich stellte mich &#8220;taub&#8221;. Sie sprachen mit Alex meinem Schwager und der erklaerte mir, dass es ueblich sei, dass man eben SOP bezahle insbesondere an Weihnachten. Nun ja ich bezahlte den Herren einige Biere, aber weiter wollte ich nicht gehen. Fuer mich war Bestechlichkeit damals etwas verabscheuenswuerdiges insbesondere da man diese Art von Bestechlichkeit in Deutschland kaum kennt.  Da gibt es Korruption hauptsaechlich nur auf hoechster Ebene. Trotz der Biere drucksten sie herum und meinten auf Englisch, dass sie eigentlich die Ladung aufhalten sollten, da ich keine SOP bezahlen wolle. Fuer mich war der Hauptunterschied der, dass wir Papieren hatten und andere, die luden hatten eben keine und bezahlten. Ich sagte Alex, dass er ihnen das doch bitte verstendlich machen solle. Alex erklaerte es ihnen und so rueckten sie ab ncht ohne lautstark zu bemerken, dass ich eben die Sitten noch nicht kennen wuerde.</p>
<p>Indays Onkel erklaerte mir am abend auf mein Draengen hin, was SOP bedeuten wuerde; es heisst also nicht &#8220;Son of a P(B)itch&#8221; sondern schlicht und einfach &#8220;Standard Operation Procedure&#8221;, eine blumige Umschreibung fuer Bestechung.</p>
<p><strong>Erbschaftssteuer</strong></p>
<p>Als wir 2003 das Haus kauften, in dem wir leben, musste eine ganze Menge Papierkram erledigt werden, bevor wir uns an die Bezahlung machten. Es begann damit, dass die Grundsteuer seit ueber 20 Jahren nicht mehr bezahlt worden war. Also mussten wir erst alles mit der Stadt regeln, wobei saemtliche von uns bezahlten alten Steuern vom Kaufpreis abzuziehen waren. Als neachster Schritt stand dann das BIR mit dem &#8220;Capital Gain Tax&#8221; bevor und als alles berechnet war, wollten die neben den 63.000 Pesos Tax auch noch eine Nachzahlung von 166.000 Pesos fuer Erbschaftssteuer. Das Grundstueck und das Haus waren eben auf beide Eheleute eingetragen und die Frau war 1993 verstorben. Damals haette der Ehemann etwa 3.000 Pesos Steuer bezahlen muessen, wenn er den Tod auf dem Finanzamt gemeldet haette. Das hatte er aus Unwissenheit nicht gemacht und nun war der Betrag wegen Zinsen und Strafen auf diese horrende Summe angewachsen. Meine Steuerberaterin wusste Rat und so erkundigte sich der Eigentuemer in Legaspi City nach den Steuern, was rechtens war, da er dort seit fuenf Jahren lebte.</p>
<p>Einige Tage spaeter faxte er mir einen Brief und die Bedingungen dort waren wesentlich humaner. Sie wollten 25.000 Pesos haben, aber die Quittung wuerde ueber weniger lauten. Der Rest waere fuer die involvierten Beamten.  Ich schickte also das Geld (das wiederum vom Kaufpreis abgezogen werden sollte) und zwei Wochen spaeter kam ein grosser Umschlag mit LBC, der alle Papiere enthielt. Offiziell wurden 500! Pesos Erbschaftssteuer bezahlt und 24.500 Pesos wanderten in die Taschen der Beamten. Das ist natuerlich ein tolles Verhaeltnis von Steuer zu Bestechungsgeldern. Kein Wunder wenn dem Staat das Geld an allen Ecken und Enden fehlt.</p>
<p>Demnaechst geht es dann mal weiter mit anderen Geschichten ueber Korruption, die eines der groessten Probleme im Land darstellt.</p>

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		<title>&#8220;Schutzengel&#8221; Geschichten</title>
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		<pubDate>Tue, 10 Aug 2010 03:44:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
				<category><![CDATA[Erlebnisse]]></category>
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		<category><![CDATA[kinder]]></category>
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		<description><![CDATA[Man sagt ja im allgemeinen, dass Kinder einen Schutzengel haben und oftmals aus eigentlich toedlichen erscheinenden Situationen lebend heraus kommen. Meine Kinder bildeten da keine Ausnahme und hatten so ihren Anteil an Situationen, bei denen mir fast das Herz stehen blieb. Im nachhinein wundere ich mich immer, wie  so etwas ueberhaupt ueberlebt werden kann und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Man sagt ja im allgemeinen, dass Kinder einen Schutzengel haben und oftmals aus eigentlich toedlichen erscheinenden Situationen lebend heraus kommen. Meine Kinder bildeten da keine Ausnahme und hatten so ihren Anteil an Situationen, bei denen mir fast das Herz stehen blieb. Im nachhinein wundere ich mich immer, wie  so etwas ueberhaupt ueberlebt werden kann und ob Kinder nicht wirklich &#8220;Schutzengel&#8221; haben.</p>
<p>Hier moechte ich nun einige &#8220;Schutzengel&#8221; Geschichten von meinen Kindern erzaehlen:</p>
<p><strong>Manny als &#8220;Supermann&#8221;</strong></p>
<p>An einem Samstag Morgen im Oktober 1982 waren wir alle sehr beschaeftigt in unserer Farm um die Auslieferung nach Cagayan vorzubereiten. Im Hof waren mindestens 20 Menschen, die Gemuese wuschen, putzten, in Zeitungspapier einwickelten und in Koerbe verpackten. <span id="more-2164"></span>Immer wieder brachten Traeger von den Feldern saecke- und koerbeweise Gemuese hoch. Um 11 Uhr musste alles fertig sein, damit wir rechtzeitig in Cagayan ankommen wuerden, denn wir hatten auch Gemuese, das weiter nach Cebu verschifft werden sollte, und vor sechs Uhr auf dem Schiff sein musste.</p>
