Unsere Hunde 3. Teil

Als wir in Cagayan de Oro eine Zweitwohnung wegen der Schule der Kinder hatten, brachte Marion eines Tages einen jungen Hund nach Hause. Es war ein goldfarbener philippinischer Mischling mit dem hier so haeufigen „Ringelschwanz“. Ich weiss nicht ob das euch schon aufgefallen ist, aber bei philippinischen Hunden ringelt sich der Schwanz oft nach oben. Sie nannte den Hund Shikeina. Wie sie auf diesen Namen kam, wissen die Goetter. Und sie versprach hoch und heilig fuer den Hund zu sorgen. Dreimal duerft ihr raten, wer sich nach zwei Wochen eifrigen Kuemmerns dann um den Hund bemuehen musste.

Shikeina war noch sehr jung und dementsprechend verspielt. Damals waren wir finanziell nicht auf Rosen gebettet und nach dem sechsten Paar zerkauter Slipper war ich dann doch veraergert, denn die kosteten Geld. Weder Erziehung noch der beruehmte Gummiknochen schafften Abhilfe, also wurde Shikeina erst einmal in den Garten verbannt. Nicht dass es viel geholfen haette, denn bei jeder sich bietenden Gelegenheit wieselte sie ins Haus zurueck. Auch eine zusammen gerollte Zeitung fuer den gelegentlichen Klaps hinten drauf schaffte keine Abhilfe. Nun ich behandelte dann alle Slipper im Hause mit Saft von zerdrueckten Chilis und das half bereits nach den ersten „Kauversuchen“. Shikeinas Wasserverbrauch stieg voruebergehend auf bayrische Mengen. (Wobei natuerlich bayrische Biermengen gemeint sind.) Und alle Tierliebhaber duerfen mich nun an dieser Stelle kreuzigen.

Die Chilibehandlung musste erstaunlicherweise nicht wiederholt werden, denn das eine Mal hatte Shikeina von ihrer Leidenschaft befreit. Der Gummiknochen wurde nun ihr liebstes Spielzeug aber alle zwei Monate war nachkaufen angesagt, da der „Knochen“ restlos zerfleddert war. Shikeina „zerstoerte“ sogar grosse Rindsknochen, so dass ich schon eine Verwandschaft zu Hyaenen oder Schakalen vermutete.

Ueberhaupt sah Shikeina nicht wie ein Hund aus. Sie aehnelte eher einem Fuchs oder einem Schakal. Dazu kam eben auch, dass sich ihr Fell ins roetliche verfaerbte.

Wir brachten dem Hund einiges bei und sie stellte sich als sehr gelehrig heraus, konnte es aber nie mit Kathi aufnehmen. So lernte sie nie an einer Leine zu gehen und versuchte sogar immer das Halsband zu entfernen, da es ihr ueberaus laestig war. Und so sprang sie eben frei herum.

Als ich in General Santos war um das Geschaeft dort aufzubauen, blieb die Familie ja in Cagayan de Oro. Bedauerlicherweise wurde Shikeina zwei Wochen vor dem Umzug in Bulua ueberfahren. Meine Tochter war zu der Zeit schon in Gensan und konnte ihre ueblen Drohungen gegen den „Todesfahrer“ nicht verwirklichen.

Seit Shikeinas Tod waren drei Monate vergangen, als meine Tochter etwas nach Hause brachte, das sie in einem Karton verborgen hatte und sofort in ihr Zimmer brachte. Es dauerte auch nur etwa 15 Minuten und dann kam „etwas“ aus ihrem Zimmer und schaute neugierig in den Wohnraum. Es war ein Hund und als Marion sah, dass der Hund im Wohnzimmer war,  kamen auch sofort die Versprechungen sich um den Hund zu kuemmern. Ich glaube nicht, dass ich mich hier wiederholen muss. Die Liebe zum Hund hatte die ueblichen zwei Wochen Bestand und dann waren es meine Frau und ich, die sich um das Wollknaeuel kuemmerten. Marion nannte den Koeter Poypoy und er entwickelte sich zu einem echten Klaeffer. Sobald seine Stimme laut genug geworen war, begann er zu klaeffen und hat „nie mehr“ aufgehoert. Mich wunderte nur, dass er nicht heiser wurde. Unsere Ohren waren noch nie so maltraetiert worden wie zu dieser Zeit. Da er dauernd klaeffte, konnte man auch nie sagen, ob jemand kommt und er gehorsam Meldung macht.

Poypoy war eine echte Nervensaege! Einige Male sagte ich, dass der Hund weg muesse, aber niemand wollte ihn haben. Er war weder besonders anhaenglich, noch sah er gut aus, er war einfach nur nervig.

Damals wurde auch das Handy meiner Frau nachts auf dem Grundstueck geklaut und ich traf die Entscheidung mir einen grossen Hund zuzulegen. Klotzen nicht kleckern war die Devise und so bestellte ich eine daenische Dogge in Manila bei einem Zuechter.

Claus, unser Freund, begruesste die Entscheidung, aber war der Ansicht, dass Poypoy weg muesse, da die beiden Hunde sich sicher nicht vertragen wuerden. Ich war zwar anderer Ansicht, aber behielt meine Meinung fuer mich. Der Koeter nervte derartig, dass auch sonst niemand im Haus widersprach. Und so verliess uns Poypoy einen Tag bevor unser Dogge mit dem Flieger aus Manila eintraf. Claus hatte ihn bei Bekannten untergebracht.

Am naechsten Tag fuhren wir also mit dem Auto von Claus zum Flughafen um unsere Neuerwerbung, die mich mit Kaefig und Flug fast 17.000 Pesos gekostet hatte (12k fuer den Hund), abzuholen. Der Papierkram war dank DHL schnell erledigt und wir nahmen den Hund innerhalb einiger Minuten nach der Ankunft in Empfang. Da war nun die vier Monate alte Dogge in einen viel zu kleinen Kaefig gepfercht. Der Hund konnte weder aufstehen noch sich adaequat ruehren und so beeilten wir uns mit dem nach Hause kommen.

Dort oeffneten wir den Kaefig und konnten erst jetzt sehen, wie abgemagert der Hund war. Auf den Fotos sah er deutlich besser aus. Bereits am Vortag hatten wir einige Dosen Hundefutter und einen Sack Alpo besorgt. Und so boten wir ihm Futter an, zweifelnd, ob er es nehmen wuerde, da er ja neu war und das oft ein bis zwei Tage dauern kann, bis ein Neuankoemmling frisst. Nicht so unser Dogge. Sie frass drei komplette Schuesseln leer und legte sich befriedigt auf der Terasse nieder.

Ich rief dann den Eigentuemer an um mich zu erkundigen, was er so verfuettert hatte. Meine Frau ging dann nachmittags zum Einkaufen. Er bekam beim Zuechter immer eine Mischung aus Mais, Fleischabfaellen und Kuerbis.

Zwischenzeitlich beschaeftigte ich mich mit den Papieren und der Hund war der Sohn des Grand Champions of the Philippines. Der Zuechter war ein Formel 1 Fan und hatte allen seinen Hunden dementsprechende Namen gegeben. Unser Hund hiess Miller of  McLaren und wir beschlossen ihn kurz Mac zu nennen.

Fortsetzung folgt

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