01.September.2010

Das Verfahren gegen Andal Ampatuan Jr. beginnt


von Kai | Kategorie Nachrichten

Es ist soweit! Das Verfahren gegen Andal Ampatuan beginnt heute. Ampatuan ist der Hauptangeklagte wegen des Mindanao Massakers im November 2009, bei dem 57 Menschen ermordet wurden, unter ihnen auch 30 Journalisten.

Das Massaker machte weltweite Schlagzeilen und bewies der Welt, dass die philippinische Demokratie noch lange nicht von allen Politikern als solche akzeptiert wird.

Andal Ampatuan Jr. gilt als der grosse Drahtzieher hinter den Kulissen. Das Verfahren gegen die 56 anderen Angeklagten haengt noch in der Luft, da deren Anwalt Antraege auf Freilassung gegen Kaution laufen hat.

Erwaehnenswert ist hier noch, dass der Ampatuan Klan alle Wahlpositionen im vergangenen Mai gewonnnen hat, bei denen Ampatuans als Kandidaten aufgestellt worden waren. Die Furcht vor Vergeltung hat die Menschen der Region wohl “gezwungen” fuer diese mutmasslichen Massenmoerder zu stimmen.

PS: Bedauerlicherweise wurde das Verfahren auf Grund eines Antrages des Verteidgers auf naechste Woche verschoben.

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30.August.2010

Otto und Arno


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Wo und wie genau Otto und Arno sich kennen gelernt haben ist mir eigentlich nicht so klar, ausser dass es in Malaybalay gewesen sein muss. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Arno bei einem Filipino am noerdlichen Ortsausgang von Malaybalay fuer kurze Zeit gewohnt hatte und ich von dort eine SMS bekam, dass ihn angeblich die Tochter eines bekannten Parlametarier aus einer Moslemprovinz besucht hatte, auf die er schon lange “gesponnen” hatte. Wobei es bei ihm nie so klar war was Wahrheit oder einfach nur “Story” war. Einige Tage spaeter bekam ich dann eine SMS, dass er sich mit Otto zusammengetan hatte und ich warnte ihn vor diesem Schmarotzer, da ich den ja nur allzugut kannte.

So zogen die beiden also los von Malaybalay, da seine damalige Freundin mit der er auch ein Kind hatte nichts mehr von ihm wissen wollte, weil er eben auch schon mal gewalttaetig werden konnte, insbesondere wenn Alkohol im Spiel war. Durch die Text Messages die er mir regelmaessig schickte, schien es den beiden nur ums Saufen und um Maedels zu gehen, was mir aber bei Otto nichts neues war. (weiterlesen…)

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19.August.2010

Minny 4. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Wir pflanzten auch fuer das Cebu Midtown Hotel Senf und Gartenkresse in Styroporbehaeltern mit Deckel zum Transportieren und der Chefkoch dort, ein Oesterreicher, hatte eine Dauerbestellung von 200 Boxen woechentlich in zwei Lieferungen. Wie ueblich bereiteten wir unsere Lieferung vor, mussten aber dieses Mal mit dem Truck liefern, da die Jeepneys alle ausgebucht waren. Das ist immer sehr viel riskanter, da unterwegs noch viel zugeladen wird, und die Trucks manchmal zu spaet ankamen. Das Schiff fuhr gewoehnlich um sieben Uhr abends ab und wir mussten dann schon gegen sechs die Kartons Bebot zum laden uebergeben.

Nachdem wir geladen hatten fuhr der Truck los und ich mit dem naechsten Bus hinterher. Bereits in Alanib ueberholten wir den LKW. Gegen vier Uhr kam ich in Cagayan an und ich informierte Bebot, dass wir Gemuese fuer Cebu haben. Und dann wartete ich auf den Truck, der gegen 6.30 endlich eintrudelte. Bebot wartete auch auf die Ware, aber der Truck verweigerte das Abladen. Sie wollen erst zu abend essen. (weiterlesen…)

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17.August.2010

Minny 3. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Zwei Tage spaeter machte das NBI eine Aussage demzufolge man den Analysen von privaten Labors nicht trauen duerfe, da sie gekauft seien, und nur ihre Analyse  Gueltigkeit habe. Die Aussage, dass Obst und Gemuese natuerlich Formaldehyd enthielten sei “Schmarrn”, und der Standard der WHO sei “null parts per billion”.

