Unser Stock Yard in Wilson und Ben 5. Teil

Und dann kamen sie! Und alle wollten Geld! Zuerst kam der Buergermeister von Dona Helene wieder angetanzt, dem wir die gleichen Argumente an den Kopf warfen wie beim erstenmal. Aber dieses Mal hatte er drei Polizisten dabei, die sollten den LCT bewachen und verhindern, dass er abfuhr. Eine richterliche Anordnung hatte er nicht. Danach kam der Barangay Captain von San Jose und der brachte gleich acht Polizisten mit, die bis auf die Zaehne bewaffnet waren. Die sollten uns wohl einschuechtern. Die Argumente waren die gleichen, aber dieses Mal wollte er gleich zwei Anteile haben. Einen fuer sich selbst und einen fuer die Gemeinde. Wir waren nicht gewillt zu zahlen und daher blockierten „seine Polizisten“ unsere Ladeaktion. Tio war in heftige Diskussionen verstrickt mit den verschiedenen Leuten, aber ohne jedes greifbare Resultat, denn man gab sich stur.

Die Buergermeister verzogen sich wieder, aber ihre Polizisten blieben da. Danach kam auch wie ueblich die INP und die PC, aber wir machten denen unverbluemt klar, dass es ohne Abfahrt keine Kohle gaebe. Die waren dann sauer auf ihre „Kollegen“ die das Laden und die Abfahrt verhindern sollten. Es wurde diskutiert und herum geschrien, dass es eine wahre Freude war. Zwei der Polizisten begannen eine Schlaegerei und die anderen gingen dazwischen um die Kampfhaehne zu trennen. Tio und ich standen an der Seite des Platzes und grinsten uns eins. Es war ein einziges Chaos.

Nach dem Mittagessen gelang es Tio, die Polizisten an einen Tisch zu bringen und es wurde palavert und diskutiert auf Teufel komm raus. Nur leider kam nichts dabei ‚raus und die Polizisten bestanden stur auf die Bezahlung.

Nun fragte ich Tio, wie es denn mit einer einstweiligen Verfuegung aussaehe, da die Forderungen ja keinerlei gesetzliche Basis hatten. Tio meinte, dass es einen Versuch wert waere und fuhr nach Rizal, der zustaendigen Municipality. Drei Stunden spaeter war er wieder da mit einer einstweiligen Verfuegung, die uns das Laden erlaubte sowie die Abfahrt ohne jede weitere Bezahlung, da die Steuern ja ordnungsgemaess bezahlt worden waren und keinerlei Gesetz die „Ansprueche“ der Barangays regelten.  Das brachte die Polizisten in Bewegung und sie fuhren auf ihren Mopeds zu ihren „Herren“ um Bericht zu erstatten, die natuerlich prompt zurueck kamen und erneut begannen Verhandlungen.  Man wollte uns aber weder weiter laden lassen noch abfahren. Die Verfuegung wurde ignoriert. Das gefiel nun „unseren“ Polizisten nicht, die sich nun auf die Seite des Gesetzes stellten und die Polizisten aus Dona Helene und San Jose mit ihren Waffen bedrohten und ihnen die Knarren abnahmen. Selbst die beiden Barangay Captains wurden entwaffnet. (Damals war eine Bolo (Machete) das Minimum an Waffen, was so ein Captain bei sich trug. Heute ist das natuerlich nicht mehr erlaubt.)

Das Laden ging weiter. Die Entwaffneten wurden von drei Maennern in Schach gehalten und zwar so lange, bis der LCT fertig beladen war. Die Coast Guard kam, bekam ihren Obulus und stellte die „Clearance“ zur Abfahrt aus. Der LCT legte ab und „unsere“ Polizisten wurden nun entlohnt mit dem gleichen Betrag wie sonst auch. Das geschah in Sichtweite der „gegnerischen“ Polizisten, denen fast die Augen ‚raus fielen, als sie sahen dass es da Kohle gab.

Damit war der Zauber fuer heute erst einmal beendet. Die Polizisten fuhren mit ihren Herren heim.

Bereits zwei Tage spaeter tauchten die beiden Barangay Captains zeitgleich bei uns auf. Sie hatten sich wohl abgesprochen und legten jeweils eine Municipal Ordinance (Gemeindegesetz) vor, in denen die Ansprueche legalisiert worden waren. Nur waren die Ansprueche der Gemeinden nicht begruendet, das Erz wurde weder auf ihrem Gemeindegebiet gefoerdert noch wurde das Erz dort gelagert. Mit Wilson hatten wir ja unseren Vertrag und die bekammen auch ihren Anteil jedesmal nach dem Laden. Ich machte den Herren meinen Standpunkt klar und fragte womit dieses Gesetz, das in Tat vom Gemeinderat so beschlossen worden war, denn begruendet werden solle. Das zog verblueffte Gesichter nach sich.

Zwei Tage spaeter war Tio beim Richter in Rizal (heute Basilisa), der die beiden Gemeindegesetze fuer ungesetzlich erklaerte und sogar einen Text aufsetzte, der den Gemeinden Einkommen versprach, aber eben nur, wenn das Erz entweder bei ihnen gelagert, abgebaut oder verschifft wurde. Nun ja, die „hohen Herren“ scheinen nicht sehr intelligent gewesen sein, denn am naechsten Tag kamen sie wieder und „schlugen“ mir den geaenderten Gesetztestext „um die Ohren“. Ich nickte und sagte nur immer jaja und liess mir natuerlich jeweils eine Kopie geben.

Der naechste Ladetag kam und die beiden Herren kammen siegesischer zum kassieren. Ich schuettelte mit einer „Leichenbittermiene“ bedauernd den Kopf mit einem Hinweis auf den Gesetzestext, der ja eindeutig besagte, dass das Erz eben entweder in der Gemeinde abgebaut worden war, oder eben dort gelagert und verschifft wurde. Da das weder fuer Dona Helene noch fuer San Jose zu traf, machten die beiden sehr lange Gesichter. Denn es gab nichts zu holen fuer sie und dieses mal sogar verbrieft und besiegelt und das vom Gemeinderat. LOL

Und dieses mal setzten sich die beiden mit uns an einen Tisch – der LCT war ohne Verzoegerung geladen worden und bereits abgefahren – um eine Moeglichkeit zu finden, damit diese Gemeinden eben auch ein Einkommen haben koennten. Dafuer gab es nur eine Moeglichkeit. Sie muessten eben Chromerz auf dem Gemeindegebiet finden und das dann an uns liefern, dann wuerden wir fuer das Erz den vereinbarten Betrag pro Tonne an die Gemeinden abfuehren.

In der Tat wurde dann beim naeheren Untersuchen des Gemeindelandes Erz gefunden, das an uns geliefert beziehungsweise von uns abgeholt wurde und dafuer gab es dann schon Geld beim abholen oder liefern und nicht erst beim laden.

Seitdem hatten wir keine Probleme mehr mit den Vertretern der Gemeinden.

Dafuer sollten wir spaeter Probleme mit Ben bekommen auf grund seiner Sauferei, aber das ist eine andere Geschichte, die ich ein anderes mal erzaehlen werde.

The End

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