<p>Es war gegen zehn Uhr, als der Jeepney, den wir kontaktiert hatten ankam. Im Inneren sassen etwa zehn Menschen, denen es nichts ausmachte, dass sie nun warten mussten, bis wir fertig waren und verladen hatten. Unsere Kinder spielten im Hof und auch auf der Strasse. Da es dort oben kaum Verkehr gab, sahen wir das als nicht sehr gefaehrlich an, hatten ihnen aber eingetrichtert, dass sie sofort von der Strasse gehen muessen, wenn ein Fahrzeug kommt.</p>
<p>Von oben &#8211; es ging zu uns von Kibangay kommend bergab &#8211; kam ein grosser schwerer LKW voll mit Gemuese von den verschiedensten Farmern beladen. Der Truck fuhr etwa 50km/h und schwankte in der oberen Kurve. Ploetzlich ging ein Aufschrei durch die Menschen im Jeepney und der Truck machte eine Vollbremsung, schlitterte aber fast &#8220;ungebremst&#8221; auf dem kiesigen Untergrund der unbefestigten Strasse weiter. Da der Jeepney zwischen Haus und Strasse stand, konnten wir nicht sehen was dort vorging. Ich rannte zur Strasse, der Truck schlitterte immer noch wurde aber langsamer und die Menschen schrien noch immer. Da sah ich Manny mitten auf der Strasse stehen. Er hatte die Arme ausgestreckt und die Handflaechen nach vorne gewandt, als ob er den Truck aufhalten wollte. Der Truck schlitterte auf ihn zu. Ich war wie gelaehmt. Etwa einen halben Meter vor Manny kam der Lastwagen endlich zum stehen. Mir rutschte das Herz in die Hosen im wahrsten Sinne des Wortes. Ich rannte auf die Strasse schnappte ihn mir und haute ihm mehrere Male mit der flachen Hand kraeftig auf den Hintern. Er weinte natuerlich und mir tat es hinterher leid.</p>
<p>Spaeter erklaerte er mir, dass er am Vortag ein Supermann Cartoon gesehen hatte, in dem Supermann einen LKW auf diese Weise stoppte.</p>
<p><strong>Fast eine Wasserleiche</strong></p>
<p>Mitte 1996 machten wir einen Ausflug nach Quezon in Bukidnon. Es gab oder gibt dort einen alten &#8220;Resort&#8221;, in dem man auch in entsprechend alten Pools baden kann. Die Becken sind an den Randern und am Boden mit Natursteinen gebaut worden und werden von &#8220;Gebirgsbaechen&#8221; gespeisst. Es gibt dort einige kleine Wasserfaelle und alles ist unter riesigen alten Urwaldriesen angelegt, unter denen es angenehm kuehl ist.</p>
<p>Wir kannten dieses &#8220;Resort&#8221; nicht, aber Freunde hatten uns davon erzaehlt und so fuhren wir hin. Fuer unsere beiden Kleinen war das natuerlich ein Riesenspass. Sie kletterten bei den Wasserfaellen herum und schwammen in den Pools. Natuerlich gab es auch ein entsprechendes Picknick und es schmeckte allen sehr gut.</p>
<p>Spaeter am Nachmittag schoss es mir ploetzlich siedend heiss durch den Kopf: &#8220;Wo ist Marion?&#8221; fragte ich mich. Eine Nachfrage bei meiner Frau ergab nichts und Manuel, der bei uns in der Naehe spielte, sagte sie war schwimmen gegangen. Ich lief zum Pool konnte sie aber nirgendwo sehen. Ich lief am Rand des Pools entlang und rief nach ihr&#8230;..keine Antwort. Ploetzlich sah ich einen gelben Fleck auf dem Boden des Beckens.  (Marion trug einen gelben Badeanzug) und bei naeherem Hinsehen, sah ich einen dazu gehoerigen Koerper. Ich zoegerte keine Sekunde und sprang ins Wasser. Innerhalb von wenigen Sekunden hatte ich sie an der Oberflaeche. Meine Frau kam gerannt und als der leblose Koerper am Beckenrand lag reagierte sie total hysterisch. Ich wollte Wiederbelebung machen, aber sie hielt den Koerper Marions weinend fest. Endlich gelang es mir Marion aus ihren Armen zu zerren und ich drehte ihren Koerper um das Wasser aus den Lungen laufen zu lassen. Dann machte ich Mund zu Mund Beatmung einschliesslich Herzmassage und nach etwa fuenf Minuten begann Marion zu husten. Eine Stunde spaeter war sie wieder in Ordnung, aber sie mied das Wasser in der Zukunft. Sie wusste ueberhaupt nicht was passiert war und warum sie fast ertrunken waere.  Erst im Alter von etwa 16 Jahren begann sie wieder schwimmen zu gehen.</p>
<p>Ich fragte mich nur, welcher &#8220;Schutzengel&#8221; mich ploetzlich hatte aufspringen lassen um nach Marion zu suchen.</p>
<p><strong>Guppies im Abwasserkanal</strong></p>
<p>In den spaeten 90er Jahren hatten wir ein Appartment in Carmen, Cagayan de Oro wegen der Schule der Kinder. Vor dem Haus floss ein offener Abwasserkanal der sehr &#8220;kleinen Sort&#8221; vorbei. Das findet man ja oft auf den Philippinen, dass Kanaele nicht von der Stadt gebaut werden, sondern vom Viertel oftmals auf einfachste Art und Weise erstellt werden.</p>
<p>Ob man es nun glaubt oder nicht, in diesem Kanal lebten Guppies, denen das &#8220;Dreckswasser&#8221; nichts auszumachen schien. Die Maennchen waren von extremer Farbenpracht und die Buben aus der Nachbarschaft gingen regelmaessig auf Guppyjagd. Und mein Sohn Manuel war natuerlich immer mit dabei.</p>
<p>In jener Zeit wollte man den Kanal ausbauen und hatte zumindest begonnen die Seitenwaende aus Hohlblocksteinen zu mauern. Aus Geldmangel ging der Bau nur schrittweise vorwaerts und so waren die Seitenwaende nur teilweise gemauert worden und aus diesen halbfertigen niedrigen Mauern standen die Rundeisen hervor.</p>
<p>Ich war unten im Sari-Sari Store als mein Sohn und seine Kameraden mal wieder beim Guppy fangen waren. Ich konnte ihre Aktionen vom Store aus verfolgen. Ploetzlich rutschte mein Sohn und viel nach vorne in Richtung eines der Rundeisen, das nun genau auf seine Achselhoehle &#8220;zielte&#8221;. Mir blieb mal wieder das Herz stehen, denn wenn das Eisen sich in Manuels Achselhoehle boren wuerde, dann waere es wohl vorbei mit seinem jungen Leben. Ich hoerte ihn schreien und im Fallen drehte sich sein Koerper, und das Rundeisen schrammte ihm ueber die Brust. Als er aufstand hatte er nur eine haessliche Schramme quer ueber der Brust, aber war ansonsten unverletzt. Ich behandelte das mit Jod und frgate ihn dabei, ob er sich bewusst im Fallen gedreht haette. Er meinte, dass er gar nicht daran gedacht haette, als er ploetzlich eine &#8220;Art&#8221; Schubser bekam, der ihn in der Fallrichtung gedreht haette.</p>
