15.Oktober.2011

Juergen 2. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Nach meinem Abgang von Juergens Haus brachte der naechste Tag eine dramatische Entwicklung. Juergen tauchte naemlich hinten an meinem Haus auf  (Die Haeuser standen ja “Ruecken an Ruecken”) und begann zu schreien, wobei er  uebelste Schimpfwoerter aller Art benutzte. Auf seine Kenntnisse von Schimpfwoertern koennte sogar ein Bierkutscher neidisch werden. Ich war stinksauer und als er bruellte, dass er mich “hie” macht, riss bei mir der Faden und ich rannte los zu seinem Haus um ihm den “Garaus” zu machen. Meine Frau und zwei Freunde, die auf Besuch da waren, hielten mich mit Gewalt zurueck. Ich war dermassen veraergert, dass ich ihn verpruegelt haette, wenn ich nicht zurueck gehalten worden waere. Spaeter sagte ich mir, was solls, der alte Saeufer hat eh kein Hirn mehr. (weiterlesen…)

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09.Oktober.2011

Juergen 1. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Irgendwann so um 1992 herum traf ich Juergen im Shakeys in Ororama in Cagayan de Oro. Die Begegnung war nichts besonderes – wir unterhielten uns ein wenig – und so entfiel sie mir recht schnell. Aber Juergen gehoert zu den Expats, die in dein Leben “kriechen” ob man will oder nicht.

Nach einigen Wochen bestellte mir Macrena, die Einkaeuferin und Leiterin vom Wet Market in Ororama schoene Gruesse und Juergen sei besonders gluecklich, da wir ja nun auch frischen Spinat liefern wuerden. Fuer die, die es nicht wissen, wir hatten damals eine Gemuesefarm in Bukidnon. Ich registrierte die Gruesse, aber dachte nicht weiter drueber nach.

Ein paar Wochen spaeter sah ich ihn wieder im Shakeys. Wir unterhielten uns nur kurz, da ich wenig Zeit hatte. Solche gelegentlichen Begegnungen im Shakeys waren fast unvermeidbar, da ich dort immer wartete, bis um zwei Uhr das Buero oeffnete, wo ich meine Lieferungen kassierte. Juergen erzaehlte mir, dass er in Damilag in Bukidnon ein Haus hatte und sich dort mit einem Nachbarn herumaergerte, (weiterlesen…)

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29.Oktober.2010

Letzte Begegnung mit Otto


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Etwa drei Monate nachdem Otto aus Cagayan verschwunden war, besuchte mich Tobias, ein Oesterreicher, der in Bukidnon eine Farm hatte und haenderingend nach einem Expat suchte, der die Aufsicht uebernehmen koennte. Und er fragte nach Otto, da der ja Erfahrung im Gemueseanbau hatte.  Ich erzaehlte ihm meine Erlebnisse mit ihm, aber er meinte, man koenne es ja mal versuchen mit ihm, da er am Boden ist und wahrscheinlich dankbar ist, wenn ihm jemand aufhilft. Ich gab ihm also Ottos letzte Handynummer und hoerte dann spaeter, dass Otto in der Tat dort arbeiten wuerde  und ausser seiner Sauferei (seine Leber muss ja schon zischen) sich eigentlich positiv entwickeln wuerde. Ich hoerte dann spaeter vom Tobias, dass der Otto sich nach neun Monaten verabschiedet hatte, da seine Sozialhilfe genehmigt worden war, er sich aber nicht zu beklagen habe ueber die geleistete Arbeit. (weiterlesen…)

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21.Oktober.2010

Otto in Cagayan 2. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Hinter unserem Haus lag ja ein anderes Haus, dessen Eingang in der Paralellstrasse lag. Man konnte sich zwar ueber den Gartenzaun hinweg unterhalten, aber es gab keine direkte Verbindung zum durch gehen. Dazu musste man schon aussen herum laufen, aber das waren auch nur drei Minuten. In diesem Haus lebte damals der Juergen. Den hatte ich ja mal kurz erwaehnt, da ich bei ihm im Haus den Arno kennen lernte.

