Vigan – Ilocos Sur

Wir waren zweimal in Vigan gewesen. Das erste Mal 2006 bei unserer Rundreise mit den Kindern und das zweitemal 2008 auf unserer grossen sechsmonatigen Rundfahrt. Uns hatte es beide Male sehr gut gefallen und man kann Vigan als Reiseziel nur empfehlen. Es ist allerdings in den Sommermonaten sehr heiss in der Stadt, aber in den alten spanischen Gebaeuden dann doch – auch ohne Klimaanlage – angenehm kuehl.

Vigan wurde im 16. Jahrhundert gegruendet und kann als typisches Beispiel einer geplanten spanischen Kolonialstadt gelten. Die Altstadt ist in einem sehr guten Zustand und man kann in einigen Strassen auch noch das alte Kopfsteinpflaster sehen. In der Stadt gibt es einige Museen und Kirchen, die sehr interessant sind und eine Besichtigung lohnt sich auf alle Faelle.

Vigan ist die aelteste spanische Stadt der Philippinen, sogar aelter als Intramuros. Die europaeische Atmossphaere der Stadt ist offensichtlich und es gibt einige Restaurants in der Altstadt, die auch spanisches und anderes europaeisches Essen anbieten. Man findet auch viele Antiquitaetenlaeden, aber ueber die Echtheit der dort angeboten Dinge moechte und kann ich mir kein Urteil erlauben. Die alten spanischen Kolonialhaeuser mit ihren schattigen Innenhoefen sind alle noch bewohnt und in sehr gutem Zustand. Das liegt natuerlich zum Teil auch daran, dass die Altstadt von Vigan unter dem Schutz des Unesco Weltkulturerbes steht. Die Calle Crisologo ist die Hauptstrasse der Altstadt und dort kann man auch die meisten Laeden und Restaurants sowie die am besten erhalten Haeuser sehen.

Nun aber zu unserem letzten Besuch. Bei unserer Ankunft in Vigan fuehlte sich meine Frau nicht sehr wohl, das hatte aber schon am Vortag bei der Abreise von Ilocos Norte begonnen. Gegen Mitternacht ging ich auch schlafen und als ich zu meiner Frau ins Bett stieg, war sie heiss wie ein Ofen. Sie hatte sehr hohes Fieber und ich war schon sehr besorgt. Sie schwitzte sehr stark und die ganze Nacht konnte ich nicht schlafen, da ich immer wieder den Schweiss weg wischte und sie erneut zudecken musste.

Am naechsten Morgen brachte ich sie dann in die Poliklinik und die Untersuchug ergab eine Harnleiterentzuendung. Sie hatte ihre letzte wohl nicht so ganz auskuriert. Die Aerztin pumpte sie erst mal mit Antibiotika voll und kritzelte dann noch ihren Rezeptblock voll. Auf dem Weg zurueck ins Bailey Park Hotel (Wir zahlten 800 Pesos pro Nacht) kauften wir dann noch die verschrieben Medikamente ein.  Im uebrigen lohnt sich der Aufenthalt in diesem Hotel mit seinem schoenen „Outdoor“ Restaurant.

Am Nachmittag war ich dann fuer etwa zwei Stunden unterwegs und bummelte durch die Gassen, ass in einem alten Restaurant einen Kuchen und schaute mir die Altstadt ein wenig an. Auch bei den beiden Kirchen schaute ich vorbei, musste dann aber meinen Bummel abbrechen, weil Inday aufgewacht war und mir eine SMS schickte. Als ich in das Hotel kam, ging es etwas besser und das Fieber war doch um einiges gefallen.

Am Abend kam dann das Fieber zurueck, aber nicht ganz so stark wie am Vortag und somit wurde natuerlich nichts aus unseren Plaenen weiter zu fahren. Am naechsten Morgen ging es etwas besser, aber sie fuehlte sich doch sehr schwach. Ich bestellte ihr eine Huehnersuppe (Warum fuettert man Kranken denn nur immer Huehnersuppe?) und sie ass etwas. Gegen Mittag schlief sie dann und ich zog wieder los in die Stadt.

Ich machte mich auf den Weg in die grosse Toepferei und schaute dort den Toepfern zu, bewunderte die fertigen Waren und schaute mir auch den sehr langen Ofen (immerhin 20 Meter) an, in dem hunderte von Toepfen zu gleichen Zeit gebrannt werden konnten, da in gleichmaessigen Abstaenden verschieden Holzfeuer gleichzeitig brennen konnten.  Der Ofen war aus richtigen roten alten Ziegeln gebaut und sehr interessant aber auch sehr ungewoehnlich im Vergleich mit Oefen, die ich in Europa gesehen hatte. In der Toepferei machte ich sehr viele Bilder und nutzte nur das vorhandene Licht ohne jeden Blitz um die Stimmung in diesen alten Raeumen zu erhalten.

Anschliessend besuchte ich dann das Burgos Museum und schaute mir dort alles an.  Unter anderem gab es dort nun eine neue Fotoausstellung mit Bildern und Dokumenten aus den alten spanischen Archiven. Es wurden auch Fotos von der Hinrichtung von Rizal im Luneta Park gezeigt. Auch hier habe ich nur mit dem vorhandenen Licht fotographiert, was sehr schoene und stimmungsvolle Bilder ergab.

Dann ging es weiter zum Chrisologo Museum, aber leider war das geschlossen wegen Renovierung. Gut dass ich es vor zwei Jahren schon gesehen hatte. Im Prinzip ist das Crisologo Museum die alte Residenz der Crisologo Familie und zeigt neben einer alten Calesa auch das Auto und die Kleidung des ermordeten Floro Crisologo, der in den fruehen 60er Jahren erschossen worden war. Das Burgos Museum ist sicherlich das interessantere der beiden.

Auf dem Heimweg kaufte ich dann meiner Frau noch Huehnchen von Jollibee – hatte sie sich per SMS bestellt – und anschliessend wurde sie von einer Helota behandelt.

Am naechsten Morgen ging es meiner Frau wieder besser, so dass wir wenigstens bis nach Bangued weiter fahren konnten.

Zu den Fotos:  Hier klicken

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