Nun standen wir da und hatten trotz der Reise nach Manila und der hohen Kosten fuer die Analysen nichts erreicht. Unsere Kunden weigerten sich nach wie vor Gemuese abzunehmen, und der Schaden fuer die Farmer und Haendler ging bereits in die Millionen. Etliche Farmer beschlossen,  ihre Ernten verfaulen zu lassen. Viele noch nicht erntereife Felder wurden vernachlaessigt, da keiner investieren wollte, da man nicht wusste, wenn der Zirkus vorbei sei. Das NBI wollte um jeden Preis recht haben. (weiterlesen…)

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16.August.2010

Minny 2. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Im July 1994 erschien ein Artikel in der Zeitung, dass Gemuese aus verschiedenen Gebieten Luzons mit Formalin behandelt worden  sei, um die Lagerdauer zu verlaengern. Dieses Gemuese stammte in erster Linie aus Nueva Vizcaya und Nueva Ecija. Einige Tage spaeter verschaerfte sich die Situation mit Berichten, dass auch Gemuese aus Bataan mit Formalin behandelt worden sei. Im naechsten Artikel war dann zu lesen, dass das Gemuese aus den Kordilleren ebenfalls belastet sei. Das liess die “Formalinpanik” auch auf die Visayas und Mindanao uebergreifen und Verkaeufe fielen in den Keller. Man konnte es aber den Kunden nicht uebel nehmen, da Formalin in erster Linie bekannt war um Leichen “haltbar” zu machen.

Auch unsere Bestellungen gingen drastisch zurueck. In Agora kochten die Geruechte und es wurde geraetselt, welche Farmer und Haendler wohl Formalin verwenden wuerden. (weiterlesen…)

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14.August.2010

Minny 1. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Im Jahre 1991  hatten wir ja mit unserer Farm begonnen. Wer naeheres wissen will kann es hier nach lesen. Natuerlich benoetigten wir auch eine Bodega in Agora, wo wir unser Gemuese lagern konnten und wo wir alles fuer die Auslieferung vorbereiten konnten. Ich war damals im Maerz in Agora gewesen und hatte mich mit verschiedenen Haendlern und Bodegainhabern unterhalten und mich am Ende fuer Ronny entschieden, da sie den ehrlichsten und auch interessiertesten Eindruck machte.

Als unsere Lieferungen dann begannen, waren wir auch regelmaessig in Agora. Dort ging es sehr geschaeftig zu und in kurzer Zeit lernten wir all die anderen Bodegabesitzer kennen. Einige schaetzte man sehr, andere waren weniger interessant und so entwickelten sich Beziehungen zu den einzelnen Leuten. (weiterlesen…)

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11.August.2010

Ein Mitglied einer “hoch angesehenen Familie”


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Jeder kennt die  “angesehene Familie” spaetestens seit dem Maguindanao Massaker am 23.  November 2009. Dort sollen sie angeblich 57 Menschen auf grausamste Art und Weise ermordet haben, darunter auch 34 Journalisten und ansonsten andere politische Opponenten und eben auch fuenf “Passanten”, die zur falschen Zeit am falschen Ort waren. Ich selbst hatte im September 1989 das zweifelhafte “Vergnuegen” eines ihrer Familienmitglieder kennen zu lernen.

