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	<title>Phil-Life.net &#187; urlaub</title>
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		<title>In Leyte (Teil 1)</title>
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		<pubDate>Sat, 07 Nov 2009 06:12:41 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[liegt nicht nur unser Grundstück, sondern eine Planung, die schon relativ lange zurück liegt. Zum Hintergrund: zwei meiner Schwager haben &#8220;Retinitis Pigmentosa&#8221;. Also das ist weder essbar, noch die unveröffentlichte 93. Symphonie von Beethoven, sondern eine leider sehr traurige Angelegenheit, nämlich eine unheilbare Erkrankung der Augen, bei der die Stäbchen auf der Netzhaut allmählich absterben [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>liegt nicht nur unser Grundstück, sondern eine Planung, die schon relativ lange zurück liegt.</p>
<p>Zum Hintergrund: zwei meiner Schwager haben &#8220;Retinitis Pigmentosa&#8221;. Also das ist weder essbar, noch die unveröffentlichte 93. Symphonie von Beethoven, sondern eine leider sehr traurige Angelegenheit, nämlich eine unheilbare Erkrankung der Augen, bei der die Stäbchen auf der Netzhaut allmählich absterben und deshalb mehr oder weniger schleichend zur Erblindung führt. Während der erste Augenarzt vor rund 10 Jahren uns noch erklärte, dass man mit Vitaminen und Sonnenbrille, die Erblindung verlangsamen kann, sagte uns im letzten Jahr ein Spezialist, dass sich die zuvor genannte Verlangsamung kaum nachweisen lässt. <span id="more-528"></span>Die Erkrankung geht auf einen genetischen Defekt zurück, der bei beiden Elternteilen vorliegen muss. Die Eltern wussten also beide nichts von ihren defekten Genen und alle waren über den Zufall verwundert, dass gleich zwei Brüder die gleiche schlimme Krankheit haben.</p>
<p>Nun, sie ist nicht tödlich verursacht auch immerhin keine Schmerzen, nur bevor jemand meint &#8220;alles halb so schlimm&#8221;, &#8230; doch, &#8230; es ist ein ganz großer Mist, wenn zwei junge Menschen erblinden und Du stehst daneben und kannst nichts machen! Da werden dann andere Dinge aus dem Baukasten unserer Wohlstandsgesellschaft sehr relativiert. Trotzdem müssen sich die beiden Brüder &#8220;Lic und Bong&#8221; damit arrangieren. Das sind dann so Situationen wo man die &#8220;Arbeit&#8221; der philippinischen Wunderheiler und deren Art des Geldverdienens versteht oder zumindest nachvollziehen kann.</p>
<p>Ansonsten sind beide gesund, haben Pläne wie alle Menschen, wollen gerne eine Familie gründen und arbeiten. Wenn da nur nicht die Augen wären. Schlechtes Sehen oder gar Blindheit macht einsam. Verspottung und Ignoranz der anderen sind Dir da als erstes gewiss. Es gibt kaum etwas wo Du keine Hilfe bräuchtest. Das ist das Schlimmste an deren Erkrankung, dass sie entwürdigt leben müssen und sich manchmal gar verstecken. Wir bemühen uns zwar technisch zu helfen, aber die Würde gibt es denen nicht zurück.</p>
<p>Bevor jemand was falsches denkt: sie haben uns noch nie um Hilfe gebeten, um Geld gefragt oder sonst etwas gefordert. Stattdessen sind beide tief gläubige Menschen, ohne den ganzen kirchlichen Trott. Trotzdem quält es einen und man schaut immer mit dem Gedanken im Hinterkopf, wie kann ich denen helfen.</p>
<p>Vor 2 Jahren dann, als wir für 6 Wochen hier im Urlaub waren, suchten wir ein Grundstück, das wir für die Brüder kaufen wollten. Dort hätten sie dann die Möglichkeit, doch mehr oder weniger eigenständig zu leben. Sie könnten Reis, Gemüse und Obst anpflanzen, Hühner, Schweine und vielleicht sogar Fische züchten &#8230; Wenn es gut läuft, könnten sie was für den Tagesbedarf nicht benötigt wird, verkaufen und hätten noch was Bargeld in der Tasche. Die Idee fanden die gut. Aber woher ein akzeptables Grundstück nehmen? Denn der Preis ist mal die erste Hürde, die Lage die zweite.</p>
<p>Während eines Ausfluges nach Bohol, wir waren gerade im Schwimmbad von Valencia, klingelt das Handy. Mauring, die Tante meiner Frau rief an und fragte, wie sie am Schnellsten zu uns kommen könne, denn sie wolle uns ganz dringend etwas zeigen und vorschlagen. Also kam sie ins Schwimmbad und sprach mich direkt an. Dazu sollte man sagen, dass ich ansonsten es immer so erlebt habe, dass wenn jemand von uns etwas will, man sich immer an meine Frau richtete. Philippinische Familienstruktur oder Sprachfaulheit? Ich rechnete es jedenfalls Mauring zunächst mal positiv an, nicht über Umwege zu kommen.</p>
<p>(Fortsetzung folgt)</p>

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		<title>Leyte (Teil 2)</title>
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		<pubDate>Fri, 06 Nov 2009 08:19:57 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Nun Mauring erklärte mir, dass sie dabei sei das Land ihrer Eltern, also das der Großeltern meiner Frau, titulieren zu lassen, da sie es verkaufen wolle. Das Ganze seien rund 5 ha für die sie 200.000 Pesos wollte, die dann unter den 8 Geschwistern, bzw. deren Nachfahren verteilt würden. Sie organisiert die Abtretungsunterschriften und sorgt [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Nun Mauring erklärte mir, dass sie dabei sei das Land ihrer Eltern, also das der Großeltern meiner Frau, titulieren zu lassen, da sie es verkaufen wolle. Das Ganze seien rund 5 ha für die sie 200.000 Pesos wollte, die dann unter den 8 Geschwistern, bzw. deren Nachfahren verteilt würden. Sie organisiert die Abtretungsunterschriften und sorgt dafür, dass der Titel erstellt wird. Die Kosten für den Titel kämen dann noch dazu. Generell gesehen, dachte ich mir, ist das Risiko dabei nicht groß, das schlimmste was passieren kann ist, die rund 250.000 Pesos sind weg. <span id="more-533"></span>Ich besprach mich mit meiner Frau und wir sagten Mauring, das wir Interesse am Land haben, es aber vorher anschauen wollen.</p>
