Unsere Hunde 5. Teil

Als naechster brachte mein Sohn einen Hund nach Hause. Es war ein kleiner, schwarzer Dackel den er Kobi nannte. Nur kam es mir so vor, als ob der „Dackel“ nicht ganz reinrassig war. Und als Kobi heran wuchs wurde seine Anstammung dann auch deutlicher. Ein viel zu dicker, walzenfoermiger Koerper sass auf den krummen, kurzen Dackelbeinen. Aber er sah lustig aus und benahm sich auch“komisch“, denn dauernd stolperte er ueber seine krummen Beine. Jeder liebte Kobi mit seinem „komischen Charme“. Spaeter erzaehlte mein Sohn aber, dass er Kobi eigentlich nur zur Pflege genommen hatte, denn sein Freund hatte keinen Platz in der Wohnung. Ich bat meinen Sohn mit dem Freund zu reden und der machte das auch mit dem Resultat, dass wir den Hund geschenkt bekamen. Einige Monate spaeter lieh sich der Freund den Hund um seine Huendin zu decken und brachte ihn nie mehr zurueck. Auf Rueckfrage meines Sohnes teilte er mit, dass er sich entschlossen habe, das Tier zu behalten. Es scheint, dass auf den Philippinen ein Geschenk nicht immer ein Geschenk ist.

Meine Tochter nahm das zum Anlass uns mit einem richtigen Zwergdackel zu „begluecken“. Sie brachte das kleine, sechs Wochen alte Buendel mit nach Hause ohne uns etwas zu sagen und so wurde Waldi unser neuer Hausgenosse. Im Hause eines Bayern muss ein Dackel auch dann Waldi heissen, wenn er weiblichen Geschlechtes ist. Waldi wuchs heran und benahm sich wie sich Dackel eben benehmen. Er betrachtete das Haus und den Garten als sein Eigentum und hatte noch nicht mal vor den beiden Doggen Respekt. Die mussten sich doch tatsaechlich dieses kleinen Bellers annehmen und ihm mit einigen Bissen zeigen, wer der Boss ist. Zum Glueck wurde er nur leicht gebissen und so lernte er seine Lektion und reihte sich im Rudel an.

Als Waldi geschlechtsreif wurde brachte ihn meine Tochter zum Decken zu einem Freund, der auch einen Zwergdackel hatte und so wurde Waldi Mutter und warf  fuenf kleine Dackel. Einer starb unmittelbar nach der Geburt und zwischen vier und fuenf Wochen starben noch drei weitere, so dass am Ende nur einer uebrig blieb. Wir entschlossen uns den Kleinen zu behalten und nannten ihn Lucky, da er ja wirklich „lucky“ war als einziger ueberlebt zu haben. Am Anfang erwiess sich der Kleine ja als lieb und putzig, aber spaeter entwickelte er Aggressionen gegenueber Fremden, so dass wir ihn immer einsperren mussten, wenn Besuch kam. Und er hat nicht nur einmal zugebissen, wobei er mit seinen kleinen Zaehnen zum Glueck kein groesseres Unheil, anrichten konnte. Alle Versuche ihm das Beissen abzugewoehnen bleiben ohne Ergebnis und wir entschlossen uns ihn wegzugeben, da er vielleicht in einer Umgebung ohne andere Hunde friedlicher werden wuerde. Aber keiner wollte ihn haben, da er ja wirklich als Beisser in unserer Nachbarschaft bekannt war.

Eines Tages war Lucky weg und wir wissen bis heute nicht was passiert war. Ist er weg gelaufen oder geklaut worden? Wir wissen es nicht.

Nun ja zwischendrin brachte meine Tochter wieder einmal ein echtes Wollknaeuel nach Hause. Sie war ein Mischling aus Shitzo und ich weiss nicht was, aber sie sah so suess aus, dass sich jeder sofort in die Kleine „verliebte“. Unsere Helferin war ganz verrueckt nach ihr und rief immer wieder:“ She is so cute!“ und so hatte die Kleine auch ihren Namen weg: Cutie!