<p>Es wird sicherlich Menschen geben, die die Existenz von &#8220;Schutzengeln&#8221; bezweifeln, aber ich frage mich doch ernsthaft, ob es &#8220;so etwas in der Art&#8221; nicht doch gibt. Meine Geschichten sind sicher nicht die einzigen, die man finden und lesen kann. Und dass sich solche Vorkommnisse gerade bei Kindern haeufen, duerfte unbestritten sein.</p>
<p>The End</p>

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		<title>Kindergeschichten zum ersten</title>
		<link>http://www.phil-life.net/2010/05/21/kindergeschichten-zum-ersten/</link>
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		<pubDate>Fri, 21 May 2010 09:11:26 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Seit 23 Jahren bin ich nun verheiratet und wir haben zwei Kinder: Den nunmehr 20 jaehrigen Manuel und die 22 jaehrige Marion. Beide studieren noch und Marion wird wohl im naechsten Jahr beginnen als Krankenschwester zu arbeiten. Beim Sohn wird das noch etwas laenger dauern, da er gerne Arzt werden wuerde. In all diesen Jahren [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Seit 23 Jahren bin ich nun verheiratet und wir haben zwei Kinder: Den nunmehr 20 jaehrigen Manuel und die 22 jaehrige Marion. Beide studieren noch und Marion wird wohl im naechsten Jahr beginnen als Krankenschwester zu arbeiten. Beim Sohn wird das noch etwas laenger dauern, da er gerne Arzt werden wuerde.</p>
<p>In all diesen Jahren erlebt man schon einiges. Viele dieser Erlebnisse reichen fuer eine lange Geschichte. Andere sind gut fuer Kurzgeschichten. Und hier folgen nun einige dieser Stories:</p>
<p><strong>Die Fische</strong></p>
<p>Wir hatten frueher mal ein grosses 2000 Liter Aquarium, das von einer lokalen Glasfirma gebaut worden war. <span id="more-1853"></span>Den Aquariumschrank hatte wiederum ein Moebelschreiner aus General Santos gebaut. Es war eigentlich gute Arbeit, aber das Aquarium leckte am Anfang, so dass die Glasfirma alles noch einmal zerlegte und wieder zusammenbaute. Danach war es dicht. Ich machte mir aber noch Sorgen wegen der Reparatur und checkte bestimmt dreimal am Tag ob alles trocken blieb. Und es leckte nicht mehr, da hatte die Firma im zweiten Anlauf wesentlich bessere Arbeit geleistet.</p>
<p>Eines Abends sass ich nun in meinem Sessel und las. Mein Sohn stuerzte ploetzlich aufgeregt auf mich zu: &#8220;Daddy, Daddy die Fische&#8230;&#8230;! Ich drehte mich um, schaute nach dem Aquarium und fragte erstaunt: &#8220;Was ist mit den Fischen?&#8221; denn beim Schauen hatte ich am Anfang nichts auffaelliges bemerkt. Er schaute mich schelmisch grinsend an: Die schwimmen&#8230;&#8230;</p>
<p>Manuel mache oefter solche Scherze mit seinen Mitmenschen.</p>
<p><strong>Verbrueht!</strong></p>
<p>Als Marion noch ein Baby war &#8211; sie war ein paar Tage vorher 1 Jahr alt geworden &#8211; war sie in einen &#8220;Unfall&#8221; verwickelt. Wir lebten damals im Haus von Remy Rico in San Jose, das wir von ihr gemietet hatten. Unsere Helferin hatte gerade die Thermosflasche mit frischem, kochendem Wasser gefuellt und auf den Tisch gestellt. In dieser Zeit krabbelte sie noch sehr viel, aber richtete sich immer wieder auf und lief ein paar Schritte, bevor sie wieder auf den Hintern fiel. Halb aufgerichtet hielt sie sich an der Tischdecke fest, die gab natuerlich nach und dabei fiel die Thermosflasche um und das kochend heisse Wasser ergoss sich ueber ihren nackten Oberkoerper.  Sie schrie wie am Spiess. Ich rannte sofort zu ihr und sah wie sich die Haut ueberall abloeste und am Rande der grossflaechigen Brandwunde zusaetzlich Blasen bildete. Ich nahm Marion auf den Arm, rief nach meiner Frau und rannte zum Store mit ihr, um die Verletzung mit Eis zu kuehlen. Da es leider nur zwei Stunden jeden Abend Strom gab, war kein Eis mehr vorhanden. Es war ja schon nachmittags.</p>
<p>Elvin kam gelaufen und zerdrueckte vier oder fuenf reife Tomaten auf ihrer Brust. Eine andere Frau wollte Mehl drueber staeuben, eine dritte kam mit dem Schmalztopf gerannt. Jeder wollte helfen und als ich sagte, dass ich mit Marion nach Surigao City ins Krankenhaus will, rannte Elvin sofort zum Anlegensteg und instruierte seinen Operator das Boot fertig zu machen.</p>
<p>Meine Frau kam halb angezogen mit einer Tasche gerannt und fuenf Minuten spaeter legte das Boot ab. Marion schrie und weinte immer noch. Das Boot fuhr so schnell es ging,  Elvin, der mit gekommen war,  forderte seinen Mann auf, das letzte aus der Dieselmaschine raus zu holen. Auf halbem Weg war Marion eingeschlafen und musste Gottseidank nicht mehr leiden. Eine Stunde spaeter waren wir in Surigao angekommen. Die normale Fahrzeit lag eher bei 1  1/2 Stunden.  Vom Pier fuhren wir direkt ins Surigao Medical Center, wo sie auch sofort behandelt wurde.</p>
<p>Drei Tage spaeter durften wir dann wieder nach Hause. Fuer die naechsten fuenf Jahre war Marions Haut auf der Brust sehr fleckig mit vielen weissen Stellen. Aber im Lauf der Jahre verwuchs sich das alles. Heute kann man fast gar nicht mehr sehen und auch nur dann wenn man es weiss.</p>