<p>Am Folgetag brachen wir auf nach Leyte, wo sich das Land befand. Am späten Nachmittag trafen wir in Bato ein und machten uns gleich auf den Weg. Wir fuhren etwa 10 km raus aus der Stadt Richtung Berge und hielten an einer Stelle an, wo Du weder Haus, noch andere Zivilisation erwartest. &#8220;Und hier wohnte Deine Oma?&#8221; will ich von meiner Frau wissen. Na denn Mahlzeit!</p>
<p>Vor uns lag direkt nach der Straße abfallend ein Steilhang, der ca. 20m tiefer das Ufer eines Flußes bildete. Der Fluß war vielleicht 15m breit, aber nur etwa 1m tief. Auf der anderen Seite des Flusses ging es wiederum einen Steilhang rund 10m hoch. Während ich von oben aus noch alles so staunend begutachtete schrie neben mir Mauring sich die Seele aus dem Leib: &#8220;BETTY !!! BEEEETTTTYYYY !!!&#8221; Fast rutsche ich den Hang runter vor Schreck, aber sie kann mich noch mal auffangen. Sie erklärt mir, auf der anderen Seite des Flusses, geht man den Hang hoch, läuft nach hinten und da wo man jetzt nichts sieht, wohnt ihre Schwester Betty. &#8220;Aha, na dann is ja alles klar.&#8221; Ob die uns aber hört? Sie hat, denn nach kurzer Zeit kommt sie zwischen den Bäumen hervor und klettert den Hang hinunter.</p>
<p>&#8220;Will die jetzt da durchschwimmen?&#8221; frage ich noch so und sehe Betty durch den Fluß laufen. &#8220;Tragt Ihr mich da rüber?&#8221; frage ich Mauring, &#8220;Denn ICH laufe da sicher nicht durch!&#8221; &#8220;Da unten liegt ein Floß, das hat nur einer vergessen auf die richtige Seite zu bringen. Da wirst Du nicht nass.&#8221; Na Dein Wort in Gottes Ohr! Aber wir müssen ja sowieso erst mal den Hang runter kommen. Irgendwie muss mich Mauring als &#8220;Oberweichei&#8221; abgestempelt haben, denn sie meint, ich soll mich an ihr festhalten. Nachdem ich das aber bewusst ignoriere, hält sie eben mich fest. Will gerade mich bei meiner Frau beschweren, dass ich doch keine Zuckerwatte sei, da gehts aber schon auf dem Hinterteil ein paar Meter abwärts. &#8220;Very dangerous&#8221; höre ich noch Mauring faseln &#8230; &#8220;und warum bauen die sich keine Treppe dahin?&#8221; will ich wissen. So ein Sch&#8230; Mauring zieht mich aus dem Gebüsch wieder raus und nimmt mir erst mal die Kameratasche ab.</p>
<p>Bis zum Aufschlag am Flussufer folgen noch ein paar weitere Abkürzungen auf dem Hinterteil, die peinlichen Details überspringen wir jetzt lieber. Keine Ahnung was Mauring zu Betty sagte, aber die beiden kümmerten sich um mich, als wäre ich mehr als nur zerbrechlich &#8230; oder weil sie genau wissen, was folgt. Ich vermute das zweite, das sie mir aber versuchten zum Preis vom ersten zu verkaufen &#8230; Also hielt eine das Floß fest, während die andere mich auf diese &#8220;Schaukel&#8221; hievte. &#8220;Das ist kein Floß, das sind ein paar notdürftig zusammen gebundene Bambusstöcke!&#8221; polterte ich los, half aber sowieso nix, wir müssen da rüber. Während der Überfahrt verklemme ich mir noch den Fuß zwischen den Bambusstecken. Heute bleibt mir Nichts erspart. Andere Seite des Flusses, ein eleganter Schritt auf die Sandbank, ist doch alles nur ein Kinderspiel!</p>
<p>Aber der Blick nach oben zeigt: so ein Steilhang von unten sieht aber viel gefährlicher aus als er ist. Oder ist das doch so ein &#8230; ? Nicht jammern, nur die Mutigen kommen am Ziel an. Also Mutige voraus und schon rutsche ich aus, fliege auf die Nase, bzw. kann mich mit den Händen gerade noch abfangen. Mauring folgt mir auf Schritt und Tritt und haut nach jedem Schritt den ich mache, ihren Fuß als Bremsklotz hinter meinen. So kommen wir dann irgendwann doch noch ans Ziel. Erst mal setzen und durch atmen. Ich spüre die Schwüle in der Luft und die Moskitos sind gnadenlos. Das habe ich weder in Cebu noch auf Bohol erlebt. Aber wir wollen ja das Grundstück anschauen! Also geht es weiter. Betty, die in der Nähe des Grundstücks wohnt, gibt uns in ihrem Haus was zu trinken, doch ich dränge auf Fortsetzung unseres Marsches, denn sonst wird es dunkel und dann müssen wir ja nochmal her &#8230;</p>
<p>(Fortsetzung folgt)</p>

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		<title>Leyte (Teil 3)</title>
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		<pubDate>Thu, 05 Nov 2009 06:48:47 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Betty holte eine Machete und ging voraus. Gleich hinter dem Haus, kam ich mir vor, als hätte man mich mit dem Helikopter im Urwald ausgesetzt. &#8220;Gibts hier Schlangen?&#8221; will ich wissen. &#8220;Ja.&#8221; sagt Betty. &#8220;Das ist gut.&#8221; meine ich, &#8220;&#8230; hast Du gerade JA gesagt?&#8221; was für eine Sch&#8230;! &#8220;Macht nichts, die hören uns und [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Betty holte eine Machete und ging voraus. Gleich hinter dem Haus, kam ich mir vor, als hätte man mich mit dem Helikopter im Urwald ausgesetzt. &#8220;Gibts hier Schlangen?&#8221; will ich wissen. &#8220;Ja.&#8221; sagt Betty. &#8220;Das ist gut.&#8221; meine ich, &#8220;&#8230; hast Du gerade JA gesagt?&#8221; was für eine Sch&#8230;! &#8220;Macht nichts, die hören uns und hauen ab. Da brauchst Du keine Angst haben.&#8221; Hoffentlich sind Deine Aussagen zuverlässiger als vorhin am Fluss, denke ich mir. Nach einer Weile und etlichen Hieben mit der Machete auf Äste und Büsche machen wir Halt. &#8220;Das ist also das Land, um das es geht.&#8221; Außer Bäumen und einem Bach sehe ich nichts! Nach weiteren Rückfragen klärt sich, das sei der Anfang des Grundstücks. Wir gehen weiter, Hang hoch, Hang runter &#8211; immerhin nicht so steil. <span id="more-536"></span>Wieder eine Pause. Sie zeigt auf einen steileren Hang. &#8220;Wenn wir hier hochgehen, dann können wir alles überschauen. Aber da gehen wir dann morgen hin.&#8221; &#8220;Nein, jetzt!&#8221; ich gehe einfach los, denn wenn ich mit denen noch 5 Minuten diskutiere, ist es dunkel.</p>
