Wie alles begann….. 3. Teil

Am Dienstag Vormittag kam dann ein Kaeufer fuer meine Stereoanlage, nachdem ich sie am Wochenende nochmal in der Zeitung angeboten hatte. Ich bekam zwar durch den Eilverkauf 500 Mark weniger als ich wollte, aber 4500 Mark waren besser als nichts. Am Nachmittag reservierte ich einen Leihwagen und anschliessend packten wir alles, was noch nicht gepackt war. Am Abend kamen alle meine Freunde zum Verabschieden. So manche Traene floss dabei, denn es waren ja wirklich gute und enge Freunde gewesen. Mangels Sitzgelegenheiten, denn die waren ja alle schon verkauft, sassen wir auf dem Teppichboden und tranken noch ein wenig Wein und unterhielten uns ueber „was auch immer die Zukunft bringen mag“. Inday musste dabei noch etwas mehr ueber das Land erzaehlen, da einige doch ziemlich viele Fragen hatten. Gegen 10 Uhr verabschiedeten sich meine Freunde und ich wurde schon etwas wehmuetig. In weniger als 24 Stunden sollten wir in der Luft sein.

Nachts um drei klingelte das Telefon und ich bekam einen Anruf, in dem mir die Freundin meines ehemaligen Geschaeftspartner mitteilte, dass dieser heute Nacht verstorben war. Er war erst 33 und litt seit Februar 1987 an Problemen mit der Bauchspeicheldruese, war schon zweimal operiert worden, aber leider ohne Erfolg. An Schlaf war deshalb fuer den Rest der Nacht nicht mehr zu denken.

Am Morgen holte ich den Leihwagen – einen Ford Fiesta – von Avis ab und wir beluden das Auto. Unser Handgepaeck war schon sehr umfangreich und wir hofften keine Probleme mit der Fluglinie zu bekommen. Dann tranken wir oben noch Kaffee und ich uebergab die Schluessel meinem Nachbar, mit der Bitte diesen an die Hausherrin zu uebergeben. Meine Kaution hatte ich ja schon einige Tage vorher erhalten.  Kurz nach 10 Uhr kam der Postbote und es waren zwei Schecks in der Post. Gottseidank war der eine Scheck noch angekommen, der haette eigentlich am Dienstag schon da sein sollen. Der zweite Scheck war eine Ueberraschung; wir waren im Dezember von einem Deutschen um 1200 Mark betrogen worden, und der hatte den Scheck geschickt in der Hoffnung auf Straferleichterung. (Er hatte ueber 50 Leute beschissen und wie ich spaeter hoerte alle bezahlt und kam deswegen wohl auch mit Bewaehrung davon) Einloesen konnte ich die Schecks eh nicht mehr und wuerde sie auf den Philippinen auf ein Bankkonto einzahlen muessen.

Anschliessend fuhren wir los nach Frankfurt. Der Verkehr war sehr maessig und wir kamen gut voran. Wir fuhren ueber Bamberg, Wuerzburg und Aschaffenburg nach Frankfurt. Am Flughafen angekommen gab ich den Leihwagen zurueck und wir schleppten unsere Siebensachen in die Abflughalle. Nach dem Einchecken bei Philippine Airlines – die hatten unser umfangreiches Handgepaeck anstandslos akzeptiert – hatten wir noch fast drei Stunden bis zum Abflug und setzten uns in eines der zahlreichen Coffee Shops. Zum letztenmal fuer laengere Zeite ass ich ein Stueck Torte zum Kaffee. Unser Flug wurde puenktlich aufgerufen und wir stiegen in den Flieger. Eine halbe Stunde spaeter waren wir in der Luft und eine knappe Stunde spaeter gab es auch schon das Abendessen. Anschliessend doesten wir vor uns hin bis der Flieger gegen 2 Uhr Morgen in Dubai landete. Dort ergaenzten wir im Duty Free Shop unser Handgepaeck mit einer Sony Kompakt Stereo Anlage. Die zweite Zwischenlandung war in Bangkok und dort kauften wir bei den Souvenir Haendlern ein paar Kleinigkeiten, wobei wir den Aufruf ueberhoerten und erst reagierten, als wir namentlich gerufen wurden. Na da haetten wir beinahe den Anschluss verpasst.

Wir landeten kurz nach acht in Manila und hatten bei Der Immigration auch prompt das erste Problem, denn der Beamte stempelte mir einen 21 Tage Aufenthalt in den Pass. Erst als ich reklamierte und auf das Einwanderungsvisum hinwies wurde der Status in 13A geaendert mit dem Hinweis, dass ich innerhalb von drei Wochen bei der Immigration in Manila vorsprechen und registrieren muesse. Nun hatten wir knappe zwei Stunden um unseren Anschlussflug nach Cebu zu erwischen.  Wir schnappten uns mit der Hilfe von zwei Gepaecktraegern unsere Sachen und  fuhren mit dem Taxi zum Domestic Airport. Dort checkten wir alles ein und da wir von einem internationalen Flug kamen mussten wir auch kein Uebergepaeck bezahlen. Der Flieger nach Cebu war ein Airbus und wir starteten erstaunlicherweise puenktlich. Aber nach zirka 20 Minuten ging das Flugzeug in den Sinkflug und ich wunderte mich schon etwas. Dann kurvte der Flieger und meinem Gefuehl nach war das eine volle 180 Grad Schleife. Kurz danach kam eine Durchsage, dass wir wegen hydraulischer Probleme nach Manila zurueck fliegen wuerden. Keiner wusste was da nicht funktionierte, von den Stewardessen war nichts konkretes zu erfahren und die ganzen Pinoys an Bord begannen zu beten. Meine Frau war sehr aengstlich und ich strahlte wohl auch nicht gerade Zuversicht aus. Kurze Zeit spaeter landete der Flieger in Manila und zwei andere Auslaender und ich klatschten ob der geglueckten „Landung in Distress“. Die Filipinos im Flieger schauten uns an, als ob wir vom Mond kaemen. Dann stiegen wir alle aus und mussten uns wieder in die haessliche Wartehalle setzen und auf einen Ersatzflieger warten. Etwa eine Stunde nach Mitternacht wurden wir dann aufgerufen und bestiegen jetztl eine alte BAC 1-11. Diesesmal ging alles glatt und gegen 2.30 am Morgen landeten wir auf Mactan.

Indays Bruder hatte geduldig gewartet und so hatten wir wenigstens keine Probleme mit dem Gepaeck. Er hatte sich von seiner Firma – damals arbeitete er bei La Tondena – einen Ford Fiera geliehen, ein kantiges merkwuerdiges Fahrzeug mit seitlichen Sitzbaenken und offenen Fenstern fast schon wie ein kleiner Jeepney ohne die bunten und verchromten Verzierungen.

Etwa 40 Minuten spaeter waren wir im Boarding House meines Schwagers angekommen. An schlafen war nicht mehr zu denken und so unterhielten wir uns bei einer Tasse Neskaffee bis zum Morgengrauen.

Wir waren da!

Fortsetzung folgt

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