<p>Aber die Hilfsbereitschaft der Filipinos dort in San Jose war ganz erste Klasse.</p>
<p><strong>Der &#8220;Unterwaeschekrieg&#8221;</strong></p>
<p>Vor drei Jahren ging Marion in das Broken Shire College hier in General Santos City. Im ersten Semester verlief alles problemlos und einfach aber dann einige Wochen in das zweite Semester hinein wurde eine neue Regel gemacht. Maedchen mussten weisse Unterwaesche tragen. Alles an bunter Unterwaesche einschliesslich gebluemter war verboten worden. Marion regte sich furchtbar auf, als sie nach Hause kam und das erzaehlte. Ich war auch sehr &#8220;angesaeuert&#8221;, sah ich doch in dieser Regel einen Eingriff in die Grundrechte des Menschen. Meine Tochter entschloss sich, die Regel zu ignorieren und meine Frau und ich bestaerkten sie darin.</p>
<p>Am naechsten Tag ging Marion wie ueblich in die Schule und kam eine Stunde spaeter nach Hause. Die Schule hielt doch in der Tat am Eingang eine &#8220;Unterwaeschekontrolle&#8221; ab. Alle Maedchen, die nicht reinweisse Unterwaesche anhatten wurden wieder nach Hause geschickt. Man sollte es nicht fuer moeglich halten.</p>
<p>Nach dem Mittagessen fuhr ich mit meiner Tochter in die Schule. Wir verlangten den Prinzipal zu sprechen, der uebrigens weiblich war. Sie hoerte sich die Beschwerde an und meinte dann kurz, dass das nun die Regel sei und solange Marion keine weisse Unterwaesche traegt, darf sie nicht in die Schule gehen. Ich sagte der Schulleiterin, dass ich mich an hoeherer Stelle beschweren werde und gegebenfalls klagen und auch die Medien informieren werde. Sie liess sich nicht beindrucken und von der Schule weg gingen wir direkt zum DECS (Department of Education, Culture and Sport &#8211; das entspricht unserem Kultusministerium) Dort brachte ich unsere Beschwerde vor und wir wurden informiert, dass sie die Schule anschreiben wuerden und deren Stellungnahme abwarten wuerden. Das duerfte etwa drei Wochen dauern. Das war uns echt zu langwierig und ich rief meinen Anwalt an. Der liess uns sofort kommen und alles erklaeren. &#8220;Ich werde heute abend noch eine einstweilige Verfuegung vorbereiten und morgen frueh als erstes vor Gericht einreichen. &#8221; Innerhalb von zwei Tagen werden wir sehen ob der Richter der Verfuegung stattgeben wird.</p>
<p>Am naechsten Tag ging Marion wie gewohnt zur Schule. Natuerlich wurde sie nach Hause geschickt. Mit ihr gingen auch ueber 50 andere Maedchen heim. Mein Anwalt rief mich gegen elf Uhr an und sagte mir, dass der Richter fuer morgen ein Hearing anberaumt hatte und Marion sollte mit zwei oder drei Schulfreundinnen kommen und aussagen.</p>
<p>Das Hearing fand puenktlich statt und bereits nach einer Stunde stellte der Richter die einstweilige Verfuegung aus. Zusammen mit dem Sheriff gingen die Kinder nun zur Schule und wurden natuerlich auf Grund der Verfuegung zum Unterricht zugelassen.</p>
<p>Aber die Schule raechte sich. Man machte meiner Tochter das Leben schwer wo es nur ging. Nach dem Abschluss des Semesters wechselte meine Tochter dann auf eine andere Schule.</p>

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		<title>Wie eine Made im Speck&#8230;.. 1. Teil</title>
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		<pubDate>Fri, 08 Jan 2010 07:10:36 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Overseas Foreign Workers (OFW) sind ja wohl definitiv ein wirtschaftliches Rueckgrat fuer die Philippinen. Sie gehen ins Ausland um dort zu arbeiten, sind jahrelang von der Familie getrennt, sehen ihre Kinder oftmals nur alle zwei Jahre fuer einen Monat, leben und arbeiten in vielen Faellen unter unwuerdigen Bedingungen und sind meist sehr einsam dort in [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Overseas Foreign Workers (OFW) sind ja wohl definitiv ein wirtschaftliches Rueckgrat fuer die Philippinen. Sie gehen ins Ausland um dort zu arbeiten, sind jahrelang von der Familie getrennt, sehen ihre Kinder oftmals nur alle zwei Jahre fuer einen Monat, leben und arbeiten in vielen Faellen unter unwuerdigen Bedingungen und sind meist sehr einsam dort in der Ferne.</p>
<p>Viele dieser OFWs sind fuer die Familie wichtige  &#8220;Geld Verdiener&#8221; und es ist oftmals so, dass die Familie in Armut versinken wuerde ohne die Hilfe dieser &#8220;anonymen Helden und Heldinnen&#8221;. Und in vielen Faellen wird die Hilfsbereitschaft dieses Familienmitglieds hemmungslos ausgenutzt.</p>
<p>Ich moechte hier von einem Fall erzaehlen, in dem die negative Seite aufgezeigt werden soll, moechte aber gleichzeitig jetzt und hier feststellen, dass die Mehrzahl der Familien wohl nicht so &#8220;gierig&#8221; sind.<span id="more-1134"></span></p>