<p>Als ich oben bin, überblicke ich kilometerweit die ganze Umgebung. Mir stockt der Atem, was ein Ausblick, Wahnsinn! Ich sag zu meiner Frau &#8220;Keine Frage, mach mit denen alles klar, das nehmen wir. Keine Ahnung was wir damit machen, aber das ist eine Chance, zu einem überschaubaren Aufwand. Und gleichzeitig was für Deine Brüder. Und falls wir jetzt nicht mehr zurück müssten, &#8230;&#8221; Aber wir müssen!</p>
<p>Wir gehen einen anderen Weg zurück, doch bereits der Abstieg zeigt, es wird schlagartig dunkel. Wir kommen zum Haus von Betty und erholen uns erst mal. Erst mal was zur Stärkung und dann, was hören wir da draußen? Ein heftiger Regen geht nieder, wie er in Leyte typisch ist. Habe ja nichts gegen Regen, aber wenn ich an die Hänge, den Fluss und die Dunkelheit denke? Und dann scheint es zu allem Übel kein kurzer Platzregen zu sein, nein es regnet sich richtig ein. Wir brechen auf und gehen Richtung Fluss.</p>
<p>Wie gut dass Betty stolzer Besitzer einer kleinen Taschenlampe ist! Das Handy meines Sohnes wirft allerdings mehr Licht! Na dann haben wir eben 2 Minikerzen &#8230; Wir versuchen einen Hangabstieg, &#8220;Boar ist das aber nass hier&#8221; &#8230; und schon bin ich wieder auf dem Hosenboden durch die Prärie runter, aber dieses mal habe ich dann gleich noch 2 weitere Begleiter nieder gemäht und so kommen wir wenigstens zu dritt an! Wo ist unser Floß? Betty watet wieder durch den Fluss auf die andere Seite und zieht das Stück zurück. Mauring, inzwischen schon viel leiser, aber immer noch als mein Wachhund an meiner Seite, leuchtet mit der Minilampe aufs Floß. Ich steige drauf und &#8230; NEIN!, ich fands in dem Moment nicht lustig &#8230; fliege ins Wasser. Alles weitere erspare ich mir, obwohl der Aufstieg auf der anderen Seite, nochmals ein paar Highlights hatte.</p>
<p>Als wir (insgesamt 11 Leute) am Auto waren, stiegen wir ein und waren alle froh, endlich ein Dach überm Kopf zu haben. Wir wollten in eine Pension, aber in Bato gab es keine. Also mussten wir gleich weiter nach Hilongos, sodass wir rund eine Stunde unterwegs waren. In Hilongos hielten wir an einer Herberge namens &#8220;Lyra&#8221;, doch ich dachte schon, da wir alle klatschnass und dreckverschmiert waren, wenn die uns &#8220;Moorleichen&#8221; sehen, verrammeln die sofort alle Türen und schliessen schnell ab. Aber entweder waren die kurz vor der Pleite oder waren so was gewohnt. Freundlich öffnete der Mann die Tür, bat mich herein und forderte alle anderen auch gleich auf zu folgen. Er zeigte uns die Zimmer, alles ok wir bleiben über Nacht. Nach dem Duschen setzen wir uns noch ein wenig zusammen, um von ihm zu erfahren, dass er als Seemann in der Welt rum kam, eine Zeit lang in der Schweiz arbeitete, usw. Ich war platt und legte mich ins Bett. Meine Frau erzählte mir am anderen morgen, dass er und die beiden Tanten jede Menge gemeinsame Bekannte hatten, die im Laufe des Abends und zunehmendem Alkoholspiegel immer mehr wurden &#8230;</p>
<p>Als wir wieder in Cebu waren, begab sich Mauring auf die Suche nach der Verwandschaft, deren Einverständnis zu dem Kauf sie ja vorher einholte und jetzt noch die Unterschriften etc. brauchte. Also es zeigte sich, dass alle greifbar waren, bis auf Conrado. Conrado ist der einzige Sohn von Maurings bereits verstorbener Schwester Louisa. Er ist nicht sonderlich intelligent, schielt und sieht schlecht, ok ab und zu dürfte er mit Wasser etwas verschwenderischer bei der Körperpflege umgehen. Aber das wars dann schon mit Einschränkungen. Denn ansonsten ist Conrado ein sympathischer Typ: er ist irre schlank und doch kräftig, ist herzlich und hilfsbereit, zuvorkommend und ein Bär von einer Seele.</p>
<p>Nun wo steckte er. Normalerweise verkauft er Sojaprodukte von einem Hersteller in Cebu. Aber er ist seit einiger Zeit dort nicht mehr aufgetaucht und zu hause bei seiner Frau und Kindern auch nicht mehr. Aber Conrado ist eigentlich zuverlässig. Mauring versuchte auf ihre Weise alles weitere in Erfahrung zu bringen. Vorweg, für das was jetzt kommt, muss man mit Denken und Gespür eines Pinoys vorgehen. Sie erfuhr von seiner Frau, dass er in einen Mord verstrickt sei. Die Verwandten des Ermordeten hätten bereits einen Kopfgeldjäger auf ihn angesetzt, weshalb er sich auch nicht mehr zu hause blicken lassen kann&#8230;</p>
<p>(Fortsetzung folgt)</p>

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		<title>Leyte (Teil 4)</title>
