Wie eine Made im Speck….. 3. Teil

So vergingen die Monate mit dem neuen Geschaeft und die Kinder erhoehten das Kapital um weiter 800.000 Pesos auf insgesamt 2,3 Millionen. Zusaetzliche 700.000 Pesos wurden in eine grosse Piggery (Schweinezucht) auf Dinagat investiert und die Berichte der Eltern waren sehr positiv. Das Geschaeft bluehe an beiden Enden und die Gewinne wuerden regelmaessig wieder investiert. Fuer sich selbst wuerden sie nur die 30.000 Pesos monatlich entnehmen, die ausgemacht waren.

Im Augsut 2009, die Gehaelter von allen Geschwistern waren wegen der internationalen Wirtschaftskrise gekuerzt worden, bekam meine Frau einen Anruf von Jay Jay. Sie war sehr bedrueckt und wollte dass Inday mit einem Steuerpruefer die beiden Firmen aus checkt. Jay Jay hatte wohl eine anonyme Nachricht bekommen, dass die Firmen mehr oder weniger kurz vor der Pleite stuenden. Wir berieten uns und ich sprach mit Anny unsere Steuerberaterin. Die gab uns einen Namen und Adresse samt Telefonnummer in Cagayan und wir informierten uns ueber das Telefon und erzaehlten von den Bedenken von Jay Jay. Man machte ein Treffen aus und meine Frau fuhr nach Cagayan. Dort ging sie zusammen mit der Steuerberaterin und einer Power auf Attorney, die Jay Jay geschickt hatte und die von allen Geschwistern unterschrieben worden war zum Haus der Eltern. Das Gezeter war riesengross, als die Eltern hoerten, warum die beiden gekommen waren. Sie verweigerten die Pruefung und die Steuerberaterin beschwerte sich beim Barangay Captain, der wiederum die Eltern vorladen liess. Nach langen Verhandlungen sahen die Eltern ein, dass das wohl das gute Recht der Kinder war, nachdem die Firmen ja unter deren Namen als Corporation bei der SEC  (Security and Exchange Comission) eingetragen war.

Die Pruefung begann und schon am ersten Tag zeigten sich massive Geldverleihe ohne Sicherheiten an Leute, die scheinbar nicht exisitierten.  Der naechste Schritt war nun die Existenz aller Kunden zu checken, wobei die Kunden mit kleineren Summen existierten und die anderen Friedhofsadressen waren. Einige Tage spaeter war die Pruefung beendet und der Nettowert der Verleihfirma betrug gerade mal 238.000 Pesos, wovon 90% noch zu kassieren waren und der Rest auf dem Konto lag. Nicht viel von einem Gesamtkapital von 2,3 Millionen, von Zinseinkuenften mal ganz zu schweigen.

Danach fuhren die beiden nach Dinagat um dort nach der Schweinezucht zu schauen. Als sie in Nazareth angekommen waren, bekamen sie einen Schrecken. Die sogenannte Schweinezucht war nicht anderes als eine „Back Yard Operation“ mit einigen Staellen aus Bambus ueber dem Meer, einem Eber, fuenf Mutterschweinen und 11 Ferkeln in einem Gesamtwert von vielleicht 90.000 Pesos.

Danach fuhren meine Frau und die Steuerberaterin zurueck nach Cagayan wo die beiden nochmal die Eltern aufsuchten und fragten, was mit dem ganzen Unternehmen passiert sei und wo die ganzen fehlenden Gelder hin gekommen seien. Die Ausreden der Eltern waren ebenso voluminoes wie mannigfaltig und absurd, aber offensichtlich von vorne bis hinten gelogen. Die Steuerberaterin machte einen Bericht und meine Frau fuhr nach Hause zurueck. Von hier rief sie Jay Jay an um zu erzaehlen, was sie raus gefunden hatte.  Jay Jay war natuerlich zutiefst betroffen und weinte. Fast das  ganze Geld war weg. Wir faxten danach noch den Bericht nach Dubai und unterhielten uns natuerlich ueber die diebischen Eltern. Meine Kinder regten sich furchtbar auf, wie Eltern das ihren Kindern antun konnten.

Zwei Wochen spaeter kam von DHL ein Brief mit Vollmacht an meine Frau. Sie sollte  das Haus zu verkaufen, und das Geld auf ein neues, noch zu eroeffnendes Konto, einzahlen wenn es verkauft ist. Da der Preis vernuenftig angesetzt war fand sich auch schnell ein Kaeufer, der die Bank bezahlte und den Rest meiner Frau uebergab, die diesen auf besagtes Konto einzahlte, das Jay Jay hatte einrichten lassen, da ihre beste Freundin gerade auf den Philippinen weilte und das fuer sie uebernahm.