<p>Im Dezember 1999 flog  Jay Jay Gonzales nach Dubai, da ihr von einer ehemaligen Klassenkameradin ein Job besorgt worden war. Sie sollte in einer Boutique als Verkaueferin arbeiten. Da sie gut aussah und fliessendes Englisch sprach hatte der Besitzer zugestimmt es mit ihr zu versuchen. Anfangsgehalt war 22.000 Pesos. Sicherlich nicht viel fuer Dubai aber ein kleines Vermoegen fuer die Familie, die zu Hause zurueck blieb. Das Geld sollte in erster Linie dazu verwendet werden um die Geschwister studieren zu lassen. Nach einem Monat Arbeit begann Jay Jay Geld nach Hause zu schicken. Jeden Monat gab es 15.000 Pesos fuer die Schule der Geschwister und am Anfang klappte das auch ganz gut fuer einige Monate. Dann entschieden die Eltern allerdings, dass sie sich wohl auch einige Annehmlichkeiten verdient haetten und sie begannen das Geld anderweitig auszugeben. Da wurden einige Sachen gekauft wie ein neuer Fernseher, eine Karaoke und fast jeden Abend floss der Tanduay in Stroemen. Fuer die Geschwister hiess das einmal mehr eine schulische Auszeit zu nehmen. Der Familienvater hatte eh Zeit seines Lebens nie etwas vernuenftiges gearbeitet, und die Mutter hatte durch waschen und putzen das Geld verdient, das natuerlich hinten und vorne nie gereicht hatte. Durch borgen bekamm man gelegentlich etwas Geld fuer die Schule zusammen. Die Schule der Aeltesten, die nun in Dubai schuftete war von einer Verwandten bezahlt worden, die mit einem Amerikaner verheiratet war.</p>
<p>Die Geschwister, die gehofft hatten endlich ihre Ausbildung machen zu koennen, wendeten sich an die &#8220;grosse Schwester&#8221; und klagten ihr Leid. Diese widerum fragte die Eltern, die natuerlich alles verneinten und von &#8220;Notfaellen&#8221; erzaehlten, fuer die das Geld verwendet worden war. (Kommt das nicht einigen Lesern bekannt vor?) Das Maedel glaubte ihren Eltern, als diese versicherten, dass die &#8220;Notfaelle&#8221; ja vorbei seien und das Geld wieder der eigentlichen Bestimmung zufliessen wuerde und schickte weiterhin jeden Monat 15000 Pesos.</p>
<p>Im Januar 2002 kam Jay Jay zum ersten mal auf Urlaub nach Hause. Auf dem Flughafen in Cagayan de Oro wurde sie von der gesamten Familie abgeholt und als erste &#8220;Amthandlung&#8221; uebergab die Tochter der Mutter ihr gesamtes Gespartes in Hoehe von knapp 80000 Pesos mit der Auflage, davon ein kleines Geschaeft aufzubauen. Ihre Geschwister erzahlten ihr aber am Abend, dass sie statt 4 Semester weiter zu sein gerade einmal ein Semster fertig hatten und fuer das andere habe das Geld nie gereicht. Jay Jay besuchte uns in Bulua und klagte ihr Leid und fragte was sie tun koenne. Wir rieten ihr mit den zwei Schulen, die ihre Geschwister besuchten, zu reden und die Zahlungen direkt an die Schule zu machen. Fuer das Taschengeld und fuer die Projekte sollte sie den Geschwistern ein Konto einrichten und das Geld dort einzahlen, das diese dann mittels ATM Karte abheben konnten. Was sie dann noch den Eltern schicken wollte oder koennte, bliebe dann ihr ueberlassen. Jay Jay arrangierte alles nach diesem Vorschlag und flog einen Monat spaeter wieder nach Dubai zurueck. Dort sollte sie nun in der gleichen Boutique den Job der Kassiererin uebernehmen, da ihr Boss sie schaetzte und ihr vertraute. Ihr Gehalt stieg auf 45000 Pesos und zum ersten mal floss nicht alles auf die Philippinen zurueck. Die Schule wurde nun immer gleich pro Semester von Jay Jay im voraus bezahlt, die Geschwister hatten ihr Taschengeld und Geld fuer Schulprojekte, aber die Eltern bekamen nur noch 5000 Pesos pro Monat. Den Rest sollten sie sich mit Hilfe des kleinen Geschaeftes selbst dazu verdienen, schliesslich waren die beiden erst in den fruehen Fuenzigern. Nur war das Geld schon laengst ausgegeben worden und die Eltern waren sehr veraergert. Man machte nun Druck auf die zurueck gebliebenen Geschwister, dass die zumindest Teile ihres Taschengeldes ablieferten. Man musste etwas sparsamer leben, aber es wurde bereits ein Plan entwickelt, wie man das alles aendern koenne, damit man spaeter ein wirklich gutes Leben haben koennte.</p>
<p>Es vergingen drei Jahre bevor  Jay Jay wieder nach Hause kam. Ihre Schwester war mit dem Studium fertig geworden und die anderen drei naeherten sich dem Ende. Sie war gluecklich, dass es dieses mal geklappt hatte, aber die Eltern machten ihr bittere Vorwuerfe, dass sie nicht genug haetten und dieses Leben als Eltern einer OFW ein unwuerdiges sei. Das mit dem Geschaeft habe ja nur deswegen nicht geklappt, weil wieder medizinische &#8220;Notfaelle&#8221; anstanden und man Krankenhaus und Medikamente benoetigte.  Jay Jay war leider so vertrauenswuerdig und uebergab einmal mehr der Mutter das ganze Ersparte, das diesemal mehr als doppelt so viel war. Sie erteilte aber die Auflage, da sie ja vier Monate bleiben wolle, 20000 Pesos fuer ein Ticket nach Dubai aufzubewahren. Die Mutter versprach ihr gleich morgen ein Konto zu eroeffnen und die 20k dort zu deponieren, damit ihr Rueckflug gesichert sei. Das wurde auch gemacht und Jay Jay verliess Cagayan um nach Dinagat zu fahren, weil sei auch all die andere Verwandtschaft besuchen wollte. Wir lebten mittlerweile bereits in General Santos und sie kam auch fuer einen Monat auf Besuch zu uns.</p>
<p>Die Zeit verging wie im Flug und der Abreisetermin fuer Jay Jay naeherte sich. Ihre Eltern wollten sie nun fuer ihren Plan erwaermen und trafen Vorbereitungen um das Maedel in gute Laune zu versetzen.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Wie eine Made im Speck….. 2. Teil</title>
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		<pubDate>Thu, 07 Jan 2010 07:11:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Aber bevor sich die Eltern bei Jay Jay &#8220;beliebt&#8221; machen konnten, mussten sie sie erst mal kraeftig veraergern, denn sie hatten &#8211; oder wisst ihr es alle schon &#8211; die 20000 Pesos fuer den Rueckflug von Jay Jay verbraten. Und das musste nun zuerst eingestanden werden.  Und so gestanden sie,   ganz wie arme  Suender im japanischen Stil mit Sumimasen ohne Ende. Jay Jay war zwar sauer, aber bei sovielen Bitten um Vergebung konnte sie nicht laenger ueber die Eltern  veraergert sein und sie vergab, hatte sie ja schliesslich als Tochter sowieso &#8220;lebenslangen <a href="http://www.phil-life.net/2009/10/13/begriffserklaerungen/" target="_self">Utang na Loob</a>&#8221; und konnte deswegen nicht anders.</p>