Juergen war ein fruehzeitig pensionierter Beamter, der seit den fruehen neunziger Jahren auf den Philippinen lebte. Seine Geschichte werde ich hier auch einmal erzaehlen. Aber etwas ist schon wichtig genug um es jetzt zu erwaehnen; Juergen soff! Und wie er soff. Bereits zum Fruehstueck gab es Bier und gegen acht Uhr am Abend war er fuer gewoehnlich blau und hatte die noetige “Bettschwere”. Ausserdem litt er an Gicht und hatte auch sonst so ziemlich alles an Alterskrankheiten, was man sich so vorstellen kann, obwohl er erst 60 geworden war. Und Juergen war ein Nazi und Judenhasser der allerersten “Guete”. Ich hatte damals kein grosses Interesse an dem Mann, da mich seine Einstellung abstiess. (weiterlesen…)

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19.Oktober.2010

Otto in Cagayan 1. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Etwa neun Monate nach Ottos Schlaganfall eroeffnete ihm seine Frau, dass sie sich von ihm trennen werde, da er weder seinen Lebenswandel noch seine Sauferei geaendert habe. Zudem meinte sie, dass er als “Krueppel” nach wie vor den Maedels nachsteige, aber ansonsten nichts zum Lebensunterhalt beitragen wuerde. Am Ende meinte sie noch, dass ein Mann der nicht zu krank zum voegeln sei, sicherlich auch nicht zu krank sei um leichte Arbeiten zu verrichten. Natuerlich gab es schon einen anderen Mann im Hintergrund.

Otto zog aus und lebte fuer einige Wochen wieder hinten im Tal. Essen bettelte er sich zusammen und ansonsten sammelte er halt an Gemuese, was da so wuchs und von den Farmern bekam er auch genug “Rejects”. Allerdings war er sehr unzufrieden bezueglich seiner kleinen Tochter, denn seit Elda mit einem anderen Mann zusammen lebte, kuemmerte sie sich immer weniger um das Maedel. Nun ja was passierte; er kam zu mir und “weinte” sich aus. (weiterlesen…)

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19.September.2010

Ottos Schlaganfall


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Im Dezember 1999 hoerte ich aus irgendeiner Ecke – ich weiss beim besten Willen nicht mehr von wem – dass Otto einen Schlaganfall hatte und im Krankenhaus bei den German Doctors in Valencia liegen wuerde. Da ich ja nun kein nachtragender Mensch bin und ich wusste, dass er niemanden hat, dachte ich, ich ruf mal an und dann schauen wir mal, ob wir was machen. Also rief ich in Valencia an und fragte nach dem behandelnden Arzt, der sich als eine Aerztin “entpuppte”.  Sie wollte am Anfang nicht so recht mit der Sprache heraus, aber da sie wusste, dass er niemanden hatte – er war schon fuenf Tage im Krankenhaus und niemand hatte ihn besucht – bestaetigte sie den Schlaganfall, der zu einer linksseitigen Laehmung gefuehrt hatte. Ich sprach mit meiner Frau darueber und sie meinte er ist immer noch dein Landsmann und in Not. Also  beschloss ich in Valencia vorbei zu fahren, da ich sowieso nach Bukidnon wollte. (Wir lebten damals in Bukidnon und in Cagayan, da die Kinder dort zur Schule gingen.) (weiterlesen…)

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30.August.2010

Otto und Arno


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Wo und wie genau Otto und Arno sich kennen gelernt haben ist mir eigentlich nicht so klar, ausser dass es in Malaybalay gewesen sein muss. Ich kann mich noch gut erinnern, dass Arno bei einem Filipino am noerdlichen Ortsausgang von Malaybalay fuer kurze Zeit gewohnt hatte und ich von dort eine SMS bekam, dass ihn angeblich die Tochter eines bekannten Parlametarier aus einer Moslemprovinz besucht hatte, auf die er schon lange “gesponnen” hatte. Wobei es bei ihm nie so klar war was Wahrheit oder einfach nur “Story” war. Einige Tage spaeter bekam ich dann eine SMS, dass er sich mit Otto zusammengetan hatte und ich warnte ihn vor diesem Schmarotzer, da ich den ja nur allzugut kannte.

