Thunfisch Bann gefaehrdet 150000 Arbeitstellen

150.000 Menschen, die von ihrer Anstellung in der Thunfisch Industrie abhaengen,  koennten 2010 ihre Arbeitsstellen verlieren. Seit Anfang Januar ist ein Bann zum Fangen von Thunfischen in Kraft getreten, der auch die Industrie von Palau und den anderen pazifischen Inseln gefaehrdet. Mit diesem Bann will man erreichen, dass sich die Bestaende erholen, aber verschiedene Fachleute hegen den Verdacht, dass sich industrialisierte Laender die Fischgruende sichern wollen und die Pazifik Staaten aus dem Geschaeft draengen wollen.

Der Bann betrifft allerdings nur Gewaesser ausserhalb einer 12 Meilen Zone, da man ja die kleinen Fischerleute nicht arbeitslos machen will, wobei aber vergessen wurde, dass alle motorisierten Bangkas ausserhalb der 12 Meilen Zone fischen. Nicht betroffen sind damit einzig die Baruto Fischer, die mit ihren Paddelbooten gar nicht so weit kommen.

In General Santos alleine waeren damit ueber 200 Trawlers arbeitslos, es gibt noch keine Zahlen fuer das ganze Land. Dabei wurden aber die zahlreichen Bangkas, deren Zahl wohl leicht 100.000 ueberschreiten duerfte, nicht mit eingerechnet. Einzig die Thunfischboote, die mit Haken und Leine fischen, sind von diesem Bann nicht betroffen, und diese Boote sind etwa fuer 75-80% des Thunfischfanges in General Santos verantwortlich. Unfair ist  dabei auch, dass die zahlreichen taiwanesichen und vietnamesischen  „Long Line Boote“ weiter fischen duerfen, sind es doch sie, die in erster Linie den Bestand der Grossfische gefaehrden, aber deren Faenge gehen zu 99% in den Export und man will ja nicht den Eigenbedarf in Frage stellen.  Aber diese Boote sind ja in erster Linie in den Haenden von grossen Firmen, die ihren Sitz nicht in den Entwicklungslaendern haben.

Preise fur Thunfisch werden also weltweit anziehen, aber die Fischerleute duerften kaum profitieren, sondern es werden einmal mehr die Zwischenhaendler „reich“ dabei werden.

Es wird geschaetzt, dass die Thunfischindustrie jaehrlich zirka eine Milliarde US Dollar zum Bruttosozialprodukt der Philippinen beitraegt, was natuerlich in Zeiten einer Wirtschaftskrise nicht unbedingt positive Auswirkungen haben kann. Die Wirtschaft von Mindanao wird wohl den groessten Teil dieser Verluste tragen muessen und wenn man bedenkt, dass Mindanao schon immer das Stiefkind Manilas war, wenn es um Entwicklung und Fortschritt ging, dann duerften die Auswirkungen dort staerker sein, als sie es zum Beispiel in Luzon gewesen waeren.

Inwieweit die Einnahmen der lokalen Gemeinden zurueck gehen werden ist noch offen, aber viele Projekte werden wohl auf Eis gelegt werden.

Hier kann man einmal mehr eine Entscheidug sehen, die getroffen wurde ohne sich mit den Beduerfnissen der Region Mindanao auseinander zu setzen.

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