<p>Am darauf folgenden Tag bereiteten die Eltern ein nettes Dinner vor mit einigen engen Verwandten und Freunden um ihren Plan, sich den Lebensunterhalt zu sichern weiter zu verfolgen und zur Durchfuehrungsreife zu bringen. Nach dem Dinner und einigem Trinken mit dem ueblichen Karaoke Gesang, der bei eingen mit zusaetzlichem Tanduay Genuss immer schauerlicher wurde, kam man dann zur Sache:<span id="more-1142"></span> &#8220;Jay Jay, wie waere es denn, wenn du deiner Schwester einen Job in Dubai besorgen wuerde, dann wuerdet ihr beide verdienen und uns allen hier wuerde es wieder etwas besser gehen?&#8221; &#8220;Hmmm,&#8221; meinte Jay Jay, &#8220;das sollte schon gehen, aber zuerst muss ich Geld auftreiben fuer den Flug.&#8221; Sie hatte naemlich ihre alte Stelle gekuendigt, da ihr die nationale Telefongesellschaft von Duabai einen sehr gut bezahlten Job angeboten hatte und nur deshalb konnte sie dieses mal laenger bleiben, musste aber vor Ablauf von sechs Monaten wieder in Dubai sein, da sonst ihr Visum verfallen waere.</p>
<p>Also kam Jay Jay noch einmal nach General Santos um sich von uns das Geld zu leihen. Ich verneinte ihr Bares zu geben, denn falls die Eltern ihre Griffel dran kriegten, waere es weg gewesen und schlug ihr vor, das Ticket direkt zu kaufen. Sie stimmte zu und am naechsten Tag besorgten wir das Ticket. Zu Jay Jays Ehrenrettung muss ich hier sagen, dass sie zwei Monate spaeter alles zurueck zahlte.</p>
<p>Jay Jay flog dann einige Tage spaeter nach Dubai und es dauerte etwa 3 Monate, bis ihre Schwester nachkommen konnte um auch dort zu arbeiten. Sie uebernahm den alten Job von Jay Jay. Nun hatten die Eltern zwei Eisen im Feuer und das zahlte sich aus, hatten sie doch nun auch das Einkommen von Dolly. Und die Schule fuer die anderen drei wurde auch bezahlt. So liess sich das schon leben.</p>
<p>Es kam wie es kommen musste; neun Monate spaeter folgte der dritte nach Dubai, weitere zwei Monate spaeter der vierte und ein Jahr darauf der letzte. So liess es sich leben und mit diesem Einkommen wurde nun natuerlich ein Grundstueck in Cagayan gekauft und bald darauf begann der Bau eines eigenen Hauses. Es ist schon toll wie die OFWs die Wirtschaft ankurbeln und die zurueck gebliebenen Familien begluecken.</p>
<p>Ein halbes Jahr spaeter lebte man bereits im eigenem Haus und fuehlte sich &#8220;sauwohl&#8221;. Dass die Kinder in der Ferne schufteten und sich aufopferten war nicht so wichtig. Als naechstes folgte ein Auto &#8211; natuerlich auf Raten gekauft &#8211; und man war jemand in der Gemeinde geworden. Ploetzlich hatte man sehr viele Freunde, entfernte Verwandte von der Insel kamen auch in die Stadt, weil ein jeder ja etwas vom grossen Kuchen abhaben will. Bei zirka 100.000 Pesos, die jeden Monat geschickt wurden, ist das ja auch ein ganz schoen grosser Kuchen. Und so lebte die Familie wie die Maden im Speck. Die Rechnung war aufgegangen.</p>
<p>War sie das wirklich? Natuerlich kam immer wieder einer der fuenf auf Urlaub und berichtete nach der Rueckkehr  vom ausschweifenden Leben der Eltern auf den Philippinen. Die Phantasie kam dazu und die Kinder dachten sich, das ist zuviel was wir schicken. Wir sollten doch endlich mal auch fuer uns sparen und auf den Philippinen ein Business aufmachen. Also wunderten sich die Eltern beim naechsten mal, denn es kamen nur 30000 Pesos an. Das war natuerlich nicht genug um alle Raten zu zahlen und das Protestgeheul der Eltern konnte man bis Dubai hoeren. Ihnen wurde vorgehalten, dass sie ja Utang na Loob haetten und das nicht bringen koennten, dass die Eltern nun alles verlieren wuerden. Man stimmte ab und einigte sich das Haus direkt weiter an die Bank zu zahlen, aber nicht das Auto. So wurde dieses einige Monate spaeter von der Bank wieder abgeholt. Oh wie war das peinlich, die schadenfrohen Blicke der Nachbarn sagten alles. Aber sie wussten ja, dass ein Geschaeft aufgebaut werden soll und da sie hier waren und die Kinder dort, wuerden sie das Geschaeft leiten und alles ginge weiter wie zuvor. Man musste sich nur etwas gedulden bis die lieben Kinderlein genug gespart hatten.</p>
<p>Ein gutes Jahr spaeter war es soweit. Drei der fuenf Geschwister kamen zusammen nach Hause. Sie hatten sich zwei Monate Urlaub genommen um ihr Projekt &#8220;anzuleiern&#8221;. Sie wollten professionelle Money Lender werden, nicht <a href="http://www.phil-life.net/2009/10/13/begriffserklaerungen/" target="_self">fuenf/sechs</a> wie es von vielen Indern betrieben wurde, sondern eben richtig mit Sicherheiten und wie sich das gehoert. Ein Anwalt half ihnen beim Aufbau der Firma und erledigte die Aufteilung der Firma mit der Security und Exchange Commission. Die Eltern wurden nicht Teilhaber, aber sie sollten das Geschaeft in Abwesenheit der fleissig arbeitenden Kinder fuehren. Der nun sichtbare warme Regen liess die Eltern so richtig wohlig ums Herz fuehlen. Ach die lieben Kinderchen sorgen so gut fuer uns. Zehn haetten wir haben sollen nicht nur fuenf, dachten sie sich.Und das Startkapital konnte sich schon sehen lassen: 1,5 Millionen Pesos und mehr sollte folgen. Das Leben kann so schoen sein.</p>