So zogen die beiden also los von Malaybalay, da seine damalige Freundin mit der er auch ein Kind hatte nichts mehr von ihm wissen wollte, weil er eben auch schon mal gewalttaetig werden konnte, insbesondere wenn Alkohol im Spiel war. Durch die Text Messages die er mir regelmaessig schickte, schien es den beiden nur ums Saufen und um Maedels zu gehen, was mir aber bei Otto nichts neues war. (weiterlesen…)

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17.Juli.2010

Die Oma im Schrank


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Als Otto damals seine Gemuesefarm gemacht hatte, war ich ja einmal auf Besuch in seinem dunklen Tal, das nur Sonnenschein von zehn Uhr vormittags bis etwa vier Uhr nachmittags hatte und wo die Temperaturen ohne Sonne sehr schnell auf 16-18 Grad fielen. Ich war eigentlich damals schon beindruckt, denn er hatte fleissig gepflanzt und gut gearbeitet, so dass alles sehr ueppig wuchs und er wohl eine gute Ernte erwarten konnte, die er dann auch tatsaechlich hatte.

Zudem hatte er einen kleinen Fischteich angelegt, der mit Wasser vom nahen Fluss gespeisst wurde, wobei mich die Naehe des Flusses nerven wuerde, denn insbesonders waehrend der Regenzeit war das kein Rauschen mehr, sondern ein ohrenbetaeubendes Tosen. Dort lebte der Otto also ins seiner Bambushuette und es war eigentlich ganz ok, wenn auch der Platz sehr klein war. Das “Schlafzimmer” hatte hoechstens 4 qm und auch der Wohnraum war relativ klein. (weiterlesen…)

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14.Juli.2010

Georg und Otto 2. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Wir warteten also geduldig, auf das was kommen sollte. Etwa fuenf Tage spaeter kam Georg aus den Waeldern zurueck, allerdings erfuhren wir das erst eine gute Woche spaeter, denn Otto tat alles um zu verhindern, dass Georg mit anderen Leuten Kontakt hielt, und verstand es geschickt ihn bei sich hinten im Tal zu halten.

Endlich kam die erloesende Nachricht per Funk, dass die Zurueckbuchung geklappt hatte und das Geld unterwegs sei auf das Konto von Georgs Mutter. Zwei Tage spaeter erzaehlte mir dann Joseph, dass Georg zurueck sei und ich wollte ihn natuerlich unheimlich gerne ueber das Vorgefallene informieren, hatte aber andererseits echt keine Lust den Otto zu treffen. Louisa informierte ihn dann und Georg kam bei uns im Haus vorbei, da Otto nach Malaybalay gefahren war. ( Warum wohl?) (weiterlesen…)

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13.Juli.2010

Georg und Otto 1. Teil


von Kai | Kategorie Erlebnisse

Nachdem Otto ja nun mit seiner Pflanzerei ganz erfolgreich war – erfolgreich bedeutet hier, dass er genug fuer seinen Lebensunterhalt verdiente – verhielt er sich in den naechsten Wochen eigentlich ganz friedlich und normal. Wir waren sicher keine Freunde geworden und die Besuche beschraenkten sich in erster Linie auf das Geschaeftliche.

Eines Tages war ich wie so oft beim ausliefern in Cagayan, aber es war spaet geworden und so musste ich in Malaybalay uebernachten. Dort traf ich beim Abendessen einen jungen Deutschen namens Georg. Er war ein sehr angenehmer Mensch und es tat gut sich mit ihm zu unterhalten. Er fragte mir fast ein Loch in den Bauch und am Ende wollte er wissen, ob ich nicht jemanden kenne, der sein Cebuano weiter verfeinern koennte. Er hatte vorher auf Negros gelebt und dort Cebuano gelernt und sprach es recht fliessend, weitaus besser als ich. Nun Inday hatte dort weitlaeufige Verwandte und die Tante war eine Lehrerin auf der High School, und so schlug ich ihm vor es doch mit der Tante zu versuchen. (weiterlesen…)

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