Unsere Hunde 1. Teil

Die meisten Expats haben Hunde auf den Philippinen. Unseren ersten Hund haben wir geerbt von Schweizer Expats. Sie hiess Kathi und das befreundete Schweizer Ehepaar, dem Kathi gehoerte wanderte von den Philippinen nach Australien aus. Kathi sollte zusammen mit Philipp eingeschlaefert werden, was wir natuerlich nicht zulassen konnten. Philipp war schon aelter und mit neun Jahren fuer einen Doberman, bewegte er sich dem Ende entgegen, aber Kathi war erst drei und so „erbten“ wir sie nach langen Gespraechen, in denen wir versprachen sie nicht zum Kettenhund zu machen.

Kathi war sehr gut erzogen und folgte aufs Wort. Der erste Tag bei uns auf der Farm war schwierig fuer sie, denn sie trauerte. Aber vom naechsten Tag an ging es aufwaerts und innerhalb von drei Tagen folgte sie uns aufs Wort und fuehlte sich „sauwohl“ bei uns, denn sie konnte rennen und laufen ohne Ende. Und sie war ein ausgezeichneter Wachhund, der auch ohne Zaun wusste, wo die Grenzen des Grundstuecks waren und jeden verbellte, der auch nur einen Fuss auf unseren „geheiligten Rasen“ setzte, aber ansonsten ruhig war, wenn der Passant auf der Strasse lief.

Der heutige Barangay Captain von Cawayan war damals noch der Sekretaer und als er zu uns kam und Kathi auf ihn lossprang um ihn zu verbellen, quietschte er Huch und sprang zurueck. Er fuhr naemlich „zweigleisig“ und in Augenblicken der „Gefahr“ dominierte das „zweite Gleis“ und zwar sehr feminin. Bis dahin wusste ich nicht, dass er ein „doppeltes Lottchen“ war, aber seine Reaktion war klar und als ich ihn fragte, verneinte er es auch nicht, sondern machte mir sogar eindeutige Angebote, auf die ich allerdings dankend verzichtete.

Zwei Wochen spaeter ging Ging Ging, die Inhaberin eines Sari Dari Stores bei uns vorbei. Ging Ging war sehr fett! Nicht nur dick, sondern fett! Und sie war ein „maennermordender Vamp“, der alles vernaschte, was nicht schnell genug den Baum hoch kam. (Der Spruch wird normalerweise fuer Maenner angewandt, passte aber fuer Ging Ging wie die Faust aufs Auge.) Beim vorbei gehen konnte sie es nicht lassen Kathi zu testen, denn mittlerweile war im ganzen Dorf bekannt, dass sie sofort „angriff“, wenn jemand auch nur einen Fuss auf unser Grundstueck setzte. Kathi lag wie immer am Fusse der Aussentreppe, denn das war ihr Lieblingsplatz geworden und beobachtete Ging Ging aufmerksam. Wiederholt hob Sie den Fuss und tat so, als ob sie auf unser Grundstueck treten wuerde. Kathi stand auf und schaute, bellte aber noch nicht. Nach einigen „Versuchen“ stellte sie ihren Fuss ab und dem Moment rannte Kathi los und verbellte Ging Ging. Den Kopf gesenkt und den ganzen Koerper angespannt knurrte und blaffte sie. Ging Ging machte nun den groessten Fehler und rannte los. Kathi rannte, nach ihrem Gesaess schnappend, hinterher. Ich sass auf dem Balkon und fiel fast von der Bank vor lachen, als Ging Ging um Hilfe rufend die Dorfstrasse hinunter rannte. Ich rief Kathi und sofort drehte sie um und kam zurueck. Ich lobte sie fuer ihre Aufmerksamkeit und danach liess sie sich wieder auf „ihrem“ Treppenabsatz nieder.

Natuerlich sollte diese Begebenheit nicht ohne Folgen bleiben. Am nachsten Tag wurde ich vor den Captain „geladen“, denn Ging Ging hatte Beschwerde eingereicht. Ich nahm Kathi an die Leine und lief zum Haus des Captains, das ja nicht allzuweit von uns entfernt war. Als wir ds Haus betraten, sass er da zusammen mit Ging Ging und deren Begleiterin von gestern. Wir nahmen Platz und Kathi legte sich neben meinen Stuhl. Ging Ging wurde sichtlich nervoes in Anbetracht der Gegenwart des Hundes. Der Captain ging nach einigen einleitenden Worten auch gleich zum Gegenstand der Beschwerde ueber. Angeblich sollte Kathi gebissen haben, was aber nicht stimmte. Sie schnappte, aber eben nur Luft. Ich erklaerte dann die Provokationen von Ging, ebenso wie das Verhalten von Kathi. Ging Ging hatte eben provoziert und Kathi hatte sie verbellt. So war sie erzogen. Mittlerweile hatten sich etwa 30 Menschen angesammelt, die aufmerksam zuhoerten. Sie beharrte drauf gebissen worden zu sein und ich forderte sie auf, doch den Biss zu zeigen.  Ging Ging zierte sich und am Ende kamen wir ueberein, dass sie den „Biss“ meiner Frau und der Frau des Captains zeigen sollte. Die drei entfernten sich also ins Schlafzimmer des Hausherren, und als sie zurueck kamen erklaerte die Frau des Captains, dass da am Gesaess von Ging Ging nichts zu sehen sei ausser einigen Pickeln. Ging Ging behauptete aber weiter sie sei gebissen worden. Nun ja meinte der Captain ohne Bisswunde koenne man ja nicht von Beissen sprechen. Die Zuhoerer grinsten denn es ging eigentlich recht lustig zu. Ging Ging sprach mich nun direkt an und fragte, was ich wegen des Bisses zu tun gedenke. „Nichts!“ antwortete ich, „denn wer kann es einem Hund uebel nehmen, wenn er nach einem solchen „Schinken“ schnappt.“ Alle Anwesenden brachen in bruellendes Gelachter aus und die Klamotte war perfekt. Als Ging Ging nun auch noch rot wurde, lachten die Leute noch mehr. Die „Verhandlung“ wurde mit dieser lustigen Note beendet und der Captain meinte Ging Ging solle sich doch auf Maenner beschraenken, denn von Hunden verstuende sie wohl nichts, was noch mehr Gelaechter hervor rief.

Einige Wochen spaeter hoerten wir ein Geruecht, dass Kathi angeblich „auserkoren“ war, den Kochtopf einiger Igorots zu fuellen. Wir hatten ueber 100 Igorots, die in dieser Gegend lebten und seit den spaeten 60er Jahren dort angesiedelt worden waren. Wir nahmen die Warnung schon ernst, waren doch schon oefter groessere, gut im Fleisch stehende Hunde verschwunden.  Kathie war gross und sie stand gut im Futter. Allerdings glaubten wir, dass sie sehr gut auf sich selbst aufpassen konnte und ich war mir sicher, sollte jemand einen Versuch machen Kathi zu klauen, wuerde es blutig werden.

Fortsetzung folgt

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