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		<pubDate>Wed, 04 Nov 2009 06:26:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der ehemalige Arbeitgeber konnte dann noch mehr Licht in die Geschichte bringen. Conrado hatte einen Freund mit dem er zusammen arbeitete. Dieser wurde aber von dem Ermordeten gehänselt. Daraufhin (Gesichtsverlust!) hat dieser dann ohne Waffe den anderen erschlagen. Die Polizei hat alle zunächst eingeknastet, da Conrado aber nichts mit der Sache zu tun hatte, ausser [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der ehemalige Arbeitgeber konnte dann noch mehr Licht in die Geschichte bringen. Conrado hatte einen Freund mit dem er zusammen arbeitete. Dieser wurde aber von dem Ermordeten gehänselt. Daraufhin (Gesichtsverlust!) hat dieser dann ohne Waffe den anderen erschlagen. Die Polizei hat alle zunächst eingeknastet, da Conrado aber nichts mit der Sache zu tun hatte, ausser dass er dabei stand und das sah, hat ihn die Polizei wieder auf freien Fuß gesetzt. Nur die &#8220;durchgeknallte&#8221; Verwandtschaft des Ermordeten, hat Blutrache geschworen und wird nicht eher Ruhe geben, bevor sie das vollzogen hat. Da kann die Polizei bei einem &#8220;Besitzlosen&#8221; auch gar nichts tun oder den schützen.<span id="more-543"></span></p>
<p>Nur wo steckt den nun Conrado. Mir wurde die Geschichte langsam heiß! Denn wenn Mauring mit dem bei uns aufkreuzt, bringt sie unsere ganze Familie damit in Gefahr. Schließlich fand sie ihn und klärte alles weitere, inclusive seiner 3 Kreuze. (Belassen wir es dabei.)</p>
<p>Als wir dann letztes Jahr wieder in Cebu zum Daueraufenthalt ankamen, bezahlten wir den Kaufpreis und begaben uns voller Pläne und Ideen nach Leyte. Zunächst wollten wir Reis, Kartoffeln, Mais, Bananen, Ananas, Kokosnüsse und andere Pflanzen anbauen, bzw. standen ja schon da. Für die Hühner und Schweine, sollten auch Stallungen gebaut werden. Zu dem Zeitpunkt gab es auch durchaus Ideen für Experimente in Richtung einer in sich geschlossenen &#8220;Farm&#8221;, wo dann Fischzucht auch dazugehört.</p>
<p>Des weiteren wollte ich einige Experimente machen, mit Früchten, die gar nicht oder nur in klimatisch gemäßigteren Regionen auf den Philippinen wachsen. Doch zunächst lassen wir die Zukunftsmusik und konzentrieren uns auf das schnell Machbare. Schliesslich gehört in meinen Augen und auch in denen meiner Frau, zu einem gesunden Selbstwertgefühl der Brüder, dass sie sich selbst finanzieren können, wenn wir sie mal &#8220;angeschubst&#8221; haben. Einen Dauerunterhalt kann keine Lösung sein, was auch kein aufrichtiger Filippino erwartet!</p>
<p>Da die beiden nicht mehr viel sehen, einer fast blind, der andere noch 5%, benötigen sie natürlich etwas &#8220;sehende&#8221; Unterstützung. Gerade am Anfang, wo doch einiges gebaut werden muss und viel organisiert werden sollte, ist das notwendig. Also nahmen wir noch Junior mit, der eigentlich als elternloser Cousin, wie ein &#8220;Halbbruder&#8221; zusammen mit den &#8220;Blinden&#8221; aufwuchs. Wir haben einiges eingekauft und fuhren mit dem voll geladenen Auto mit der Fähre nach Hilongos. Wir nahmen die Nachtfähre, um dann vom Tag noch was zu haben.</p>
<p>Früh morgens, wir waren die ersten in Bato, begaben wir uns in ein Straßencafe. Bevor jetzt ein Leytekenner sich über mich lustig macht: gut, es war eine Bretterbude, mit zusammen genagelten Sitzbänken, billigen Tischen, Tassen die aussahen, als wären die Spuren des letzten Besuchers noch zu erkennen. Trotzdem, ich traue mich fast nicht es zu schreiben: Das war eine der am besten schmeckenden Kaffees, die ich trank. Fragt mich nicht: es war ganz normaler Nescaffee, dem man ansah dass jeder mit seinem nassen Löffel sich darin bediente, es war Wasser und das noch nicht mal richtig heiß. Aber es war auch eine ganz bestimmte Atmosphäre, die dieser banalen Situation etwas Besonderes einhauchte.</p>
<p>Nach der Stärkung gingen wir zum Markt, liesen unser Auto, wo wir zuvor 2-3 Stunden versuchten zu schlafen stehen, da dieser direkt dahinter lag. Wir wollten noch frisches Fleisch, Eier und Gemüse einkaufen, damit wir und unsere Truppe nicht hungern müssen. Wir betraten den Markt, da folgten uns schon 3 Kinder, die nicht nur wie Bettler aussahen &#8211; nein sie bettelten sehr penetrant. Lasst uns nicht darüber streiten, ob ich hier was geben sollen hätte oder nicht, jedoch tue ich das prinzipiell nicht. Falls möglich, gibt es ein Budget auch für Hilfe. Aber nicht sinnlos an unbekannte Quellen und schon gar nicht mit der Gießkanne.</p>
<p>Wir forderten die Kinder auf, ihre Bettelei einzustellen. &#8220;Dili&#8221; verstanden die nicht als &#8220;Nein&#8221; sondern als Aufforderung zum weiter betteln. Sie folgen uns minutenlang über den ganzen Marktplatz. Das ist lästig, denn da musst Du die ganze Zeit aufpassen, dass sie Dich nicht noch beklauen. Doch als sie merkten, da geht nichts, wurden sie dann noch frech, in dem sie an meiner Hose mit der Geldbörse drin zupften. Da sagte ich dann aber lautstark, auf englisch und somit nicht nur für die Kinder sondern für alle in der Umgebung verständlich, dass sie bitte das Hosezupfen lassen sollen und weitergehen. Die Blicke, die ich dafür einfing hätte ich nicht erwartet. Man schaute mich an, als wollte man mir sagen: &#8220;Du langnasiger Geizhalz mach endlich den Geldbeutel auf!&#8221; Mir reichte es. Wir gingen mit noch einer größeren Gefolgschaft zurück: die Kinder bekamen noch Unterstützung durch eine bettelnde Großmutter. Sie verfolgten uns bis ans Auto. Wo wir einstiegen und dann doch ziemlich genervt davon fuhren.</p>
<p>Gestern fiel mir ja noch eine Geschichte ein, die wir in Leyte erlebten und die ich hier einschieben moechte, da sie ein Bild ueber das manchmal &#8220;abenteuerliche&#8221; Landleben ergibt.</p>
