The Banana Bender Law

Es waren einmal vor vielen Jahren auf einem Kontinent weit weg von hier, sechs weise Maenner, die sich entschlossen hatten, die Welt besser zu machen. Sie meinten, dass das nur geht, wenn man sich zusammenschliesst, aber der Wahlspruch einer fuer alle und alle fuer einen sollte nicht lange Bestand haben. Und damit es uns besser geht, machte man viele neue Gesetze, die uns allen helfen sollten.

Unter anderem schuf man ein Gesetz, in dem die Kruemmung der Bananen vorgeschrieben wurde; das sogenannte Banana Bender Law.  Dieses Gesetz hatte die allermerkwuerdigsten Auswirkungen, Auswirkungen mit denen kein Mensch gerechnet hatte. Australien pflanzte in Queensland viele Bananen und durch dieses neue Gesetz konnte man Bananen nur dann in jenen fernen Kontinent exportieren, wenn eben die Kruemmung stimmte. Das war aber kein Problem, denn nun stellten die Plantageneigentuemer Arbeiter ein, um die Bananen richtig hinzubiegen. Natuerlich wurden auch Schablonen benoetigt und die findige australische Industrie stellte die auch her und exportierte diese Schablonen auch in andere Laender, denn auch dort mussten viele Bananen auf den richtigen Kruemmungswert gebracht werden.  Natuerlich kostete das alles Geld; die Arbeiter mussten bezahlt werden, die Schablonen gab es auch nicht umsonst und das wurde natuerlich auf den Preis der Bananen aufgeschlagen. In den „Bananenrepubliken“ war man gluecklich, denn durch dieses Gesetz gab es viele neue Stellen und der Staat nahm viel mehr an Einkommenssteuer ein. Aber in den Laendern der Weisen kosteten die Bananen nun etwas mehr, aber man war stolz, denn man hatte anderen Laendern geholfen  und der lokale Buerger konnte sich den geringen Aufpreis ja leisten.

Zudem hatte dieses Gesetz einen riesigen Einfluss auf das Freizeitverhalten der Queenslaender. Es dauerte naemlich gar nicht lange, da bezeichneten die Bewohner der anderen australischen Staaten die Queenslaender als banana benders, was wiederum den Queenslaendern gar nicht gefiel. Sie wehrten sich vehement gegen diesen neuen Spitznamen und ueberall in den Kneipen und Pubs gab es maechtige Schlaegereien deswegen. Vor allem gab es den Queenslaendern genuegend Gruende ihre „Widersacher“ aus New South Wales regelmaessig zu vermoebeln. Man muss naemlich wissen, dass Pruegeleien  dort schon immer als Freizeitgestaltung galten.

Auch auf den Philippinen wurden fleissig Bananen gebogen, aber die Auswirkungen dort waren ganz anders. Da die Grossgrundbesitzer den banana benders natuerlich viel zu wenig Lohn bezahlten, fanden  bald landesweite Proteste statt. Und wie immer, wenn es irgendwo auf der Welt ein Suepplein zu kochen gab, waren die Kommunisten dabei und kochten mit. Sie gruendeten eine Widerstandsgruppe, die sich NPA (Synonym fuer „no permanent address“) nannte und die nichts anderes  wusste als sogenannte Revolutionssteuer zu kassieren. Das gefiel den Obersten des Landes natuerlich ueberhaupt nicht und so wurde die NPA verboten und ihr „Fuehrer“ sollte verhaftet werden, Der hatte natuerlich keine Lust fuer die „Revolution“ ins Gefaengnis zu gehen und er setzte sich in ein Land ab, aus dem einer der sechs Weisen stammte und lebte von da an vom sozialen Netz dieses Landes, das ihm so viel Gutes bescherte.

Aber eines Tages – aus den sechs weisen Maennern waren laengst 27 geworden und deswegen waren sie immer noch nicht weiser – wurde das Banana Bender Law wieder abgeschafft. Die Folgen waren katastrophal. Die Arbeitlosenzahlen stiegen auf den Philippinen von null auf ueber 30%. Die NPA verstaerkte ihre Angriffe und verlegte sich jetzt auf Bergbau um dort weiter ihren Obulus zu kassieren. Die Regierung rief einen Volkstrauertag aus, weil man ja nun keine Bananenrepublik mehr war ja und die Arbeitslosen schickten ihre Soehne und Toechter ins Ausland, denn der „Rubel“ musste ja weiter rollen. Der „Fuehrer“ jener NPA lebt immer noch auf Kosten des sozialen Netzes eines dieser Laender aber ansonsten hatte sich ausser einem kurzen kollektiven Aufschrei fast nichts geaendert. Halt: In China wies man auf einmal tonnenweise diese natuerlich gekruemmten Bananen zurueck und erzaehlte irgendetwas von Ungeziefer. Da aber die Philippinen mit China gerade um irgendwelche Felsen im Meer stritten, versicherte China natuerlich, dass das Zurueckweisen der Bananen mit jenen Felsen nichts zu tun haette, aber ich bitte euch, jeder kann doch einen „versteckten Wirtschaftsboykott“ von Insekten unterscheiden. Die spinnen doch, die Chinesen.

In Queenslaend passierte nicht viel. Laengst hatten dort Maschinen die Arbeit der banana benders uebernommen, so dass man halt die Maschinen einmottete und das wars dann schon. Aber des Queenslanders Lieblingsbeschaeftigung ging weiter, denn laengst war Banana Bender ein Synonym fuer Queenslander geworden und so pruegelt man sich noch heute in den Pubs und Kneipen.

Und in Eurpoa? Nun ja da aenderte sich eigentlich nur der Wahlspruch. Heute heisst es eben: “ Einer fuer niemand und einige fuer alle“  (oder auch einen)

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1 Comment
  • MIC
    Reply

    Jetzt bin ich aber von den Socken 80

    In Deutschland hält sich nämlich hartnäckig das Gerücht, die Banane sei deswegen krumm, weil sie 40 Jahre lang einen Borgen um die DDR gemacht hat :)

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