Wie alles begann….. 1. Teil

Eigentlich hatte ich nicht vor auf die Philippinen auszuwandern. Es ging mir nicht schlecht in Deutschland und ich hatte seit July 1986 sozusagen ein „faules“ Jahr eingelegt. In diesem Jahr wollte ich meiner Zukuenftigen Deutschland naeher bringen und ihr mit Zeit und Zuwendung das Einleben erleichtern. Es war ja doch fuer sie ein grosser Unterschied zu den Philippinen.

Ende Juli schloss ich die Tueren meines Geschaeftes, da die Rezession neben der Gastronomie eben auch Laeden, die Hobbyartikel verkaufen, als erstes trifft. Daraufhin beschloss ich eben Inday nach Deutschland zu holen und hier zu heiraten. Aber erst machte ich einmal mit meinen Freunden im August und der ersten Septemberhaelfte Urlaub in Jugoslawien. Und es sollte ein schoener Urlaub werden. Wir sind bis ganz in den Sueden gefahren und hatten viele Erlebnisse, einschliesslich eines dreitaegigen unfreiwilligen Aufenthaltes in Albanien. Aber die Details dazu gehoeren nicht in diese Geschichte.

Mitte Oktober bin ich dann auf die Philippinen geflogen um sie in Cebu zu treffen. Wir machten eine Rundreise mit dem Auto um Cebu herum (meine zweite) und es war recht schoen. Aber die Einzelheiten dieses „Round Trips“  werde ich ein anderes mal erzaehlen. Danach folgte unser Trip nach Dinagat (siehe Goldrausch auf Dinagat) und am 10. November flogen wir gemeinsam nach Deutschland. (Sie war 1985  ja schon einmal in Deutschland gewesen.) Das war damals alles noch sehr einfach; ein Visum wurde nicht benoetigt fuer die ersten drei Monate. Man musste nur innerhalb der ersten acht Tage eine Kostenuebernahmeverpflichtung bei der Auslaenderbehoerde unterschreiben. Wir kamen in Frankfurt bei typischem Nieselwetter an und ich kaufte ihr zu allererst eine warme Jacke. Dann fuhren wir mit meinem Suzuki „Jeep“ nach Bayreuth, wo ich damals lebte. Meine Freunde kannten Inday ja schon und freuten sich, sie wieder zu sehen. So erlebte sie zum erstenmal ein deutsches Weihnachtsfest und war doch ein wenig erstaunt ueber die Mischung von Kommerz und Tradition. Wir besuchten an den Feiertagen meine Grossmutter und hatten dort in Wallerstein ein paar schoene Tage. Sylvester verbrachten wir mit den Freunden in Bayreuth.

Es sollte ein kalter und schneereicher Winter werden und wir hatten viel Spass beim Schlitten fahren im Fichtelgebirge und bei etlichen kuerzeren Wanderungen im Schnee. Und jedesmal wurde nach dem „kalten Spass“ eingekehrt und es folgte etwas „warmer Spass“ in Form von“ Jagertee“. Das ist Tee mit viel Rum.  In dieser kalten Jahreszeit hatte sie auch erstenmal im Leben einen Rausch mit einem entsprechenden Kater am naechsten Tag. Seither hat sie niemals wieder etwas getrunken.

Wir begannen uns nun auch um die Papiere zu kuemmern, denn wir hatten ja eine Verlaengerung ihres Aufenthaltes zum Zweck der Heirat beantragt. NSO Urkunden gab es damals noch nicht und das letzte Formular benoetigte eine Beglaubigung mit dem goldenen Siegel, ohne das eine Heirat nicht moeglich ist. Nun konnte die nur in Manila gemacht werden und Geld fuer einen Flug dorthin wollten wir eigentlich nicht ausgeben. Ich schlug vor das ganze an Bekannte von ihr zu schicken und Inday winkte ab mit der Begruendung dass es ewig dauern wuerde, bis wir die Papiere zurueck bekaemen, falls wir sie ueberhaupt erhalten wuerden. Ich besprach das ganze mit DHL und die erkundigten sich ihrerseits bei DHL in Manila und Manila stimmte zu das Ganze fuer uns zu erledigen. Wir schickten also die Papiere mit der Firma einschliesslich englischer Vollmacht nach Manila. Es dauerte 10! Tage und wir hatten die Papiere mit dem Siegel zurueck bekommen. 600 Mark hatte der Spass gekostet, also wesentlich billiger als hin zu fliegen.

Nun wurde das Aufgebot bestellt und die Hochzeitsfeier vorbereitet, die im kleinen Kreis stattfinden sollte mit meinen Freunden. Meine Grossmutter wollte nicht teilnehemen. Eine Auslaenderin zur Freundin zu haben war fuer sie ja noch ok, aber heiraten….nie. Am sechsten Mai war es dann soweit. Wir erschienen mit unseren Freunden auf dem Standesamt; Doris durfte uebersetzen, so dass wir uns einen amtlichen Uebersetzer sparen konnten. Der Standesbeamte fand einige ruehrende Worte und 15 Minuten spaeter war alles vorbei und wir waren verheiratet. Das Mittagessen folgte in einem guten Restaurant und anschliessend fuhren wir zusammen nach Stein oder Rot bei Nuernberg in ein neues grosses Hallenbad mit Wellen und Rutschen und allem moeglichen, dass Spass macht. (Den Namen und genauen Ort habe ich leider vergessen, aber vielleicht kann mir ein Leser da aushelfen.  Ein Leser hat mir nun ausgeholfen, es handelt sich um das Palm Beach in Stein bei Nuernberg.) Und Spass hatten wir jede Menge.

Am 10. Mai wurde meine Frau ins Krankenhaus eingewiesen. Sie hatte in den letzten Monaten sehr abgenommen, aber meine besorgten Fragen immer mit einem „I am fine“ abgetan. Bei der Einlieferung wog sie noch 37 Kilo und ich machte mir ernsthafte Sorgen.

Fortsetzung folgt

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