<p>Als lösbares Problem erschienen uns Berichte über &#8220;streunende Räuberbanden&#8221;, die man doch mit &#8220;scharfen&#8221; Hunden in den Griff bekommen sollte? Wir wollten es erst nicht glauben, bis wir selbst die Erfahrung machen mussten. Wir schliefen bereits in der Hütte auf den Bambuslatten. Mann sind die hart! Für die Wirbelsäule sicher ein Segen, nur ich als Matratzen verwöhnte Langnase, wachte natürlich regelmässig auf, da immer wieder etwas zwickte. Und dann wurde es vom Boden her kalt, dass ich mich lieber als &#8220;verwöhntes Weichei&#8221; beschimpfen lasse, als hier noch mal zu schlafen, meinte ich noch zu meiner Frau, deren Schlaf auch sehr oberflächlich verlief.</p>
<p>Doch dann hörten wir Stimmen draussen in der Nacht! &#8220;Hat sich da einer verlaufen?&#8221; will ich von ihr wissen. Sie signalisiert mir absolute Ruhe zu geben, hoffe sie weiß wohl warum. Da poltert es bereits an der Tür und jemand fragt ob denn wer da sei und helfen könne? Wir hören noch wie draussen gestöbert wird und jemand an der Tür massiv rüttelt. Wahrscheinlich waren das 5-10 Leute, mir läuft der Schauer eiskalt den Rücken runter. Male mir schon in dunkelsten Bildern aus, wie die Räuber die Tür aufbrechen und eine verängstigte Langnase rausziehen.</p>
<p>Doch dann entfernen sich die Stimmen wieder, Erleichterung breitet sich bei uns aus. Die Nachtruhe war natürlich vorbei, wir standen auf und suchten Betty. Sie sah das nicht so dramatisch und meinte noch, das seien kleinere Gauner, die normalerweise nur auf der Suche nach Essen und Dingen sind, die man leicht in Bargeld umwandeln kann. Diese Banden haben wohl schon eine lange Tradition hier und ihre Mutter hatte manchmal wohl ein Einsehen mit denen und gab was zu Essen.</p>
<p>Dachte mir, wenn das lediglich unter &#8220;Kulturunterschiede&#8221; läuft, dann werde ich wohl ewig ein Fremder bleiben.</p>

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		<title>Leyte (Teil 5)</title>
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		<pubDate>Tue, 03 Nov 2009 06:02:02 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Wir kamen wie im Vorjahr auch, oben an der Straße vorm Gelände an und stellten das Auto an der Seite ab. Begannen mit dem Ausladen, während auf der anderen Seite in heftiger Betriebsamkeit die Leute aus dem Busch krochen: Betty und Tochter, Conrado (er versteckt sich weiterhin vor den Kopfgeldjägern, jetzt aber im Busch) mit [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wir kamen wie im Vorjahr auch, oben an der Straße vorm Gelände an und stellten das Auto an der Seite ab. Begannen mit dem Ausladen, während auf der anderen Seite in heftiger Betriebsamkeit die Leute aus dem Busch krochen: Betty und Tochter, Conrado (er versteckt sich weiterhin vor den Kopfgeldjägern, jetzt aber im Busch) mit Frau und Kindern, sowie Jasie (Bettys Neffe, der sich vor der Polizei versteckt, da er was ausgefressen hat). Man brachte alles zum Haus und wir erklärten wie es los gehen soll. <span id="more-548"></span></p>
<p>Als allererstes reklamierte ich, warum denn keiner dieser Nasen vielleicht mal auf die Idee kommt, einen &#8220;menschenwürdigen&#8221; Hangabstieg, Flussüberquerung und Hangaufstieg zu basteln. &#8220;Der letzte Typhoon &#8230; &#8221; Quatsch Typhoon, wie lange ist das denn schon so? Mehr oder weniger schon immer &#8230; hört man durch. Da ich nun häufiger diesen Fuß zu überqueren gedenke, brauchen wir eine für alle Beteiligte akzeptable Lösung. Denn Betty mit ihrer Familie nutzen das, die beiden blinden Brüder, einige andere Passanten, die ich aber bestimmt nicht nach ihrer Meinung frage und natürlich wir.</p>
<p>Material müssen wir stellen, versteht sich, zum Bau müssen dann wiederum alle anpacken. Nun wenn schon Material nix kostet, dann darf es auch etwas aufwendiger sein, fühlt man so durch den Gehörgang &#8230; Plötzlich ist das Beste gerade mal gut genug! Von Brücken aller Bauart erzählen sie mir, am Besten wäre wohl eine Autobrücke, die man von der Straße aus befahren kann und mit dem Auto dann bis ans Haus kommt &#8211; oder war das ein verkappter Joke? Man zeigt mir sogar eine &#8220;gute Lösung&#8221; und ich entschließe mich zum Beenden der Diskussion. Wer zahlt bestimmt und fertig. Ob da einer beleidigt ist oder nicht, ist mir jetzt wurscht. Nochmal flieg ich nicht in den Dreck!</p>
<p>Also ich erkläre ihnen was ich will: da der Hang für eine gerade Treppe zu steil ist, sollen sie lediglich den bestehenden Weg mit Betonplatten unterstützen. Das heißt überall wo eine Steigung ist, wird eine Stufe entstehen, die mit abgesägten Stammstücken gehalten wird und oben eine zu giessende Zementplatte trägt. Sollte dann wirklich ein Erdrutsch was abtragen, muß man nur die Platte neu platzieren und der Rest des Materials gibts in der Natur. Was das Floß angeht, das kann ja mal einer reparieren. Und wegen dem Bewegen des ganzen Floßes, so gibts auf beiden Seiten einen Metallring, durch den ein starkes Nylonseil führt und zwar als Endlosschleife. Daran wird das Floß daran befestigt, sodass es trockenen Fußes von beiden Seiten geholt werden kann. Ich mache Skizzen und Zeichnungen, dass es klar wird und keine Überraschungen entstehen. Auch fragt man, wenn was unklar ist nach, dass nun nichts mehr schief gehen kann. Wir schätzen wie viel Zement man braucht und was zur sonstigen Arbeit noch notwendig ist.</p>