Wie der geneigte Leser dieses Blogs mittlerweile weiss, waren wir zu der Zeit im Chormerzgeschaeft gewesen und hatten auch recht ordentlich verdient dabei. Wir haben unser Erz nicht nur mit LCTs geliefert, sondern auch mit groesseren Pumpboats, die zwischen 20 und 40 Tonnen laden konnten. Eines Tages, als wir gerade mit dem Ausladen fertig waren – der Lagerplatz der Firma Horizon war in Cugman, Cagayan de Oro – tauchten zwei Maenner in Militaeruniform auf. (weiterlesen…)

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10.August.2010

“Schutzengel” Geschichten


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Man sagt ja im allgemeinen, dass Kinder einen Schutzengel haben und oftmals aus eigentlich toedlichen erscheinenden Situationen lebend heraus kommen. Meine Kinder bildeten da keine Ausnahme und hatten so ihren Anteil an Situationen, bei denen mir fast das Herz stehen blieb. Im nachhinein wundere ich mich immer, wie  so etwas ueberhaupt ueberlebt werden kann und ob Kinder nicht wirklich “Schutzengel” haben.

Hier moechte ich nun einige “Schutzengel” Geschichten von meinen Kindern erzaehlen:

Manny als “Supermann”

An einem Samstag Morgen im Oktober 1982 waren wir alle sehr beschaeftigt in unserer Farm um die Auslieferung nach Cagayan vorzubereiten. Im Hof waren mindestens 20 Menschen, die Gemuese wuschen, putzten, in Zeitungspapier einwickelten und in Koerbe verpackten. (weiterlesen…)

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03.August.2010

Ponyong in Bel-at 4. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Alle Erklaerungen, dass wir dringend zu einem Verletzten mussten halfen nichts, der Polizeichef bestand darauf und unterstrich seinen Anspruch durch wiederholtes Klopfen auf seine Pistole. Also marschierten wir zum Mayor. Dort geschah das gleiche wie sonst, der Mayor bruellte los was mir denn einfiele noch immer hier zu sein, ich haette schon laengst die Mine auf ihn ueberschreiben sollen. Ich wollte mir das einfach nicht mehr antun und drehte mich um und ging. Er befahl seinem Polizeichef mich festzuhalten, wobei ich mich umdrehte und sagte, dass wir sofort Klage einreichen wuerden wegen “illegal Detention”. Nun kam er erst in Fahrt und drohte zum erstenmal ganz offen,  dass ich wohl bald Haifutter werden wuerde, wenn ich nicht von hier verschwinden wuerde. Nun ich bin ja nicht aufs Kopferl gefallen und hatte mir in weiser Voraussicht ein Diktaphon beim letzten Besuch in Surigao gekauft, das natuerlich die ganze Zeit lief. Das zog ich nun aus der Tasche und winkte damit, wobei ich gleichzeitig meinte, dass ich ja nun alle Beweise haette um ihn aus dem Verkehr zu ziehen. Zum ersten Mal sah ich ihn sprachlos. (Aber leider war der Beweis voellig nutzlos, da die Aufnahme ohne sein Wissen gemacht wurde. So erklaerte es zumindest mein Anwalt.) (weiterlesen…)

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02.August.2010

Ponyong in Bel-at 3. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Ich bekam wohl den Schreck meines Lebens als Ponyong ueber die Kante des Pfades rutschte und in die Tiefe  fiel. Sein Schrei gellt heute noch in meinen Ohren, wenn ich daran denke.

Vorsichtig liess ich mich auf die Knie nieder, und schaute hinunter in die Schlucht. Etwa zehn Meter unter mir wuchs ein knorriger kurzer etwa zwei Meter grosser Baum, der an der Spitze abgebrochen war. Die Schlaufe von Ponyongs Umhaengetasche hatte sich dort verfangen und beide Arme fest um die Tasche gepresst hing Ponyong ueber dem Abgrund. Eine falsche Bewegung konnte die Schlaufe zum abrutschen bringen.

“Bist du ok?” rief ich hinunter.

“Ja soweit schon, aber ich weiss nicht wie lange ich mich halten kann” kam es zurueck. (weiterlesen…)

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