<p>Die Firma wurde eroeffnet und nach ein paar Wochen reisten die Kinder zurueck nach Dubai. Sie mussten ja weiter Kohle ranschaffen, damit die Eltern leben konnten.</p>
<p>Fortsetzung folgt</p>

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		<title>Wie eine Made im Speck….. 3. Teil</title>
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		<pubDate>Wed, 06 Jan 2010 10:33:32 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[So vergingen die Monate mit dem neuen Geschaeft und die Kinder erhoehten das Kapital um weiter 800.000 Pesos auf insgesamt 2,3 Millionen. Zusaetzliche 700.000 Pesos wurden in eine grosse Piggery (Schweinezucht) auf Dinagat investiert und die Berichte der Eltern waren sehr positiv. Das Geschaeft bluehe an beiden Enden und die Gewinne wuerden regelmaessig wieder investiert. [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>So vergingen die Monate mit dem neuen Geschaeft und die Kinder erhoehten das Kapital um weiter 800.000 Pesos auf insgesamt 2,3 Millionen. Zusaetzliche 700.000 Pesos wurden in eine grosse Piggery (Schweinezucht) auf Dinagat investiert und die Berichte der Eltern waren sehr positiv. Das Geschaeft bluehe an beiden Enden und die Gewinne wuerden regelmaessig wieder investiert. Fuer sich selbst wuerden sie nur die 30.000 Pesos monatlich entnehmen, die ausgemacht waren.</p>
<p>Im Augsut 2009, die Gehaelter von allen Geschwistern waren wegen der internationalen Wirtschaftskrise gekuerzt worden, bekam meine Frau einen Anruf von Jay Jay. Sie war sehr bedrueckt und wollte dass Inday mit einem Steuerpruefer die beiden Firmen aus checkt. Jay Jay hatte wohl eine anonyme Nachricht bekommen, dass die Firmen mehr oder weniger kurz vor der Pleite stuenden. Wir berieten uns und ich sprach mit Anny unsere Steuerberaterin. <span id="more-1156"></span>Die gab uns einen Namen und Adresse samt Telefonnummer in Cagayan und wir informierten uns ueber das Telefon und erzaehlten von den Bedenken von Jay Jay. Man machte ein Treffen aus und meine Frau fuhr nach Cagayan. Dort ging sie zusammen mit der Steuerberaterin und einer Power auf Attorney, die Jay Jay geschickt hatte und die von allen Geschwistern unterschrieben worden war zum Haus der Eltern. Das Gezeter war riesengross, als die Eltern hoerten, warum die beiden gekommen waren. Sie verweigerten die Pruefung und die Steuerberaterin beschwerte sich beim Barangay Captain, der wiederum die Eltern vorladen liess. Nach langen Verhandlungen sahen die Eltern ein, dass das wohl das gute Recht der Kinder war, nachdem die Firmen ja unter deren Namen als Corporation bei der SEC  (Security and Exchange Comission) eingetragen war.</p>
<p>Die Pruefung begann und schon am ersten Tag zeigten sich massive Geldverleihe ohne Sicherheiten an Leute, die scheinbar nicht exisitierten.  Der naechste Schritt war nun die Existenz aller Kunden zu checken, wobei die Kunden mit kleineren Summen existierten und die anderen Friedhofsadressen waren. Einige Tage spaeter war die Pruefung beendet und der Nettowert der Verleihfirma betrug gerade mal 238.000 Pesos, wovon 90% noch zu kassieren waren und der Rest auf dem Konto lag. Nicht viel von einem Gesamtkapital von 2,3 Millionen, von Zinseinkuenften mal ganz zu schweigen.</p>
<p>Danach fuhren die beiden nach Dinagat um dort nach der Schweinezucht zu schauen. Als sie in Nazareth angekommen waren, bekamen sie einen Schrecken. Die sogenannte Schweinezucht war nicht anderes als eine &#8220;Back Yard Operation&#8221; mit einigen Staellen aus Bambus ueber dem Meer, einem Eber, fuenf Mutterschweinen und 11 Ferkeln in einem Gesamtwert von vielleicht 90.000 Pesos.</p>
<p>Danach fuhren meine Frau und die Steuerberaterin zurueck nach Cagayan wo die beiden nochmal die Eltern aufsuchten und fragten, was mit dem ganzen Unternehmen passiert sei und wo die ganzen fehlenden Gelder hin gekommen seien. Die Ausreden der Eltern waren ebenso voluminoes wie mannigfaltig und absurd, aber offensichtlich von vorne bis hinten gelogen. Die Steuerberaterin machte einen Bericht und meine Frau fuhr nach Hause zurueck. Von hier rief sie Jay Jay an um zu erzaehlen, was sie raus gefunden hatte.  Jay Jay war natuerlich zutiefst betroffen und weinte. Fast das  ganze Geld war weg. Wir faxten danach noch den Bericht nach Dubai und unterhielten uns natuerlich ueber die diebischen Eltern. Meine Kinder regten sich furchtbar auf, wie Eltern das ihren Kindern antun konnten.</p>
<p>Zwei Wochen spaeter kam von DHL ein Brief mit Vollmacht an meine Frau. Sie sollte  das Haus zu verkaufen, und das Geld auf ein neues, noch zu eroeffnendes Konto, einzahlen wenn es verkauft ist. Da der Preis vernuenftig angesetzt war fand sich auch schnell ein Kaeufer, der die Bank bezahlte und den Rest meiner Frau uebergab, die diesen auf besagtes Konto einzahlte, das Jay Jay hatte einrichten lassen, da ihre beste Freundin gerade auf den Philippinen weilte und das fuer sie uebernahm.</p>
<p>Die Eltern schimpften wie die Rohrspatzen, als sie ausziehen mussten und verfluchten ihre Kinder, wie die so etwas tun konnten,, hatten sie doch immer alles fuer ihre Kinder gegeben und sich ihr Leben lang aufgeopfert.</p>
<p>Vorbei war das fette Leben und die Eltern waren nun voellig auf sich selbst gestellt, denn von den Kindern gab es nichts mehr, nicht einmal das Schwarze unter dem Fingernagel. Die Beiden leben nun in einer kleinen Huette in der Naehe von Cagayan und fristen ihr Leben mehr schlecht als recht. Von den Kindern haben sie seitdem nichts mehr gehoert.</p>