<p>Wir fahren nach Bato, kaufen Zement und Werkzeug ein. Auch hier zeigt sich schnell, hast Du oder der Verkäufer eine Lücke im Wortschatz &#8211; ein Bild sagt mehr als tausend Worte und ich würde dem technischen Wortschatz der Ehefrau nicht blind vertrauen. Fragt mal nach, was diverse Werkzeuge auf <a href="http://de.wikipedia.org/wiki/Cebuano" target="_blank"><img src="http://www.philippinenforum.net/alink.gif" border="0" alt="" /></a><acronym title="Cebuano, auch bekannt als Bisaya, Visayan, Binisayâ und Sugbuanon"> Cebuano</acronym> heißen. Da merkst Du plötzlich, dass die Sprache gar kein Wort dafür hat &#8230;</p>
<p>Das Essen auf Leyte war für die Kinder zumindest doch recht abenteuerlich. Wir brachten unsere Einkäufe mit, wo runter sich ja auch Eier befanden. Betty wollte uns die in ihrer Küche zubereiten, wo wir aufs Essen warteten. Nun war es so, dass auf dem Fußboden zwischen den Bambuslatten etwas Luft war und man zwischen denen nach unten durch schauen konnte. Da stritten sich das Hausschwein mit dem Hund ums Fressen. Auch die Hühner ranten unter dem Boden mit lautem Gegackere umher. Mich stört das nicht, solange dies nicht täglich stattfindet, aber die Kinder waren das nun wirklich nicht gewohnt.</p>
<p>Betty hatte auch keinen Gasherd oder Elektroherd, wie man das in Deutschland gewohnt ist. Nein, sie hatte eine offene Holzfeuerstelle in der Küche und der Rauch, der sich dabei entwickelte, kann bestimmt nicht gesund sein. Sie hustete immer wieder und uns brannten die Augen. Als die Eier fertig waren, wunderten sich unsere Kinder über das &#8220;viele Öl&#8221; welches an den Eiern klebte. Mir schien, dass man die Pfanne und die Eier auf diese Art schützen wollte, vorm Anbrennen. Aber ob die wirklich gleich im Öl schwimmen müssen? Na von &#8220;Fettleber&#8221; haben die jedenfalls noch nichts gehört &#8230;</p>
<p>Auch das Wasser, das sie frisch aus der Quelle holten sah nicht wirklich vertrauenserweckend aus, nun gut den einen Tag werden wir uns schon nicht vergiften. Allerdings scheint mir, dass man sich hier nicht sonderlich viele Gedanken wie wir &#8220;Westler&#8221; um die Gesundheit oder gar die Umwelt macht.</p>
<p>Als wir nach dem Essen aus dem Haus gehen, sehe ich frisch weggeworfene Batterien im Bach liegen. Klar versuche ich zu erklären, dass die rosten und dann die Gifte frei werden und mit dem Wasser, welches zur Bewässerung des Reises Verwendung findet, sich wiederum in der Nahrung ablagert, die dann auf dem Tisch steht. &#8220;HÄH?&#8221; staunt man, so ähnlich müssen unsere Vorfahren auf Warnungen in der Nachkriegszeit geschaut haben.</p>
<p>Ich gebe es auf, Aufklärung leisten zu wollen. In dieser Hinsicht sind die Filipinos nicht nur Nachahmer der Fehler. Mir scheint die Bestehen auf ihr Recht, gleiche Fehler wie wir sie machten, wiederholen zu dürfen.</p>
<p>Wir brachten unsere Einkäufe zurück, ließen das abladen und fuhren mit Jasie und Junior zurück, zu unserer alten Herberge &#8220;Lyra&#8221;. Da kannte plötzlich keiner den weit gereisten <acronym title="Overseas Filipino Worker">OFW</acronym> mehr, obwohl dessen Mutter noch immer da war und ich ihr ein Bild von ihm zeigte. Stattdessen hat sie jetzt andere Kinder, welche die Pension betreiben. Mal wieder einmal mehr eine geplatzte Familienidylle, aber was solls, ich bin hier zum Schlafen bzw. jetzt zum Duschen und nicht um anderer Leute Familien zu feiern.</p>
<p>Unsere Kinder fanden allerdings die ganzen Planungen und Begehungen eher langweilig und das Essen machte sie dank seiner Einfachheit auch nicht gerade glücklicher. So beschlossen wir einen McDonalds zu suchen. Jaja &#8211; ich hör die Lacher &#8220;McDoof im Busch&#8221; &#8211; gibts natürlich nicht. Aber seine philippinische Kopie: JollyBee gibt&#8217;s doch in Maasin der nächsten größeren Stadt, die liegt nur rund 25 km weit weg. Aber 25km heissen hier leider 1 Stunde Autofahrt &#8211; zumindest bei Nacht!</p>
<p>Es wurde fast zum Albtraum: ein Abend voller &#8220;Geisterfahrer&#8221;. Vor Jahren waren alle Motorräder und Autos in der Nacht noch landesweit ohne Licht unterwegs. Irgendein Aberglaube besagt wohl, dass die Batterie davon leer geht und der Gegenverkehr geblendet wird! Also bevor man den Entgegenkommenden blendet, überfährt man ihn &#8211; auch eine Logik! Aber so hielt sich dieser Aberglaube in der Provinz leider hartnäckig. Sofern man nicht in Kauf nehmen möchte, urplötzlich auftauchende Fußgänger, Radfahrer oder motorisierte Fahrer auf ihre nächste Spähre zu befördern, erlaubt dies wohl keine allzu hohe Geschwindigkeit.</p>
<p>Tja und wie das Leben dann so spielt, war es kurz nach 9 Uhr als wir den JollyBee erreichten. Auffällig wenig Gäste waren darin &#8230; genau genommen keiner! Die Angestellten waren mit Putzen zu Gange. Nein, die hatten sich nicht extra für uns heraus geputzt, sondern einfach den Bordstein hochgeklappt und fegen jetzt alles weg. Mist! Alles für die Katz &#8211; so ein Ärger! Doch zum Glück hatten wir mit Jasie (ja, dem &#8220;freigehenden&#8221; Knastologen) einen Ortskundigen dabei, der uns zum Busterminal (vergleichbar einem kleinen Flughafen) lenkte. Da gab es Barbeques, die man vorher roh aussucht, nach Lust und Laune würzen lässt und dann frisch gegrillt werden. Vielleicht trieb der Hunger das Essen rein oder unser Frust. Aber geschmeckt hat es uns allen jedoch ganz hervorragend. Es war wirklich köstlich.</p>