Cutie ist sehr „pflegeleicht“ und folgsam, aber ihr buschiges Fell macht dann doch Arbeit, da sich Zecken ganz besonders gerne darin verkriechen. Zudem bekommt sie regelmaessig eine Krankheit, wobei sie fast das ganze Fell verliert, aber baden mit einem speziellen Hundeshampoo hilft und das Fell waechst dann wieder nach. Seit sie nun regelmaessig mit diesem Shamboo gewaschen wird, hat sich das Problem geloest. Leider bekommen wir das nur in Cagayan und muessen immer dran denken bei Besuchen dort einzukaufen.

Meine Helferin nahm den Hund immer mit zum Einkaufen und jeder der Cutie sieht will sie haben. Natuerlich haben wir sie nicht weg gegeben und sie wird bei uns bleiben bis sie halt aus Altersgruenden mal gehen muss.

Und dann war da noch Wolf, der von allen ausser mir und meiner Frau Sheilo gerufen wurde und erstaunlicherweise auf beide Namen reagierte.  Meine Tochter hatte die Schaeferhuendin im April in meinem Auftrag gekauft, als wir noch auf unserer Rundreise unterwegs waren und hatte die Huendin Sheilo genannt. Als wir dann zurueck kamen, taufte ich den Hund auf Wolf um, aber die Kinder riefen ihn nach wie vor Sheilo. Zudem war die Zeit gekommen den Hund zu erziehen und so gaben wir uns viel Muehe mit ihr. Sie war sehr gelehrig und lernte sehr schnell, zudem war sie anhaenglich und ging auch ohne Leine „bei Fuss“ so dass man sie ueberall mitnehmen konnte. Sie liebte es mit mir in meinem Miata zu fahren und sich den Wind um die Nase blasen zu lassen. Und sie war der beste Wachhund, den man sich vorstellen konnte. Immer aufmerksam meldete sie die Besucher, wenn sie auch noch hundert Meter vom Haus weg waren. (Wir leben am Ende einer Sackgasse und wer da rein kommt, will zu uns.

Im Oktober 2008 wurde Wolf geklaut. An jenem Tag stand mein Sohn sehr frueh auf und verliess das Haus gegen 4.30 am morgen, da er nach Davao musste zum Fussball spielen  und da war Wolf noch da.  Als ich dann nach sechs Uhr rausging um die Zeitung zu holen, war er weg. Das Tor war geschlossen, also konnte er nicht weg gelaufen sein. Meine anderen Hunde bellten nicht, also musste der Dieb jemand gewesen sein, den die Hunde gut kannten, sonst haetten sie gebellt.

Drei Tage spaeter erzaehlte uns ein Nachbar, dass er gegen sechs Uhr einen juengeren Mann gesehen hatte, der den Hund auf den Schultern trug und der Hund haette geschlafen. Wir vermuteten natuerlich, dass der Hund mit etwas zu fressen betaeubt wurde und dann davon getragen.

Einige Monate spaeter bekam ich dann drei SMS, in denen der Sender erzaehlte, dass er wisse, wer den Hund geklaut habe und dass er noch leben wuerde. Aber ich konnte die Nummer nicht kontaktieren. Rief ich an, dann kam immer nur die Antwort: Out of Coverage Area. Schickte ich eine SMS wurde die einfach ignoriert. Aber dann im Maerz 2009 kam ein 14 jaehriger Junge mit Wolf an der Leine. Der Hund sprang wie verrueckt und wir begruessten ihn mit grosser Freude. Als ich dann nach dem Jungen schaute, war der weg und wir konnten ihn weder fragen, wo er den Hund her hatte noch eine Belohnung geben. Meine Leute rannten ihm nach, aber er war verschwunden. Und so werden wir nie erfahren, was damals wirklich los war.

Leider ist Wolf vor einigen Tagen, wie ich schon im zweiten Teil geschrieben hatte, verstorben.

Wir wollen aber wieder einen Schaefer haben und schauen uns schon um.

Und hier geht es zu den Photos: Unsere Hunde

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2 Comments
  • Annie C.
    Reply

    Wolf hat glück gehabt! …meistens Asiatische hunde landen in kochtopf als „lechon“ ersatz.

  • uwe
    Reply

    hallo kai
    schöner beitrag über deine hunde. werde mir ,wenn ich da bin auch welche zulegen.
    ehe ich es vergesse HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH zu geburtstag
    gruss PB uwe aus berlin

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