Unser Stock Yard in Wilson und Ben 3. Teil

Wir ueberlegten was zu tun war, da der alte Mann hartnaeckig schweigte und selbst als der Barangay Captain versuchte hin zu gehen, legte er mit der Flinte an, was den Captain ganz schnell zu einem Rueckzug bewog.

Ich schlug vor nichts zu tun. Bei schoenem Wetter brannte ihm die Sonne aufs „Hirn“ und wenn es regnete, wurde er pitschnass. Das war nur eine Frage der Geduld, bevor er aufgab. Also taten wir erst einmal gar nichts. Wir sassen im Schatten unter einem grossen alten Baum neben dem Hof, tranken Bier oder Softdrinks und liessen die Eiswuerfel provokativ „klimpern“. Der Alte schaute oefter zu uns rueber, aber er sagte und machte nichts. So verging der erste Tag.

Abends ging der Alte nach Hause nur um am naechsten Morgen noch vor Sonnenaufgang wieder mitten auf dem Platz zu sitzen. Der Himmel war wolkenlos und wir waren gespannt, wie lange er da sitzen wuerde. Nun er war zaeh, aber als gegen Mittag seine Frau kam um ihn mit Essen und Trinken zu versorgen,untersagte ihr der Barangay Captain den Zugang. Der Alte schwitzte, aber erst nach Sonnenuntergang ging er nach Hause.

Am naechsten Morgen war er wieder da, aber diesesmal hatte er Wasser und Nahrung mit gebracht. Und er hielt durch.

Drei Tage ging das Spiel schon, als sich am Nachmittag schwere Gewitterwolken am Himmel zeigten. Innerhalb von 30 Minuten hatten wir das schoenste Tropengewitter mit Blitz und Donner und einem tollen Wolkenbruch. Der alte Mann aber zeigte ich unbeirrt und sass stoisch auf seinem Stuhl. Nach einer guten Stunde war der Zauber vorbei and die Sonne begann zu scheinen. Der nasse Beton dampfte und die Luftfeuchtigkeit stieg wohl gegen 100%.  Das wurde ihm nun doch zuviel und gegen fuenf Uhr ging er nach Hause. Wir begannen nun das Grundstueck zu umzaeunen, da die gekauften Materialien inzwischen eingetroffen waren. Bei Scheinwerferlicht arbeiteten wir mit unseren Leuten die ganze Nacht, aber leider sind wir nicht fertig geworden und so konnte der gute Mann am naechsten Morgen sein Spiel fortsetzen.

In der naechsten Nacht arbeiteten wir weiter und gegen Morgen war der Zaun fertig. Das Tor blokierten wir mit dem Kipplaster und Ben wachte um den Alten am rein klettern zu hindern. Aber der kannte keine „Gnade“ und bedrohte Ben kurzerhand mit der Waffe. Ben lief natuerlich weg und der Alte sass keine zwei Minuten spaeter wieder auf seinem Stuhl und grinste zufrieden vor sich hin.

Ich liess mich nicht beirren und am naechsten Morgen war das Tor fertig und ich war neugierig, was der alte Knabe nun unternehmen wuerde.  Trozt Stacheldraht liess sich der nicht beirren und er rammte einen Stock in den Boden, den er vorher oben eingekerbt hatte und spannte so den Draht nach oben, was es ihm ermoeglichte unter dem Stacheldraht durch zu kriechen. Und wieder sass er da und grinste. So langsam bekam ich das Gefuehl, das dem Alten das „Spiel“  Spass machte.

Ich liess mich auch nicht weiter beirren und auch wenn erst etwa 50% betoniert waren so begannen wir das Erz von Dona Helene nach Wilson zu schaffen und einfach auf den bereits betonierten Teil zu kippen. Am ersten Tag fuhren wir insgesamt acht Mal und bauten einen „Wall“ um den alten Herrn herum. Da es trocken war staubte es auch entsprechend und das gefiel ihm nun gar nicht. Aber auch hier wusste er sich zu helfen und er band sich ein Tuch vor das Gesicht, so dass er nun wie ein alter  „Westernbandit“  aussah.

Es war bereits eine Woche vergangen und wir arbeiteten einfach weiter, als ob der alte Mann gar nicht da war. Er sah  interessiert bei der Arbeit zu und begann sogar zu fragen, als er mir zusah wie ich erste repraesentative Proben zog. Innerhalb einer kurzen Zeit waren wir im Gespraech und unterhielten uns nur Anfangs ueber das Erz. Er wollte dann mehr von mir wissen, auch persoenliches wie woher, welche Religion usw. Ich vermied es bewusst, dass Gespraeche auf seine Ansprueche zu bringen, da ich wollte, dass er damit begann.

In den ersten beiden Tagen klammerte er das „Thema“ wohl auch bewusst aus und wir unterhielten uns ueber Gott und die Welt. Ich brachte ihm auch einen provisorischen „Sonnenschirm“, so dass er wenigstens etwas von der Hitze geschuetzt war. Ausserdem bot ich ihm zu essen und zu trinken an und so kam unser Gespraech nach zwei Tagen endlich zum Thema.

Er wusste eigentlich ganz genau, dass ihm das Land nicht gehoeren konnte, da die Familie es eben nicht genutzt hatte und auch keine Steuern bezahlt hatte, aber dachte er koenne was fuer sich heraus holen, da die Familie arm war. Die Kinder waren ausser Haus, zwei Soehne suchten Gold in Diwalwal, die Toechter waren verheiratet und auch bei ihnen reichte das Einkommen hinten und vorne nicht.

Ich bot ihm an fuer uns als „Waechter“ zu arbeiten. Er nahm dankend an und wir einigten uns auf sein Gehalt. In den naechsten Tagen bauten wir neben dem Tor eine kleine Huette, die als sein „Wachhaus“ diente. Dort sass er nun, die Schrotflinte griffbereit und er nahm seinen Job sehr ernst. Jeder der auf das Gelaende wollte, und ihm nicht bekannt war musste sich ausweisen und er war sehr genau. Er lebte richtiggehend auf mit seiner neuen „Verantwortung“.  Und solange wir den Stock Yard betrieben arbeitete er auch fuer uns als „Wachmann“.

Wir konnten also endlich unseren Stock Yard fertig machen und etwa drei Wochen spaeter luden wir das erste mal in Wilson. Mit dem Schaufellader und dem Kipplaster war der LCT in „nullkommanix“ nix geladen, verglichen mit manuellem Laden, das frueher immer bis zu 3 Tagen dauerte und uns das dreifache kostete.

Aber wie immer gab es Neider und als wir den zweiten LCT laden wollten, gab es einige unschoene Szenen.

Fortsetzung folgt

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