<p>Doch dann kam die Geschichte mit dem Bezahlen: die Frau kam in Erwartung heute große Kasse machen zu können &#8211; es schien Feiertag zu sein, wahrscheinlich Langnasentag! &#8211; ihre Augen funkelten geradezu. Also frisch gegrillte leckere Spiesse und Hähnchenschenkel (Mann waren wir satt) für 7 ausgehungerte Personen, sowie je 1 Liter Cola, Sprite und Wasser &#8230; das sind: 329 Pesos sagt sie stolz &#8211; ich halts im Kopf nicht aus. Aber das Preisniveau ist leider extrem gering in der Provinz. Und die Leute, die jetzt stolz und froh darüber sind auf unserem Grundstück arbeiten zu können, singen ein Lied davon! Arbeitskraft kostet extrem wenig auf Leyte, Industriewaren zahlt man aber mit Weltmarktpreisen. Aber auch Gemüse, Obst, Fisch und Fleisch sind nicht nur sehr frisch sondern auch sehr preiswert.</p>
<p>Am nächsten Tag ging es zurück nach Cebu, unserer neuen Heimat. Mann was waren wir froh als wir wieder zuhause waren! Schnell duschen und dann vor zu unserem McDonalds um die Ecke. Der Heisshunger war wieder da und lies uns doch glatt gierig werden: unser Ältester aß 2 McQuarter (Viertelpfünder) und eine halbe 20er Box McChicken mit großer Pommes und Cola, der Rest von uns 5 war aber auch kaum weniger hungrig und so bestellten wir aus Versehen sogar 6 Getränke &#8230; Auch wenn im Vergleich zum Vorabend die Rechnung &#8220;extrem&#8221; hoch war, so empfand ich den Preis von 937 Pesos als günstig im Vergleich zu Deutschland. Übrigens mein BigMac (den es ja als Preisindex weltweit gibt) kostete 108 <acronym title="Der Philippische Peso ist das gesetzliche Zahlungsmittel der Philippinen">Peso</acronym> = 1,65 Euro damals.</p>
<p>(Fortsetzung folgt)</p>

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		<title>Leyte (Teil 6)</title>
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		<pubDate>Mon, 02 Nov 2009 08:30:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>Kai</dc:creator>
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		<description><![CDATA[Der nächste Kontrollbesuch stand an. Als wir am Grundstück ankamen, sahen wir dass die Treppenab- und Aufgänge ordentlich gemacht wurden, sodass man jetzt gut und unfallfrei zum Fluss kommt. Nur warum man das von uns gekaufte Seil nicht so verbaut hat, dass man trockenen Fußes das Floss von jeder Seite holen kann, kann wohl nur [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Der nächste Kontrollbesuch stand an. Als wir am Grundstück ankamen, sahen wir dass die Treppenab- und Aufgänge ordentlich gemacht wurden, sodass man jetzt gut und unfallfrei zum Fluss kommt. Nur warum man das von uns gekaufte Seil nicht so verbaut hat, dass man trockenen Fußes das Floss von jeder Seite holen kann, kann wohl nur der beantworten, der daraus eine Hollywood-Schaukel baute! Das für die Stallungen und das Haus vorgesehene Landstück war gesäubert, bis auf ein paar Hecken mit Stacheln. Wir erklärten die weiteren Aufgaben: Bau einer Hütte, Reinigung des Baches ca. 1 km zur Quelle hin etc. Danach suchten wir eine Übernachtungsmöglichkeit mit Frühstück.<span id="more-560"></span></p>
<p>Wir fanden in Hilongos das Leopard-Resort, was einen ordentlichen Eindruck machte. Allerdings wollten die gleich den Kindern Badekleidung verkaufen, da wir diese in Cebu gelassen hatten. Das konnten wir gerade noch mal abbiegen, aber als wir später Abendessen bestellten, wurde es erheblich komplizierter. Beim einchecken fragten wir explizit was wir denn abends essen könnten. Darauf hin zeigte uns die Lady an der Rezeption (die wir zuvor am frühen Nachmittag erst aufwecken mussten, da sie hinter dem Tresen döste!!!) die Karte, die zwar kurz war &#8211; aber Hauptsache was zum Essen.</p>
<p>Später, während sich meine Frau und Kinder fürs Abendessen fertig machten, ging ich schon mal voraus. Setzte mich gemütlich an einen Tisch und bestellte schon mal ein <a href="http://www.sanmiguel.com.ph/" target="_blank"><img src="http://www.philippinenforum.net/alink.gif" border="0" alt="" /></a><acronym title="San Miguel Bier die wohl bekannteste Biermarke der Philippinen."> SMB</acronym>. Am Nebentisch waren zwei junge Filippinos, die einen kleinen Kampftrinker-Wettbewerb veranstalteten, denn auf dem Tisch waren bereits einige leere Flaschen &#8220;Red Horse&#8221; geparkt. Sie lallten schon ein wenig und da halte ich dann eher Abstand, da dies nicht selten der Beginn eines Boxkampfes wird. Sie fragten mich ob sie sich zu mir setzen dürften.</p>
<p>Also wenns sein muss, aber dann halt aufpassen, dachte ich! Sie fragten wo ich herkomme und was ich hier mache. Dann erzählte einer der beiden, dass seine Mutter die Köchin des Hauses wäre und sie sich während der Ferien ein paar Pesos im Resort verdienen. Toll, da könnt ihr die ja wohl gleich wieder versaufen, dachte ich. Sie erzählten mir noch von einem &#8220;german friend&#8221; dessen Namen sie aber vergessen hätten. Filippinos haben ein anderes Verständnis was Freundschaften angeht. Wahrscheinlich bin ich jetzt, nach dem Bier, auch ihr &#8220;friend&#8221;.</p>
<p>Nun irgendwann rettete mich doch meine Familie, denn wir wollten ja essen. Also liesen wir uns die Karte geben und suchten uns was aus. Die Bedienung kam, nahm die Bestellung auf und ging zur Küche. Kurz darauf kam sie wieder und erklärte, dass das Bestellte ausgegangen sei. Nun gut kann passieren, wir sind flexibel. Also suchen wir was neues aus und bestellen nochmal. Zufriedenheit macht sich breit, um dann doch gestört zu werden: unsere Bedienung kommt mit Block und Stift bewaffnet aus der Küche zurück, mir schwant nichts gutes! &#8220;Sir, I&#8217;m sorry &#8230;&#8221; &#8230;.</p>