<p>Jay Jay und einer ihrer Brueder haben uns im Dezember 2009 besucht und erzaehlt, dass die Idee eines Geschaeftes auf den Philippinen weiter lebt, aber man wolle die naechsten zehn Jahre in Dubai bleiben und fleissig sparen, um das noetige Kapital zu bekommen und was immer das Geschaeft  werden sollte, sie wuerden es nach ihrer Rueckkehr aus Dubai gemeinsam betreiben. Vertrauen koennten sie in Geldangelegenheiten der Familie nicht mehr.</p>
<p>Ob sich das Verhaeltnis zu den Eltern jemals bessern wuerde bezweiflte sie zwar, lies aber eine moegliche Versoehnung offen. Allerdings wuerde es nie mehr auch nur einen Centavo fuer die Eltern geben.</p>
<p>The End</p>

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		<title>Alicia &#8211; Bohol</title>
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		<pubDate>Wed, 07 Oct 2009 06:47:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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			<content:encoded><![CDATA[<p>Im Osten von Bohol findet man eine kleine Town namens Alicia in einer wunderschoenen Landschaft gelegen. Einmal mehr taucht dieses Staedtchen in keinem Reisefuehrer auf.  Entweder ist der Ort zu abgelegen oder hat einfach zu wenig Interessantes fuer den Tourismus.  Oder dieses schoene Plaetzchen ist einfach noch nicht &#8220;entdeckt&#8221;. Dabei hat dieser kleine Ort eine Geschichte, die ihresgleichen sucht auf den Philippinen.  Zudem ist die Umgebung aeusserst reizvoll und viele Sehenswuerdigkeiten sind von Alicia aus in kurzer Zeit erreichbar.<span id="more-134"></span>Mit 21500 Einwohner ist Alicia ein verschlafenes grosses &#8220;Dorf&#8217;, das zudem zu den armen Municipalities zu zaehlen ist. Ueber 1000 Kinder werden vom DSWD (philippinisches Sozialamt) als unterernaehrt bezeichent. Das Einkommen der Bevoelkerung kommt ueberwiegend aus der Landwirtschaft.  Aber Alicia hat auch schon Einzug in die moderne Zeit gehalten und darf fuer seine solar gespeisten Strassenlampen durchaus als oekologisches Beispiel gelten.</p>
<p>Aber wie am Anfang erwaehnt hat Alicia eine turbuente und sehr interessante Geschichte, die den meisten Filipinos unbekannt ist. Der bekannte Rebell Francisco Dagohoy fuehrte die laengste Rebellion gegen die Spanier von 1744 &#8211; 1829 auf Bohol an und ist fuer die Boholanos natuerlich ein Nationalheld. 1829 gaben die Anhaenger von Dagohoy auf und sie wurden an einen Ort im Osten Bohols gebracht und dort wurde die Town Batuanan gegruendet, die fortan die Heimat der ehemaligen Dagohoy Rebellen sein sollte. Der Name des neuen Ortes wurde vom gleichnamigen Baum entliehen.  1981 ehemalige Rebellen liessen sich gemaess eines Reports vom 31. August 1829 anfaenglich in dem neuen Ort nieder.  Allerdings wurde nie eine Parish Kirche in Batuanan etabliert, da die katholische Kirche glaubte, dass Rebellen sowieso gottlos seien. Ende 1829 war die Anzahl der Bewohner auf 6266 Personen angestiegen. Batuanan war am Ufer des Napa Flusses gelegen und Malaria infizierte Muecken reduzierten die Bevoelkerung im Lauf der Jahre.  Da das Land auch nicht fruchtbar war, wollte sich auch nach Jahren kein Priester dort ansiedeln. Ohne die Unterstuetzung der Kirche, wurden Schulen vernachlaessigt und die Einwohner wurden zu Analphabeten.  Zudem griff mehr und mehr Gesetzlosigkeit um sich.  1856 zerstoerte ein Taifun die Gemeindehalle und andere oeffentliche Gebauede, die danach auch nicht mehr aufgebaut wurden.  Seit 1879 konnte Batuanan keine Steuern mehr bezahlen. Zudem wurde die Gegend beruechtigt fuer Viehdiebstahl und Boholanos vermieden dort durchzureisen.  Am 9. September 1879 wurde das Staedtchen &#8211; nach einem Beschluss des Gouverneurs von Bohol &#8211; offiziell aufgegeben und war nun nur noch ein Barangay von Candijay.  Da Batuanan aber doch relativ weit von Candijay entfernt war, aenderte sich im Prinzip nichts.  Die alten Town Officials hatten dort nach wie vor das  Sagen.  Fuer lange Zeit existierte Batuanan als Town in einer Town und das aenderte sich auch nicht gleich nach der amerikanischen Machtuebernahme.   1903 aenderte sich der Status wieder einmal und diesesmal wurde Batuanan ein Barrio der Gemeinde Mabini.  Schulen wurden etabliert und das Leben ging aufwaerts in dem Ort, der heute als Alicia bekannt ist. Am 16. September 1949 unterzeichnete Praesident Quirino Executive Order 265 und etablierte die Municipality of Alicia, Bohol.  Die Einwohner Alicias sind zumeist direkte Nachkommen von Rebellen unter Francisco Dagohoy und sie sind stolz darauf.</p>
<p>Heute hat sich nicht allzuviel geaendert in Alicia. Die Menschen sind meist arm, der Tourismus wird die Town trotz aller Naturschoenheiten wohl auch nicht in naechster Zeit entdecken und eine Aenderung ist nicht absehbar.  Ein Besuch von Alicia und Umgebung lohnt sich alleine wegen der schoenen Landschaft und des fast unveraenderten Lebens dort in der Gegend.</p>
<p>Zu den Fotos <a href="http://www.phil-life.net/galerie/?album=6&amp;gallery=13">hier klicken</a></p>
<p>Karte vom oestlichen Bohol</p>
<p><img class="alignleft size-full wp-image-161" title="bohol1" src="http://www.phil-life.net/wp-content/uploads/2009/10/bohol1.jpg" alt="bohol1" width="537" height="450" /></p>

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