Von einem der auszog um Expat zu werden… 5.Teil

Bereits nach drei Tagen kam Walter zu mir um mich zu fragen, ob es normal sei, dass die Filpinas dauernd meckern. Er meinte seit sie den Ring am Finger hat, wuerde sie sich laufend beklagen. Nichts koenne er mehr richtig machen. Ich verneinte, schliesslich wuerde meine Frau auch nicht dauernd meckern und hat sie auch nicht in der Vergangenheit gemacht.

Am naechsten Tag, sprach ich Walter darauf an doch mal ernsthaft ueber seine Zukunft nachzudenken und etwas zu tun. Ich machte ihm auch klar, dass er nicht dauerhaft hier bei uns im Haus leben kann. „Ja“ sagte er „ich lasse mir was einfallen, muss aber mit Computern zu tun haben.“ „Ok, Walter hoer zu“ begann ich „hier in GenSan gibt es auf Grund der fischverarbeitenden Industrie hunderte von Firmen und alle haben Computer in Verwendung. Aber alle, die ich kenne, haben niemanden der ordentliche Reparaturen und andere Arbeiten erledigen kann. Das waere eine Luecke fuer dich. Du sprichst die Firmen an und wenn du deine Sache gut machst, hast du bald mehr Kunden als du alleine aufarbeiten kannst“ E r meinte, er wuerde sich das mal ueberlegen, aber erst muesste er mal eine Wohnung finden und mit Helen ins Reine kommen, damit die Noergelei aufhoeren wuerde. Zwei Tage spaeter gab es den ersten handfesten Streit. Helen wollte dass er 20000 Pesos an ihren Vater schickt, damit er sich eine Karaoke kaufen koennte um Geld zu verdienen. Walter hatte keine 20000 uebrig, also gab es Knatsch und er machte erstmals mit Tampo Bekanntschaft. Da redet dann der Partner bis zu drei Tagen kein einziges Wort mit dir.

Am 18. Oktober war es dann soweit. Die beiden hatten eine Wohnung gefunden und zogen aus. Als eine der ersten „Amtshandlungen“ wurde ein gebrauchtes Motorrad gekauft um mobil zu sein. Brauchte er ja, wenn er mit den Firmen reden wollte um  deren Computer instand zu halten. Aber er ging nie los, um mit den Firmen zu sprechen.

Nun moechte ich ganz kurz erklaeren, wie er in Deutschland die Ueberweisung seiner Rente von einem Freund handhaben liess. Der Freund hob die Rente via ATM Karte von Walters Konto ab und ueberwies das Geld an Walter via Western Union. Zudem leerte der Freund den Briefkasten von Walters Wohnung in Deutschland und informierte ihn, wenn irgendwas wichtiges anlag. Das sollte spaeter eine ganz wichtige Rolle spielen. Die beiden lebten so vor sich hin in ihrer neuen Wohnung und stritten oefter , aber dann so, dass die Fetzen flogen. Walter kam dann bei uns vorbei  um sich „auszuweinen“.  Beruflich kuemmerte er sich nicht weiter um moegliche Kontakte und meinte nur er muesse erst mal einen klaren Kopf bekommen und Helen sich normal verhalten. Er hatte auch einige der Computerteile verkauft, aber weniger erloest als er bezahlt hatte.

So ging die Zeit ins Land und Anfang Januar eroeffnete er mir, dass seine Frau schwanger sei. „Amen“ sagte ich, „wie kannst du nur?“ Das Genoergle wurde immer schlimmer und im spaeten Januar setze Walter seine Frau in den Bus und schickte sie nach Surigao. Dort sollte sie sich mal ueberlegen, was sie eigentlich wollte. Und wenn sie gewillt sei sich normal zu verhalten, wuerde er sie zurueck holen. Aber Plaene sind dazu da um sie umzustossen, und spaeter im Februar beschloss er zu ihr nach Surigao zu ziehen. Meine Warnungen nicht in der Naehe der Familie zu leben schlug er in den Wind. Mit ihren Liebesschwueren und ihrem „ichhabmichgeaenderthoney“ Geschwaetz hatte sie ihn wohl eingelullt. Walter fuhr dann Ende Februar mit dem Motorrad nach Surigao. Dort wollten sie in San Jose ein Internet Cafe betreiben. Mit wessen Geld sie das starten wollten war mir allerdings ein Raetsel.  Walter rief mich nach nur wenigen Tagen an, dass seine Rente nicht auf seinem Konto eingetroffen war. Er bat nun seinen Bruder in Deutschland der Sache nachzugehen. Der fand heraus, dass da ein amtlicher Brief in Walter Postkasten war, der natuerlich vom Freund nicht geleert worden war, und da stand drin, dass er zur Nachuntersuchung bestellt war, die ausschlaggebend sein wuerde um seine Rentenansprueche weiter laufen zu lassen. Walter kam nicht und die Zahlungen wurden eingestellt. „Glory Halleluja“ nun sass er echt in der Scheisse. Das Motorrad wurde verkauft und damit hielten sie sich einige Wochen ueber Wasser. Spaeter im Maerz zogen sie nach Paniog um, in das kleine Dorf das ihm in seinem Kurzurlaub letztes Jahr so gut gefallen hatte. Sie lebten im Haus der Schwiegereltern und nun waren taeglich Reis mit Fisch und Fisch mit Reis angesagt und das in allen „Varianten“. Guten Appetit! Einige male bekam ich eine SMS von ihm. Es ging ihm dort ueberhaupt nicht gut.

Spaeter in den letzten April Tagen kollabierte Walter und wie er mir spaeter erzaehlte kuemmerte sich kein Mensch im Haus um ihn. Naja so pleite wie er war, war er auch nicht mehr wichtig fuer die Familie. Einige Tage spaeter machte sich Walter auf den Weg nach GenSan. Fuer ihn war seine Ehe vorbei! Als er ankam erschraken wir. Aus dem einst wohlgenaehrten Mann war ein „Klappergestell“ geworden und meine Frau kochte ihm erst einmal eine Huehnersuppe. Huehnersuppe soll ja Balsam fuer den Koerper und die Seele sein.

Als Walter sich so einigermassen erholt hatte, sprachen wir ueber seine Zukunft. Er wollte nun das mit den Firmen machen, aber traute sich da selber nicht ran. Also suchte er jemand, der die Vorgespraeche uebernehmen wuerde, und er wuerde die Arbeit machen. Wochenlang sprach er mit verschiedenen Leuten, man machte ihm viele Versprechungen, aber niemand bekam die Sache angeleiert. Und selbst traute er sich einfach nicht los. Gelegentlich schickte seine Mutter 50 oder 100 Euro. Walter  lebte bei uns im Haus im Zimmer meines Sohnes, der darueber zwar nicht gluecklich war, es aber klaglos hinnahm.  Zum Glueck studierte seine Schwester in einer anderen Stadt und so konnte er deren Zimmer benutzen.

Auch meine Frau war unzufrieden mit der Situation aber wir konnten ihn ja nicht auf die Strasse setzen und verhungern lassen. Ich beschloss mit Walter ein ernsthaftes Wort zu reden.

Fortsetzung folgt….

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