<p>. wieder sei alles ausgegangen. Ich werde stutzig, denn die Karte war schon klein und ich frage, was gibts denn von der Karte überhaupt! &#8220;Nothing!&#8221; Frage vorsichtshalber noch mal nach: &#8220;Joke na lang?&#8221;. &#8220;No Sir, I am verry sorry. But all out of stock.&#8221; Eigentlich will ich sie fragen, wieso sie uns übehaupt die Karte bringt, wenn denn nichts da sei und warum sie 3 mal Bestellungen entgegen nehmen will, wo doch &#8230; ich fasse es nicht, aber das ist echt der Hit, so was habe ich noch NIE erlebt. Sie schlägt uns vor außer Haus zu essen. Aber warum sollte ich, dann wäre ich doch gar nicht hierher gekommen?</p>
<p>&#8220;Mr. Schluckspecht&#8221; hat alles seelenruhig beobachtet, vielleicht hat er geahnt was hier für eine Show stattfindet und hat sogar Eintritt bezahlen müssen, denke ich noch. Da meldet er sich zu Wort, also seine Mutter sei ja die Küchenchefin. Denke noch &#8220;Das hast Du doch vorhin schon erzählt Du Hirni. Ausserdem, hat uns gerade dieser Umstand wohl zu dem Ergebnis gebracht!&#8221;, da steuert er was äußerst konstruktives bei: Er würde mit der &#8220;Chefin&#8221; reden, dass die von einem anderen &#8220;Lokal&#8221; unsere Bestellung holen und dann müssten wir nicht raus. Na also, es geht doch! Wir mussten zwar recht lange noch auf das Essen warten, aber es kam, wir wurden satt und gingen ins Bett.</p>
<p>Am anderen Morgen wollten wir wieder zurück nach Cebu, aber erst noch frühstücken. Entweder haben die über Nacht die Vorräte wieder aufgefüllt oder die haben eine bessere Sortierung in Sachen &#8220;Frühstück&#8221;. Jedenfalls bekamen wir alles was wir bestellten. Danach packten wir unsere Klamotten ein und ich wollte zahlen. Plötzlich fand man keinen Quittungsblock mehr. Da ich ohnehin noch im Zimmer zu tun hatte, sagte ich noch &#8220;bin gleich wieder zurück&#8221;. Aber clever wie sie waren, drückte man den Kindern eine handgeschriebene Auflistung der Kosten als &#8220;Quittung&#8221; in die Finger (ohne Adresse, Unterschrift, etc.). Da ich vom Vorabend aber wusste, durch &#8220;Mr. Red Horse&#8217;s Plapperstunde&#8221;, das Resort zum Verkauf stand und die Besitzer nicht anwesend sind, war schnell klar, dass da welche in die eigene Tasche wirtschaften. Da erschien die Aktion &#8220;Essen auf Rädern&#8221; vom Vorabend dann aber in einem ganz anderen Licht &#8230; Nun hätte ich natürlich wegen der &#8220;Fake-Quittung&#8221; einen Aufstand machen können. Dachte mir aber, wenn es den Besitzern egal ist, kann es mir das wohl erst Recht sein.</p>
<p>Wochen später: Inzwischen stehen der Stall für die Schweine, Hühner und Gänse. Ebenso steht die Hütte für die beiden &#8220;blinden Aufseher&#8221;, die dort die Tiere füttern und vermehren sowie die Pflanzenaufzucht kontrollieren sollen. Leider gibt es mit den Pflanzen schon die ersten negativen Erfahrungen: viele Arten (z.B. Karotten und Kartoffel) werden schon beim Austrieb von Insekten gefressen, sodass Pflanzenschutzmittel unumgänglich sind. Auch die Schweine haben sich schon &#8220;bekriegt&#8221;, sodass sie auseinander dividiert werden mussten. So wurde aus einem größeren Stall drei kleinere Ställe. Jetzt ist erstmal Friede &#8211; bis zum nächsten Krieg.</p>
<p>Aber die Probleme häuften sich: so zeigte sich, dass 2 der Schweinchen kaum an Gewicht zunahmen und wir sie schlachteten, da aufgrund von Anpflanzproblemen (bedingt durch die Unerfahrenheit der Brüder, haben die zu spät und falsch angepflanzt) die sonst zu viel gekauftes Futter benötigten, was einem bei kaufmännischer Betrachtung des Ganzen, die Haare zu Berg stehen lässt. Dann wurde einer der beiden Brüder krank und musste bei uns in Cebu behandelt werden. Durch hygienische Defizite, die durch das schlechte Sehen verursacht werden, hatte er einen massiven Ausschlag, dass wir nur mittels mehrerer Antibiotika wieder weg brachten. Des weiteren hatte er ein Geschwulst in der Kniebeuge, die der Arzt weg operieren wollte. Da er aber gleichzeitig noch eine Allergie bekam mit fast zugeschwollenen Augen, intervenierte ich und drängte erst mal auf ein Ausheilen des Ausschlags und einem Rückgang der Allergiesymptome. Und siehe da, plötzlich war das Knie auch wieder in Ordnung.</p>
<p>Die anderen Schweine haben später auch das Fressen eingestellt und lagen nur noch auf dem Boden. Ferndiagnosen kann man sich sparen und einen Tierarzt gibt es nicht in der Nähe. Nur deswegen fahren wir nicht dahin, außerdem bin ich ja kein Veterinär. Aber über das Telefon haben wir dann doch klar gesagt, was man mit kranken Tieren, die man nicht heilen kann man macht: Jedenfalls NICHT essen! OK die beiden Brüder haben sich daran gehalten. Aber Conrado und Betty mit Familien haben eine Schlachtorgie abgehalten &#8211; &#8220;Lechon Krawallie &amp; Co&#8221;. Dass sich bei der Schlachtung bereits zeigte, dass die Leber der Tiere sehr vergrößert und gelb war, hat die lediglich dazu veranlasst, die Leber dem Hund zu geben. Den wiederum einer aus der Nachbarschaft bereits verspeist hat &#8230;</p>
<p>Dann schlachteten wir noch 2 Hähnchen, denen ich schon die Freiheit schenken wollte, da die vom Gewicht her indiskutabel leicht waren. Das Fleisch war dann auch noch derart zäh, dass ich dann doch bereute, nicht die Viecher laufen zu lassen. Ja und die Ziege bekam 2 Junge, die sie aber kläglich verhungern ließ. Die Gänse brüteten auf den Eiern und dann kam ein großer Regen und schwemmte die Eier weg. Die Pflanzen, die noch zur Ernte anstehen, wurden noch von Conrado abgeerntet, aber &#8230;</p>
<p>&#8230; jetzt ist erst mal Pause. Wir analysieren die Ergebnisse, sammeln Ideen und werden dann handeln.</p>

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