Die Eltern schimpften wie die Rohrspatzen, als sie ausziehen mussten und verfluchten ihre Kinder, wie die so etwas tun konnten,, hatten sie doch immer alles fuer ihre Kinder gegeben und sich ihr Leben lang aufgeopfert.

Vorbei war das fette Leben und die Eltern waren nun voellig auf sich selbst gestellt, denn von den Kindern gab es nichts mehr, nicht einmal das Schwarze unter dem Fingernagel. Die Beiden leben nun in einer kleinen Huette in der Naehe von Cagayan und fristen ihr Leben mehr schlecht als recht. Von den Kindern haben sie seitdem nichts mehr gehoert.

Jay Jay und einer ihrer Brueder haben uns im Dezember 2009 besucht und erzaehlt, dass die Idee eines Geschaeftes auf den Philippinen weiter lebt, aber man wolle die naechsten zehn Jahre in Dubai bleiben und fleissig sparen, um das noetige Kapital zu bekommen und was immer das Geschaeft  werden sollte, sie wuerden es nach ihrer Rueckkehr aus Dubai gemeinsam betreiben. Vertrauen koennten sie in Geldangelegenheiten der Familie nicht mehr.

Ob sich das Verhaeltnis zu den Eltern jemals bessern wuerde bezweiflte sie zwar, lies aber eine moegliche Versoehnung offen. Allerdings wuerde es nie mehr auch nur einen Centavo fuer die Eltern geben.

The End

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4 Comments
  • Pez
    Reply

    Ich lebe in Dubai udn kann gerne bestätigen,d as es hier sehr viele Pinay gibt, die einfach nicht genug nach Hause senden können – um den Ansprüchen der Family zu genügen. Hat man dann nach 2 jahren das begehrte Freiflugticket der Firma in der Hand geht der Kauf des Pasabulongs los – nicht genug, das vorher schon jede Art von Bargeld nach Hause geschickt wurde.

    Der Gehalt der JayJay ist jedoch echt einmalig hoch, muss ich schon sagen. In Zeiten wie jetzt (in oder nach der Krise) sind Anfangsgehälter von 12.000 peso für Collegeabgänger Usus und kaum jemand bezahlt freiwillig mehr. Wenn JayJay für Etisalat arbeitet können es gerne 45000 Peso sein, allerdings, wer bezahlt Unterkunft und Essen?

    Egal, tolle Story, toll geschrieben!

    • Kai
      Reply

      Jay Jay ist seit 10 Jahren in Dubay und arbeitet im gehobenen Management bei der nationalen Dubai Telefonfirma. Ihr Gehalt wurde wegen der Krise auch gekuerzt, ist aber immer noch hoch und soll auf das alte Niveau angehoben werden, sobald die Krise vorbei ist.

  • Peter Huttmann
    Reply

    Hallo! Ich finde diese Seite sehr interessant und humorvoll, Kompliment. Ich kenne die Philippinen gut auch wenn nicht so gut wie Sie. Ich glaube jedes Wort dieser Berichte. OFW und Ausländer werden oft nur als Geldautomat angesehen, sobald so etwas in Sicht wird stellt die Familie die Arbeit ein und hebt ab.

    Um aber gerecht zu sein, für dies alles sind auch die „Geldautomaten“ verantwortlich, blindes Vertrauen, Naivität, usw. Und Fehler werden wiederholt…

    Aber es gibt auch Leute, die nicht so materialistisch und betrügerisch sind…

    Es ist ein schönes Land zum Reisen, schwer dort zu leben, da muss man schon sehr geschickt sein…LG

    • Kai
      Reply

      Hallo Peter,
      das mit dem hier leben trifft sicherlich fuer diejenigen zu, die ihre Broetchen hier verdienen muessen. Rentner haben es wesentlich leichter. Und es ist ein gutes Land um hier zu leben, denn jede Medaillie hat zwei Seiten, hier wie in Deutschland. Man muss eben lernen mit der anderen mentalitaet umzugehen und sein „Deutschtum“ in den Hintergrund zu ruecken, denn mit dem kommt man hier nicht weit.
      Ich moechte auf keinen Fall zurueck nach Europa.
      Lieber Gruss
      Kai

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